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Die Amerikanerin Christina Grof initiierte in den 70er Jahren aufgrund von eigenen Kundalini-Erfahrungen, die sie als sehr ­bedrohlich empfand, das Spiritual Emergency Network, einen Verbund von Therapeuten und anderen Helfern, die Menschen in spirituellen Krisen unterstützen. Dr. Heide-Maria Koubenec sprach mit Christina und ihrem Mann Stan über die Notwendigkeit, spirituelle Krisen als solche zu erkennen, richtig zu ­behandeln und und kompetent zu begleiten.

 

Heide-Maria: Christina, du hast zusammen mit Stan zwei Bücher über spirituelle Krisen veröffentlicht. Wie kamst du auf das Thema?
Christina: Meine Beschäftigung mit spirituellen Krisen entstand nicht aus einem intellektuellen Interesse, sondern begann mit persönlichen Erfahrungen. Ich war eine frisch verheiratete junge Hausfrau. Seit einigen Jahren praktizierte ich Hatha Yoga und als ich schwanger wurde, nahm ich an Lamaze-Kursen zur Geburtsvorbereitung teil, die sowohl Atem- und Entspannungsübungen beinhalteten als auch viele Informationen über den Geburtsprozess. Es war eine intensive Vorbereitung auf meine erste Geburt. Alles lief gut bei der Geburt, bis im letzten Stadium plötzlich die Hölle losbrach und sich gleichzeitig der Himmel öffnete. Auf einmal strömte Energie durch meinen Körper. Das war verbunden mit spontanem Atmen und Schütteln. Elektrizität strömte meine Wirbelsäule hinauf und weißes Licht strahlte in meinem Kopf. Ich war  sehr aufgeregt und ängstlich, denn darüber hatten sie uns in unserem Vorbereitungskurs nichts beigebracht. Man gab mir Morphium, nachdem das Baby geboren war, und das hat den ganzen Prozess gestoppt. Zwei Jahre später, als meine Tochter geboren wurde, ist das Gleiche passiert. Und wieder war ich sehr verängstigt. Man gab mir wieder Morphium und Beruhigungsmittel und das hat mir die Botschaft vermittelt, dass das, was mit mir geschah, nicht normal war und ich deswegen Medikamente brauchte.

Haben sich die Energieerscheinungen nach der Geburt fortgesetzt?
Nein, das hat sich beruhigt, aber ich habe mich auch bemüht, diese Erfahrungen zu unterdrücken. Das Ganze fand ja 1968 und 1970 statt – zu dieser Zeit waren Kundalini-Erfahrungen im Westen eher selten und nur aus östlichen spirituellen Schriften bekannt. Ich wusste damals nicht, was mit mir geschah. Ich lebte in Honolulu und 1974 sagte jemand in der Yogaklasse: Ein Guru kommt in die Stadt. Ich wusste nicht, was ein Guru war, und wollte auch keinen. Trotzdem bin ich hingegangen und da saß dieser komische Mann mit Skikappe und Sonnenbrille im Lotussitz. Es war Muktananda. Und er hat den Leuten, die zu ihm kamen, mit Pfauenfedern über den Kopf gehauen. Das war so was von eigenartig! Bei mir tat er das auch. Aber ich habe mich vor allem in das Chanten verliebt, das bei ihm praktiziert wurde. Und das alles hat einen Teil der Erfahrungen – visuelle, emotionale und körperliche Erfahrungen –, die ich vorher unterdrückt hatte, wieder geöffnet.

Hast du da immer noch Medikamente genommen?
Nein, nur direkt nach der Geburt der beiden Babys.

Hattest du noch weitere Kundalini-Erfahrungen zwischen der Geburt des zweiten Kindes und dem Zeitpunkt, als du Muktananda getroffen hast?
Es hat aufgehört, da ich Widerstand geleistet habe.

Wie ging es dann weiter?
Ich hatte früher in New York bei dem Mystiker Joseph Campbell studiert und hatte noch Unterlagen aus den Universitätstagen über Kundalini und das Chakrasystem, aber ich habe das in keinen Zusammenhang zu meinen Erfahrungen während der Geburten gebracht. Ich dachte damals über Kundalinierfahrungen, dass sie den Yogis in Indien passieren, aber nicht einer amerikanischen Hausfrau. Während der Zeit, in der diese spirituellen Erfahrungen aufs Neue begannen, ging meine Ehe zu Ende und wir ließen uns scheiden. Daraufhin ging ich zurück nach New York und wandte mich an Joseph Campbell mit der Frage, was los mir mir sei: „ Es hat zu tun mit der Geburt, es fühlt sich manchmal an wie sterben, aber auch wie Wiedergeburt, wie spirituelle Erfahrungen. Ich habe das Gefühl, verrückt zu sein.“

Campbell sagte: “Ich bin Gelehrter. Ich erfahre solche Dinge nicht, aber ich kenne einen Mann am Esalen-Institut in Kalifornien, Stanislav Grof, der kann dir helfen.“

Zwei Wochen später bin ich nach Kalifornien gefahren und habe Stan getroffen. Er lud mich ein, in Esalen an einem sechswöchigen Seminar „Buddhismus und Psychologie“ teilzunehmen. Als ich dann Stans erstes Buch las, habe ich viele meiner Erfahrungen darin wiedergefunden – aber meine kamen nicht vom Gebrauch psychedelischer Substanzen, wie in dem Buch beschrieben, sondern waren spontan entstanden.

Später, als Stan und ich zusammenlebten und diese spirituellen Erfahrungen sich fortsetzten, erreichte ich einen Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, dass ich mit einem Fuß in der Realität und mit dem anderen in den inneren Welten lebe. Eines Tages konnte ich diese Realitäten nicht mehr auseinanderhalten und erlebte fünf Tage und Nächte lang das, was wir heute eine spirituelle Krise nennen: alle möglichen Erfahrungen wie Schütteln, Atmen, unkontrollierte Körperbewegungen, Erfahrungen von vergangenen Leben usw. Stan und ein Freund wechselten sich ab und begleiteten mich 24 Stunden am Tag. Nach fünf Tagen begann ich da herauszukommen. Und dann tauchte die Frage auf, was da eigentlich gerade passiert war? Das war ja kein normales Verhalten. Bald darauf fiel mir ein Buch von Govi Krishna über Kundalini in die Hände. Obwohl er aus Indien kam und einen anderen kulturellen Hintergrund hatte als ich, entsprachen viele meiner Erfahrungen genau seinen Beschreibungen. Und so begriff ich, dass meine Erfahrungen wahrscheinlich Kundalini waren. Dann fand ich ein anderes Buch namens „Die Kundalini-Erfahrung, Psychose oder Transzendenz“ von Dr. Lee Sanela. Er hat bestimmte emotionale, psychische und körperliche Symptome als Teile der Kundalini-Erfahrung beschrieben. Für mich war es wichtig, das auch von einem westlichen Lehrer zu hören.

(An Stan Grof gewandt): Hast du damals verstanden, was mit Christina geschah?
Stan: Ich sah bei ihr vieles, was ich in psychedelischen Sitzungen beobachtet hatte.
Hast du mit ihr psychedelische Sitzungen durchgeführt?
Stan: Nein, damals nicht. Sie brauchte es nicht.

Christina, hattest du das Gefühl, dass du nach den fünf Tagen spiritueller Krise diese ­Energien integriert hattest?
Christina: Nein, aber als ich zurückkam in diese Welt, ging es mir gut genug, dass ich wieder funktionieren konnte. Es hat eine lange, lange Zeit gedauert, um das zu integrieren.

Was hat sich aus deinen Erfahrungen ergeben?
Stan und ich haben dann Workshops zusammen gegeben. Am Anfang bestand meine Aufgabe nur darin, Knöpfe bei den Diavorträgen zu drücken und die weibliche Energie im Raum zu halten. Dann habe ich gemerkt, dass ich auch einen Beitrag leisten kann, indem ich über meine eigenen Erfahrungen spreche. Viele Leute kamen daraufhin zu mir und sagten: „Ich hatte ähnliche Erfahrungen – oder habe sie gerade jetzt – und weiß nicht, mit wem ich reden kann. Meine Familie versteht mich nicht und ich weiß nicht, was ich damit machen soll. Weißt du irgendjemanden, der mir helfen kann?“ Und dann gab es andere Leute, die fragten mich: „Weißt du, ich habe das bei meinen Klienten oder Patienten gesehen. Ich weiß, dass es wichtig ist, dass die Menschen da durchgehen. Kann ich meine Hilfe anbieten? Hier ist meine Adresse und Telefonnummer.“ Das waren Menschen, die therapeutisch mit Menschen arbeiteten. Mir wurde klar, dass ich diese Menschen zusammenführen musste, diejenigen, die Hilfe brauchten, mit denen, die Hilfe anbieten konnten. Und so entstand das Spiritual Emergency Network (S.E.N.), wo Menschen in Not und Menschen, die ihre Hilfe anboten, zusammenkamen. Es ist dann auch sehr schnell international gewachsen. Mein Traum ist es, Spiritual Emergency Centers in der ganzen Welt aufzubauen. Vielleicht sogar als Teil von bereits bestehenden Kliniken, in denen das Phänomen der spirituellen Krisen als wichtiger Transformationsprozess akzeptiert wird. Wo Leute hingehen können und unterstützt werden, ohne dass sie Medikamente bekommen. Wo sie die Erfahrung machen können, nicht bewertet oder mit psychiatrischen Etiketten diagnostiziert werden. Das ist wirklich notwendig.

Nicht jede spirituelle Krise zeigt sich gleich. Gibt es Definitionen spiritueller Krisen?
Christina: Ja. Wir haben zwei Bücher veröffentlicht. Das eine ist eine Zusammenfassung von Aufsätzen spiritueller Lehrer, Psychologen, Denker und Yogis, die über diese Erfahrungen als gesunde Transformationsprozesse berichtet haben. Und dann haben wir ein Handbuch geschrieben über all die unterschiedlichen Erfahrungen, die man haben kann, und die verschiedenen Formen von Transformation und spirituellen Krisen. Dieses Buch hätte ich mir während meiner eigenen Krisen gewünscht. 
Stan: Wir haben ungefähr zehn Formen zu dieser Zeit gefunden, aber es gibt sicherlich mehr.

Christina: Eine spirituelle Krise ist eine transformative Erfahrung. Sie kann einerseits mehr graduell sein oder aber ein Spektrum sehr dramatischer Erfahrungen – so wie bei mir –, in denen derjenige für eine Weile nicht mehr existiert – ebensowenig wie die Realität. Der Betreffende braucht dann 24 Stunden täglich totale Unterstützung, während er durch diesen Prozess hindurchgeht.
Stan: Wir haben damals in Esalen gelebt, als das mit Christina geschah. Und der Mitbegründer des Esalen Instituts, Dick Price, hatte zwei Erlebnisse, die nach unserer Definition sehr kraftvolle spirituelle Krisen waren. Er kam mit einem Insulin-Koma in eine Klinik und wurde mit Elektroschocks etc. behandelt. Irgendwann entschied er, dass er nichts mehr mit irgendwelchen Psychiatern zu tun haben wollte. Er blieb in Big Sur in Esalen in seiner Hütte, ein Freund brachte ihm Essen und er ging einfach für sich alleine da durch. Und als Christina mit ihrer Idee eines Netzwerks für spirituellen Krisen kam, war er überaus begeistert davon. Er überließ dem S.E.N. ein Haus und vier seiner Praktikanten. Sie bekamen einen Computer und sammelten die Adressen von Leuten in Krisensituationen, von jungianischen Therapeuten und Menschen aus Heilberufen, die in der Lage waren, in solchen Situationen zu helfen. Schon innerhalb von vier Jahren wurde das Haus zu klein. In einem nächsten Schritt wurde das S.E.N. dem Institut für transpersonale Psychologie angegliedert, wo die Studenten in einer Hotline den Betroffenen weiterhalfen. 

Mittlerweile gibt es Spiritual Emergency Networks in verschiedenen Ländern.
Christina: Aber leider immer noch keine wirklichen Zentren, wo die Leute während einer intensiven spirituellen Krise hingehen können. Besonders jetzt wäre das notwendig, weil die Welt durch diese spirituelle globale Krise geht. Die Menschen sind sehr erleichtert, wenn sie hören, dass es in Ordnung ist, durch solche Prozesse zu gehen, und dass sie nicht verrückt sind. Es fühlt sich oft an, als ob alles den Abgrund runterginge, oder du glaubst wirklich, physisch zu sterben. All deine Beziehungen sterben. Aber das geschieht alles, um einen Weg frei zu machen für eine Transformation des Seins und für eine weitreichendere Gesundheit. Es gibt einen großen Bedarf in diesem ganzen Bereich, aber leider ist das größte Problem bei S.E.N., dass nicht genügend Geld dafür vorhanden ist. Es gab Orte für S.E.N., aber alle sind an finanziellen Problemen gescheitert. Die Krankenversicherungen haben das einfach nicht als einen alternativen Ansatz der Heilung von spirituellen Krisen akzeptiert, obwohl die Kosten viel geringer sind als für die Psychiatrie. Diese Orte müssen also von Spenden leben oder die Patienten für ihre eigenen Kosten aufkommen, was in der Regel schwierig bis unmöglich ist.

Christina, wie haben sich deine eigenen spirituellen Krisen auf dein weiteres Leben ausgewirkt?
Christina: Während ich noch dabei war, diese spirituellen Erfahrungen zu integrieren, haben Stan und ich in der ganzen Welt Workshops gegeben und Vorträge gehalten. Das war oft sehr anstrengend. Ich fand damals heraus, dass Alkohol ein gutes Beruhigungsmittel war. So trank ich zum Beispiel auf langen Flügen Alkohol und fühlte mich besser. Alkohol half mir außerdem, mich loszulösen von all den Menschen und deren dramatischen Geschichten, mit denen wir gearbeitet hatten. Was ich nicht wusste, war, dass ich eine Veranlagung hatte, Alkoholikerin zu werden. Es geschah über einen Zeitraum von sieben oder acht Jahren, in denen ich sehr alkoholkrank wurde. Ich konnte nicht mehr lehren. Ich sehe das rückwirkend auch als eine spirituelle Krise. Es war ebenfalls ein Prozess, wo alles starb, meine Gesundheit, meine Beziehungen, alles. Es war eine sehr schizophrene Art, mein Leben zu führen. Einerseits ging ich raus, um meinen Guru zu sehen, zu chanten und zu meditieren und fühlte mich wundervoll. Hinterher ging ich aber dann trinken. Es war eine fürchterliche Spaltung, einerseits eine spirituelle Person zu sein und dann auf einmal Alkoholikerin. Zuerst konnte ich mir selbst gegenüber nicht zugeben, dass ich Alkoholikerin war.

Die alkoholische Phase deines Lebens als eine spirituelle Krise zu sehen, ist enorm hilfreich für die meisten Menschen, die in einem unaufhörlichen Teufelskreis von Bewertungen, Schuldgefühlen und erzwungener Hingabe an die Sucht gefangen sind. Du hast ein wunderbares Buch „Sehnsucht nach Ganzheit“ darüber geschrieben, in dem du über Alkohol und spirituelle Erfahrungen schreibst. Der Text ist eine große Erleichterung für viele Menschen, die mit Abhängigkeiten zu kämpfen haben, weil sie verstehen können, was wirklich hinter dem Wunsch zu trinken oder einer anderen Sucht liegt.

Es gab viele Zeiten während der Meditation oder während der spirituellen Krisen, in denen ich sagte: „Okay, ich gebe auf, ich gebe mich hin, ich lasse es jetzt los.“ Aber die Hingabe an Alkohol war anders: Ich wollte sterben, ich hatte Angst zu sterben, alles explodierte, schien vorbei. Ich habe mich dann etwas Größerem hingegeben als dem, was ich war, und daraus entstand eine total andere Perspektive. Als ich versuchte herauszufinden, was gerade passiert war, sah ich plötzlich, dass Spiritualität und Sucht nahe beieinander liegen. Der Kern war für mich – ich glaube das gilt für jeden, der ein Suchtproblem hat – ein tiefes Verlangen nach Ganzheit. C.G. Jung schrieb in einem Brief an Bill Wilson, den Co-Begründer der Anonymen Alkoholiker, dass das Verlangen nach Alkohol auf einer bestimmten Ebene die Suche der Seele nach Ganzheit oder Einheit mit Gott ist. Das entsprach genau meiner Erfahrung. Sogar nachdem ich aufgehört hatte, Alkohol in meinen Körper zu kippen, hatte ich dieses tiefe Verlangen. Und ich kenne es auch aus der Kindheit. Immer hat irgendetwas gefehlt. Da ist eine Sehnsucht, ein Heimweh nach etwas Größerem, eine Leere, die nicht gefüllt ist. Der einzige Weg, der sie füllt, ist der durch spirituelles Wachstum und Erfüllung.

Stan: Als wir Christinas 50. Geburtstag feierten, hatten wir 25 unserer Freunde eingeladen und jeder sagte etwas. Einer sagte über Christina, er kenne niemanden, der in der Lage sei, persönliche Probleme zu etwas so Nützlichem zu transformieren. Eine spirituelle Krise von Christina hat zum S.E.N. geführt und die Alkoholprobleme von Christina haben Esalen inspiriert zu einem Programm „Mystical Quest – Attachment and Addiction“ (Spirituelle Suche, Anhaftung und Sucht). Und wir haben zwei internationale transpersonale Konferenzen mit dem Thema: „Mystical Quest, attachment and addiction“ veranstaltet, um diese Felder zusammenzubringen, das Feld der Sucht und der transpersonalen Psychologie.

Christina, hast du noch andere Dinge unternommen, um die Sucht zu heilen?
Ja. Was wirklich wichtig ist: Wenn die Sucht aufhört und der Puffer Alkohol verschwindet, dann bist du irgendwie nackt mit all deinen Problemen, da gibt es nichts zwischen dir und ihnen. Ich bin dann durch eine sehr intensive jungianische Therapie gegangen, in der meine biographischen persönlichen Probleme aufgedeckt wurden. Das war noch einmal sehr wichtig, denn Stan und ich haben herausgefunden, dass viele Menschen nach transpersonalen Erfahrungen streben, weil sie sich nicht mit den eigenen Problemen auseinandersetzen wollen. Das ist wie eine Art spiritueller Bypass, der dann viele Probleme verursacht. Es gibt viele Yogis in der Welt, die von sich ein Bild des Transzendentalen nach außen projizieren und sehr heilige Rollen spielen, aber innerlich wütend und ärgerlich sind. Die damit verbundene Gier nach transpersonalen und anderen spirituellen Erfahrungen beschränkt sich nicht nur auf Yogis – das ist ganz allgemein heutzutage sehr beliebt.

Was offenbarte die Therapie bezüglich deiner Sucht?
Dass es da eine sehr starke Verbindung gibt zwischen Schmerz, Missbrauch (vor allem sexuellem) und Sucht. Ich habe gerade ein neues Buch beendet über den Sterbeprozess meines Stiefvaters. Er war der Täter des sexuellen Missbrauchs. Während seines Sterbeprozesses waren wir in der Lage, uns zu versöhnen. Er war offen zuzugeben, was zwischen uns vorgefallen war. Er entschuldigte sich, dass er  Alkoholiker war, und für sein Verhalten mir gegenüber. Ich habe erkannt, dass ich vergeben muss, um ihn beim Sterben zu begleiten. Es war eine erstaunliche und heilige Gelegenheit, uns gegenseitig loszulassen. Da war sehr viel unerwartete Gnade, die in diese Situation strahlte. Es schien fast so, als ob da drei Wesen waren. Er und ich und dann diese andere Kraft, die jenseits von uns beiden war.

Über den Autor

Avatar of Ranjita (Dr. Heide-Maria ­Koubenec)

Die meisten Menschen suchen nach etwas, das sie glücklicher macht. Nach einer mystischen Erfahrung erforscht Ranjita grenzenlos Wege, das allumfassende Glück dieser Gotteserfahrung dauerhaft wieder zu erleben.

Sie wird Schülerin von Osho und wandert Mitte der 80er Jahre nach Amerika aus, wo sie tief in das Mekka der Bewusstseinserweiterung um San Francisco eintaucht. Zwölf Jahre lang lebt und lehrt sie in einer spirituellen Gemeinschaft in Kalifornien.

Vor kurzem begründete sie in Deutschland die ökologisch-spirituelle Gemeinschaft „Aloha am See“ bei Brandenburg und leitet Seminare zur Bewusstseinserweiterung.

2 Responses

  1. Brigitte Brausam-Hansen
    Zuverlässige Hilfe vom "Experten" für Heilung

    Ich wünsche jedem Menschen, dass er die Erlöserkraft Jesus erfährt, die mich nach jahrzentelangem Suchen endlich gefunden, bzw, ich sie angenommen habe um alle Folgen von Missbrauch, Suchtverhalten, Burnout, Depressionen auflösen zu lassen und auch Menschen eine Brücke zu HM zu bauen, die sich angesprochen fühlen. Wir können es meiner Erfahrung nach nicht aus eigener Kraft. JESUS ist die ganz undogmatische, liebevolle Antwort auf all unser Suchen und füllt die Leere, heilt die Wunden. Ich möchte hier niemanden überzeugen sondern meine persönliche Erfahrung teilen und Menschen einladen, ermutigen, JESUS um Hilfe zu bitten. Denn wo Zwei oder Drei in seinem Namen zusammen kommen, da ist er liebe- und kraftvoll unter ihnen und ich unterstütze jeden Menschen von Herzen, der diese Erfahrung aus ganzem Herzen machen möchte.

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  2. Goetz Niemann
    Paradoxe benzowirkung

    Bin 55 Jahre alt, hatte vor ca 17 Jahren erstmals psychose , welche ich heute als Beginn eines kundalini erwachen interpretiere.
    Bei 4 Einweisungen nach psych kg Zwangsbehandlung mit benzos, welche jedes mal eine paradoxe Wirkung hatte.
    Vermutung :
    Paradoxe benzowirkung ein Hinweis zur Abgrenzung von spirituellen Krisen zu „normalen “ psychose.
    Mfg Goetz niemann

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