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Zusammen mit ihrem Mann führt die Münchnerin Katharina E. Weyland seit über zehn Jahren das Lanka Princess – ein Hotel mit ayurvedischem Schwerpunkt direkt an der Westküste Sri Lankas. Viele Gäste kommen einfach der Erholung wegen hierher. Ein Großteil nutzt aber die Urlaubszeit, um mit intensiven Ayurveda-Kuren und -Therapien handfeste Gesundheits­probleme anzugehen. Mit SEIN sprach sie über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen, erklärt, wie so ein Hotelkonzept funktioniert, und bezieht auch zu kritischen Stimmen Stellung.

Was hat Sie an diesen Ort geführt? Vorsehung? Zufall?

Mein Mann und ich besuchten 2002 als Touristen Sri Lanka, kamen dabei erstmals mit dem Thema Ayurveda und auch Yoga in Berührung und besuchten unter anderem das Lanka Princess Hotel. Nur sechs Monate später übernahm mein Mann dann das Hotel und wir ließen uns auf dieser wundervollen Tropeninsel nieder. Man kann da schon von Schicksal sprechen.

 

Was für ein Hotel führen Sie genau? 

Das Lanka Princess ist ein Ayurveda-Hotel, das medizinische Behandlungen ausführt, aber auch den Wellness- und Beautybereich abdeckt. Wir konnten hier auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifen, die wir in den letzten Jahren stark ausgebaut haben, wie das Yoga- und Ayurveda-Therapie-Angebot. Unser Hotel zeichnet sich durch ein einmaliges Konzept aus. Unter anderem nehmen wir auch keine Kinder unter 13 Jahren auf, dies allein ist schon ein Garant für Ruhe, was fundamental für den Ayurveda ist. 

Wir benutzten gerne den Begriff „Kurlaub“. Denn circa 40% unserer Gäste machen bei uns einfach nur Urlaub! Dadurch sind wir auch keine Klinik unter Palmen, sondern der Kurgast erlebt eine Mischung aus Kur und erholsamem Wellnessurlaub. Wir bieten natürlich auch ein abendliches Programm, aber eben nur bis 22 Uhr und entsprechend dezent.

 

Gibt es in Sri Lanka eine Ayurveda-Tradition?

Neben Indien ist Sri Lanka das Land des Ayurveda. Vor über 5000 Jahren entstand Ayurveda als Anschauungs- beziehungsweise Erfahrungsmedizin in Indien und fand bereits kurz darauf seinen Weg nach Sri Lanka, wo es um die Erfahrungen der singalesischen Doktoren bereichert wurde. In Sri Lanka entstanden der Überlieferung nach die ersten Krankenhäuser. Für uns perfekt: Da die indische Heillehre traditionell zum täglichen Leben gehört, war es uns möglich, gleich bei der Eröffnung Personal mit Erfahrung im Ayurveda einzustellen. 

 

Welche Ausbildung hat das Personal?

Bei uns sind drei konsultierende Ärzte im Einsatz, die Ayurveda am renommierten Gampaha Wickramarachchi Ayurveda Institute der University of Kelaniya studiert haben, ebenso wie unser leitender Arzt des neugeschaffenen Ayurveda-Sporttherapie-Centers, der aus einer langen Dynastie von Ayurvedaärzten stammt. Wir trainieren zudem unter Leitung der Ärzte alle Therapeuten intern auf unseren Standard, der sich an den sehr hohen Ansprüchen unserer Klientel orientiert.

 

Ab und zu hört man Warnungen vor ayurvedischen Anwendungen für Europäer im Ausland. Die gründliche A­nam­­nese und Vorbereitungszeit würden fehlen, Krankheitskeime, Flug, Jetlag und das ungewohnte Klima die Patienten stark belasten. Wie sehen Sie das? 

Das sind verständliche Sorgen, die aber wirklich auf absoluten Fehlinformationen beruhen. Wer eine authentische Ayurvedakur durchführen lassen möchte, ist bei uns bestens aufgehoben. Natürlich muss man den Flug auf sich nehmen, aber es hat sich noch nie ein Gast darüber oder über Jetlag beschwert. Krankheitskeime mögen vielleicht in sehr schlichten Ayurvedahotels, die es ebenfalls auf Sri Lanka gibt, vorkommen, aber dazu kann ich keine Aussage treffen, da wir mit anderen Standards arbeiten. Die Anamnese ist zudem sehr detailliert und unsere Kunden zumeist sehr überrascht, was der Arzt alles über sie herausfindet.

Wir haben zu 98% deutschsprachige Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, im Laufe der Jahre haben wir hunderte von Panchakarmakuren durchgeführt, auf die wir stets sehr positive Rückmeldungen erhalten. Und gerade auch das Klima in Sri Lanka spielt eine fundamentale Rolle im Erfolg der Kur. Die warme, feuchte Luft der Tropen fördert den gewünschten Effekt, auch bei vielen weiteren Anwendungen. Die von Ihnen erwähnten negativen Punkte könnten möglicherweise aus Marketinggründen von europäischen Anbietern platziert worden sein.

Wie sieht so ein „Kurlaub“ in der Regel bei Ihnen aus?

Bei Anreise wird dem Gast eine beruhigende Hand- und Fußmassage von circa 60-minütiger Dauer angeboten. Die Atmosphäre und das Ambiente des Hauses tragen zum „Ankommen“ bei. Nach der Anreise empfehlen wir dem Gast, möglichst zwei Tage zur Ruhe zu kommen, um sich zu erden.

Die Kur selbst beginnt dann mit der Arztkonsultation, unter anderem wird die ayurvedische Pulsdiagnose durchgeführt. Nach der Konsultation wird die Kur entsprechend der Diagnose individuell erstellt, wobei bei einer 12-tägigen Panchakarmakur circa 60 Behandlungen erfolgen. Ebenso werden Ernährungsempfehlungen gegeben und wenn notwendig auch Kräutermedizin verschrieben, die in der hauseigenen Apotheke zusammengestellt wird. Ergänzend zur Kur bieten wir täglich Yoga, Meditation und Tai Chi an und seit einiger Zeit auch sporttherapeutische Ayurvedabehandlungen. Es finden ungefähr fünf Behandlungen am Tag statt, wobei wir uns bemühen, diese zusammenhängend zu planen, damit der Gast genug Zeit hat, die Behandlungen in Ruhe wirken zu lassen. Während der Kur finden mehrere Zwischenkonsultationen statt, um – wenn nötig – Anpassungen im Behandlungsplan vornehmen zu können. Einer der Ayurveda-Ärzte steht außerdem immer rund um die Uhr zur Verfügung. 

 

Gibt es besonders schöne Erlebnisse?

Wir haben ein sehr vielfältiges Publikum, besonders bleiben natürlich Menschen in Erinnerung, die uns kontaktieren, weil wir für sie die letzte Hoffnung sind. Zum Beispiel ein Gast, der eine nicht heilende offene Wunde am Bein hatte und dem in Deutschland nicht geholfen werden konnte. Bekannte von ihm empfahlen uns und wir haben es geschafft, dass die Lochwunde während seiner Kur verheilt ist. Oder ein aktueller Fall: Eine Ärztin aus Österreich, deren Knie nach einem Sportunfall vor zwei Jahren bewegungsunfähig war. Nach drei Wochen intensiver Behandlungen in unserem ayurvedischen Sporttherapiebereich wurde bereits eine Besserung von 70% erzielt. Unsere größte Befriedigung ist es, in der doch meistens kurzen Zeit ihres Aufenthaltes unsere Gäste/Patienten bereits auf den Weg der Besserung zu führen.


Abbildungen: © E. Weyland – Fotolia.com

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