Homöopathische Antworten am Puls der Zeit

von Werner Baumeister

 

Hochaggressiv – hochreaktiv – hochgradig zerstörerisch.
Diese drei Worte beschreiben nicht nur exakt das Element Fluor, sondern auch die aktuelle gesellschaftlich-politische Weltlage und unsere Gier, so viele Ressourcen so schnell wie nur möglich aus Mutter Erde herauspressen zu wollen. Da Homöopathie Heilung durch Ähnlichkeit bedeutet, ist Fluor die geeignete homöopathische Information, um in das Jahr 2017 zu starten.

Selbsterfahrung

Meine homöopathische Begegnung mit Fluor beginnt völlig überraschend über Nacht mit einer regelrechten Metamorphose. Noch am Vortag war mir aufgefallen, wie konturlos ich mich gerade durchs Leben bewege und sogar schon anfange, den Radfahrern auf dem Bürgersteig auszuweichen. Mit diesem Schwund persönlicher Stärke und der Neigung, mir nichts mehr zuzutrauen, ging eine zunehmende Furcht einher, dass feste Körperstrukturen wie Zähne oder Knochen brechen könnten. Fluss-Säure, also Fluor, ein zu diesen Symptomen passendes Mittel, hat auch homöopathisch einen sehr aggressiven Ruf; insofern hatte ich mir das Mittel erstmal nur abgefüllt und in die Hosentasche gesteckt, aber noch nicht genommen.

Über Nacht entschied dann mein Körper – ich hatte spät zu viel gegessen und mir kam die Magensäure hoch. Sofort fiel mir Fluor wieder ein und ich nahm homöopathische Fluor-Säure für mein Säureproblem, woraufhin die Symptomatik prompt verschwand. Die Metamorphose bemerkte ich dann morgens. Ich ging mit einem ganz anderen „Standing“ in den Tag. Ich spürte eine positive Aggression im Sinne des lateinischen „aggredi = zugehen auf“. Zwei Personen im vollen Café, die fünf Plätze blockieren, räumten auf meine einfache Frage, ob hier noch etwas frei sei, im Nu – und sich mehrfach übertrieben entschuldigend – ihren Kram weg.

Fluor, homöopathisch: Fordern, um zu überleben

Wenn man verstehen will, wie Fluor tickt – in seiner Radikalität, Gewalt und gleichzeitig unglaublichen Bedürftigkeit und Verletztheit –, muss man sich seine Position in der zweiten Reihe des Periodensystems ansehen. Ihm fehlt nur noch ein Elektron zur kompletten Außenschale (acht Elektronen) und damit zur Edelgas-Konfiguration (Edelgase sind in sich stabil und vollständig). So auch uns, wenn wir Fluor homöopathisch brauchen: Wir haben einen langen Weg zurückgelegt, sind so nah an der Vollständigkeit (am Ziel), und doch fehlt uns noch etwas. Insofern sind wir wild entschlossen (vollständig zu werden) und fühlen uns in diesem Kampf bis zum Äußersten belastet und emotional am Anschlag. Das erklärt das äußerst fordernde Wesen von Fluor, chemisch wie homöopathisch, und macht es zum reaktionsfreudigsten Element des Periodensystems, versessen darauf, mit allem zu reagieren (alles zu versuchen), um endlich seine Konfiguration zu vervollständigen. So wie sich Fluor aus nahezu jeder Verbindung das fehlende Elektron „herausreißt“, so unerbittlich heftig fordern wir ein, was wir meinen von anderen zu brauchen.

Abnabeln und es alleine schaffen

Die homöopathischen Arzneibilder der Elemente der zweiten Reihe des Periodensystem spiegeln den Weg des Fötus als Teil der Einheit hin zum geborenen, abgenabelten und unabhängig existierenden Säugling. Fluor symbolisiert hier den Prozess der Abnabelung, der einerseits den Wunsch beinhaltet, sich aus alten Abhängigkeiten vollständig zu lösen – als wahrhaft einschneidende Maßnahme die vollständige Trennung von der Mutter durch das Durchschneiden der Nabelschnur –, aber auch als zweiten Teil die Aufforderung in sich trägt, von nun an in dem Sinne selbst für sich zu sorgen, dass er die Mutter auf seine Bedürfnisse aufmerksam macht. Denn ab diesem Zeitpunkt steht der Säugling vor der gewaltigen Aufgabe, selbst zu überleben. Nun muss er immer wieder durch Schreien von der Mutter fordern, was er braucht – Tag und Nacht!

Hier wird aber auch unsere Gier nach mehr geboren, nach totaler Befriedigung unserer Ur-Instinkte. Im Erwachsenenleben zeigt sich das in unserem Bedürfnis nach sofortiger Erleichterung – alles schnell und sofort, schneller Sex, schnelles Geld, schnelle Heilung! Genau hier hilft uns Fluor homöopathisch, aus unserer Sucht nach dem Übermaß auszusteigen. Unser Überlebenstrieb-gesteuertes Gedankenkarussell schaltet einen oder auch mehrere Gänge herunter. Wir sind immer weniger bereit, andere zu schädigen, um unsere Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. In diesem Sinne hilft uns Fluor, unseren Geburtsvorgang zu Ende zu bringen, so dass wir nicht weiter Mutter Erde und damit uns selbst zerstören, aus Angst, nicht genug zum Überleben zu bekommen.

Homöopathischer Jahresstart

Während Fluor noch jeden Tag knallhart fordern muss, aus Angst, den nächsten Tag nicht zu überleben, schließt Neon, das Edelgas der zweiten Periode, Frieden mit diesem Thema. Neon lebt als unabhängig von der Mutter existierender Säugling in dem Vertrauen, dass er all das, was er von der Mutter zum Überleben braucht, auch bekommt. Die Elemente der zweiten Periode (Lithium, Beryllium, Bor, Carbon, Nitrogenium, Oxygenium, Fluor und Neon) behandeln homöopathisch unsere Ent-Bindung in eine unabhängige Existenz.

 

Schlagworte (mit Links zu weiteren Artikeln von Werner Baumeister):
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Werner Baumeister

ist Arzt und bietet individuelle homöopathische Begleitung an.

30 Jahre Erfahrung in eigener Praxis in Berlin.

Einzeltermine nach Vereinbarung, Behandlungstermine zum Thema des Artikels jederzeit möglich.

Information zu aktuellen Workshops immer auf der Seite „Homöopathie am Puls der Zeit

(mit Themenregister aller Artikel) sowie unter Tel.: 0172 – 391 25 85 .

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Die homöopathischen Arzneibilder von Werner Baumeister verstehen sich auch

als homöopathischer Spiegel aktuellen Zeitgeschehens.

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