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Sex mit dem Freund meiner Freundin nachts auf der Bühne ei­nes The­­aters?
Eine Woche lang jede Nacht mit einem anderen Mann aus­giebig körperlich kommunizieren? Der Quickie in der Mittagspause an der Wand vom zweiten Hinterhof? Oder die tantrische Variante mit „Wir zünden eine Kerze an, erschaffen einen schönen Raum, machen alles schön langsam und schauen uns dabei schön tief in die Augen?“ – Was auch immer dir zu exotischem Sex, erotischem Thrill oder romantischen Affären einfällt, hatte ich bis dreißig durchprobiert. Nachdem ich mich fünf Jahre in der Tango-szene herumgetrieben hatte und der „erotischste“ aller Tänze mitsamt seinen Milongeros irgendwie nicht mehr richtig kickte, fand ich etwas noch viel besseres: Die Tantraszene! Möglichkeiten ohne Ende …!

 


Immer auf der Suche nach „dem Richtigen“ war ich durchaus in der Lage, morgens bei A. aufzuwachen, mittags von B. zu schwärmen, nachmittags einen innigen Liebesbrief an meine offizielle Beziehung zu schreiben, abends C. zu treffen, die erste Hälfte der Nacht bei D. zu verbringen und mitten in der Nacht aufzustehen, um zu A. zu fahren. Aber was auch immer ich tat, nach sechs Stunden bis sechs Monaten stellte sich heraus, dass jeder neue Hoffnungsträger nur eine weitere Enttäuschung war. Körperlich, seelisch oder geistig vollkommen un­passend. Auf die Idee, dass an mir irgend etwas un­passend sein könnte, kam ich nicht. Wenn es nicht mehr kickte, machte ich mich mal kommentarlos, mal mit einleuchtenden Erklärungen davon, ab in die Arme des Nächsten, der mir, nahezu unbesehen, mit Sicherheit das endgültige Glück verschaffen würde. Weder langjährige „Liebesbeziehungen“ noch Zusammenwohnen hielten mich davon ab, allem, was irgendwie verlockend schien, nachzugehen.
Auf diese Weise hatte ich relativ unbekümmert 14 Jahre meines Lebens verbracht. Die ständigen Umzüge, die dadurch anfielen, waren zwar etwas nervig, hatten aber den Vorteil, dass ich immer mal wieder andere Wandfarben ausprobieren konnte… Unerklärlich war mir nur, warum ich immer öfter so kraftlos, niedergeschlagen und erschöpft war, dass ich ganze Tage im Dämmerzustand im Bett verbrachte – allein. Diese Kraftlosigkeit wurde so riesengroß, dass ich an manchen Tagen überlegte, ob ich mich nicht einfach aus dem Fenster fallen lassen sollte, um der Anstrengung, aufzustehen und zu arbeiten oder Dinge zu erledigen, zu entgehen.

Als meine Wahl auf immer absonderlichere und gefährlichere Partner fiel und Sex mich zunehmend unangenehm berührte, entdeckte ich eines Tages das Buch „Sexual Healing“ und las es. Das darin vorgeschlagene Jahr Ferien vom Sex fand ich, die ich mich schon immer zu Extremen hingezogen fühlte, irrsinnig attraktiv. Am nächsten Tag, dem 13.6.1999, begann ich voller Begeisterung mit einem Jahr „Ferien vom Sex“. Ich erzählte es auch gleich all meinen damaligen Geliebten und meinem „Freund“. Freude und eine nie gekannte Erleichterung stiegen in mir auf. „Ein Jahr Ferien vom Sex sind überhaupt kein Problem“, dachte ich, schließlich hatte ich bereits Sex gehabt, der für drei Leben reichte. Ich konnte nicht verstehen, dass die anderen Menschen meine Euphorie nicht teilten. Einige waren miss-trauisch, andere übten sich in Verständnis und einer von ihnen bemühte sich, mich mit allen erdenklichen Mitteln zu verführen. Als er einsehen musste, dass ihm dies nicht gelang, fingerte er überraschend einen zerknitterten Flyer von SLAA hervor – Anonyme Sex- und Liebessüchtige. Ohne je davon gehört zu haben, wusste ich sofort, dass dies etwas mit mir zu tun hatte. Am darauffolgenden Mittwoch saß ich dann tatsächlich das erste Mal in einem Meeting der 12-Schritte-Gruppe. Und ich begann zu begreifen, dass all mein Tun einen Namen hatte: „Sex-, Romanzen- und Beziehungssucht“. Ziemlich benommen vor Entsetzen und Fassungslosigkeit nahm ich wahr, wie sich das Erwachen in mir aus breitete

Das Erwachen

Ich hatte mir nie die Mühe gemacht zu schauen, wer ich wirklich war, was meine eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse waren, wer der andere war und ob unser Miteinander irgendeinen realen Wert für mein Leben hatte, außer dem einen, mich von meinem unterdrückten Schmerz abzulenken, also meine Sucht zu befriedigen. Wer der andere wirklich war, interessierte mich im Grunde überhaupt nicht. Hauptsache er passte als pläsierliche Projektionsfläche in meine Inszenierungen. Ich hatte sexuelle Romanzen, Affären und Pseudobeziehungen missbraucht, um vor mir selber, meiner Wahrheit, der Wahrheit meines fühlenden Herzens und vor den Ängsten und Herausforderungen eines ganzheitlichen, spirituellen Lebens zu flüchten.

Ein Freund wies mich darauf hin, dass in der Bibel die Redewendung „und er erkannte sie“ an Stelle von „vögeln“, „ficken“ oder „Liebe machen“ verwendet wird. Hatte ich jemals jemanden erkannt? Hatte ich mich jemals jemandem zu erkennen gegeben?

Aufgrund meiner „zufällig“ dem Zeitgeist entsprechenden Attraktivität war Nachschub nie ein Problem für mich gewesen. Ich kann mich an keinen Mann erinnern, der meiner Verfügbarkeit widerstand. Vermutlich lag dies daran, dass ich mir bewusst-unbewusst nur sex-, romanzen- oder beziehungssüchtige Männer ausgesucht hatte und daran, dass ich sehr früh herausgefunden hatte, welches Styling und Verhalten mir die Türen öffnete.

Die Pflege meiner Romanzen und sexuellen Beziehungen hatte so viel an Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch genommen, dass ich alle anderen Lebensbereiche völlig vernachlässigte. Nachdem ich über Jahre hinweg diesen riesigen Schrotthaufen aufgetürmt hatte, hätte die Konfrontation damit so viel Schmerz ausgelöst, dass ich es vorzog, den Schmerz mit der Sucht zu betäuben. Ich hatte auch den Eindruck, dass ich es niemals schaffen würde, all die vielen kleinen, mitunter ganz und gar unromantischen Schritte zu gehen, um mir ein wirklich erfüllendes Leben zu gestalten. Die Sucht war vertraut und bequem.

Ich fühlte mich einer Begegnung mit der Realität nicht gewachsen. Meine ganze Kindheit war ich vor der Wirklichkeit behütet worden und mit dreißig fühlte ich mich noch immer zu schwach, auf meinen eigenen Beinen zu stehen und als verantwortungsvolle Erwachsene mein inneres Kind zu adoptieren. Statt dessen suchte ich immer noch jemanden im Außen, der dies für mich tun sollte. Ich suchte in meiner Yoni und in allen möglichen äußeren Räumen nach Erfüllung, anstatt in meinem Herzen.

Ein Nebeneffekt meines Erwachens und der unverstellten Selbsterkenntnis war, dass ich nun heraus fand, dass ich laut Enneagramm eine Acht bin statt der vermuteten Vier, Sieben oder Neun. Mich mit den Neigungen und Besessenheiten der Acht zu beschäftigen, um sie zu heilen, war anfangs zu schmerzhaft. Hinzu kamen all die anderen Erkenntnisse und nach zwei Wochen obendrein der körperliche Entzug. Entsetzliche Entzugserscheinungen, schlaflose Nächte, Angstzustände, Alpträume, Gefühle der ohnmächtigen Verletzlichkeit, Hilflosigkeit und Dünnhäutigkeit über Wochen hinweg. Ich erwischte mich, wie ich auf andere Suchtmittel auswich, andere Drogen benutzte. Und erkannte mit Entsetzen, wie ungeheuer stark all diese Süchte von der Gesellschaft um mich herum unterstützt und wie unglaublich selbstverständlich sie von fast allen Menschen gelebt werden.

Ich habe viele Gruppen in meinem Leben gemacht. SLAA war für mich die wichtigste. Mich einmal die Woche mit den anderen an einen Tisch zu setzen und meine übelsten Wahrheiten auszuschütten, endlich nicht mehr isoliert zu sein, endlich die ganze Wahrheit mitteilen zu dürfen, war schmerzhaft und heilend zugleich. Ich lernte alle meine süchtigen Grundverhaltensmuster kennen, listete sie auf (5 Seiten!) und übte Abstinenz davon.

Der Weg und die Geschenke der Heilung

Ich praktizierte die 12 Schritte, gehe sie immer noch und immer wieder. Ich räumte mein Leben auf, machte Inventur. Als der Mond ach so voll durchs Fenster schien, hatte ich einen Rückfall, weil ich die Tücke der Krankheit unterschätzt hatte und lernte dazu. Ich ließ die Masken fallen, hörte auf zu taktieren, zu manipulieren, zu kontrollieren und verabschiedete mich von allen, die meine Sucht unterstützt hatten und übte mich in Co-Engagement, wie es in „Liebe macht stark“ beschrieben ist. Ich verbrachte sehr viel Zeit alleine mit Meditation und Besinnung und bekam Erde unter die Füße, fand neue Freundinnen und Freunde und kann nun nüchtern körperlich und seelisch mit ihnen zusammen sein (nach wie vor ohne Sex) in einer Nähe, wie ich sie nie vorher erlebt habe. Meine Würde und mein Selbstwertgefühl sind zurückgekehrt. Ich fühle mich nicht mehr von unstillbarer Sehnsucht gequält, erkenne meinen tiefen Wunsch nach seelischer, geistiger, körperlicher, spiritueller Nähe zu mir selbst, zum Großen Ganzen, zu anderen Menschen und zu meiner Berufung.

Das Erwachen, so grausam es war, hat mich zu mir gebracht. Endlich packte ich alle Umzugskartons aus. Ich schloss Frieden mit meiner Vergangenheit, mit denen, die ich verletzt hatte, so weit es mir möglich war und mit denen, die mich verletzt hatten, einschließlich meiner Eltern. Meine Liebe und mein Verständnis sind gewachsen. Ich kann viel eher anderen Schwächen verzeihen, weil ich meinen eigenen begegnet bin. Ich habe begriffen, dass nur das Große Ganze vollkommen ist und dass es gut so ist. Ich habe keine Angst mehr, Menschen zu begegnen. Wirkliche Menschlichkeit berührt mich nun viel tiefer als jede romantische Illusion. Ich genieße die Rückkehr meiner Unschuld. Während sich früher meine Gedanken in der Begegnung mit nahezu jedem Mann darin fest frästen, wie es wäre, mit ihm Sex zu haben, bin ich heute neugierig, was für ein Mensch er ist.

Sexuelle Praktiken

Heute treffe ich die Entscheidung über ein Miteinander eher auf der Basis gemeinsamer verbindender Lebenswerte als aufgrund überwältigender Gefühle. Gieriger Sex interessiert mich nicht mehr. Soll ihn praktizieren, wer will. Ich würde damit meine Ganzheit, meine Seele, meine Würde verletzen und meine Heilung zunichte machen. Ich will keinen Sex mehr aus purer Geilheit, Gier, zum Abreagieren, als Suchtmittel, Beziehungskitt, Tauschmittel, Indikator, Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, Machtinstrument. Nüchternheit in Begegnungen heißt heute für mich, im Hier und Jetzt da zu sein, tief in meinen entspannten Bauch zu atmen, zu fühlen, was gerade wirklich in mir ist und mich darüber mitzuteilen, anstatt Kopfkino zu veranstalten. Nüchternheit heißt für mich auch, die Grenzen und Werte, die ich als für mein Leben wichtig erkannt habe, zu schützen, zu bewahren und höher zu stellen als jede Beziehung. Im Alltag kann das als kleines Beispiel konkret heißen, ganz unromantisch dafür zu sorgen, dass mein Besuch rechtzeitig geht, gleichgültig, wie schön, nah und innig es gerade ist, damit ich am nächsten Morgen ausgeschlafen meinen Tag beginnen kann. Disziplin statt Leidenschaft. Statt mich in eine Romanze oder Beziehung zu stürzen, schaue ich mir mein Gegenüber einfach von Treffen zu Treffen so nüchtern wie möglich an, mache mir und ihm über meine und seine Sonnen- und Schattenseiten nichts mehr vor, versuche mich nicht mehr, mich gut zu verkaufen. Keine Schau mehr! Wenn ich merke, dass mir Gefahr droht, in die Sucht zurückzufallen, nehme ich mir Zeit, mich im Alleinsein zu zentrieren, zu mir zu kommen und in Verbindung mit dem Großen Ganzen zu treten.

Körperlichkeit lebe ich nur, wenn ich mit meinem Herzen dabei bin, den anderen wirklich ganzheitlich wertschätze und mich ganzheitlich wertgeschätzt fühle. Dann genieße ich entspanntes und ungezieltes Schmusen, miteinander atmen, das Nichttun, in Stille zu beobachten, wie die Energie entlang der Wirbelsäule hoch krabbelt oder auch nicht, oder eine liebevolle Massage. Die Begegnungen, die ich seitdem erlebe, sind wertvoll, nährend, erfüllend. Falls sich doch mal hektische Gier einstellt, was sehr eindeutig daran zu erkennen ist, dass der Atem nicht mehr tief und gleichmäßig in den entspannten Bauch fließt: Stopp! Und ob ich mich verbinden will oder nicht, werde ich nicht im Rausch der Hormone entscheiden, sondern erst nach mehreren Monaten des Kennenlernens. Dann, wenn sich die möglicherweise noch vorhandenen Masken und Projektionsflächen durch kontinuierlichen, ehrlichen Austausch über Gefühle, Wünsche, Werte in einem gesunden Rahmen aneinander abgerieben haben. Faszinierenderweise begegnen mir nun auch eher Menschen, die diese Haltung teilen. (Resonanzprinzip?)

Außerdem werde ich mich dann auch noch ehrlich fragen, ob ich ein Kind dieses Mannes, falls es entstehen sollte, bekommen würde, obwohl ich im Moment kein Kind möchte und natürlich über Verhütungsmaßnahmen im Bilde bin. Wenn ich dazu ja sagen kann, weiß ich, dass ich wirklich offen bin. Und wenn ich in der Lage bin, dafür veranwortlich einen Rahmen zu schaffen, weiß ich, dass ich erwachsen geworden bin.

Dies ist mein Ist-Stand heute und ich bin dankbar und zufrieden so. Mag sein, dass mich das Große Ganze eines Tages anderes lehren wird. Ob es für mich bei diesen hohen(?) Ansprüchen überhaupt eines Tages stimmig sein wird, mich zu verbinden?
Ja, ich glaube schon.

Literatur:

„Sexual Healing“ – Wendy Malz, rororo

„Liebe macht stark“ – Gay und Kathelyn Hendricks, Mosaik

„Die Flucht vor der Nähe“ – Anne Wilson Schaef, dtv

„Vom Sex zum kosmischen Bewußtsein“ – Osho, Osho-Verlag

„Antworten des Herzens“ – Hazelden Meditationsbuch, Heyne

„Das Buch der anonymen Sex- und Liebessüchtigen“ – The Augustine Fellowship

5 Responses

  1. elke jari
    stopp stalking

    Stopp Stalking

    Gedanken zum Thema Stalking
    Von Elke Jari, Heilpraktikerin für Psychotherapie

    In den letzten zwei Jahren durfte ich mich intensiv mit dem Thema Stalking auseinandersetzen. Zunächst weil ein Teilnehmer meiner Gruppen intensiv gestalkt wurde, dann weil ich selbst mit verschiedenen Erscheinungsformen von Stalking konfrontiert wurde.
    Vielleicht können meine Gedanken zum Thema eine Unterstützung sein für andere Menschen, sei es für Menschen die gestalkt werden, sei es für Menschen die stalken.
    Bei meinem Austausch zum Thema gelangte ich zu der Einsicht, dass es viel mehr Betroffene gibt, als ich dachte. Es war überraschend wie viele Menschen mir krasse Geschichten vom Gestalktwerden aus ihrem Leben erzählten und andere hatten sogar den Mut mir zu gestehen, dass sie selbst schon mal gestalkt hatten. Es scheint fast ein so mit Scham behaftetes Thema zu sein wie Missbrauch. Fälschlicherweise glauben offenbar gar nicht wenige Betroffene sie seien irgendwie selbst Schuld und schweigen über ihre Situation, was es noch schlimmer macht. Anderseits braucht mensch als Betroffener nicht auch noch ungläubige oder unverständige Reaktionen nach dem Motto: Was hast du denn für ein Problem, dass dir das passiert? Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich selbst Vorurteile dieser Art hatte, bis ich es im eigenen Leben erleben musste.

    Die wichtigste Info zuerst: Es gibt kostenlos und selbstverständlich anonym fachkundige Beratung bei der Stopp-Stalking-Beratungsstelle, einer Initiative des Senats und der Polizei und zwar sowohl für Gestalkte, als auch für Stalkende, also Menschen, die bereits für sich erkannt haben, dass sie andere durch Stalking belästigen.

    Der allseits bekannte Klassiker des Stalkings ist der verschmähte Liebhaber, die verschmähte Liebhaberin, die die Zurückweisung nicht ohne therapeutische Hilfe verarbeitet bekommt und sich mithilfe des Stalkings von dem Schmerz der narzißtischen Kränkung abzulenken versucht. Ich sehe durchaus Parallelen zur Sucht – die Aktivitäten des Stalkens werden genutzt um das regredierte innere Kind zu betäuben.
    Das erklärt auch den enormen Energieaufwand, der dafür betrieben wird und der Außenstehende immer wieder erstaunt die Frage stellen lässt: Woher nimmt er/sie eigentlich die Zeit dafür? Hat er/sie nichts Besseres zu tun?
    Achtzig Prozent der Gestalkten fallen in die Zielgruppe des verschmähenden Liebhabers. Und zwanzig Prozent der Zielgruppe sind Ärzte, Therapeuten und Rechtsanwälte. Hier fühlt sich der Stalkende falsch behandelt, nicht gesehen, nicht ausreichend gehört, etc.

    Die Erscheinungsformen von Stalking können vielfältig sein: Zahllose Anrufe, SMS, Briefe, E-Mails, Auflauern an Orten, Versuche des Stalkenden den Gestalkten bei Verwandten, Freunden, Gruppenmitgliedern, Berufsverbänden oder öffentlich schlecht zu machen, Rufmord, Anzeigen bei der Polizei, körperliche Übergriffe, überhaupt Grenzüberschreitungen aller Art.

    Der allgemein bekannt Tipp im Umgang mit Stalkern ist, ihnen keinerlei Aufmerksamkeit zu geben. Die Idee dahinter ist, dass der Stalkende, wenn er keine Aufmerksamkeit vom Gestalkten bekommt, irgendwann das Interesse verliert und sich gegebenenfalls ein anderes, neues Opfer sucht.
    Manch Stalker ist allerdings enorm kreativ in dem Versuch, doch noch Aufmerksamkeit zu erlangen und ziemlich unerschrocken, was negative Aufmerksamkeit anbelangt. Zudem gewinnt, wenn er oder sie erkennt, dass ihm all dieses Tun nicht die gewünschte Liebe und Anerkennung einbringt, sondern im Gegenteil immer stärkere Abneigung, der Wunsch den Verschmähenden zu zerstören, mitunter immer mehr die Oberhand. Bisweilen lassen sich mit einem etwas dafür geschultem Blick auch beide Dynamiken in einer einzigen SMS herauslesen: Der Schrei nach Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung und der Schrei nach Rache und Zerstörung.

    Die körperlichen und psychischen Auswirkungen von Stalking auf den Gestalkten
    können vielfältig sein: Sich bedroht fühlen, Angstzustände, Unruhe, nicht mehr abschalten können, Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfungszustände, Depression, Unkonzentriertheit, sich hilflos und überfordert fühlen, etc. Bei frischen Attacken: Schwindel, ohnmächtig werden, Übelkeit, Herzrasen, usw.

    Der Stalkende attackiert, statt sich liebevoll seinem regredierten inneren Kind zuzuwenden, den Schmerz zu fühlen und Kontakt zu der tiefen, angestoßenen Wunde seiner Kindheit aufzunehmen, die Grenzen des Gestalkten. Das wiederum kann aufgrund der Heftigkeit das regredierte innere Kind des Gestalkten auslösen, das sich dann seinerseits im, früh erlernten, in der aktuellen Situation aber nicht unbedingt förderlichen, Schutzstil zu helfen versucht.
    An dieser Stelle kann es hilfreich sein, sich therapeutische Hilfe zu suchen, denn im durch den Stress der Bedrohung ausgelösten Zustand ist es schwierig klar durchzublicken und erwachsen zu reagieren.
    Was den Stalkenden betrifft, ist wie so oft, natürlich nur dann eine Chance gegeben, wenn noch eine gewisse Selbstwahrnehmung des eigenen Verhaltens vorhanden ist, was bei fortgeschrittenen Neurosen leider nicht mehr der Fall ist. Bei fortgeschrittenen Neurosen schützt sich das innere System vor der Konfrontation durch hartnäckiges Festhalten am eigenen Verhalten. Da wundert es auch nicht, dass das Stalken für den Stalkenden zur Sinn gebenden Lebensaufgabe werden kann.

    Hilfe für Gestalkte und für Stalkende bei Stopp-Stalking Beratungsstelle: www.stopp-stalking.de …
    Buchempfehlung für Frauen, die schlecht mit der Zurückweisung durch einen Mann umgehen können: „Ruf bloß nicht an“ von Ronda Fielding.

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    • Elisabeth
      Stoppt Verleumdung!!!

      Ich habe Missbrauch durch eine öffentlich bekannte Person offenbahrt und die Identität und Verwandschaft eines Teilnehmers, der daraufhin mit Beleidigung, Bedrohung und Verleumdung, dann scheinbarer „Versöhnung“ reagierte, doch die Verleumdungen gingen hinter meinem Rücken offenbar erst recht los und weiter, was durch Ignoranz und Verdrehung von Tatsachen hier unterstützt und wider besseren Wissens erneut behauptet und belegt wird. Für bewusste Körperverletzung gibt es nie Gründe.

      Wer sich zwei Jahre mit blossen Stalking Fantasien warm, beschäftigt hält, sollte man meinen, kennt den Gesetzestext und sollte wissen, was Stalking ist und was nicht, was Konfliktmanagement. Offenbar ist Manipulation mittels „Verführung“ zielsicherer zur Verdrängung von Tatsachen, als Wahrheiten zuzulassen. So wurde aus Überforderung der Missbrauch vervielfacht.

      Stopp also endlich diese falschen Behauptungen! Manche neuen Gesetzesbegriffe wie Stalking werden schnell missbraucht und wirken wie früher bei den Hexenverbrennungen auf blossen Verdacht.

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  2. Annonymus

    An Elke Jari:
    Liebe Elke, erst hast Du darum gekämpft „Elisa“ auf ihren eigenen Wunsch hin im Training zu belassen, obwohl recht schnell klar war, dass es nicht die passende Therapie für sie ist, dann musstest Du sie schweren Herzens als erste und einzige von mehr als 400 Teilnehmern in 16 Jahren aus dem Training nehmen und seitdem wirst Du von ihr belästigt und sie versucht Dir zu schaden. Aber tröste Dich: Ihr Rumgeätze, Ihre Unreflektiertheit und ihr Neid fallen ihr letzlich selbst auf die Füsse. Jedem einigermassen wachen Leser wird auffallen, dass sie damit sich selbst disqualifiziert.

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    • Elisa
      noch mehr Lügen?

      Interessant, Anonymous mit zwei n schreibt den Selbstbelügungstext von Elke Jari, also Elke Jari tröstet sich selbst? Wer so was schreibt, hat nie mit der Elisa gesprochen!!, nachdem nur Elke Jari selbst ein Problem mit jener Beteiligten hatte, wie manch andere Jahre mit jemandem anderen, der sie nicht blind angebete hat, sondern kritisch nachfragt oder sich nur einer Nr. unterordnen will. Nur Elke wollte, dass die E. geht, weil sie selbst ein Problem habe, überfordert sei und damals wie bis heute nicht bereit ist, faktisch methodisch anzugehen. Elisa ist freiwillig gegangen und hat sich erst gewehrt, als noch nach Jahren Lügengeschichten ohne Fakten über sie öffentlich verbreitet werden, ohne sich der Sache erwachsen zu stellen und aus der Welt zu schaffen. Erst als E. systematisch isoliert und verleumdet war, beste Freunde ohne Boden Kontakt verweigern oder flüchten, hat sie sich gewehrt. Elke wollte sie zurücklocken und hat ihr hinterhertelefoniert und wollte Spenden für die entfallene Kursgebühr in ihrem Namen bei denen sammeln, die nachher nicht mehr mit ihr kommunzieren sollten, weil sie ja so gefährlich sei. Wieso sollte E. in einem selbsternannten Heilkurs sein wollen, und dafür bezahlen, also noch andere um Spenden bitten, wo „keiner“ an ihrer Aussage interessiert ist? Wo Elkes Behauptungen ohne Fakten blind geglaubt werden, ein Mitglied der damaligen Gruppe erst ihr das Leben zur Hölle und sie umbringen wollte, bloss weil sie existiert hat, dann nach gutem Einvernehmen, plötzlich vorsätzliche Körperverletzung macht und weil dies nicht genüge, noch weiterhin verleumdet!! Was dieser vorherige Text wiederum belegt.
      Nun, es gibt auch immer wieder über viele Jahre praktizierende „Ärzte“, mit gefälschten oder nicht vorhandenen Papieren.
      Fazit: Konflikte, die nicht sofort und vollständig, mit allen beteiligten gelöst werden, vergrössern sich je länger sie umschifft, statt angegangen werden. Langfristig stinkt alles untern Tisch gekeehrte von selbst. Was Annonymus schreibt, ist eine Selbstlüge. Wer nur eine Seite hört, will eben keine Lösung und keine Wahrheit.

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  3. Elisa
    Qualitäts- und Kompetenzkontrollen dringend erforderlich

    Dieser Text steht seit 15 Jahren da. 2014 habe ich eine Leiterin erlebt, die weder fähig war zu kommunizieren, noch wirklich zuzuhören, noch irgendwelche therapeutische Kompetenz oder Menschenkenntnis bewies. Unfähig zu leben, was gepredigt wurde. Aber Macht ausgeübt und schädliche Manipulation. Wieso gibt es auf diesen Gebieten keine Kompetenzkontrolle und regelmässige stichhaltige Kompetenznachweise. Wer nicht rechtzeitig ging, erlebte nur einen Kuschelkurs für Erwachsene. An Heilung war keiner interessiert. Erleben musste ich u.a. Verleumdung, Manipulation, Diskriminierung, und Aufstülpen einer Eneagrammnummer ohne den Menschen zu kennen, rein auf Gespinsten fussen. Distanzlosigkeit und Dummheit. Fahrlässigkeit im Umgang mit Kunden. Oder würde irgendeiner in ein Flugzeug steigen, das von einem Gärtner oder Krankenschwester geflogen wird, würde irgendeiner sein Kind von der Putzfrau operieren lassen, wenn ere es denn wüsste? Wieso gibt es weder Qualitätskontrollen noch Einhalt solcher Geschäfte mit Menschen, die ich als Sektenänhnlichkeit erleben musste und selbst nicht glauben konnte? Wer vorher keine Problleme hatte, dem wurden sie angedichtet, bis es alle glaubten, Menschen wurden getrennt, statt die im Programm vorgesehene Arbeit gemacht und Verständnis geschaffen, weil die eigene Unfähigkeit verdeckt bleiben sollte. Wer überfordert ist oder nicht mehr neutral bleiben kann, muss sich Hilfe holen und eine Auszeit nehmen. Die Vorgänge haben bis heute mit heilsamen Miteinander und sexueller Heilung gar nichts zu tun, nur mit Verdrängung und Ausleben eigener Ängste, aus Geschäftsgründen werden sogar Abhängigkeiten geschaffen. PS: Für all diese Beschreibungen gibt es konkrete spezifische Nachweise.

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