Anzeige

Qi Gong – die ehemals geheime Heilkunst Qi Gong brint die Lebensenergie wieder zum Fließen und hat erstaunliche Auswirkungen auf die Gesundheit.

Qi-Gong – Heilung durch Lebensenergie

Beidaihe, Volksrepublik China: Unter den zahlreichen Patienten, die Professorin Liu Ya Fei, TCM-Ärztin und meine Qi-Gong-Lehrerin, in ihrer Rehabilitationsklinik behandelt, befindet sich eine  53-jährige Frau.Sie ist nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt.

Chinesische Arzneien und Akupunktur brachten Besserung, jedoch ist sie immer noch an den Rollstuhl gefesselt. Das möchte sie ändern, und sie wird von nun an täglich speziell für sie ausgewählte Qi-Gong-Übungen praktizieren. Dank intensiven Übens, ausgeprägter Willensstärke und großer Begabung geschieht das Unglaubliche: Nach drei Monaten kann sie bereits kleine Schritte auf ihren eigenen Füßen ganz ohne Stöcke gehen!

Qi-Gong – ehemaliges Geheimwissen

In China gehen die ältesten schriftlichen Hinweise auf Körperübungen zur Erhaltung der Gesundheit auf die Zeit von 200 v. Chr. zurück (Huang Di Nei Jing – die Medizin des gelben Kaisers).

Ausgehend davon, dass sich der Makrokosmos (Natur) im Mikrokosmos (Mensch) spiegelt, setzten daoistische Meister ihre genaue Beobachtung der Natur in Bewegungsabläufe um und gaben ihnen wohlklingende Namen wie „Das Spiel der fünf Tiere“ oder „12 Wudang Brokate“.

Traditionell wurde das geheime Heilwissen nur von Meister zu Meisterschüler mündlich weitergereicht. Im Lauf des letzten Jahrhunderts fand eine allmähliche Öffnung statt, das Wissen wurde von erfahrenen Lehrern in die Welt hinausgetragen.

Heute zählt Qi Gong zu einer der fünf Säulen der Chinesischen Medizin. Es beruht auf den Prinzipien des harmonischen Qi-Flusses in den Leitbahnen und auf einem ausgeglichenen Verhältnis von Yin und Yang.

Qi, Gong, Yin und Yang

In dem kleinen Wort Qi steckt eine ganze Lebensphilosophie. Am häufigsten wird es mit „Energie“ übersetzt, das heißt Lebens- oder antreibende Kraft. Normalerweise spüren wir das Fließen des Qi nicht, eine Qi-Blockade kann sich jedoch in Schmerz äußern.

Gong heißt Arbeit oder Können, auch Kunstfertigkeit im Sinne von Meisterschaft. Qi Gong ist also die Kunstfertigkeit, mit einfachen Körper-, Atem- und Medita­tionsmethoden den Qi-Fluss in Gang zu bringen und zu regulieren. Es dient gleichermaßen der Erhaltung der Gesundheit sowie der Heilung von Krankheiten.

Ist ein Mensch krank, sind nach der TCM das Yang, sein Potential für Kreativität, Aktivität und Kraft einerseits, und das Yin, seine Fähigkeit zur Entspannung, Muße und Ruhe andererseits aus dem Gleichgewicht geraten. In unserer „yangigen“ Zeit, die geprägt ist von Leistungsdruck, Informationsfülle und ständiger Erreichbarkeit, haben viele Menschen verlernt abzuschalten, in die Ruhe zu gehen, die eigenen Reserven wieder aufzufüllen.

Verspannung, Schmerz, Unruhe, Schlafstörungen und Burnout sind bekannte und verbreitete Folgen.

Die Heilkraft von Qi Gong

Die Naturphilosophie des Daoismus beschreibt den Menschen als Wesen bzw. als Säule zwischen Erde (Yin) und Himmel (Yang). „Der Mensch folgt der Erde, die Erde folgt dem Himmel, der Himmel folgt dem Dao, aus dem Dao geht alle Natur hervor.“ (Laozi, Dao De Jing).

Qi Gong stellt die Balance zwischen Yin und Yang her. Durch einfache, langsam ausgeführte Bewegungen mit poetischen Bezeichnungen wie „Der unsterbliche Kranich steht auf und tanzt“ wird das Qi zum Fließen gebracht.

Je freier das Qi fließt, umso mehr werden festgefahrene körperliche, emotionale oder mentale Strukturen gelöst. Selbstmassagen und stille Übungen unterstützen diesen Prozess, immer in Verbindung mit achtsamem Atem und annehmendem Geist.

Entschleunigende Heilkunst

Praktiziert man mit Freude und Hingabe, werden körperliche Geschmeidigkeit und Flexibilität, geistige Erholung und Vitalität sowie innerer Frieden und Schönheit erreicht. Man schöpft Kraft und wird fit für das Leben.

Dabei kommt es nicht darauf an, besonders leistungsfähig zu sein, sich auszupowern oder Rekorde aufzustellen. Immer mehr junge Menschen trainieren Qi Gong, weil sie entschleunigen und etwas Gutes für sich tun wollen, weil sie in Kontakt mit sich und ihrem Körper kommen wollen.

Qi Gong ist  auch geeignet für Menschen, die sich nur eingeschränkt bewegen können, da es auch im Sitzen, im Liegen oder sogar auch nur in der Vorstellung geübt werden kann. Man braucht keine Hilfsmittel und nur wenig Platz; man kann es drinnen oder draußen, allein oder in der Gruppe praktizieren. Letzteres verstärkt die wohltuende Wirkung.

Jedoch nicht alle können sich mit Qi Gong anfreunden. Menschen mit großem Bewegungsdrang langweilen sich schon mal ob der Langsamkeit.

Tatsächlich sieht man in China noch vorwiegend ältere Menschen, die frühmorgens in Parkanlagen üben. Wir Nichtasiaten glauben schon mal, dass wir uns lächerlich machen, wenn wir im Park „gegen den Strom das Boot stoßen“. Aber birgt nicht gerade dies ein großes Potential, Gleichmut zu üben?

Das Geheimnis zum Erfolg? Loslassen lernen, die Dinge geschehen lassen, Geduld. Die Früchte sind Beweglichkeit bis ins hohe Alter, sprühende Lebensenergie, heitere Gelassenheit.

Dieser Artikel ist Teil der Themenseite(n):

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*