Am Erdüberlastungstag sind alle erneuerbaren Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht. Wichtigster Indikator dafür ist der CO2-Ausstoß.

Der globale Verbrauch natürlicher Ressourcen hat Schätzungen zufolge wieder etwa das Niveau von vor dem Beginn der Coronapandemie erreicht. Im Jahr 2021 liegt der sogenannte Erdüberlastungstag demnach auf dem 29. Juli. Vor einem Jahr fiel der Stichtag pandemiebedingt erst auf den 22. August, 2019 war er schon am 26. Juli erreicht.

Rund zwei Jahre, nachdem mehr als 10.000 Wissenschaftler aus rund 150 Ländern gemeinsam einen weltweiten Klima-Notfall erklärt hatten, haben sie diesen nun erneut betont und sofortige Veränderungen gefordert. Diese Veränderungen seien dringlicher denn je, um das Leben auf der Erde zu schützen, heißt es in einem im Fachjournal BioScience veröffentlichten Artikel.

Das Papier zum Klima-Notfall hatten ursprünglich rund 11.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterzeichnet, darunter 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute. Nun sind noch einmal mehr als 2800 weitere Unterzeichner hinzugekommen. Seit der ursprünglichen Erklärung des Klima-Notfalls 2019 hätten zahlreiche Ereignisse wie Hitzewellen, Flutkatastrophen und Waldbrände deutlich gemacht, welche Konsequenzen es habe, wenn auf der Erde einfach weitergemacht werde wie bisher, schreiben die Fachleute.

2020 sei beispielsweise das zweitheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Im April 2021 sei die Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre so hoch gewesen wie noch nie seit Beginn von Messungen. Die Forscher fordern unter anderem ein absehbares Ende der Verwendung von fossilen Brennstoffen sowie einen besseren Schutz der Artenvielfalt.

„Es gibt wachsende Anzeichen dafür, dass wir uns Wendepunkten von verschiedenen Systemen der Erde nähern oder diese sogar schon überschritten haben“, so ein Co-Autor von der Oregon State University. Als Beispiele nannte er unter anderem das Abschmelzen der Eisdecke der West-Antarktis und Grönlands, aber auch die Situation im Amazonas-Regenwald, der sich vom  Kohlenstoffspeicher zur Kohlenstoffquelle entwickelt. Die Wissenschaftler mahnen, dass unser Handeln sich rasch ändern müsse, und Klimavorgaben Teil der Corona-Wiederaufbaupläne sein sollten, wo immer das möglich sei.

Bereits 2019 hatten die Wissenschaftler gewarnt: Wenn sich das menschliche Verhalten, das zu Treibhausgasausstoß und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren führt, nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei unsägliches menschliches Leid nicht mehr zu verhindern. Zwei Jahre davor hatten Wissenschaftler bereits einen ähnlichen Beitrag initiiert.

Laut der Analyse des Global Footprint Networks war hierzulande der nationale Erdüberlastungstag bereits Anfang Mai erreicht. Germanwatch-Sprecher Vogel betont: „Wenn alle Länder so wirtschaften würden wie Deutschland, bräuchten wir nicht einen, sondern knapp drei Planeten. Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise ist alles andere als nachhaltig.“

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