Anzeige

Eine von der Paarberaterin Barbara Kiesling favorisierte Kombination aus einer Analyse der Lebensgeschichte, Aufstellungen und Theta-Healing erweist sich bei Paarkonflikten immer wieder als sehr wirkungsvoll – wie das folgende Beispiel zeigt.

Janine (35) hatte sich an meine Online- Praxis gewendet, weil es in ihrer Ehe mit Pierre (38) seit längerer Zeit zu großen Konflikten gekommen war, die sich nicht mehr lösen ließen. Ihre beiden Kinder litten inzwischen dermaßen an der konfliktträchtigen Atmosphäre, dass bereits die Lehrer darauf aufmerksam geworden waren. Aus diesem Grund hatte sich Janine in letzter Zeit immer mehr von Pierre zurückgezogen. Nur zögernd gab sie zu, sich vor kurzem in den Bruder einer ihrer Freundinnen verliebt zu haben, sodass sich nun auch noch eine Neben-Beziehung entwickelt hatte. Janine litt unter großen Schuldgefühlen, konnte jedoch auf die heimlichen Treffen nicht mehr verzichten. Zu schlimm erschien ihr „die Hölle“ zu Hause. Inzwischen spürte Pierre, dass etwas nicht stimmte. Dadurch war er überhaupt nicht mehr zu konstruktiven Gesprächen bereit. Janine war bereit, sich für den nächsten Termin meiner Paar-Wochenenden anzumelden, Pierre weigerte sich jedoch rigoros. Erst als Janine wenige Wochen später die Familie endgültig verlassen wollte, um künftig mit dem anderen Mann zusammenzuleben, erklärte sich auch Pierre bereit, am Paar-Wochenende teilzunehmen.

Das Werkzeug

Meine Arbeit mit den Paaren setzt sich aus drei verschiedenen, einander ergänzenden Verfahren zusammen:

  1. Analyse der Lebensgeschichten
  2. Aufstellungen:
    a) Paaraufstellung
    b) Familienaufstellung
  3. Theta-Healing

Die Analyse der von den Klienten verfassten Lebensgeschichten hat sich als überaus produktiv erwiesen. Deshalb beginnt meine Arbeit bereits vor dem Wochenende. Da sich in einem biografischen Text eine Fülle von unbewussten Inhalten finden lässt, stehen mir durch die Analyse bereits Informationen von weitreichender Bedeutung zur Verfügung. Diese Informationen lassen sich nicht durch hartnäckigstes Nachfragen erhalten, denn sie sind – wie gesagt – weitestgehend unbewusst. Im konkreten Fall von Janine und Pierre konnte ich nach Bearbeitung der Lebensgeschichten davon ausgehen, dass es sich bei ihren Schwierigkeiten um keinen „normalen Paarkonflikt“ handelt. In meinem Buch „Der andere ist nicht die Hölle – wie Paare dem Himmel näher kommen“ habe ich ausführlich dargelegt, was einen „normalen Paarkonflikt“ von einem „strukturellen Paarkonflikt“ unterscheidet: Ein „normaler Konflikt“ liegt vor, wenn sich das Paar hinsichtlich einer Lebensentscheidung nicht einigen und auch keinen Kompromiss finden kann. Entweder nimmt dann das Tauziehen kein Ende oder einer muss nachgeben. Derjenige, der nachgegeben hat, schafft es allerdings meist nicht, die Sache auf sich beruhen zu lassen – so sehr er das auch möchte. „Unterirdisch“ grummelt es in ihm weiter. Bei der nächstbesten Gelegenheit liegt entweder das Thema wieder auf dem Tisch oder es wird versucht, die empfundene Ungerechtigkeit in anderen Bereichen auszugleichen. Da diese Winkelzüge den Betroffenen oft nicht bewusst sind, und dann im Verlaufe der Zeit „ein Wort das andere gibt“, wissen die Partner irgendwann gar nicht mehr, was ursprünglich der Ausgangspunkt ihrer nicht enden wollenden Auseinandersetzungen gewesen ist.

In diesen Fällen kann in der Paartherapie mit dem Paar zur Quelle zurückgegangen und der einstige Konflikt im Nachhinein gelöst werden. So ganz einfach ist das allerdings auch nicht. Es muss nämlich einen „guten Grund“ gegeben haben, weshalb die Partner nicht selbst zu einer Kompromisslösung gefunden haben. Diesen „guten Grund“ gilt es zu finden, denn hier liegt die Wurzel. Oft handelt es sich dabei wiederum um unbewusste Zusammenhänge. In den meisten Fällen kann eine Paartherapie beim Vorliegen eines „normalen Konfliktes“ nach einer geringen Anzahl von Sitzungen erfolgreich beendet werden.

Ganz anders, nämlich viel schwieriger, gestaltet sich der Prozess, wenn es sich um einen „strukturellen Konflikt“ handelt. Denn hier haben wir es mit aus der Kindheit stammenden Mustern zu tun.

Bindungsmuster entscheiden über die Qualität der Beziehung

Einen großen Stellenwert nehmen hierbei die in der Kindheit erworbenen unterschiedlichen Bindungsmuster ein. Da diese Bindungsmuster im Erwachsenenleben nicht ohne weiteres verändert werden können, haben sie großen Einfluss auf das Geschehen innerhalb der Partnerschaft. Es macht einen eklatanten Unterschied, ob jemand eine „sichere“ oder eine „unsichere“ Bindung zu seinen Bezugspersonen hatte. Es kann nämlich davon ausgegangen werden, dass wir unsere Liebesbeziehungen nach dem Bindungsmuster gestalten, das wir einst verinnerlicht haben. Wenn wir Bezugspersonen hatten, die in der Lage waren, uns Sicherheit und Geborgenheit zu geben, und wir dadurch eine sichere Bindung zu ihnen herstellen konnten, dann können wir sowohl Vertrauen in die Beziehung als auch insgesamt in die Welt entwickeln. Untersuchungsergebnisse zeigen, dass unsere späteren Beziehungen auf einem entsprechenden Bindungsstil basieren.

Erlebt ein Kind hingegen oft Zurückweisung, wird es unsicher, aber auch zurückhaltender, um diese demütigende Erfahrung möglichst zu vermeiden. Die Folge ist ein unsicheres Bindungsmuster. Oft haben Menschen, die unsicher gebunden waren, darum ein Problem, Nähe zuzulassen. Sie fürchten sich wie auch in ihrer Kindheit – trotz großer Sehnsucht nach einer tiefen Bindung – unbewusst vor einer erneuten schmerzhaften Zurückweisung.

Anhand der Lebensgeschichten von Janine und Pierre wurde erkennbar, dass beide ähnlich schmerzhafte Erfahrungen in der Kindheit mit ihren Bezugspersonen gemacht haben. Aufgrund dieser Vorerfahrungen und den daraus hervorgehenden Reaktionen suchten und fanden beide einen Partner mit einem ähnlichen Beziehungsmuster. In einer „Liebesübung“ zu Beginn des Workshops konnten beide keine Liebe zwischen sich zirkulieren lassen. Das lag nicht nur daran, dass ihre Partnerschaft durch die schwelenden Konflikte belastet war, sondern vor allem auch daran, dass das ungehinderte Fließen ihrer Liebe bereits seit der Kindheit blockiert gewesen ist.

Paaraufstellung – der Blick unter die Oberfläche

Durch eine Paaraufstellung wurde das, was Janine zuvor beklagt hatte, aber nicht wirklich durchschauen konnte, mithilfe der Stellvertreter überdeutlich: Dass sich ihr Partner unbewusst innerlich von ihr abgewendet und seine Arbeitsüberlastung als erfolgreicher Architekt lediglich vorgeschoben hatte. Für Pierre war es ein ziemlicher Schock: Meinte er doch, es gäbe in ihrer Partnerschaft keine wesentlichen Konflikte, wenn nur Janine endlich den Kontakt zu dem anderen Mann einstellen würde. Wie er nun sehen konnte, spielte der andere Mann gar keine wesentliche Rolle. Allenfalls vertrat dieser die unbefriedigten Sehnsüchte von Janine. Alle Anwesenden konnten erkennen, in welchem Maße die beiden Partner bereits auseinandergedriftet waren und wie unglücklich sich Janine und wie hilflos sich Pierre fühlte.

Familienaufstellung – der Blick auf die Ursache

Eine Familienaufstellung, in der wir die Eltern aufstellten, brachte dann ebenfalls ans Licht, welcher nachteilige Beziehungsstil sich bei beiden etabliert hatte. Durch mein Vorwissen, das ich aufgrund der Analyse der Lebensgeschichten hatte, konnte ich gezielt intervenieren. Darüber hinaus erhielten wir erste Informationen über die Ursachen der mangelnden Zuneigung seitens der Eltern. So war beispielsweise die Mutter von Pierre traumatisiert durch den frühen Tod ihres Vaters. Offenbar hat dem kleinen Mädchen seinerzeit niemand geholfen, den Tod des Vaters zu betrauern. Später, als Mutter, war diese Frau noch immer absorbiert von der Trauer, in der sie steckengeblieben war. Für ihren kleinen Sohn war daher nicht viel Platz in ihrem Inneren, sie hatte keine Kapazität, liebevoll auf den kleinen Pierre eingehen zu können.

Auch die Mutter von Janine konnte nicht für ihre Tochter da sein. Diese Vernachlässigung hatte – so zeigte sich durch die Analyse der Lebensgeschichte – der Vater ausgeglichen. In der Aufstellung wurde nun aber offenkundig, dass er mit seiner zeitweiligen Zuwendung die Grenzen seiner kleinen Tochter weit überschritten hat. Letztendlich hatte er die ihm selbst fehlende emotionale Nähe bei ihr gesucht und sie damit regelrecht überrollt. Da seine Bedürfnisse dennoch unbefriedigt blieben, zeigte er sich der kleinen Janine gegenüber zuweilen auch dementsprechend ungehalten, so dass sie dann Angst vor ihm hatte.

Heilungsinstrument Theta-Healing

Im sich daran anschließenden Theta- Healing wurden alle Anwesenden Zeugen, wie die Mutter von Pierre nachträglich den Tod ihres Vaters „abtrauern“ und dadurch frei für ihren kleinen Sohn werden konnte. Es war eine berührende Szene, in der wir in den Bildern, die ich im Theta-Zustand empfing, den kleinen Pierre in den Armen seiner ihn liebevoll anschauenden Mutter liegen sahen. Dadurch konnte bei ihm ein Heilprozess auf einer sehr tiefen, grundsätzlichen Ebene einsetzen. Auch bei Janine hat ein Heilprozess begonnen, nachdem sie während ihrer Theta-Sitzung dem Vater begegnete und die Beziehung zu ihm – jetzt mit dem Wissen aller bisher unbekannten Umstände – klären konnte. In einer abschließenden „Liebesübung“ spürten beide, welch ein gravierender fühlbarer Unterschied sich zum Vortag eingestellt hatte. Janine und Pierre verließen das Seminar mit der Aussicht auf das Entstehen einer völlig neuen Beziehungsqualität. Dem anderen Mann sandte Janine am nächsten Tag einen Abschiedsbrief …

 


 

Nächstes Paarwochenende
„Die Liebe einladen – zueinander finden“ am 7. und 8.11.2015

Kontakt über
info@figurenaufstellung.de
www.figurenaufstellung.de

Dieser Artikel ist Teil der Themenseite(n):

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*