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Die liebevolle ayurvedische Ölsalbung

Eine ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage ist ein Fest der Sinne. Sie geht weit über die reine Massage-Technik hinaus. Aus dem Herzen gegeben, erreicht sie die tiefen Schichten unseres Seins, berührt unsere Seele und kann eine neue Öffnung dem Leben gegenüber ermöglichen.

 

Wer schon einmal den Begriff “der Gesalbte” gehört hat, denkt vielleicht auch an König Salomo, der zu seiner Inthronisation eine zeremonielle Salbung erhielt, die ihn zu einem sanftmütigen und vorsichtigen Menschen machte. Frei von Verhärtungen und Aggressionen – die beste Voraussetzung, sein Volk weise zu führen. Früher war eine Salbung nur Auserwählten vorbehalten, allein schon deshalb, weil Öle mit heilsamer Wirkung äußerst selten und daher kostbarer als Gold und Geschmeide waren. 
Heutzutage muss man kein König Salomo sein, um eine Salbung zu erfahren,  die nicht aus dem Kopf heraus, sondern aus dem Herzen erfolgt. Denn nur sie hat eine tiefere Wirkung auf den Empfangenden und kann heilsam auf den Körper, aber auch auf Geist und Seele wirken.

Mit dem Begriff Snehana, der aus dem Sanskrit stammt, wird das äußere Einölen des Körpers, aber auch die innere Haltung der Ayurveda-Therapeutin beschrieben, das Bewusstsein der Gebenden, ihre liebevolle Präsenz, ihr Einfühlungsvermögen und ihre klare Ausrichtung. Aus dieser Haltung heraus werden im Ayurveda die sanften Ölmassagen gegeben. Denn die liebevolle Hinwendung der Gebenden zum Empfangenden ist es, die äußere und innere Spannungen und Blockierungen mit Hilfe spezieller Öle auflösen kann.

 

Die Hand Gottes

Wie beschreibt der Rigveda, der älteste Teil der vier Veden und eine der wichtigsten Schriften des Hinduismus, den Geist, mit dem eine Salbung gegeben werden soll: “Meine Hand ist Gott. Grenzenlos glückselig ist meine Hand. Diese Hand bewahrt alle Geheimnisse, die ganz machen mit ihrer sanften Berührung.” Nicht ohne Grund wird Snehana auch die Liebestherapie genannt.
Die Perle der Ayurveda-Ölsalbungen ist die Abhyanga, eine Ganzkörper-Ölmassage. Der Name heißt wörtlich übersetzt “eine besondere Bewegung um etwas”. Diese Massage wird im Idealfall von zwei aufeinander eingespielten Ayurveda-Therapeutinnen gegeben, die im Gleichklang jeweils eine der beiden Körperhälften massieren. Eine Abhyanga beginnt mit einer ersten sanften Berührung an der höchsten Stelle des Kopfes, dem Brahma randra, was soviel wie das Tor zu Gott bedeutet. Im Westen ist diese Stelle auch bekannt als große Fontanelle, die sich, nach der Geburt noch offen, erst im zweiten Lebensjahr vollständig schließt. In diesen äußerst sensiblen Bereich wird zu Beginn mit langsamen, kreisförmigen Strichen warmes Öl aufgetragen und anschließend mit “weichen Krallenfingern” in die Kopfhaut einmassiert. Dabei beginnt sich der Geist Stück für Stück zu befreien. 

 

Heilsames Öl

Große Aufmerksamkeit richtet der Ayurveda auf die Qualität der Heilkräuteröle, die den höchsten Ansprüchen genügen müssen – sollen die Öle doch unsere innere Intelligenz fördern und uns die Leichtigkeit zurückbringen, die das Leben zur Freude werden lässt. Insbesondere sind die speziellen Kräuteröle auf die Konstitution des Empfangenden abzustimmen, auf die individuelle Ausprägung der Körperenergien, auch die drei Doshas, “Vata”, “Pitta” und “Kapha” genannt. Wesentlich ist auch, dass die Öle erst durch eine gewisse “Reifung” die Eigenschaft erlangen, durch antioxidative Substanzen zerstörerische freie Radikale im Körper aufzunehmen. Im klassischen Ayurveda gehören die Ölmassagen zur Vorbereitung und zum Ablauf einer Pancha-Karma-Kur, diese dauert in der Regel drei bis vier Wochen.

Wirkungen der Abhyanga bei regelmäßiger Anwendung sind:

  • besänftigende Auswirkung auf das Nervensystem und die Hormondrüsen
  • Muskeln, Bindegewebe und Gelenke werden gestärkt, die Haut wird zart und geschmeidig
  • Harmonisierung und Balancierung der Körperenergien Vata, Pitta und Kapha
  • Stoffwechselabbauprodukte werden in den Zellen gelockert, so dass unsere körpereigenen Entgiftungsysteme Haut, Nieren und Darm diese Ablagerungen ausscheiden können
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte und Stärkung des gesamten Organismus
  • die Funktion der Gehirnhälften wird harmonisiert (beim Synchron-Abhyanga)
  • verjüngende Wirkung 
  • über Nervenbahnen und Reflexwirkungen ist die Haut mit allen inneren Organen verbunden. Daher lässt sich über die Hautoberfläche die Gesunderhaltung positiv beeinflussen

Wer nun von Kopf bis zum kleinen Zeh mit einfühlsamen Händen und samtig warmem Öl gesalbt ist, das den Körper umhüllt wie eine zweite Haut, wird erfahren, wie die Energien wieder beginnen zu fließen. Wenn jede Zelle innerlich tief berührt wird und sich alle Zellen geöffnet haben, ja jubilieren, fühlt man/frau sich in Einklang mit sich und der Welt. Fürwahr ein Fest für die Sinne. Der Geist kommt endlich zur Ruhe, die Empfangenden empfinden wohlige Wärme, tiefe Kraft und inneren Frieden in jeder Faser ihres Seins.

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Über den Autor

Avatar of Tashina Karin Kohler

leitet im Akazienhof das Massageinstitut Body & Soul für Ayurveda, Hawaian Body Flow Massagen und Aqua Wellness. Sie ist seit elf Jahren Ayurveda-Massagetherapeutin, ausgebildet in der Ayurveda-Akademie. Durch ihre einfühlsame, liebevolle und herzliche Art besitzen die Massagen eine ganz besondere Qualität.

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