Noch bestimmt die Pandemie die Schlagzeilen, doch es gibt zehn nachhaltige Trends, die optimistisch stimmen für das Jahr 2021.

In den ersten Ländern wurden bereits Menschen geimpft: Rund ein Jahr nachdem das Coronavirus Europa erreichte, könnte die Pandemie dank schnell entwickeltem Impfstoff bald ein Ende finden. Dass das so schnell ging, ist keineswegs selbstverständlich. Üblicherweise dauert die Entwicklung und Zulassung neuer Impfungen, bis sie tatsächlich marktreif sind, fünf bis zehn Jahre. Im Fall von Ebola ging es mit vier Jahren bereits besonders schnell – der Covid-19-Impfstoff ist nun wohl neuer Rekordhalter.  

Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel war verboten. Das Verkaufsverbot von Raketen und Böllern ersparte uns jede Menge Müll und gesundheitsschädlichen Feinstaub. Allein der Feinstaub mache nur in der einen Nacht mehr als 2000 Tonnen aus, das entspricht ein Prozent der Feinstaubmenge, die im gesamten Jahr zusammenkommt.

Noch bestimmen Kohle und Erdöl die Energiewelt, in den nächsten Jahren soll sich das ändern. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) ist Solarenergie mittlerweile die weltweit günstigste Art, um Strom zu erzeugen – vor Öl, Gas, Atomstrom und Kohle.

Während die Menschen aus Schutz vor der Corona-Pandemie in ihren Häusern aufhielten, eroberten die Tiere ihre Territorien wieder zurück. Etwa an den Stränden in Thailand. Dort, wo sich sonst Touristen sonnen, konnte die bedrohte Lederschildkröte den Platz wieder für ihren Nachwuchs nutzen. Nach 120 Jahren haben Forscher im Herbst 2020  zum ersten Mal wieder ein 500 Meter hohes, freistehendes Korallenriff am Great Barrier Riff entdeckt. Im Moment wird außerdem versucht, eine neu entdeckte Korallenart in einer Forschungsstation beim Great Barrier Riff  anzusiedeln. Diese sind besonders resilient und könnten so eine Möglichkeit zur Erhaltung des bedrohten Riffs im Klimawandel sein. 

Für viele Nachhaltigkeits-Startups war 2020 kein einfaches Jahr. Dafür floss in den Sektor aber auch mehr Risikokapital als in den Jahren davor: Laut Experten waren es bereits vor Jahresende weltweit rund 19 Milliarden Euro, die Venture-Capital-Fonds in Nachhaltigkeits-Startups steckten – im Jahr davor waren es noch 17 Milliarden Euro. Am meisten Geld floss dabei in E-Mobility und erneuerbare Energie.

Nach Schätzungen der internationalen Energieagentur wurden dieses Jahr 2,6 Milliarden Tonnen CO2 weniger ausgestoßen im Vergleich zu 2019. Ausgelöst wurde diese Verringerung allein durch den gesunkenen Energieverbrauch. Das entspricht dem Jahresenergiebedarf von Indien. Auch die täglichen CO2-Emissionen sind in den intensivsten Zeiten der Lockdowns nach Angaben des Global Carbon Projects um bis zu 17 Prozent reduziert wurden. 

2020 war definitiv das Jahr des Radfahrens. Zahlreiche Fahrrad-Hersteller hatten Lieferschwierigkeiten, die Nachfrage schnellte nach oben. 26 Prozent mehr Radfahrer hat Berlin im Juni 2020 im Vergleich zum Juni 2019 gezählt. In Paris waren es im Mai 2020 sogar 30 Prozent mehr Radfahrer als im Mai 2019. In München fuhren 20 Prozent mehr Menschen Fahrrad als im Vorjahr. 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland verkauft. Das sind laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 9,2 Prozent mehr als von Januar bis Juni 2019. Für den Boom in der Krise sieht der Verband viele Gründe: Menschen würden Alternativen zu Bus und Bahn suchen, hätten das Bedürfnis nach Bewegung an der frischen Luft mit ausreichend Abstand.

Nach vier verlorenen Jahren für den Umweltschutz in den USA ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt nun wieder mit an Bord. Mit der Wahl von Joe Biden als zukünftigen Präsidenten will die USA wieder zurück in das Pariser Klimaabkommen und wieder mit zu den Vorreitern im Bereich Klimatechnologien werden. Ab 2021 wird mit John Kerry als erster Sondergesandter für Klimafragen das Thema Klimaschutz in den Nationalen Sicherheitsrat gehoben. Für 2021 hat Biden nun bereits einen globalen Klimagipfel in den USA angekündigt.

Weltweit brachte die Pandemie eine Renaissance der Nachbarschaftshilfe. Unter dem Hashtag #Nachbarschaftschallenge hallte ein Aufruf zur Solidarität durch Social Media, dem zahlreiche Menschen folgten. Es wurde für ältere Menschen und Risikopatienten eingekauft, Medikamente aus der Apotheke abgeholt und mitunter sogar gekocht und Brot gebacken. 

Dienstreisen und Städtetrips mit dem Flugzeug gehörten in vielen Branchen zum Arbeitsalltag dazu. Durch die Reiseeinschränkungen 2020 war mit Dienstreisen und Shopping-Billigflügen schlagartig Schluss. Videomeetings ersetzten das Jet-Set Leben und haben gezeigt, dass eine Reise oft gar nicht nötig ist. Für 2021 bleibt zu hoffen, dass sich dieser nachhaltige Trend weiterhin hält. Eine Umfrage von 800 Personalleitern in Deutschland des IWW-Instituts im August 2020 hat ergeben, dass 61 Prozent der Befragten von weniger Dienstreisen ausgehen, 64 Prozent weiterhin virtuelle Konferenzen abhalten wollen und 47 Prozent die Homeoffice-Angebote weiter hochfahren wollen.

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