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Sensual Fighting – kurz: Sen Fi genannt – bedeutet ‚Sinnlich Kämpfen‘ und ist ein Zusammenspiel von dynamisch-meditativen Workout-Elementen aus drei Kampfkunst-Traditionen des Fernen Ostens: Samurai-Schwertkampftechniken, Hakarituale der Maori Neuseelands und Chinesisches Kung Fu verschmelzen dabei zu einer sinnlich-exstatischen Einheit.

Der Wechsel von sanften und starken ausdrucksvollen Bewegungsabläufen wie Springen, Tanzen, Kicken im außergewöhnlichen 3/4-Takt gibt Sen Fi seine einzigartige Note. Zentrale Techniken der Energiesteigerung und des Kraft- und Muskelaufbaus, die auch aus westlicher Fitness bekannt sind, kommen bei Sen Fi durch die effektiven asiatischen Relax- und Kampfstrategien wirkungsvoll zur Geltung. Es wird geschwitzt, gekickt, gesprungen, getanzt und Knie- und Armbeugungen werden vielfach wiederholt.
Der Puls dagegen bleibt im trainingsintensiven „Fettverbrennungsbereich“, d.h. dem Organismus steht ausreichend Sauerstoff zur Verfügung – dabei purzeln Pfunde leichter als beim „Auspowern“.
Das typische Sen Fi – Stampfen mit den Füßen und das laute Herausschreien von Sätzen wie „Ich bin präsent! Ich lebe!“ in fremder Sprache machen Lust und gute Laune, denn das rituelle Ausagieren von Aggressionen, aber auch die Nähe oder Distanz zu sich selbst und zu seinem Gegenüber in der Gruppe garantieren, dass die übliche, lediglich am Körper orientierte Fitnesskonzeption überschritten wird: durch die gezielte Anregung emotionaler Stimmungen und mentaler Ausgeglichenheit wird das Sen Fi-Training zur ganzheitlichen Erfahrung für Körper, Geist und Seele.

Zu Beginn des Trainings, dem Warm-Up, stehen meditative Atem- und Stretchingübungen aus japanischen Samurai-Kämpfen und die sanfte Imitation von Schwertkampf und Bogenschießen zur Unterstützung der mentalen Klarheit, zur Anregung des Energieflusses und für den Aufbau von Kraft, innerer Ruhe und „Chi-Balance“ – der Harmonie von Ying und Yang im gesamten Körper. Hierbei werden auch Bewegungen wie der Flügelschlag des Adlers nachvollzogen oder weitere wie die von der Schlange. Die Muskeln erwärmen beim Warm-up langsam und werden so gut auf die anschließende intensive Körperarbeit vorbereitet. Im Hauptteil überwiegen dann kämpferisch anmutende Gesten und Bewegungsübungen aus maori-verwandten Haka-Ritualen und chinesische Kung Fu Elemente.

Die Kunst, den Körper sprechen zu lassen

Die Haka-Tanzrituale der neuseeländischen Ureinwohner haben ihren Ursprung in Polynesien, wo sie ehemals zur Schlichtung von Stammesfehden genutzt wurden. Dabei werden Gefühle wie Angst, Wut, Frustration u.v.a. symbolisch durch Gesten ausgedrückt, so dass der Praktizierende stark und offen vor sein jeweiliges Gegenüber tritt. Bei den Maoris werden sie noch heute in Form von exstatischen Tänzen praktiziert. Henare Teowai, ein angesehener Maori aus Ngati Porou erklärte, dass Haka die Kunst sei, den gesamten Körper – Hände, Füße, Beine, Bauch, Arme, Stimme, Augen, etc. – sprechen zu lassen („Kia korero te katoa o te tinana“), um Leidenschaft, Vitalität und vor allem die eigene Identität zum Ausdruck zu bringen. Auch von der Natur inspirierte Bewegungsabläufe kommen zum Tragen, etwa das sanfte Vibrieren der Hände, die sich wie Blätter im Wind bewegen sollen oder das Aufnehmen von Energie aus dem Himmel, die mit einer eindrucksvollen Geste in den Erdboden einfließt. Heute werden die traditionellen Haka-Zeremonien beispielsweise noch zu Beginn des australischen Rugby-Sports praktiziert, um den Gegner die eigene Stärke spüren zu lassen und ihn zu beeindrucken.

Die Kung Fu-Kampfkunst stellt eine der ältesten chinesischen Kulturformen dar und beinhaltet weiche und harte Bewegungselemente sowie Box- und Kicksequenzen und Bewegungen mit der flachen, gestreckten Hand und der Handkante. Kung Fu ist eine effektive Kampfsporttechnik, die darauf beruht, Abwehr- und Angriffspositionen von Tieren geschickt zu imitieren (Kranich, Tiger, Schlange, etc.) und sich außerdem auf das innere „Chi“ bzw. die gezielte Lenkung der eigenen Lebensenergie an bestimmte Körperstellen zu konzentrieren.

Sinnlich-explosiver Stimmungscocktail

Durch die intensive Bein- und Armarbeit beim Haka und Kung Fu wird mit Sen Fi nicht nur Stress abgebaut, sondern ebenso werden Körperzonen wie Bauch, Beine und Po gestrafft und die Linien des Oberkörpers besser definiert, die individuelle Koordinationsfähigkeit optimiert und die physische Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit gesteigert.

Nach ungefähr 45 Minuten trance-ähnlichen Workouts im 3/4-Takt, ähnlich dem Rhythmus bei afrikanischen oder indianischen Stammestänzen, wird das „Cool down“ eingeleitet: Der Körper kommt zur Ruhe, leichte Atemübungen und sanftes Stretching bzw. Dehnübungen unterstützen den Organismus dabei, der Geist wird klar und entspannt sich. Energie fließt gleichmäßig durch den ganzen Körper!

Neuartig ist jetzt das Anlegen eines so genannten „Energiespeichers“ zum Ausklang des Trainings, der bisher nur aus traditionellen chinesischen Wudang Chi Gong-Übungen, einer Art Heilgymnastik zur Lösung energetischer Blockaden, bekannt ist: hierbei werden die Hände fingerbreit unter dem Nabel positioniert und übereinander gelegt. Frauen legen dabei zuerst die rechte Hand, und dann darüber die linke, Männer in umgekehrter Reihenfolge die Hände mittig auf die Körperzone. Die Übung dient dazu, die freigesetzte Energie zu sammeln und zu speichern, so dass in Stresszeiten Zugriff auf eine Extra-Portion Energie möglich ist und insgesamt weniger Anfälligkeit für Krankheiten besteht. Nach den Erfahrungen alter Chi Gong Meister ist dies eine bewährte Methode zur Steigerung der persönlichen Lebensenergie und Immunkraft!

Die interessante Verbindung von meditativem Samuraikampf, Haka und Kung Fu zu einer harmonischen und sinnlichen Einheit und deren Ergänzung mit – ebenfalls aus dem alten China stammenden – Übungen zur Chi-Speicherung greift das tiefe Bedürfnis nach Aggressions- und Stressabbau, Ausgeglichenheit und emotionalem Selbstausdruck auf. Der dabei entstehende Stimmungs-Cocktail ist leidenschaftlich und sinnlich-explosiv: Er fördert den authentischen Selbstausdruck und das Selbstbewusstsein, stärkt harmonisierende Körperprozesse und erfrischt Seele und Geist.

Exkurs: Philosophie der Samurai

Eine alte japanische Geschichte berichtet anschaulich von einem Samurai, der durch die Begegnung mit einem Mönch einen tiefen Sinneswandel durchlebt und vom harten Krieger zu einem einfühlsamen Menschen wird.

Elemente der hoch ästhetischen Samurai-Schwertkampftechniken, die ausgesprochen konzentriert und anmutig wirken, fließen in das Sen Fi Training ein. Die Samurai-Philosophie vom „stolzen Krieger“ wird bei Sen Fi jedoch zu einer inneren Geisteshaltung, wobei die Kämpfe, die es zu gewinnen gilt, vor allem der persönlichen Überwindung der Identifikation mit realer Gewalt gewidmet sind: So stehen harte und weiche Bewegungen im ständigen Wechsel, um etwa gewaltverherrlichende Haltungen zu relativieren, in Frage zu stellen und zu ironisieren. Stattdessen favorisiert Sen Fi das Spiel mit den eigenen Gefühlen und den spielerischen Selbstausdruck, um Stress abzubauen und symbolisches Ausagieren von Schmerz und Freude Raum zu geben!

Sen Fi eignet sich sowohl hervorragend für Einsteiger als auch für Geübte – egal ob jung oder alt, Mann oder Frau: Es stimuliert alle Sinne. Die dynamische Kombination der drei fernöstlichen Kampfkunstweisen ist ein optimaler Mix zur Förderung von Gelassenheit, individueller Identität und exstatischer Lebensfreude!

Über den Autor

Avatar of Christa G. Traczinski

ist Psychologin, Gestalt- und Psychodrama-Therapeutin und Heilpraktikerin. Sie schrieb zahlreiche Bücher und produzierte DVDs und Musik zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen. Auf Reisen machte sie sich intensiv mit den schamanistischen Heilweisen Australiens, Afrikas, Hawaiis und Nordamerikas vertraut. Sie erlernte Yoga und Chi Gong von erfahrenen Meistern Chinas und Indiens und kreiert heute in Gruppen und Einzelsitzungen neue Selbsterfahrungswege für Körper und Geist. Sen Fi ist eines der Ergebnisse ihrer Tätigkeit.

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