Die Erderwärmung schadet schon den Kleinsten. Nach weltweiten Studien gibt es mehr Frühgeburten und ein höheres Risiko, fettleibig zu werden.

Nach weltweit übereinstimmenden Studien gibt es ein erhöhtes Risiko für Babys und Kleinkinder, fettleibig zu werden, wenn die Erdtemperatur zunimmt. Auch das Risiko für Frühgeburten steige bei zunehmender Erderwärmung.

Wie die University School of Public Health der amerikanischen Boston Universität bekannt gab, seien die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit von Anfang an zu erkennen. Das beginne schon mit der Empfängnis, gehe weiter von der der frühen Kindheit bis ins Jugendalter.

Die US-Wissenschaftler stellten in ihrer eigenen Untersuchung unter anderem fest, dass die steigenden Temperaturen mit einer erhöhten Gewichtszunahme bei Babys zusammenhängen, was auch das Risiko für eine spätere Fettleibigkeit erhöht. Die ansteigenden Temperaturen werden auch mit Frühgeburten in Verbindung gebracht, die lebenslange gesundheitliche Folgen haben können wie zum Beispiel eine höhere Hospitalisierungsrate bei Kleinkindern.

Einen Zusammenhang zwischen Wärme und schneller Gewichtszunahme im ersten Lebensjahr konnten auch Wissenschaftler der Hebräischen Universität nachweisen. Sie analysierten dafür 200.000 Geburten und fanden heraus, dass die Babys, die durchschnittlich den höchsten Temperaturen ausgesetzt waren, im Schnitt ein fünf Prozent höheres Risiko haben, schneller an Gewicht zuzunehmen.

Eine amerikanische Studie stellte fest, dass das Risiko für den Geburtsfehler Gastroschisis doppelt so hoch ist, wenn die Mutter im Monat vor der Empfängnis Waldbränden ausgesetzt war. Gastroschisis ist eine Entwicklungsstörung der vorderen Bauchwand, bei der die Eingeweide und manchmal auch andere Organe des Babys durch ein kleines Loch aus dem Körper ragen. In den meisten Fällen ist die Fehlbildung mit einer Operation behandelbar.

Australische Studien untersuchten auch den Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und Frühgeburten. In der ersten Untersuchung wurden fast eine Million schwangere Frauen im australischen New South Wales im Zeitraum von 2005 bis 2014 untersucht, von denen drei Prozent ihre Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche bekamen. Das Forscherteam fand dabei unter anderem heraus, dass diejenigen, die sich in der Woche vor der Geburt in den heißesten Orten des Bundesstaates aufhielten, ein um 16 Prozent höheres Risiko für eine Frühgeburt aufweisen. Frühere Untersuchungen hatten einen ähnlichen Effekt in der wärmeren subtropischen Stadt Brisbane nachgewiesen.

In einer Studie aus Dänemark wurden die Auswirkungen von Luftverschmutzung auf 10.000 Paare untersucht, die versuchen, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen. Dabei wurde festgestellt, dass der Anstieg der Luftverschmutzung während eines Menstruationszyklus zu einem Rückgang der Empfängnisrate um etwa acht Prozent führt.

Infos zur Studie: https://onlinelibrary.wiley.com/toc/13653016/2022/36/1

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