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Dr. Joseph Dispenza ist promovierter Biochemiker und Chiropraktiker und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Im Sinne der Quantenphysik stellt er die uralte Frage nach Ursache und Wirkung neu: Wer beherrscht wen, die Realität das Denken oder das Denken die Realität? Der folgende Text basiert auf seinem Vortrag beim dritten Bleepkongress in Berlin 2009.

 

Die Gegenwart, sagt Dispenza, wird aus der eigenen Persönlichkeit heraus erschaffen – wir sind die Schöpfer unserer Lebensrealität. Eine erwünschte andere Realität wird also nur durch eine Veränderung der Persönlichkeit möglich. Die Persönlichkeit setzt sich aus dem zusammen, was und wie wir denken, uns verhalten und fühlen. Gedanken erzeugen Verhalten, Verhalten besteht umgekehrt aus einer Reihe von Gedanken. Wenn wir uns auf eine bestimmte Weise verhalten, agieren und reagieren, produzieren wir die entsprechenden Erfahrungen. Die Endprodukte unserer Erfahrung sind Gefühle und Emotionen. Eine neue Persönlichkeit, folgert Dispenza aus diesen Fakten, entsteht im Verändern von Denken, Handeln und Fühlen.

Doch der Veränderung geben wir oft wenig Raum. Morgens beispielsweise spulen wir meist die gleichen Handlungen ab: Zähneputzen, Duschen, Kaffeetrinken…. Im Gehirn ändert sich als Resultat dieser Aktivitäten nichts. Das Umfeld aktiviert Schaltkreise im Gehirn, und wenn es ständig die gleichen Schaltkreise aktiviert, geschieht immer das Gleiche. Der Bewusstseinsstrom ist mit dem verbunden, was bekannt ist, was man denkt und fühlt. Immer die gleichen Gedanken ergeben immer die gleichen Erfahrungen – es finden keine Veränderungen im Quantenfeld* statt. Dem Quantenmodell zufolge ist die Außenwelt eine „Verlängerung“ des Geistes. Jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Alter, Gesundheit oder Geschlecht, ist mit dem Gesamtfeld verbunden. Gedanken sind dabei elektrische, Gefühle magnetische Ladungen im Quantenfeld. Zwischen diesen gibt es Wechselwirkungen. Steht man beispielsweise morgens mit einem neuen Gefühl der Freude auf, entsteht ein neues elektromagnetisches Feld.

 

Alles ist schon da

Im Quantenfeld existieren die positiven Erfahrungen bereits als Potential. Wie aber tritt man in Kontakt mit diesem Potential für neue Erfahrungen? Die meisten Menschen ändern nichts an ihrer Realität, weil sie nicht an die tatsächliche Möglichkeit glauben, durch Gedanken etwas zu verändern. Dispenza erklärt, warum das sehr wohl möglich und bereits bewiesen ist: Wenn wir denken, entsteht ein chemischer Prozess. Jede einzelne Information, die die fünf Sinne einsammeln, wird auf fünf Pfaden ins Gehirn zurückgesandt. Es entsteht ein sogenannter Neuronendschungel. Die Neuronen organisieren sich, um das Ereignis widerzuspiegeln, und setzen dabei Chemikalien frei: Diese Chemikalien sind die Gefühle. In dem Augenblick, in dem wir Gefühle und Emotionen haben, entstehen chemische Vorgänge, die den Körper lehren, das Ereignis emotional zu erfassen, sodass wir uns an diese Erfahrungen auch später noch erinnern können. Egal ob angenehme, freudige oder traurige Gedanken: Das neuronale Netz feuert, und Nervenzellen, die zusammen feuern, schalten sich dabei zusammen. Und je öfter ich etwas denke, desto stärker wird der neuronale Zusammenschluss und damit das entsprechende Gefühl.

Denke ich, ‚Ich bin wertlos‘, erschaffe ich ein negatives Gefühl: Ich fühle mich wertlos. Damit kommen noch mehr Gedanken, dass ich wertlos bin. Ab dem Moment, in dem man sich fühlt, wie man denkt, entsteht ein Kreislauf, der einen fixen Zustand erschafft. Immer wenn wir sagen: ‚Ich bin’, sind Geist und Körper in Einklang mit einem Konzept, einer Idee, die zu einer Realität wird. Das kann jahrzehntelang so gehen: Denken – Fühlen – Denken – Fühlen. Der Körper erinnert sich immer wieder daran und produziert die entsprechenden Chemikalien. Macht eine Person eine starke emotionale Erfahrung, wird sie von ihr geprägt. Erinnert sie sich, werden im Körper dieselbe chemischen Stoffe produziert, als ob die Erfahrung in diesem Augenblick geschehen würde – und entsprechend fühlt die Person das auch. Die Person weiß aber nicht, dass sie jedes Mal, wenn sie sich erinnert, dieselbe „Chemie“ produziert. Sie erkennt nicht, ob das Gefühl durch die Umwelt oder durch ihren Körper erzeugt wird. Wenn ein Mensch 20 Jahre lang so in demselben negativen Kreislauf fühlt und denkt, werden die Gefühle zur Persönlichkeit. Es entstehen Überzeugungen und Glaubenssätze.

Gefangen im Programm

Dann, plötzlich, nach 20 Jahren, hat die Person genug vom Leiden: Es reicht. Die ersten zwei Stunden geht alles gut, aber dann zeigt sich, dass der Körper zum Geist, der Diener zum Herrn geworden ist. Da die Person nicht mehr leidet, hören die betreffenden Rezeptoren auf zu arbeiten. Wenn der Hypothalamus, der die vegetativen Funktionen steuert, merkt, dass das Leidensniveau sinkt, sendet er ein Signal und fordert mehr chemische Stoffe an, damit mehr Leiden spürbar ist. Der Körper hat die Führung übernommen und wehrt sich, wenn die gewohnten chemischen Prozesse nicht mehr ablaufen. Die Person fällt wieder ins alte Programm zurück.

Erinnert sich ein Mensch so sehr an das Leiden, beruht das auf einer konditionierten inneren Ordnung. Keine Person, Erfahrung oder Sache würde ihn davon abbringen, diese Ordnung zu verlassen. „Hast du dieses Buch gelesen?“ „Nein.“ „Kommst du mit ins Kino?“ „Nein. Ich fühle mich nicht danach.“ In Wirklichkeit heißt das: „Nichts in der äußeren Welt wird mich von der inneren Welt wegbringen“. Das Leiden ist internalisiert. Auch die geschwätzige innere Stimme verhindert Veränderung: „Heute passt es nicht, morgen fange ich an“, „du wirst dich sowieso nie ändern“, „du bist wie dein Vater/deine Mutter“. Oder der Lieblingstrick: „Das fühlt sich nicht richtig an“. Der das sagt, ist der Körper, der sich als Boss aufspielt. Man ist abhängig, süchtig nach Leid. Tatsächlich ist das eine biochemische Angelegenheit, der Sucht nach Drogen vergleichbar. Hier funktioniert der Rezeptormechanismus genauso wie bei den chemischen Stoffen, die unsere Emotionen sind. Das Problem sind nicht die Emotionen selbst, sondern die Sucht danach.

Neue neuronale Strukturen schaffen

95 Prozent von uns sitzen in unbewussten Programmen der Körpererinnerung fest – und das bestimmt uns. Dem stehen fünf Prozent Bewusstheit entgegen. Was ist da zu tun? Veränderung entsteht dadurch, dass wir anders fühlen. Dazu muss man den Körper neu konditionieren. Wir haben drei Gehirne in einem, die es ermöglichen, vom Denken ins Fühlen und ins Sein zu kommen. Das erste ist der Neokortex (Hirnrinde), das Denker-Gehirn. Wenn man zum Beispiel ein kluges Buch liest, werden dort die Informationen abgespeichert. Hier entstehen Theorien und Vorstellungen. Die Frage ist: Wie kann man das Gelesene anwenden? Dazu wird das zweite Gehirn aktiviert: das limbische System, das emotionale Gehirn. Wir lehren den Körper, was der Geist verstanden hat. Man hat etwas erkannt und will in einer bestimmten Situation bewusst anders reagieren. Dispenza: „Ich muss zum Beispiel zu meiner Schwiegermutter, die ich nicht ertrage, weil sie seit Jahren ständig jammert. Dann denke ich: Ich habe doch dieses Buch gelesen, was könnte ich daraus anwenden? So zwinge ich die Hirnzellen, etwas Neues zu feuern. Und damit verändere ich den Geist. Ich stehe also vor ihr, höre ihr wirklich zu und erinnere mich an das Buch – neue chemische Stoffe, eine neue Verhaltensweise entstehen: Mitgefühl. Im Moment des Mitgefühls lernt der Körper, was der Geist erfahren und intellektuell verstanden hat. Beide Gehirnteile arbeiten zusammen. Ich muss ihr immer wieder vergeben, es oft tun, damit ich den Körper konditionieren kann. Wenn der Körper dann auf einer reifen Ebene zum Geist wird, gelangt man in den Zustand des Seins.“ In diesem Zustand wird das dritte Gehirn, das Kleinhirn, aktiviert. Im Sein erinnern wir uns der inneren Ordnung, neurologisch und chemisch. Nichts aus unserem Umfeld kann uns abhalten. Das Quantenfeld antwortet auf das Sein.

 

Ich denke meine Realität

Mit Experimenten zeigt Dispenza, dass das Quantenfeld, indem es Signale erhält, Erfahrungen organisiert. Eine Anzahl Personen beispielsweise, die nie Klavier gespielt hatte, wurde in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe bekam als Aufgabe einhändige Fingerübungen und Akkorde und sollte zwei Stunden täglich üben. Davor und danach wurde das Gehirn gescannt. Am Ende zeigte sich, dass neue Schaltkreise entstanden waren: Ein neuer Teil des Gehirns wurde aktiviert. Die Instruktionen produzierten eine neue Erfahrung – und damit neue Neuronen.

Die zweite Gruppe spielte nicht wirklich, sondern übte pro Tag zwei Stunden nur mental. Am Ende hatten die Personen, die das Üben nur imaginiert hatten, genauso viele neue Schaltkreise wie die anderen! Das heißt: Wenn man sich wirklich auf etwas fokussiert, erkennt das Hirn den Unterschied zwischen draußen und drinnen nicht. Bei den Personen, die nur mental übten, war das Gehirn bereits vor der realen Erfahrung des Klavierspielens neu verdrahtet. Es ist wie ein Signal ans Quantenfeld: Wenn das Gehirn sich verdrahtet und der Körper weiß, wie es sich anfühlt, findet die Erfahrung mich. Das Quantenfeld organisiert die Erfahrungen, es ist, als ob das Ereignis tatsächlich in meinem Feld bereits geschehen  wäre.

Auf diese Weise kann man sich bereits mit der Vorstellung, wie sich ein erwünschter Zustand anfühlt, in diese neue Realität begeben und eine Veränderung einleiten. Wenn man sich also morgens vor dem Aufstehen den Tag ausmalt, wie man ihn sich wünscht, und sich hineinfühlt, begibt man sich vom Zustand des Überlebens in den Zustand des Schöpfers. Wenn Gehirn und Geist sich durch Gedanken verändern, ist Erfahrung geschehen – und dann verändert sich das Leben.


*Feld, das die Form von Quanten – Elementarteilchen, auch kleinste Energieeinheiten – annehmen kann. Ein kontinuierliches Medium, das überall im Raum existiert. Materie ist laut Einstein ein Bereich des Raumes, in dem dieses Feld extrem dicht ist. Nach dem Artikel Leere und Form / Quantenfeldtheorien, unter: http://radszun.de.


Abb: © ktsdesign – Fotolia.com
Abb 2: Dr. Joseph Dispenza

2 Responses

  1. Anno

    Ist es möglich in ein Quantenfeld einzutauchen in dem man im Lotto gewonnen hat ?
    Theoretisch halte ich es für möglich, aber ich denke das zu viele auf dieses Feld zugreifen, und es kann ja nicht jeder gewinnen.

    Eine Frage zu dem Klavier Experiment, bei beiden Gruppen wurden neue Schaltkreise und Neuronen gefunden, wurden bei beiden Gruppen die gleichen neuen Verknüpfungen gefunden, oder unterschieden sich diese in einer Art und weise ?

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