Anzeige

Schamgefühle sind sehr tabuisiert. Dabei liegen sie ALLEN psychischen Beschwerden  zugrunde. Denn das Selbstwertgefühl ist das psychische Immunsystem. Wenn es verletzt ist, kommt es zu Kränkungen. Wenn es nicht mehr intakt ist, zu psychischen Störungen.  Deshalb liegen allen Störungen in der Tiefe schmerzhafte Selbstwertverletzungen zugrunde.

Das Schwierige ist, dass ein Mensch Scham und Selbstwertverletzungen in der Regel nicht nur vor anderen verbirgt, sondern vor allem vor sich selbst. Für den Betreffenden unerkannt maskieren sich diese Schamgefühle häufig als

  • Perfektionismus, Höchstleistungen, Geltungssucht, Kontrollzwang
  • Essstörungen
  • Selbstentfremdung, Selbstverleugnung, innere Leere
  • zwanghaftes Vergleichen mit anderen, Außenorientierungen
  • eigene Grenzen nicht kennen oder schützen können
  • Beeinflussbarkeit, Idealisierungen oder Verachtungen
  • Klammern in Beziehungen, Abhängigkeiten vom Partner
  • Verstrickung in ungute Lebensskripte oder einengende Rollen, Nettigkeit, Gefälligkeit (häufig bei Frauen)
  • Suchtverhalten stofflicher oder nichtstofflicher Art, Aktivitätssucht, Sexsucht, Geld ausgeben, …
  • Zorn oder Wut (häufig bei Männern), Denksucht, Intellektualisieren
  • Sucht nach (religiöser, spiritueller, …) Rechtschaffenheit
  • sich treiben lassen, Verlust des Richtungssinns im Leben, Versagergefühl

Der Preis dafür ist häufig Erschöpfung und Resignation/Depression, der Verlust an Kreativität, Lebendigkeit, Ausstrahlung. Beziehungen und berufliche Anstrengungen misslingen häufig, bleiben unerfüllt oder kosten viel zu viel Kraft.
Mit dem Auflösen der tiefliegenden Schamprägungen können psychische Belastungen und Störungen ALLER Arten und Sorten in einen Heilungsprozess eintreten, da sie als oberflächliches Erscheinungsbild zusammen mit der Tiefenheilung in einen Veränderungsprozess eintreten.

Schamgefühle waren und sind bisher das Stiefkind in der Psychologie und Psychotherapie. Selbst Freud hat Schamgefühle ziemlich links liegen gelassen. Vielleicht ein Indiz dafür, dass sie einem schmerzlichen Verdrängungsdruck unterliegen, vor dem auch Therapeuten nicht gefeit sind.

Dabei haben Studien längst ergeben, dass Therapien, die sich direkt um die Heilung von Schamgefühlen bemühen, einen schnelleren und besseren Heilungsverlauf ergeben:
»Wenn der Therapeut die Schamgefühle des Patienten übersieht, werden dessen Störungen verlängert oder verschlimmert. In den Fällen, in denen der Therapeut die Scham erkannte und dem Patienten helfen konnte, mit ihr umzugehen, war die Behandlungsdauer kürzer.« Helen Block Lewis (1974): Shame and Guilt in Neurosis

Schamgefühle können regelrecht krank machen. Die in der Tiefe der Seele verinnerlichte Scham führt zu einer Verzerrung des Denkens und zu Störungen des Selbstbildes:

  • „Mit mir stimmt irgend etwas nicht.“
  • „Ich brauche etwas von außen, um wieder gesund werden zu können.“ 
  • „Das Glück liegt außen.“
  • „Ein Wert wird von außen gemessen, niemals von innen.“

Ein schamgeprägter Mensch hört auf, seinen Augen, seinem Urteil, seinen Gefühlen zu trauen und gibt damit elementare menschliche Fähigkeiten und Schutzmechanismen auf. Er braucht all seine Kraft, um mit dem Schmerz der Wertlosigkeitsgefühle und des Makels fertig zu werden. Man hat bei Blutuntersuchungen von Betroffenen eine bis zu 200fache Konzentration körpereigener Schmerzstiller (Endorphine/Opiate) gefunden, ein Hinweis auf den enormen Kräfteverschleiß, den Schamprägungen für den Betroffenen bedeuten.

Liebesbeziehungen haben selten einen heilenden Einfluss, da in der Regel der Betroffene nämlich zutiefst überzeugt ist, nicht liebenswert zu sein. So ist aus der Behandlung von Borderline-Betroffenen bekannt, dass die Betroffenen unbewusst andere dazu bringen, sie nicht zu mögen, zu lieben oder zu respektieren. Das negative Selbstbild und -gefühl, sich selbst nicht zu mögen, zu lieben oder zu respektieren, erlaubt dies nicht. Menschen, die ihnen mit aufrichtiger Zuneigung begegnen, werden genauso verachtet, wie Schambetroffene unbewusst ihren eigenen Kern verachten.

Der Zugang zu dem Empfinden von Liebenswürdigkeit ist versperrt. Sexualität muss menschliche Nähe ersetzen. Verschärfend kommt hinzu, dass der Betroffene oft unter der Herrschaft des falschen Stolzes stehen, der sexuelle Funktionstüchtigkeit, Attraktivität, Ungebundenheit, Erfahrungsvielfalt u.a. in den Vordergrund treten lässt.

Kontrolle ist eine der Hauptstrategien, mit der sich die Scham tarnt. Alle diese Tarnungen sollen das Äußere unter Kontrolle bringen, damit das Innere (der gefühlte Makel) nicht bloßgestellt werden kann. Entweder hat man alles völlig unter Kontrolle (Zwanghaftigkeit) oder man verliert jegliche Kontrolle (Sucht). Stimmungsaufhellungen werden durch Suchtverhalten gesucht. Entweder gehen die Betroffenen in die Geltungssucht (Grandiosität) oder in die Selbstverachtung und Selbstzurückweisung.

Diese tiefliegenden Verletzungen des Wesenskerns können auf verschiedenen Wegen in die Heilung gebracht werden. Es geht dabei darum:

  • chronische Depression und Traurigkeit schrittweise aufzulösen
  • Schambindungen und seelische Betäubung aufzulösen
  • sich Gefühle wieder zu erlauben
  • Gedanken, Wünsche und Gefühle zu identifizieren und auszudrücken 
  • sich um die eigenen Gefühle zu kümmern, sich Zorn und Wut zu erlauben
  • Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse wiederzufinden
  • in sich Rückhalt zu finden und wieder zu sich stehen
  • das Selbstbild zu heilen und das Innenleben wieder aufzubauen
  • aufbauende Gefühle und Selbstbestätigung wieder aus sich selbst zu schöpfen
  • Gefühl für den eigenen Wert und die eigene Würde wieder zu entwickeln
  • die Fähigkeit wiedergewinnen, eine Wahl zu treffen
  • Liebeshunger wahrzunehmen und zu stillen
  • es sich wert zu sein, dass jemand für einen da ist
  • unersättliche kindliche Bedürfnisse zu heilen, um damit Zwangs- und Suchtverhalten aufzulösen
  • Eigen-Verachtung, Kritik und Verurteilung aufzulösen
  • sich selbst und andere Menschen nicht mehr zu Objekten zu machen
  • die eigene Identität wiederzugewinnen
  • sich selbst wieder als vollständige Person erleben zu können
  • zwischenmenschlichen Brücken und Bänder wieder zu herstellen

Abb.: ValetheKid – Flickr

In acht aufeinanderfolgenden Terminen führen wir Körper, Seele und Geist zusammen mit theoretischen Impulsvorträgen, Checklisten, Gesprächsrunden, zeichnerischen Kreativtechniken, Bewegungs- und Körperarbeit, Tiefenentspannung, geführten Meditationen, Energiearbeit und Aufstellungen.

Alle Übungen sind freiwillig, jeder und jede lässt sich soweit ein, wie er oder sie bereit dazu ist.

Termin:
Mi, 18-20 oder Fr, 10-20 Uhr
Beginn ab 17. November 2010

Ort:
Praxis am Humannplatz
Erich-Weinert-Str. 55
U/S-Bhf Schönhaus. Allee + 10 min zu Fuß
oder Tram 12 (ab U-Bhf Eberswalder 4 min, ab U/S-Bhf Friedr.str 15min)
oder Tram M13 bis Stahlheimer Str

Kosten:
8×120 min  120 Euro (erm. 100 Euro)

Info/Anmeldung: Tel.: 030-44 03 65 43 oder praxisinfo@email.de
www.raum-reinigen.de

Über den Autor

Avatar of Susanne Lüderitz

Heilpraktikerin, Autorin. Sie bietet Aufstellungsarbeit, Raumreinigung, energetisches Heilen, Atem-, Entspannungs- und Bewegungsarbeit und Psychotherapie (HPG) an.

Mehr Infos

Kontakt unter Tel.: 030 – 440 36 543

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*