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Initiative für praxistaugliche Schulreformen sucht Mitstreiter

Schon seit langem zeichnen sich die schulpolitischen Reformversuche durch Hektik und Realitätsferne aus. Nirgendwo wird rechtzeitig bedacht, wie sich die am grünen Tisch konzipierten Neueinführungen auf den Schulalltag auswirken. Unter diesen Umständen scheitern sogar die mit vielen Hoffnungen verbundenen Reformansätze. Am Ende sieht es dann oftmals so aus, dass Schüler und Lehrer gemeinsam resignieren und sich innerlich von der Schule verabschieden.

Vor dem Hintergrund langjähriger eigener Erfahrungen habe ich anlässlich des Bildungsgipfels vom 22.10.2008 eine Denkschrift mit dem Titel „Ist mir doch egal! Praxisrelevante Fehler deutscher Bildungsförderung“ verfasst. Mit dieser Schrift sollte den Teilnehmern des Bildungsgipfels vor Augen geführt werden, wie verhängnisvoll sich übereilte Beschlüsse auf die Arbeit vor Ort auswirken.

Zu den zentralen Ergebnissen der Untersuchung gehört die Erkenntnis einer weitgehend falsch angelegten ‚Förderstrategie‘. Nicht nur für die so genannten ‚benachteiligten Schüler‘ gilt, dass sich die fast vollständige Vernachlässigung der emotionalen Bedürfnisse äußerst kontraproduktiv auswirkt. Die Fördermaßnahmen können nicht greifen, solange sie an der Lebenswirklichkeit der Schüler vorbei gehen.

 

Demotivation

Aber auch die Lehrer haben unter einer ganzen Reihe von Fehlentwicklungen zu leiden. Dazu zählen neben den schon bekannteren Phänomenen – große Klassen, kleine Räume, wenig Personal – die psychisch demotivierenden Faktoren wie mangelnde Anerkennung und Unterstützung sowie stark eingeschränkte Mitbestimmungsmöglichkeiten.
Trotz der in der Denkschrift ebenfalls enthaltenen Vorschläge zur kostengünstigen Vermeidung von Fehlern blieb es bei einer höflich-distanzierten Reaktion. Deshalb habe ich gemeinsam mit anderen um die Zukunft der Kinder besorgten Menschen die Interessengemeinschaft „Praxistaugliche Schulreformen“ gegründet. Dabei handelt es sich um den Versuch, auf basisdemokratischem Weg alternative Entwürfe zu konzipieren, die nach Fertigstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Neue Mitstreiter/innen sind herzlich wilkommen!


Abb.: © Leah-Anne Thompson – Fotolia.com

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