Anzeige

Eigenverantwortlich arbeiten

Arbeitslosigkeit wird in spirituellen Kreisen oft als Schicksal oder „Karma“ hingenommen, vielleicht noch mit dem Hinweis, dadurch Zeit für spirituelle Praxis und Weiterentwicklung zu haben. Allerdings stellt sich die Frage, ob wir nicht im Gegenteil Verantwortung für das eigene Leben übernehmen und Wege im hier und jetzt beschreiten müssten, um dem Leben Sinn und Erfüllung zu geben.

Spirituelle Erfahrung ist die Erfahrung des Einsseins ebenso wie die Erfahrung unserer selbst als Teil des Ganzen. Arbeit ist Teil dieser spirituellen Erfahrung. Fehlt die Arbeit, fehlt ein Teil des Ganzen und damit auch die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und für ein erfülltes Leben. Spätestens wenn Langzeitarbeitslosigkeit droht, ist der spirituell Praktizierende aufgerufen, Entscheidungen zu treffen und das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Dies kann dazu führen, sich vom weltlichen Leben ganz abzuwenden und sich in guter Tradition einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, zum Beispiel einem Kloster oder Ashram anzuschließen oder innerhalb unserer Arbeitsgesellschaft andere Möglichkeiten zu finden. In beiden Fällen spielt die Arbeit eine wichtige Rolle. Während im Kloster Arbeit für die Gemeinschaft gegen Kost und Logis verrichtet wird, kann sich der Weltzugewandte überlegen, in welcher inneren Haltung er seine Arbeitskraft anbietet, damit seinen Mitmenschen dient und gleichzeitig die eigene Lebensgrundlage sichert.

Selbständigkeit = Selbstverantwortung

Er kann sich selbständig machen, sein Unternehmen gründen und hat damit die Möglichkeit, einerseits seine persönliche Vision zu leben und sich andererseits zum Wohle aller zu verwirklichen, indem er durch den Schritt in die Selbständigkeit die Gesellschaft von der Verantwortung entbindet, für ihn zu sorgen. Vor allem ein hoher Freiheitsgrad und eine große Unabhängigkeit sprechen für die Selbständigkeit. Das heißt: Selbstständige sind frei in der Entscheidung, wie viel, wann und für wen sie arbeiten. Dadurch sind sie in der Lage, die Zeit, die sie zur Meditation, Selbsterfahrung und jede andere Form der Weiterentwicklung brauchen, selbst zu planen.
Da die ersten Schritte in die Selbständigkeit oft mit Hindernissen verbunden sind und jede neue Idee eine Anlaufphase braucht, um sich erfolgreich am Markt durchzusetzen, gibt es vom Arbeitsamt Förderprogramme. Das Arbeitsamt hilft bei der Umsetzung der konkreten Idee, entweder mit einem Überbrückungsgeld, das für sechs Monate in das neue Unternehmen fließt, oder mit einem Existenzgründungszuschuss, der für drei Jahre gezahlt wird. Zusätzlich gibt es Vergünstigungen bei der Kranken- und Rentenversicherung und kostenfreie Existenzgründungsseminare, durch die man die nötigen Kenntnisse für das Vorhaben erwerben kann. Diese Maßnahmen erleichtern den Start-Ups vor allem die erste Zeit, in der die Einnahmen meist noch spärlich fließen. Die Neu-Unternehmer erhalten bis zu drei Jahren einen Freiraum und die Sicherheit, ihrer inneren Bestimmung folgen zu können, ohne von finanziellen Ängsten blockiert zu werden. Und das unvergleichliche Gefühl, für das eigene Leben die Verantwortung durch eine selbständige und damit selbstbestimmte Tätigkeit zu übernehmen.

Glücksorientiert arbeiten

Diese Programme in Anspruch zu nehmen ist völlig legitim – eine Art Abnabelungsphase, in der „Vater“ Staat den Weg in ein neues Leben unterstützt. Der Übergang in die Selbständigkeit kann zudem entspannt durch ein vom Arbeitsamt gefördertes‚ Coaching‘ begleitet werden und sollte schon im Vorfeld des Gründungsgedankens beginnen. Der Coach wird beauftragt, die Idee bzw. das Gründungskonzept in die Praxis umzusetzen. Dazu muss er die Motive, Stärken, Schwächen, Ziele, den Lebensplan und die Berufung seines Klienten finden, um ihn erfolgs- und glücksorientiert beraten zu können. Ein guter Coach orientiert sich dabei an Visionen wie ‚erfülltes Leben‘, ‚innerer Reichtum‘ oder ‚Glückseligkeit‘, also Werten, die dem spirituellen Menschen grundlegend wichtig sind. Derartig ausgefeilte Strategien lohnen sich: Langzeitstudien belegen, dass es nach drei Jahren noch 70 Prozent der Existenzgründer am Markt gibt, die mit Überbrückungsgeld des Arbeitsamtes unterstützt wurden. Die Hälfte davon behauptet, dass es ihnen sogar mehr als gut ginge – eine Zahl, die Mut macht für einen neuen Anfang.

Über den Autor

Avatar of Jan-Pieter van Nes

ist Diplom-Ökonom, Marketingberater in Dienstleistung, Handel, freien Berufen und Zukunftsmoderator. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit Psychologie, Erfolgsgesetzen, Spiritualität und Selbsterfahrungstechniken. Als praktizierender Buddhist und Yoga-Schüler erforscht er das Selbst und die unterschiedlichen Erscheinungsformen der kosmischen Kräfte. Er arbeitet als Coach und gibt seine vielfältigen Kenntnisse und Erfahrungen an Existenzgründer weiter.

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*