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Wir leben in bewegten Zeiten. In diesem Artikel möchte ich persönlich und komplett subjektiv zurückblicken auf ein spannendes 2009 und einen kleinen Ausblick darauf wagen, was uns 2010 vielleicht erwarten könnte. Alles, was hier zu lesen ist, spiegelt meine subjektive Lesart der Ereignisse wieder und viele Menschen werden das vergangene Jahr sicher ganz anders erlebt haben und dem neuen ebenso anders entgegensehen. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren andere Meinungen zu lesen zu bekommen!

Trotz aller Subjektivität kommen meine Ansichten natürlich nicht vollständig aus der Kristallkugel, sondern aus dem, was ich jeden Tag bei meinen Recherchen lerne, was ich in meinem Umfeld beobachte und selbst erlebe. Ich möchte auf mögliche Trends hinweisen, die sich mit meinem Wahrnehmungsfilter mehr oder weniger deutlich aus dem aktuellen Geschehen ablesen lassen.

Um es vorwegzunehmen: 2010 wird meiner Ansicht nach für uns alle eine Herausforderung werden. Licht und Dunkel, um es mal etwas pathetisch zu sagen, werden in diesem Jahr wahrscheinlich nah beieinander liegen. Aber wie immer im Leben gilt es, solche Zeiten als Chance zu begreifen, als Möglichkeit zu wachsen und zu mehr Wahrheit, Authentizität und Ganzheit zu gelangen. Ich möchte weder Angst noch Mutlosigkeit verbreiten, sondern hoffe, dazu beizutragen, dass wir den Dingen gelassen entgegenblicken können.

 

Rückblick 2009

Die eigene Wahrheit

Ich habe 2009 als eine Zeit erlebt, die uns immer wieder dazu gezwungen hat, nach unserer eigenen Wahrheit zu suchen. „Was glaube ich wirklich?“, „Was ist wahr?“, „Was will ich wirklich?“ waren Fragen, die immer wieder auftauchten, sowohl im Leben als auch in dem, was ich immer wieder las.

Es scheint mir, als hätte dieses Jahr gründlich an unseren Glaubenssystemen gerüttelt. Nichts ist mehr wirklich sicher, keine Quelle mehr glaubwürdig, kein Wissen endgültig, der alte Trott plötzlich fremd. Manche Menschen stellten sich vielleicht überhaupt zum ersten Mal die Frage „Was ist Realität?“ Je eher man bereit ist, Überzeugungen auch wieder loszulassen, je beharrlicher man nach innen lauscht, desto einfacher ist so ein Prozess sicherlich. Die Angst vor dem Nicht-Wissen, davor unsicheren Boden zu betreteten, oder sich ins Vertrauen fallenzulassen, ist für manche sicher nicht einfach.

Schweinegrippe – ein erfolgloser Betrug?

Dieser Prozess läuft meiner Ansicht nach außen und innen gleichermaßen ab. Im Äußeren mag 2009 die Schweinegrippe als Symbol dafür dienen: eine vermeintlich tödliche Seuche, eine Todes-Pandemie, die uns mit aller den Medien zur Verfügung stehenden Macht ins Bewusstsein gehämmert wurde. Hunderttausende Tote sollte sie fordern, ganze Gesellschaften erschüttern. Wer hatte hier nicht wenigstens kurz ein mulmiges Gefühl? Wem durfte man noch glauben? Die Informationen widersprachen sich diametral – und die Verschwörungstheorien um einen Massenmord per Impfstoff machten alles noch schlimmer und undurchsichtiger als es ohnehin schon war. Jetzt wissen wir: Die Schweinegrippe war ziemlich sicher ein Betrug, inszeniert von Pharma-Lobby und Politik. Vielleicht wegen des Geldes, vielleicht als Ablenkungsmanöver – das wissen wir immer noch nicht. Aber viele Menschen haben hier zu ihrer eigenen Wahrheit finden müssen und erlebt, wie sehr die Medien uns manipulieren – und zwar die alternativen ebenso wie die etablierten!

Weckruf Finanzkrise

Ähnliches zeigte die Finanzkrise. Seit beginn des Jahres verschlimmerte sich die Situation weltweit immer mehr – während uns die etablierten Medien immer wieder einen „Aufschwung“ vorgaukelten (erst ganz zuletzt redete sogar die ARD mal Klartext) und die alternativen Medien monatlich den Totalzusammenbruch prognostizierten. Klar wurde: Eigentlich niemand hat wirklich Ahnung, verlässliche Voraussagen scheinen nicht möglich.

Fast alle Rückblicke, die ich zu diesem Thema gelesen habe, decken sich mit meiner eigenen Erfahrung: einem grenzenlosen Erstaunen darüber, wie es gelungen ist, ein bankrottes System am Leben zu erhalten, die Erkenntnis, dass man die Macht, die Möglichkeiten und die Skrupellosigkeit der Finanzelite weit unterschätzt hat. 2009 war Zombie-Zeit, in der längst tote vollgestopft mit Steuergeldern noch eine letzte Schaurunde laufen durften. Mit allen Tricks wurde manipuliert, die widersinnigsten Rettungs-Aktionen gestartet und die Wahrheit fast vollständig aus der öffentlichen Debatte ferngehalten.

Auch die Finanzkrise kann als Symbol verstanden werden für unsere Art zu denken und zu leben. Stellt man das Geldsystem in Frage, so ist man am Betriebssystem unseres Zusammenlebens angelangt. Versteht man, wie Geld, wie diese unsichtbare Macht uns als Menschen beeinflusst, wie tief es in unsere Psyche und Beziehungen eingreift, so bekommt man eine Ahnung, wie sehr unhinterfragte Annahmen und Glaubenssysteme uns beeinflussen, wie sehr wir uns in einer Illusion verfangen haben und wie wenig wir die Konsequenzen unserer Art zu leben wirklich zu Ende denken.

Für mich ist die Finanzkrise ein Weckruf im Äußeren, der uns zwingt, uns selbst zu hinterfragen: Was ist Wahrheit? Was ist richtig? Wie möchten wir leben? Wohin laufen wir eigentlich? Ist die Art, wie ich lebe mit dem im Einklang, was ich glaube? Welchen Anteil habe ich selbst an all dem? Was sind wir als Menschen wirklich? Wo möchten wir als Menschheit hin?

Paradigmenwechsel am Horizont

Paradigmenwechsel

Bild: Ornament von Claudio Rocchini, Lizenz: cc-by-sa

2009 könnte vielleicht der Beginn vom Ende vieler kollektiver Illusionen gewesen sein. Egal ob es Wirtschaft, Medizin, Recht, Politik, Bildung oder religiöse Mythen sind: Kann es sein, dass wir immer näher an den Punkt kommen, an dem wir bereit sind, unser gesamtes vermeintlich gesichertes Wissen in Frage zu stellen? Für mich stellt es sich so dar.

In Bezug auf den Menschen glaube ich, drei Paradigmenwechsel am Horizont ausmachen zu können. Erstens legen alle neuen Forschungsergebnisse nahe, dass der Mensch keineswegs eine skrupellose Konkurrenz-Maschine ist, sondern Mitgefühl einer unserer stärksten Instinkte ist – wenn wir ihn nicht mutwillig verkümmern. Dies wird langfristig zu einem neuen Menschenbild und einer ganz neuen Sicht auf Evolution führen – einer Evolution zu immer mehr Kooperation und Mitgefühl.

Der zweite Bereich in sich dieses Jahr zumindest theoretisch viel getan hat, ist unser Verhältnis zu Tieren. Sämtliche Kriterien, nach denen Menschen und Tiere unterschieden werden, wurden als nicht haltbar bewiesen. Tiere können rechnen, die Zukunft planen, besitzen Selbst-Bewusstsein, haben eine individuelle Persönlichkeit, benutzen Werkzeuge, sind kulturell, besitzen differenzierte Emotionen, benutzen einfache Sprachen mit grammatikalischen Regeln … und so fort. Wir werden langfristig nicht umhin kommen, Tierrechte völlig neu zu denken und viele Tiere als Individuen, als „nicht-menschliche Personen“ zu begreifen, die ein Recht auf Leben und körperliche und seelische Unversehrtheit haben. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg.

Der dritte Bereich ist eine langsame Abkehr vom materialistischen Menschenbild. Immer mehr Neurobiologen und Genetiker vertreten die Meinung, dass wir unser Gehirn und unsere Gene ebenso sehr beeinflussen, wie dies umgekehrt der Fall ist. Unsere Biologie und unser Geist stehen in Wechselwirkung (oder sind zwei Aspekte ein und derselben Sache), durch Veränderungen am Gehirn kann der Geist verändert werden, aber ebenso können wir durch die Arbeit mit unserem Bewusstsein unsere Biologie nachweislich formen. Auch im Bereich der Medizin kommt die Forschung nicht mehr umhin, die Macht des Geistes anzuerkennen – auch wenn der sogenannte Placebo-Effekt hier bisher eher als ein unliebsames Phänomen angesehen wird.

Im Bereich der Technologien schien 2009 ebenfalls vieles möglich – leider gab es keinen wirklichen Durchbruch. Immer mehr Menschen scheinen sich jedoch zu wünschen, in Bezug auf Energie und Nahrung autarker zu sein, hier hat sich bisher aber hauptsächlich in den Köpfen etwas getan.

Politik: Machtwechsel und Vertrauensverlust

In der globalen Politik ließ sich eine langsame Umwälzung der Machtverhältnisse ausmachen. Afrika, aber besonders Asien und Südamerika traten mit einem neuen Selbstvertrauen auf. In Südamerika ist vielleicht eine positive Entwicklung im Gange, von der auch wir eines Tages noch profitieren werden. Die Geschehnisse in Bolivien haben zumindest Hoffnung gemacht. Noch sind diese Pflänzchen jedoch sehr klein und es bleibt zu befürchten, dass sie einfach niedergebrannt werden. Manche Gedanken haben sich hier jedoch vielleicht erstmals manifestiert und werden nicht mehr so schnell verschwinden.

Dass wir in einer Lüge leben, wurde durch die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama mehr als deutlich – ein Politiker, der vielleicht gerade dabei ist, den dritten Weltkrieg auszulösen und für 2010 das größte Militärbudget in der jüngeren Geschichte angewiesen hat. Es wurde offensichtlich, dass die USA um jeden Preis den gesamten arabischen Raum unter ihre Kontrolle bringen wollen und dabei weder vor Lügen noch vor grausamen Verbrechen zurückschrecken und dass alles daran gesetzt werden wird, dieses Verhalten vor der Weltöffentlichkeit zu legitimieren.

Für viele Menschen in meinem Umfeld war 2009 das Jahr, in dem der Glaube in die Politik vollends verloren ging. Egal ob Finanzkrise, Schweinegrippe, Frieden oder Klimawandel – überall versagte die Politik katastrophal. 2009 sagte uns: Wenn wir einen Wandel wollen, wird es mit wählen allein nicht getan sein, denn Demokratie scheint bloß noch eine ferne Idee zu sein. Es wird Zeit, selbst aus der Bequemlichkeit und den Schuldzuweisungen ins Handeln zu kommen.

Inneres: Das Unbewusste meldet sich

Für alle, die sich auf einem inneren Weg befinden, war diese Zeit sicher nicht einfach, aber dafür um so heilsamer. Mir persönlich schien es, als käme vieles nun geballt aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche, als würden unliebsame Muster in Beziehungen plötzlich so offensichtlich, dass sie nicht mehr zu ignorieren waren und endlich geheilt werden durften. Als würden alle Widersprüche in dem, was ich glaubte so unerträglich, dass sie förmlich nach Auflösung verlangten. Das bedeutete manchmal, tiefe Schmerzen zuzulassen, die erfolgreich verdrängt waren – aber auch Wachstum in einem atemberaubenden Tempo und dankbares Erstaunen um die Leichtigkeit, mit der Heilung geschehen konnte.

 

Ausblick 2010

Was könnte uns nun in diesem Jahr erwarten? Ich glaube, dass wir im Wesentlichen eine Fortsetzung der Trends aus 2009 erleben werden.

Wirtschaft

In vielen Prognosen, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, gehen die Autoren davon aus, dass wir 2010 einst als das Jahr in Erinnerung behalten werden „in dem alles zusammengebrochen ist“ – selbst wenn es vielleicht nicht in allen Regionen auf Anhieb danach aussehen wird.

Und noch in einem anderen Punkt sind sich viele Prognosen einig: Zeitrahmen sind kaum mehr abzuschätzen. Viele Prognosen für 2009 hatten zwar die Trends richtig voraussagt, lagen mit den Zeitpunkten aber völlig daneben, weil unterschätzt wurde, wie sehr die Märkte manipuliert werden können. Daher traut sich kaum jemand mehr, einen Zeitpunkt oder auch nur Zeiträume zu nennen.

Wem kann man überhaupt noch glauben? Dazu muss man etwas in die Vergangenheit schauen – wer lag bisher immer richtig? Ganz sicher nicht FED-Chef Ben Bernanke, der bisher mit jeder seiner Prognosen katastrophal daneben lag. (Das ist der Typ, der kurz vor dem Zusammenbruch von Bear Stearns sagte „Es könne Bankrotte einiger kleiner Banken geben“, der unmittelbar vor dem Zusammenbruch von Freddie Mac und Fannie Mae sagte diese seien „ausreichend liquide“ und „außerhalb jeder Gefahr“, der kurz vor dem Platzen der Immobilienblase noch verkündete die Preise für Häuser würden „weiterhin steigen“, der kurz vor dem Platzen der Blase ebenfalls sagte, Finanzderivate stellten keine Gefahr dar, da sie von „sehr weisen Finanzinstituten“ gehandelt würden, der behauptete, die Arbeitslosenquote würde niemals in die Nähe von 10 % kommen – wo sie nunmehr real bei 17% liegt, usw. usw.)

Es gibt jedoch auch Leute (z.B. Celente, Faber, Otte, Roubini), die viele der bisherigen Krisen hinreichend korrekt vorausgesagt haben (nur das Timing war oft falsch) und diese und viele andere sagen nun alle in der ein oder anderen Form das Gleiche:

– Immer mehr Bankrotte, Entlassungen und Arbeitslose
– Steuern hoch, Sozialleistungen runter
– Blase der Staatsanleihen
– Bankenpleiten
– Dollar-Abwertung
– Staatsbankrotte (z.B. Japan, Osteuropa, vielleicht UK und USA)
– evtl. langsamer Zerfall der EU
– soziale Unruhen

Dazwischen gibt es Uneinigkeiten: steigt der Dollar zuerst und crasht dann, oder geht es kontinuierlich bergab. Gibt es vorher noch einen kleinen „Pseudo-Aufschwung? Geht zuerst Japan pleite, oder Europa oder die USA? Gelingt es der Finanzelite, die Wirtschaft noch ein Jahr lang künstlich am Leben zu erhalten? Wird es Versorgungsengpässe geben? Diesen Feinheiten zum Trotz – im Groben ist man sich einig. Selbst die etablierte Presse sieht zwar Anfang 2010 Wachstum und Erholung, weißt aber auch auf die Gefahren der Situation und die Möglichkeit von weiteren Finanz-Blasen und Staatsbankrotten hin.

Ich persönlich glaube ebenfalls an ein künstliches Wirtschaftswachstum auf Staatskosten zu Beginn des Jahres, der in eine schleichende internationale Eskalation mündet. Nach den großen Firmen-Giganten werden Zulieferer-Industrien und Gewerbe-Immobilen abstürzen, dann immer mehr Banken und Bundesstaaten (bzw. -länder), dann ganze Nationen. An ernsthafte Versorgungsengpässe und kriegsähnliche Zustände glaube ich nicht – aber ein paar Pakete Spaghetti mehr im Schrank können sicher auch nicht Schaden.

Krieg?

Krieg

Bild: On guard von Thomas Berg Lizenz: cc-by

Über Krieg berichten wir auf Sein.de wenig, in einen Ausblick gehört er aber wohl leider hinein. Ich persönlich sehe die USA wild entschlossen einen größeren Krieg im arabischen Raum zu initiieren und sie scheinen derzeit nahe am Ziel. Irak, Afghanistan, Yemen, Pakistan und Saudi-Arabien sind schon direkt im Krieg, der Iran wird immer instabiler. Ein Krieg mit dem Iran wird sich langfristig kaum vermeiden lassen, wenn die USA so weiter machen – der Iran ist komplett vom US-Krieg umzingelt. Diese Konflikte greifen wegen ihrer Natur auf die gesamte islamische Welt inklusive Iran und Gaza über. Dadurch versinkt die Region immer mehr im Chaos und die USA instrumentalisieren geschickt alte geschichtliche und inner-religiöse Konflikte, um sie vollends zu destabilisieren.

Nicht wenige Kommentatoren meinen, dass hier der dritte Weltkrieg bereits begonnen hat. Tatsächlich sind die meisten europäischen Länder bereits mit Waffen und Soldaten in diesen Krieg involviert. Spätestens, wenn Israel, Russland und/oder China eingreifen, müssten wir tatsächlich von einem Weltkrieg sprechen. Unsere Medien sagen uns jedoch fast nichts darüber.

Der Charakter dieses Krieges ist nämlich ein anderer als sonst: Hier kämpfen nicht Staaten gegen Staaten, sondern die USA im Einvernehmen mit zweifelhaften Regierungen (bzw. Regimes) gegen die Bevölkerung dieser Länder. Hier werden nicht mehr nationale Interessen durchgesetzt, sondern solche, welche von den Eliten international geteilt werden. Das ist in dieser offensichtlichen Form eine historisch neue Situation. Auch wenn der Krieg diesmal nicht vor unserer Haustür stattfindet und Europa sicher keinen internen Krieg mehr zu fürchten braucht – dieser Konflikt geht uns alle an. Hoffen wir auf einen glimpflichen Ausgang.

Soziales

2010 könnte das „Jahr der kleinen Schritte werden“. Die sich immer weiter ausbreitende Unzufriedenheit muss sich ja nicht nur in sozialen Unruhen der negativen Art entladen. Sie kann auch zu konstruktiven Kooperationen, Initiativen und persönlichen Schritten führen. 2009 schien mir ein Jahr zu sein, in dem zu viel Unklarheit und Meinungsverschiedenheit herrschte, um wirklich Konstruktives entstehen zu lassen. Jeder meinte, die beste Idee zu haben und wollte irgendwie Mittelpunkt des Wandels sein, letztendlich konnte keine Idee wirklich zünden. Meine Hoffnung ist, dass sich für eine gewisse Anzahl Menschen nun einiges geklärt hat und sich immer mehr eine Aufbruchsstimmung ausbreitet. Die Chance dazu besteht, könnte jedoch durch äußere Umstände auch ungenutzt verstreichen – wir werden es sehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass 2010 langsam eine chaotische Selbstorganisation von der Basis her beginnt, die dadurch ausgelöst wird, dass Menschen einfach beginnen zu handeln. Aus diesem Chaos einzelner Schritte könnte langsam und organisch ein sich selbst organisierendes System entstehen – von unten und wahrscheinlich ohne viel strategische Planung von „oben“, denn alle Versuche einer solchen Planung sehe ich zumindest bisher als wenig erfolgreich an.

Zugleich gehe ich aber auch von einer immer weiteren Spaltung der Gesellschaft aus, die sicherlich viele zu instrumentalisieren versuchen werden. Ich hoffe, dass in dieser Situation radikale Gruppierungen beider Seiten, aber besonders der Rechten, nicht allzu viel Raum gewinnen und die konstruktive Wut nicht gewaltsam verschwendet wird.

Geistiges

Wer 2009 noch nicht in desillusioniert wurde, wird in 2010 sicher noch reichlich Gelegenheit dazu bekommen. Ich rechne mit vielen weiteren Enthüllungen und Erkenntnissen, diesmal auch in der großen Presse. Geheime Weltregierung, Totalzusammenbruch, Hintergründe der Finanzkrise, Illusion der Demokratie, wissenschaftliche Umbrüche – all das kann man mittlerweile auch in etablierten Blättern lesen, diese Entwicklung wird weiterlaufen.

Gleichzeitig können wir uns auch auf immer wildere Verschwörungstheorien gefasst machen. Die Erkenntnis, dass wir in einer Illusion leben, muss nicht zwangsläufig zur Wahrheit führen, sondern kann auch die Flucht in die nächste Illusion bedeuten. So kann die Angst nach außen projiziert und der Fokus von der Arbeit an sich selbst abgelenkt werden. Eine Tendenz, die ich auch an mir selbst feststellen kann – einfache Erklärungen sind ungeheuer anziehend.

In der Ökonomie, der Medizin und der Neurobiologie scheint mir am meisten Hoffnung auf Paradigmenwechsel zu bestehen und ich bin sehr gespannt, was uns hier erwartet!

Inneres

Ich denke, 2010 wird von uns Meisterschaft in Bezug auf den Umgang mit negativen Gedanken und Emotionen verlangen. Gleichzeitig wird die Auflösung der globalen Illusionen und das Verarbeiten von individuellen und kollektiven Traumata weitergehen. Wer zum reinen Bewusstsein der Seele (Gewahrsein, I AM) jenseits von Gedanken und Emotionen erwacht ist, kann dieses Jahr sicherlich einige fundamentale Durchbrüche erleben, wenn er/sie sich diesem ganz hingibt. Für viele, die derzeit vom „Mind“ aus agieren, dürfte es eine Zeit des Erwachens werden. Es gilt immer mehr, vor allem sich selbst zu heilen, allein dies kann eine Grundlage schaffen für eine gesunde Gesellschaft – vielleicht schon in naher Zukunft.

Dabei sollten wir im Auge behalten, dass Spiritualität vor allem die Auseinandersetzung mit sich selbst bedeutet und wenig mit Äußerlichkeiten zu tun hat. Immer mehr „normale“ Menschen setzen sich derzeit intensiv mit ihrem Inneren auseinander, suchen nach einem Punkt des Friedens. Ob sie dabei Räucherstäbchen brennen haben, oder jemals ein esoterisches Buch gelesen haben, ist für den Prozess an diesem Punkt nicht entscheidend. Wir alle dürfen im nächsten Jahr unsere Innere Erfahrung selbstbewusst nach Außen kommunizieren, Spiritualität braucht sich nicht mehr zu verstecken. Besonders unsere Beziehungen sollten wir als Ort der Heilung und Transformation begreifen, wer sich in diesen Zeiten reibungslose Bequemlichkeit erhofft, könne vielleicht enttäuscht werden.

2010 wird meines Erachtens eine Schocktherapie, eine Zeit des Erwachens auf die harte Tour. Mögen wir alle uns gegenseitig Frieden und Halt geben.

 

Soweit meine ganz persönliche Wahrnehmung. Wie habt ihr 2009 erlebt, was erwartet ihr von 2010? Welche Punkte seht ihr ähnlich, welche nicht? Ich freue mich über Kommentare!

2 Responses

  1. Robert

    Super Artikel!

    Ich teile sehr viele Deiner Ansichten und finde, dass wir in einer extrem spannenden Zeit leben.

    Super Seite – mach bitte weiter so!!!

    Liebe Grüße und viel Energie

    Robert

    Antworten
  2. Helga

    Lieber Herr Rotter
    ihrem Artikel kann man eigentlich gar nichts hinzufuegen.
    Ich hoffe Sie behalten recht ,das sie eine spirtuelle Öffnung sehen.Es waere wuenschendwert und meiner Meinung nach ,die kosmische Aufgabenstellung.
    Jedoch sehe ich die rechte Gefahr groesser .Der Fremdenhass wurde „Dank“ Sarrazin hoffaehig und ist erschreckend zu lesen ,das soviele die Lösung darin sehen .

    Lieben Gruss und ein erkenntnisreiches 2010 wuencht Ihnen
    Helga

    Antworten

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