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Die Heilung der Welt beginnt in meinem Inneren

Das wohl wichtigste geistige Gesetz, das mich bei meiner spirituellen Entwicklung begleitet, ist das „Spiegelgesetz“. Als wunderbarer Lehrmeister zeigt es mir in jedem Moment, dass mein Außen ein Spiegel dafür ist, wie es in meinem Innen aussieht. Schon als Kind wollte ich eine bessere, schönere Welt erschaffen. Dieser Wunsch hat darin gegipfelt, dass ich belehrend wurde und andere verbiegen wollte. Heute weiß ich, dass erst in mir selbst Heilung geschehen musste und immer noch geschehen darf, bevor sich die Welt um mich herum ändern kann.

 

Der Wunsch nach einer Beziehung

Irgendwann, nachdem ich eine Zeit lang intensiv erfahren durfte, wie es ist, mich selbst zu lieben, stieg in mir der Wunsch danach auf, diese Liebe mit einem Partner im Außen zu teilen. Jeder, der das Gefühl kennt, so voller Liebe zu sein, dass ein Überfließen dieser Energie geschieht, hat wahrscheinlich den Wunsch in sich verspürt, diese Liebe zu teilen. Vielleicht beginnen wir anfangs damit, diese Liebe an unsere Familie, unsere Freunde, an Tiere oder Blumen weiterzuverschenken, doch sehr wahrscheinlich gelangen wir an den Punkt, wo die Sehnsucht nach einem Partner in uns erwacht.

 

Selbstliebe – die Reise geht weiter

Ja, das Gewahrsein der göttlichen Führung und wie perfekt das Universum meine Erfahrungen lenkt, damit ich mein volles Seelenpotenzial leben kann, macht mich oft sprachlos. Man sollte meinen, dass der Traumpartner um die Ecke wartet, wenn wir uns selbst lieben – heute kann ich über diese Vorstellung schmunzeln. Und ja, es kamen Männer in mein Leben und doch sagte eine Stimme in mir, dass ich mich immer noch von einem Mann und seiner Liebe abhängig machen würde, wenn ich jetzt in eine Beziehung ginge, obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief selbst liebte. Es musste da also mehr geben. Doch was?
Ausgelöst durch einen bestimmten Mann, zu dem ich zu dieser Zeit solch eine starke Herzensverbindung spürte, dass ich einerseits die Sehnsucht hatte, diese Verbindung in einer Partnerschaft mit ihm zu erfahren und andererseits die klare Gewissheit in mir spürte, dass ich selbst mit ihm leiden würde, da ich ihn und seine Liebe noch auf irgendeine Art brauchen würde, war es also mein oberstes Ziel, mich zu hundert Prozent so sehr selbst zu lieben, dass ich selbst diesen Menschen nicht mehr brauchen würde. Tief in meinem Innersten wusste ich, dass ich damals in einer Beziehung nicht die reine, bedingungslose Liebe sein könnte, die ich leben wollte, weil ich in mir noch nicht vollständig war. Etwas in mir brauchte diesen Mann und unter diesem Brauchen litt ich. Und das war das, was ich auf keinen Fall weiterhin wollte: In der Liebe zu leiden. Da fragte ich mich: „Was an diesem Menschen brauche/will ich, das ich mir selbst nicht geben kann?

 

Kann ich mir alles selbst geben?

Es ist witzig, irgendwie bin ich ein Listenmensch und mag es, wenn die Dinge Struktur haben, also was lag näher, als eine Liste mit den Eigenschaften dieses Menschen zu machen:

  1. Durchgang: Ich erstellte eine Liste mit all den Eigenschaften, die ich an ihm liebte und bewunderte – die Liste war sehr lange. (An dieser Stelle darf ich anmerken, dass mich früher auch so einige Sachen an diesem Menschen aufgeregt hatten und damals habe ich eine Liste mit all den Eigenschaften erstellt, die mich an ihm aufregten – wir könnte das an dieser Stelle „Schattenarbeit“ nennen.)
  2. Durchgang: Ich strich all diejenigen Eigenschaften von der Liste, die wir gemeinsam haben und die ich bereits selbst lebe – die Liste wurde kürzer.
  3. Durchgang: Ich fragte mich, welche Eigenschaften, die noch auf der Liste übrig blieben, ich selbst nicht lebte – abenteuerliche Sachen kamen dabei heraus.
  4. Ich erkannte, dass er weibliche Aspekte lebte, die ich mich nicht leben traute, weil ich mich irgendwann dafür verurteilt hatte und dass er männliche Aspekte lebte, die ich überhaupt noch nie in mir gespürt hatte

Ja, an dieser Stelle war ein kurzer Kampf in mir, weil ich mir dachte: „Schön, ich beginne gerne damit, diese weiblichen Seiten jetzt wieder zu leben, aber ich bin doch kein Mann! Wie soll ich mich denn selbst dazu bringen, diese männlichen Eigenschaften zu leben?“ Und an dieser Stelle begriff ich, dass ich eine Einheit bin aus männlich und weiblich. Ich erkannte, dass ich keinen Partner im Außen brauche, um männliche Energie in mein Leben zu bringen und dass ich mir tatsächlich alles selber geben kann. Meine Wahrheit ist mittlerweile, dass ich tatsächlich zu 50 % aus weiblicher Energie bestehe und zu 50 % aus männlicher Energie und in mir eine Einheit dieser beiden Pole bin. Meine Wahrheit ist, dass das bei uns allen so ist.

 

Die Begegnung mit der inneren Frau und dem inneren Mann

Innerer Mann Innere FrauVon der Sehnsucht getrieben, die reine bedingungslose Liebe zu sein, die ich bin und mich selbst befähigen zu können, zu lieben, ohne zu leiden, begann in also meine innere Frau zu heilen. Ich stellte mir vor, dass in meiner linken Körperhälfte eine innere Frau wohnen würde und in meiner rechten Körperhälfte ein innerer Mann.

Zunächst spürte ich in meine linke Körperhälfte und in meine innere Frau. Bilder tauchten auf. Ich sah eine sehr starke Frau, die unnahbar war und alles daran setzte, nicht verletzt zu werden. Ich spürte hin, was sie brauchte und merkte, dass sie sich danach sehnte, einfach einmal schwach zu sein. Mehrere Gefühle traten in mir an die Oberfläche. Ich durchlebte so ziemlich jede Rolle von einem schüchternen Mädchen bis hin zu einer Hure und einer reinen Göttin. Jjedem dieser Gefühle gab ich mich bedingungslos hin, bis ich in mir merkte, dass dieser Teil in mir geheilt war. Als ich spürte, dass sehr viel Heilung in mir passieren durfte und es keine Frauenrolle gab, die ich nicht in mir akzeptieren konnte, wechselte ich zu meinem inneren Mann und machte genau dasselbe mit meiner rechten Körperhälfte. Auch hier sah ich mich, wie ich in einer Schlacht Menschen tötete oder wie ich große Angst vor der Liebe hatte, mich in Sex verlor und spielte diverse Männerrollen durch.

Etwas sehr sehr Schönes durfte in diesen Momenten der Heilung passieren, da ich nach und nach sowohl mich als Frau, als auch Männer verstehen lernte. Ich konnte verstehen und mich einfühlen, wie es ist, ein Mann zu sein. Ich konnte verstehen, weswegen sich Frau und Mann verhalten, wie sie sich verhalten und ich konnte ganz tief spüren, dass beide Geschlechter das Bedürfnis haben genährt und gehalten zu werden – dass beide Geschlechter sich nach Liebe sehnen.

 

Die Verschmelzung des weiblichen mit dem männlichen Pol

Mein innerer Mann und meine innere Frau übernahmen an irgendeinem Punkt dieser Erfahrung die Führung und wollten sich einander annähern. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt das starke Bedürfnis in mir, von einem Mann gehalten und genährt zu werden, da ich sehr lange Zeit über andere Männer mit meiner Liebe genährt hatte. Also kam der innere Mann auf die innere Frau zu und nahm sie einfach in den Arm. Wahrscheinlich war das der erste Moment in meinem Leben, wo ich spüren konnte, wie es ist, wenn mich jemand bedingungslos, ganz ohne Erwartung und ohne Energievermischung in den Arm nimmt. Die Heilung, die in diesem Moment in mir passieren konnte, vermag ich nicht in Worten zu beschreiben. Noch sehr viele Male später habe ich mich von meinem inneren Mann in die Arme nehmen lassen und mich mit seiner bedingungslosen, reinen Liebe genährt.

Auch die innere Frau ist auf den inneren Mann zu gegangen und hat ihm genau die Liebe gegeben, nach der er sich gesehnt hatte.
Irgendwann kam der Moment, wo sich die beiden nicht mehr als heilungsbedürftige Wesen gegenüber standen, sondern so sehr in ihrer Kraft waren, dass aus der inneren Frau eine Göttin geworden war und aus dem inneren Mann ein Gott. Sie schauten sich an und erkannte sich gegenseitig als Teil Gottes, als Teil dieser reinen göttlichen Liebesquelle. Ich habe es nicht bewusst herbeigeführt, denn es kam einfach so, dass sie sich anschauten, sich im Spiegel des anderen erkannten, wer sie wirklich waren und sich auf Herzensebene umarmten. Eine Verschmelzung der beiden Pole in mir passierte und ich weiß nicht, ob ich je zuvor so eine Ganzheit und Vollständigkeit in mir spüren durfte. Es war göttlich. Es war magisch. Es war das Natürlichste der Welt, das geschehen konnte und gleichzeitig war es das Mystischste.

 

Die Verschmelzung mit der Quelle

Als sich der Gott und die Göttin in mir zur Einheit miteinander verschmolzen, wurde ich so sehr in mein Herz gebracht, dass ich direkt mit der Quelle verbunden war. Der innere Gott und die innere Göttin waren zu Gott selbst geworden. Ich sah helles Licht und befand mich in dem Gefühl, das ich kenne, wenn ich tief mit der göttlichen Quelle verbunden bin. Mittlerweile kenne ich für mich persönlich keinen schöneren Ort mehr, als diesen und bin – vorausgesetzt ich bin in meinem Herzen und nicht in meinem Kopf – unmittelbar spürbar mit ihr verbunden.

Da waren kein innerer Mann mehr und keine innere Frau, sondern einfach die Quelle, die mit mir über mein Herz verbunden war und ich erkannte, dass das Gefühl der Einheit dieser beiden Pole, Gott selbst ist und dass diese Einheit direkt in meinem Herzen stattfand. Gott ist also über mein Herz ständig mit mir verbunden und ich mit ihm. Die Quelle hat etwas in mich gelegt, damit ich immer den Weg zurück zu ihr finden würde. Mir wurde bewusst, dass es also einen Teil in mir gibt, der. Die Erfahrung, zu realisieren, dass ich ein Teil Gottes bin, ist nicht in Worten zu beschreiben. Diese Erfahrung und die dadurch entstandene Herzensweisheit ist seit diesem Moment in jeder Zelle meines Körpers spürbar. Da ich es erfahren habe, weiß ich, dass jeder Mensch ein Teil Gottes ist und wenn ich in meinem Herzen bin, dann sehe ich nur diesen Kern in den Menschen, da ich weiß, woher sie kommen. Wir kommen alle aus derselben Quelle. Wir sind alle eins. Jeder einzelne von uns ist ein einzigartiger Teil der Quelle selbst. Zusammen ergeben wir die Einheit, die wir immer waren, sind und sein werden. Jeder einzelne von uns ist reines Licht und reine Liebe. Diese, meine Wahrheit, spüre ich in meinem Herzen.

 

Die einzige Liebe – die Liebe zur Quelle

Mittlerweile ist es so, dass ich erkannt habe, dass diese Liebe, die ich zu Gott/der Quelle erfahren darf, eine Liebe ist, die so unermesslich, rein und bedingungslos ist, dass ich mich nicht mehr danach sehne, diese Liebe mit einem Menschen zu erfahren. Es klingt jetzt wahrscheinlich sehr nüchtern und sachlich, aber ich bin mir bewusst geworden, dass jeder Mensch nur eine Form Gottes ist, dass jeder Mann, der mein Partner ist, immer „nur“ eine Form Gottes sein kann und mich Gott immer durch seine Augen anschauen wird und ich ihn. Doch wie herrlich und begnadet sind wir, dass wir ein Teil dieser Quelle sein dürfen und über die Schöpfung (Formen) den Schöpfer erfahren dürfen! Und ist nicht das ein Leben in reiner und bedingungsloser Liebe, wenn wir überall Gott erkennen und sehen können? Und ist es nicht die schönste Liebe, sich als Teil Gottes zu erkennen und seine eigene Göttlichkeit zu lieben? Und ist die Liebe zur Quelle nicht die einzige Liebe, die es gibt, weil die Quelle alles ist, was ist? Und ist es nicht herrlich, könnten wir genau dieses Bewusstsein in uns halten und unseren wahren göttlichen Seinskern bewahren, wenn wir uns in einer Beziehung mit einer Form Gottes verschmelzen? Und ist es nicht der partnerschaftliche Himmel, wenn wir in den Augen des Partners unsere eigene Göttlichkeit und die unermessliche Liebe Gottes sehen? Und ist es nicht der Himmel auf Erden, wenn wir in den anderen den wahren göttlichen Kern sehen und damit Gott schauen?

Und ich komme noch einmal zurück auf die Liste, die ich vorhin erwähnt habe. Ich habe erkannt, dass ich mir alles, was auf dieser Liste steht selbst geben kann und noch viel mehr. Ich habe erfahren, dass ich mir etwas so Großartiges geben kann, das mir kein Partner auf der Welt geben kann und ich daher aufhören darf, in einem Partner danach zu suchen: meine Beziehung zu meiner eigenen Göttlichkeit und der Quelle – eine Beziehung, die immer in mir war, in mir ist und immer in mir sein wird – eine Liebe, die unendlich ist. Eine Liebe, die es mir ermöglicht mir alles selbst zu geben und nichts im Außen zu brauchen, weil alles bereits in mir ist.

Und ja, ich habe mir dieses Geschenk mit Hilfe der göttlichen Führung schließlich gemacht: Ich liebe ohne zu leiden. Meine Dankbarkeit und Demut für diese Fülle und Glückseligkeit in mir ist grenzenlos.

 

 

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2 Responses

  1. Jim

    Ich lese in deinem Beitrag immer nur Ich, in mir, ich kann, ich habe, ich ihn, ich so, ich nach…

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