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Psychosomatik und Allergien: Was bedeuten Allergien psychosomatisch betrachtet? Welche Themen können bei der Heilung helfen?

Allergien und Psychosomatik

Bei Allergien werden allgemein gesagt an sich harmlose Stoffe vom Körper bekämpft oder er reagiert auf Unterversorgung. Bei Heuschnupfen könnte man die Frage stellen: Ist da jemand allergisch auf Glück, Frühling oder Liebe? Hautallergie lässt aufhorchen: Reagiert da jemand allergisch auf Kontakt?

Gängig sind die Erklärungen der Medizin für Allergien: Es wurde zu kurz gestillt, Beikostnahrung wurde zu früh oder zu spät gegeben und so weiter. Diese Erklärungen sind hilfreich beim Verständnis und die praktizierte Desensibilisierung ist eine bekannte und meist erfolgreiche Methode im Kampf gegen Allergien. Betrachten wir Allergien und deren Heilungsprozesse allerdings ganzheitlich, so sollten wir uns die eingangs genannten Fragen tatsächlich stellen, um eine weitere Ebene zur Möglichkeit von Heilung hinzuzuziehen: Die Psyche.

Kennzeichnend für Allergien ist die mehr oder weniger starke Überreaktion des Körpers auf normalerweise harmlose Stoffe – der Mensch hat seelische und/oder körperliche Schwachstellen. Welche Themen sich dahinter verbergen, lässt sich möglicherweise aus den jeweiligen ‚Kampfgebieten‘ ablesen, zu denen die Partien des Körpers werden können: Haut, Atemwege, Magen und Darm oder die Augen. Zu diesen Kampfgebieten möchte ich Ihnen impulsartige Gedanken und Fragen mitgeben, so dass Sie erste Ideen bekommen, wo Sie für Ihre Heilungsprozesse ansetzen können:

Psychosomatik Haut und Allergien

Die Haut ist ein Kontaktorgan – für wen ist der Haut – Ausschlag gedacht? Die Haut gestaltet die Körpergrenze, die gleichzeitig offen ist, etwas herein zu lassen, die atmet und ebenso offen ist um etwas heraus zu lassen.

Die Haut, unser größtes Sinnesorgan, ist durchzogen von Nerven und freut sie sich über Berührung und Zärtlichkeit. Sie registriert aber auch das Gegenteil – Leere, Einsamkeit, Berührungslosigkeit und Grobheit. Unter anderem finden wir hier das Zellgedächtnis, was alles „mitschreibt“ – auch die Grobheiten, Lieblosigkeit und Mangel an liebevoller Fürsorglichkeit. Dann entsteht durch das Einreiben der betroffenen Hautstellen endlich Kontakt und Aufmerksamkeit.

Allergische Reaktionen der Atemwege psychosomatisch betrachtet

Die Atemwege verbinden Außen- und Innenwelt auf ganz direkte Weise, wobei die Luft vorher von einem sehr gut ausgeklügelten „Filtersystem“ gereinigt wird – Welcher Kontakt lässt Sie fast ersticken? Wo fällt es Ihnen schwer, sich Luft zu machen? Jemandem etwas zu husten? Verschaffen Sie sich über Ihre Krankheit Raum, Abstand oder Rückzugsmöglichkeiten und Aufmerksamkeit? Im Normalfall sind Pollen nicht gefährlich oder erzeugen so starke Reaktionen wie bei Allergikern. Bei Allergien handelt es sich im Prinzip um einen Stellvertreterkrieg. Anstatt das Eigentliche zu ändern oder zu bekämpfen, richtet sich die Abwehr gegen harmlose Stoffe. Diese überschießende Reaktion kann uns dann z.B. zum Weinen bringen – beim Heuschnupfen sagt man auch die „Nase weint“.

Die Psychosomatik der Allergien von Magen und Darm

Magen und Darm verarbeiten alles, was wir aus der „Außenwelt“ zu uns nehmen.
Hier geht es um Versorgung und Sattheit – bzw. Hunger und Mangel. Wer oder was erscheint Ihnen so unverdaulich? Ist es ein Mensch? Ein Gefühl? Oder ein Prinzip wie z.B. Kontakt bzw. Kontaktlosigkeit und der Umgang damit – also Nähe und Distanz? Welche Nähe macht Sie krank? Oder ist es die Einsamkeit? Ist es das Prinzip der Nähe, das Sie krank macht? Sind Sie zu höflich, um sich abzugrenzen von „schlechter Nahrung“, unverdaulichen Kontakten oder verdorbenen, alten, längst überlebten Beziehungen?
Wissen Sie eigentlich, was Sie satt macht? Was brauchen Sie, um sich rundum wohl zu fühlen?

Allergien und Augen

Was treibt Ihnen im Frühling die Tränen in die Augen? Der Frühling wird von vielen als die schönste Zeit des Jahres empfunden: Aufbruch, Aufkeimen, Neuanfang und Sinnlichkeit werden damit verbunden – ähnlich wie bei einem Säugling, der zunächst neben regelmäßiger Versorgung auch viel Geborgenheit und Körperkontakt braucht um seine Körpergrenzen wahrzunehmen. Das ist eine sehr wichtige Erfahrung, um im späteren Leben Sinnlichkeit und Nähe zulassen zu können. Was macht Sie an diesem fröhlichen Anfangsprinzip so traurig, dass es Ihnen die Tränen in die Augen treibt?

Allergie – Konflikt in der Seele

Doch was lässt den Körper, die Seele so überempfindlich werden, dass er/sie meint, auf etwas Schönes – wie z.B. den Frühling mit soviel Gegenwehr zu reagieren? Welche unbewusste Not treibt den Körper/ die Seele dazu?

Allergien entstehen nach meiner Erfahrung dann, wenn in der Seele der Konflikt zwischen dem, was wir brauchen und dem, was wir bekommen, zu groß wird. An der Stelle greifen auch die bekannten psychosomatischen Deutungen zu kurz, da es hier nicht immer nur um Wut geht, sondern auch ganz oft um Frustration und Hoffnungslosigkeit in der Seele.

Oftmals sind das ganz frühe Erfahrungen, die bewusst nicht mehr klar und zugänglich sind. Es handelt sich auch nicht immer nur um die klassischen Erfahrungen von Lieblosigkeit oder Verlassenheit. Auch Kinder die „gut versorgt“ wurden, die vielleicht sogar überbehütet wurden und sich trotz allem nicht gesehen fühlten in ihren jeweiligen Bedürfnissen, die – und das kommt häufig vor in unserer Zeit – hinter den Bedürfnissen bzw. dem Stress der Eltern zurück stehen mussten. Oder auch übertriebene Reinlichkeit und perfekte Versorgung, die dann möglicherweise das Wohl und die wahren Bedürfnisse des Kindes aus den Augen verlieren. Das frustriert auch behütete Kinder von Eltern, die es wirklich gut gemeint haben!

Allergien und Aggression

Wenn Aggression, lat. der „vorwärtsgerichtete Impuls „, zu oft unterbrochen – verboten, verhindert oder übergangen wird, bekommen Kinder das Gefühl gespiegelt, dieser Impuls sei sinnlos. Dann sucht er sich ein anderes „Aktionsfeld“ und es kommt im Rahmen der Allergie zu diesen Stellvertreterkämpfen. Inhaltlich kann es sich dabei um Schwierigkeiten handeln, sich abzugrenzen, sich zu zeigen, aber auch um Schwierigkeiten beim Ausgreifen nach Liebe und Kontakt – Geborgenheit und Zuwendung. Wer allergisch auf Kontakt, Frühling oder Milch reagiert, der ist aus psychosomatischer Sicht allergisch auf den dahinter liegenden Schmerz der Enttäuschung, der Frustration und die Gefühle von Verlassenheit oder die Überflutung durch zu viel bzw. falschen Kontakt zur falschen Zeit.

Ebenso muss man sehen: Eltern, die eine bestimmte Form von Liebe, Geborgenheit und Unterstützung nicht bekommen haben, geben diesen „Mangel“ – unbewusst – weiter.

Die Psychosomatik der Allergien – ein komplexes Feld

Wir müssen ja alle lernen auf eine konstruktive Weise mit unseren Gefühlen, Bedürfnissen, Wut und Verletzlichkeit umzugehen. Es wäre aber zu kurz gegriffen zu sagen, dass man ’seine Wut einfach nur rauslassen‘ soll oder dass man ‚vernachlässigt wurde‘. Heutzutage sind die Lebensverhältnisse so viel komplexer geworden und müssen viel differenzierter betrachtet werden, um einen Zugang zu der eigenen Allergie zu bekommen.

Allergien treten heute immer häufiger schon bei Kindern auf und die Probleme unserer Zeit sind hier wohl Zeitmangel, die soziale Vernachlässigung z.B. vor dem Fernseher, häufige Trennung der Eltern, so dass ein Elternteil mit der ganzen Verantwortung allein dasteht oder – wenn es neue Partner gibt – dass die Kinder lernen müssen, in einer ganz neuen Familienstruktur Fuß zu fassen. Wie viel Raum bleibt da für die Bedürfnisse eines kleinen Kindes, wenn alles um einen herum zerbricht? Wenn die Arbeitsstelle immer mehr Zeit- und Energieeinsatz fordert und die Rechnungen alle bezahlt werden wollen?

Zudem hat sich sowohl die Ernährung verändert als auch der Umgang mit Nahrung. Viele Nahrungsmittel – auch Babynahrung – sind mit geheimnisvollen Stoffen gestreckt oder zu Konzentraten verarbeitet worden, die in der Zusammensetzung dem Körper gar nicht mehr uneingeschränkt gut tun.

Die Psychosomatik der Allergien und ‚Mikrotraumata‘

In der Regel ist die Allergie ein Hinweis auf eine Unterversorgung und Schwachstelle in der Seele. Bei näherer Betrachtung lässt sich feststellen, dass die eigentlich so harmlosen Stoffe oder Begebenheiten wie „Mikrotraumata“ auf Körper und Seele einwirken.

Mikrotraumata entstehen durch das immer wieder erneute Übergehen des kindlichen Impulses nach Zuwendung, Liebe und Geborgenheit. Kinder haben ein anderes inneres Zeitempfinden. Sie sind je nach Alter und Entwicklungsstand langsamer, feiner in ihrer Wahrnehmung und bedürftiger als wir Erwachsenen. Das hinwenden erfordert Verlangsamung in unserem Alltag. Wir müssen uns an das Entsprechende Niveau unseres Kindes anpassen, zuhören, in den Arm nehmen, trösten Essen zubereiten, was Erwachsenen die das Gefühl haben im Stress zu sein dann besonders schwer fällt.

Es ist bekannt, dass viele Allergiepatienten aus Familien kommen, in denen Leistung, Pünktlichkeit, Höflichkeit und hoher Erwartungsdruck vorkommen. Dadurch wird ein bestimmtes Wertesystem vermittelt, in dem die eigenen Bedürfnisse aller hintenan gestellt werden und es wenig Chancen gibt, konstruktive Auseinandersetzung zu lernen.

Ich habe einige Patienten mit Allergien, die aus „Bildungshaushalten“ kommen, wie bei Lehrern, Architekten, Rechtsanwälten oder auch aus der Gastronomie, wo der äußere Eindruck so wichtig ist, die Fassade. Die Kinder lernen früh, sich „anständig“ zu benehmen. Der Kunde ist immer wichtiger, der äußere Eindruck zählt!

Allergien und das Unterdrücken von Krankheiten

Des Weiteren ist das Unterdrücken von Krankheiten Allergie fördernd – auch wenn es lieb gemeint ist – doch das Unterdrücken treibt die Krankheit immer tiefer in den Körper. Viele Asthmatiker haben in ihrer Krankengeschichte eine Hauterkrankung wie Windeldermatitis. Wenn die mit entsprechenden Salben unterdrückt wird, entsteht eine Abwärtsspirale von immer stärkeren Symptomen.

Nach dem unterdrückten Hautausschlag kann ein chronischer Ausschlag entstehen wie Neurodermitis. Durch die Unterdrückung der Neurodermitis wandert die Krankheit tiefer in den Körper und tritt als Husten, Bronchitis oder gleich als Asthma wieder in Erscheinung. Das gleiche gilt für die wiederholte Unterdrückung von Husten-Schnupfen-Heiserkeit mit Antibiotika.

Durch die Unterdrückung der Symptome, die manchmal zunächst sicherlich sinnvoll ist, um den ersten Stress abzufangen, entsteht im Körper eine Art Dauerstress, bzw. Mikrotraumata die das Immunsystem beeinträchtigt und so zu der „Überreaktion“ führen.

Um das zu vermeiden, sollte man gerade bei Hautausschlägen und wiederkehrenden Erkältungskrankheiten nach einem ganzheitlichen Behandlungsweg suchen, der den Körper stärkt und dem Immunsystem die Möglichkeit gibt, sich mit dem Problem auseinander zu setzen.

Ein Symptom weist uns immer den Weg zu unserem persönlichen Thema. Zunächst ist ein ganz starkes Umdenken nötig. Von dem erlösenden Gefühl „weg mit dem Symptom“, Creme drauf und fertig, hin zu der tiefen und sehr individuellen Wahrheit, die in dem jeweiligen Symptom verborgen ist. Je nach Schwere der Erkrankung ist es durchaus hilfreich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das Problem bei jeder Art der psychosomatischer Erkrankung ist ja gerade, dass wir uns selbst nicht spiegeln können.

Allergien – das eigentliche Bedürfnis erkennen

Der erste Schritt sollte jedoch sein, die Aufmerksamkeit weg vom Symptom hin zu den eigentlichen Bedürfnissen zu lenken. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Nicht mehr drei Stunden mit jemandem telefonieren, der einen als seelischen Mülleimer benutzt, sondern sich über Ihr eigenes tiefes Kontaktbedürfnis bewusst werden, was dahinter verborgen ist und auf eine positive Weise für sich sorgen, also z.B. das Telefonat kurz halten, und das Thema mit gestalten, sich mit guten Freunden verabreden, zum Sport, tanzen oder singen gehen, um einfach mal wieder andere Menschen kennen zu lernen. Die Tür zu öffnen für gesunde Kontakte.

Wir sollten lernen, unsere Bedürfnisse zunächst einmal selber besser wahrzunehmen und dann nach und nach dafür zu sorgen, sie auch zu erfüllen. Für diesen Schritt kann professionelle Hilfe sehr unterstützend sein, denn hier geht es auch um die
Auseinandersetzung mit den eigenen verletzlichen Seiten und unserem durchaus positiven Aggressionspotential. Sie können ganz neue Wege der Kommunikation entwickeln wodurch Sie die Zügel wieder selber in die Hand bekommen.

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Psychosomatik

Psychosomatik (1) – Verspannte Schultern und Nacken

Psychosomatik (2) – Hautprobleme psychosomatisch betrachtet

Psychosomatik (3) – Magen-Darm-Erkrankungen aus psychosomatischer Sicht

Psychosomatik (4): Nasen-Nebenhöhlenentzündung

 


 

Coaching

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Über den Autor

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ist Heilpraktikerin, Autorin und Dozentin für Psychotherapie und bietet körperorientierte Psychotherapie, Coaching, Gruppenarbeit, Klassische Homöopathie und Coaching mit Pferden an.

„Mir liegt die Verbindung von Mensch und Natur am Herzen. In meiner Arbeit verbinde ch deshalb die Welt des Denkens und Fühlens mit der inneren Weisheit des Körpers und der Schönheit der Natur. Ich arbeite seit 1998 in eigener Praxis mit Körperorientierter Psychotherapie und Coaching, Klassischer Homöopathie, Entspannungsverfahren und Coaching mit Pferden.“

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