Anzeige

Soulresponding heißt eine Therapieform, die den Klienten punktgenau mit den eigenen Lebenslügen konfrontiert und dadurch eine sofortige Veränderung bewirken kann. Jochen Schilk sprach mit dem Entwickler Christhard Baller aus Potsdam.

 

 

Christhard Baller ist Heilpraktiker, Familiensteller, Coach und Heiler. Er hat Soulresponding in 15-jähriger Forschungsarbeit entwickelt. Sein Coach war das eigene Schicksal, das ihn mit einer besonderen Dosis von Sensibilität für Energien ausgestattet und gerade dadurch für normale akademische Ausbildungswege ziemlich inkompatibel gemacht hat. Nicht dass er’s nicht versucht hätte, doch im Medizinstudium fand er nicht die Antworten auf die ­Fragen, die ihm wichtig waren. So beschäftigte er sich mit alternativen Heilmethoden, suchte den Platz, wo er hingehörte, und fand ihn zunächst in Peru, in der Hoffnung, dass dort vielleicht Fähigkeiten gefragt sind, die hier nur den Betrieb stören. Er fand seine Herausforderung. Während einer 13-jährigen therapeutischen Praxis unter Extrembedingungen war er ständig gezwungen, das Unmögliche einfach mal zu wagen und Wege da zu finden, wo sie in keiner medizinischen Landkarte verzeichnet sind. Er war konfrontiert mit Schwerstkranken ohne medizinische Basisversorgung und mit Menschen in äußersten seelischen, geistigen und sozialen Verstrickungen bis hin zu schwarzmagischen Praktiken. Es gab nichts, worauf er hätte zurückgreifen können. So schuf er sich seine besondere Technik, mithilfe einer Art Körper-Radiästhesie seelische Informationen abzufragen, um die Klienten auf den einzig nachhaltigen Weg der Heilung zu bringen: den Weg der Selbstheilung, geführt von der eigenen Seele.

Christhard, du hast eine neuartige Diagnose- und Therapiemethode entwickelt, das Soulresponding. Kannst du zunächst einmal umreißen, wie es dazu kam?

Soulresponding ist die konsequente Fortführung meiner heilpraktischen Tätigkeit, bei der ich mich insbesondere in Südamerika um chronisch Kranke kümmerte. Mit den verschiedensten gängigen Naturheilverfahren habe ich mir dort schnell einen guten Ruf erworben. Durch das Auseinanderfallen meiner Familie stürzte ich dann jedoch in tiefe Depressionen. Vertraut mit der ­Differenzierung von krankmachenden Schwingungen auf der körperlichen Ebene, experimentierte ich in meiner Not damit, dies auch auf die emotional-spirituelle Ebene anzuwenden. Um mit mir selbst psychisch-emotional klarzukommen, habe ich auf diese Weise die Grundlagen des Soulresponding entwickelt. Ich lernte, mich mit verschiedensten Dimensionen und Energieformen auseinanderzusetzen – von der Integration meiner abgespaltenen Gefühle über Innere-Kind-Arbeit bis hin zur Heilung von Voodoo-ähnlichen Machenschaften. Dabei fühlte ich mich geführt, das heißt: Ich bekam immer die richtigen Informationen zur rechten Zeit, um nicht aufgeben zu müssen. Heute, nach meiner Rückkehr nach Deutschland und mit der Erfahrung aus diversen Praxen, arbeite ich ohne Medikamente und bin auch der Ansicht, dass wir grundsätzlich keine brauchen. Durch das Konfrontieren mit der Wahrheit und das Integrieren der Wirklichkeit entsteht lebendiges Fließen = Gesundheit. Kann es eine höhere Form der Medikation geben?

Deine Diagnosemethode erinnert vom Ansatz her an die Psychokinesiologie.

Psychokinesiologie ist vom Ansatz her sehr ähnlich, braucht allerdings den Muskel der zu testenden Person. Ich muss dabei als Tester körperlich präsent sein und den Muskel berühren. Beim Soulresponding ist das nicht so. Ich brauche die Person nicht einmal kennenzulernen, es genügt, wenn wir telefonieren. Wer sich bereits mit Pendeln und Rutengehen auseinandergesetzt hat, dem fällt es leicht, sich ins Soulresponding einzufühlen. Denn hier geht es ebenfalls um ein Sich-Öffnen für eine Instanz, die dauernd zu uns spricht, der wir aber nicht geübt sind zuzuhören. Es geht darum herauszufinden, wo Energie fließt, wo es weitergeht, wo Resonanzen sind. Das Pendel ist die Urgrundlage des Soulresponding. Ich habe jedoch das Pendel in den Zeigefinger übertragen und diesen für mich folgendermaßen programmiert: Schlägt der Finger nach links aus, bedeutet das ein Nein, nach rechts heißt es Ja. Auf dieser Basis ist in den letzten 15 Jahren eine ausgefeilte Technik entstanden. Ich habe hier ein Werkzeug, um die Intuition des Therapeuten in der Arbeit mit einem Klienten zu festigen, aber auch zu hinterfragen. Dies ermöglicht einerseits eine genaue Führung des Klienten. Andererseits hilft es mir, auch in meinem eigenen Leben jede anstehende Entscheidung möglichst in Reife zu treffen und nicht irgendwie, weil gerade ein Druck besteht.

Mit Soulresponding kann man sich also quasi ein bisschen an „Gottes kleinem Finger“ festhalten und sich durch geschicktes Fragenstellen durchs Leben und durch Prozesse leiten lassen.
Es gibt jedoch beim Testen auch immer wieder Hürden und Fallgruben…

Ja. Bei der Behandlung einer anderen Person geht es zunächst einmal um den Behandler selber. Dieser hat sich unbedingt im Klienten zu erkennen: Er darf sich auf keinen Fall herausnehmen und so tun, als hätte er mit dem gerade bearbeiteten Thema nichts zu tun oder als sei er damit schon durch! Denn wenn er sich nicht im anderen erkennt, werden die Testergebnisse falsch und der Behandler verliert Energie. Er fühlt sich unwohl, schwach und kann nicht vernünftig weiterarbeiten. Das kann sofort auftreten, manchmal aber auch erst nach der Sitzung. Am besten ist es natürlich, wenn gleich erkannt wird, dass soeben „der Spiegel nicht genommen“ wurde, wie ich das nenne. In so einem Fall kann man umgehend korrigieren. Ich bin dann gezwungen mir einzugestehen, dass ich zum Beispiel etwas an der Patientin ablehne oder dass ich mir nicht vorstellen kann, dass „ihr“ Thema ein Spiegel sein könnte für mich. Erkenne ich das nicht, arbeite also unbewusst mit einer Lüge, die ich mir selber auftische, schwächt mich das, wie alle Lügen schwächen – und als Folge funktioniert der Test nicht mehr. Denn alles läuft über meinen Filter, und solange der mit meinen Unwahrheiten verstopft ist, geht nix mehr. Je geübter der Therapeut ist, desto seltener werden diese Schatten, aber desto mächtiger werden sie auch.

Die Antworten des Tests hinterfragen, wie macht man das?

Mit wachsender Erfahrung habe ich immer mehr Vertrauen in das Testverfahren aufbauen können. Ich bin allerdings immer noch skeptisch, und das ist auch gut so, weil die Verantwortung, die aus einer einzigen Falschaussage resultieren kann, einfach immens ist. Sich selber und die erhaltenen Testantworten zu hinterfragen, bedeutet: Ich schaue mit bestimmten Fangfragen auf meinen Filter, um eine gute Arbeit machen zu können.

Ich konnte selbst bereits erleben, dass in den Sitzungen mit dir das Lebensverändernde oft ziemlich rasant geschieht. Wie kann das sein?

Das Schwierige beim Soulresponding ist das Fragenstellen. Anders als bei anderen Methoden bekommen wir hier die Antwort gedankenschnell. Ich frage den Patienten zu Beginn: „Möchtest du erzählen oder soll ich erzählen?“ Wollen die Patienten erzählen, kommt in der Regel eine Menge Unbrauchbares. Darf ich erzählen, so gehe ich in die Wahrnehmung, entspanne mich und lasse intuitiv ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen: Wen habe ich denn da, was passiert denn da? Entsteht ein Bild, brauche ich nur noch zu fragen: Ist das sein Erlebtes oder meine Schattenprojektion? Ich lasse mich dann durch das Bild und den Prozess treiben wie durch einen Tanz.

Ich habe tausend Mal vertraut und weiß: Es lohnt sich, ich kann meine ganze Existenz auf das Testen gründen. Es ist mir deshalb auch möglich, den Patienten ganz anders zu konfrontieren, weil ich den Mut und das Selbstvertrauen habe zu sagen: „So ist es!“ oder eben „So ist es nicht!“

Wichtig ist, den Erzähler – denn manche Patienten müssen und dürfen erzählen – sofort zu unterbrechen, sobald eine erste Lebenslüge auftaucht, wie zum Beispiel: „…da mich ja meine Mutter nie lieb gehabt hat.“ Dann gilt es „Stopp!“ zu sagen und zu fragen: „Ist das die Wahrheit oder benutzt du das nur als Ausrede? Fühl mal.“

Ich gehe beim Soulresponding also nicht den bequemen Weg, mir alles Mögliche erzählen zu lassen und mir dann irgendwas herauszugreifen nach dem Motto: Das wird schon klappen, wir machen zusammen irgendwas Nettes, und dann wird die Zeit schon bald um sein. Nein. Wenn die erste Lebenslüge auftaucht, unterbreche ich, und dadurch entsteht die Veränderung. Das ist natürlich heikel, denn ich muss dem Anderen quasi sein liebstes Kind wegnehmen, wohinter er sich bislang immer verschanzt hat.

Aus welchem Raum kommen die Antworten?

Der Name Soulresponding bedeutet, dass es darum geht, möglichst tief anzusetzen, möglichst auf Seelenebene zu arbeiten und nicht steckenzubleiben in oberflächlichen Symptomen und Energieformen. Das Motto von Soulresponding lautet: „Befreiung durch Wahrheit.“

Meine Erfahrung ist: Wenn eine Wahrheit gesagt und integriert ist – also nicht nur ein bisschen gefühlt, sondern wirklich angekommen ist in Präsenz –, dann verändert sich sofort die gesamte Haltung. Dann kann nichts bleiben, wie es vorher war.
Dass die Wahrheit befreit, ist ein ganz wichtiger Glaubenssatz von mir, ein anderer, dass ich mich vom Universum geliebt fühle. Wir Menschen werden geführt. Die einzige Konstante, die ich immer wieder erlebe, ist, dass es im Leben um Entwicklung geht – um nichts anderes! Also ist mein Ansatz ein ganz anderer als sonst in der Medizin. Da geht es ja in der Regel darum, Leiden zu bekämpfen und zu verringern. Dafür finde ich im Universum allerdings wenig Unterstützung. Ihm geht es um Entwicklung! Wenn man einen Raum öffnet für Entwicklung, dann passiert sie auch, und ich kriege alles zur Verfügung gestellt, was mich unterstützt.

Du hast eine Ausbildung in systemischer Arbeit nach Hellinger absolviert und machst mit dem Soulresponding nun auch eine Art von innerer Aufstellungsarbeit. Außerdem integrierst du dabei die Arbeit mit dem inneren Kind.

Ja, von Hellinger bin ich sehr beeinflusst, aber ich gehe da wie immer über die Grenzen, das macht ja am meisten Spaß. Denn Hellinger begrenzt bereits, indem er sich zum Beispiel aus den von ihm geleiteten Prozessen rausnimmt – er nimmt den Spiegel nicht! Es ist schade, dass er dieses Geschenk nicht nimmt und auch den von ihm ausgebildeten Aufstellungsleitern nicht zeigt, wie viele Geschenke da auf sie warten.

Soulresponding revolutioniert auch die Innere-Kind-Arbeit, weil es in der Differenzierung von Ursachen und Altersstufen extrem schnell und punktgenau ist und vor allen Dingen durch diese Ebenen liebevoll und kraftvoll führen kann.

Zumindest bei meinen bisherigen Sitzungen machtest du seltsame Geräusche, wenn wir Wahrheiten fanden. Du stöhnst, seufzt, atmest heftig und rülpst. Fühlst und erleidest du in diesen Augenblicken meine ungefühlten Emotionen – das wären dann eventuell auch deine eigenen – in voller Tiefe?

Nein, es geht nicht um Leiden, sondern es geht ums Durchlassen. Wenn Wahrheit passiert, fließt Lebensenergie durch den gesamten Organismus. Im Soulresponding nimmt der Begleiter wie eine Hebamme einen Teil zu sich. So, wie eine Hebamme den eigentlich von alleine passierenden Geburtsprozess erleichtert: Wenn sich in dir, dem Patienten, nach dem Aussprechen der Wahrheit Energie transformiert, so hänge ich als Therapeut da quasi mit drin. Es ist angenehm, wenn diese Transformation ihren Ausdruck finden darf. Es geht aber, wenn es  unpassend wirken würde, auch ohne Rülpsen und Stöhnen. Die Geräusche sind Transportmittel, sie machen es leichter, die Lebensenergie durchzulassen. Wichtig ist, dass ich in den andern eintauche. Wir werden eins.

Wie lange dauert das?

Das geht sofort, da muss ich nichts für tun. Wir beide sind jetzt auch eins, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen oder können oder was auch immer.

Könnte ich diese Art von Empathie auch lernen?

Ja, du kannst das lernen. Und vor allen Dingen: Jetzt ist ja unser Augenmerk nicht auf unserem Eins-Sein. Bei diesem Interview liegt unser Augenmerk auf dem Ausdrücken und Formulieren. Das ist etwas ganz Anderes, als wenn wir uns fünf Minuten lang in die Augen schauen. Dann passiert genug Anderes, da müssen wir gar nicht sonderlich empathisch sein.

Ich glaube, es geht eher darum, sich entspannt mit dem, was ist, auseinanderzusetzen. Wir sind immer viel zu verhärtet und verkrampft, um Dinge einfach passieren zu lassen. Das liegt an unserer Angst, nicht richtig zu sein oder funktionieren zu müssen. Ja, die Verkrampfung und die Verhärtung durchlässiger zu machen, das ist die Hauptarbeit des Soulresponding; durch den Test finde ich nur heraus, wo der Hebel anzusetzen ist.

Du gibst deinen Klienten Hausaufgaben mit: Körperübungen, Beobachtungs- und Schreibaufgaben, Autosuggestionssätze.

Die Verankerung der neuen Erkenntnisse ist für die Nachhaltigkeit entscheidend. Wenn ich nur auf der verstandesmäßigen Erkenntnisebene bleibe, ist das Ganze noch lange nicht umgesetzt. Dafür sind diese Aufgaben entscheidend.
Es gibt ja auch Menschen, die ganz wenig Geld haben. Denen kann ich in aller Kürze diktieren, was sie zu tun haben, die können sich quasi in fünf Minuten am Telefon ihr Programm für die nächste Woche abholen. Nach einen paar Tagen gibt es dann Supervision, ob sie das auch gut machen.

Ich kann dich also anrufen, du machst ein paar Tests, sagst mir dann: Du stellst dich dreimal täglich aufrecht hin, atmest kräftig und sagst dir dabei noch den folgenden Wahrheits-Satz vor…

Nun, im ersten Schritt geht es ja zunächst darum, Fehlhaltungen aufzudecken und zu sagen: „Da bescheißt du dich, guter Freund.“ Wie das bereits angesprochene Beispiel: „Meine Mama hat mich nicht geliebt.“ Wenn solch eine Lebenslüge einmal aufgedeckt ist, sage ich zum Beispiel: „Und nun machen wir das mal andersrum, jetzt nimm doch mal die Liebe deiner Mutter in einer ordentlichen Dosis. Das kannst du tun, indem du dir vorstellst, als Baby an ihrer Brust zu liegen, nuckel einfach an deinem Handballen.“ Sowas braucht ganz wenig Coaching, das kann ich in einer halben Minute verständlich machen.

Manche Sätze bzw. Wahrheiten sind so fundamental, dass sie paradoxerweise  der mehrfachen Wiederholung bedürfen, um ganz ins Bewusstsein einzusinken.

Hat das Testverfahren Grenzen? Gibt es da Fragen oder Bereiche, die grundsätzlich nicht beantwortet werden können?

Sehr schwierig ist generell alles Fragen nach der Zukunft. Etwas besser funktioniert es, wenn ich nach den „Chancen“ bzw. nach der „Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung“ frage. Auch das Fragen nach Dingen bei anderen Menschen, bei denen ich selber mit eigenen Wünschen und Erwartungen beteiligt bin, läuft nicht. Und ich muss es natürlich akzeptieren, wenn ein Patient nicht auf der Ursachenebene, sondern eher oberflächlich behandelt werden möchte. Es gibt da zum Beispiel eine Patientin, die will lediglich von mir durch eine Chemotherapie hindurch begleitet werden, denn sie ist überzeugt, dass diese Therapie gut für sie ist.

Eine wichtige Erkenntnis hinsichtlich der Grenze jeder Methode ist zudem diese: Es ist eine Illusion, alles wegmachen zu können. Wir können nur das, was gerade reif ist, transformieren! Wenn wir versuchen, etwas Unreifes zu transformieren, bekommen wir Probleme oder zumindest Frust.

Bietet dir das Testverfahren einen besonderen Nutzen im persönlichen Alltag? Zum Beispiel in Konfliktsituationen, in Liebesbeziehungen oder für deine persönliche Entwicklung?

Ja, entscheidend! Soulresponding ist ja auf jegliche Situation anwendbar, und ich habe ja bereits gesagt, dass ich jede anstehende Entscheidung möglichst in Reife treffen möchte und nicht aus einem Druck heraus. Und ich möchte aus dem Vorwurf an andere Menschen und die gesamte Umwelt rausgehen. Ich möchte im Vertrauen sein.

Für den Fall, dass ich momentan gar nicht im Vertrauen bin, kann ich relativ schnell rausfinden, woran das wohl liegt: Wo bin ich denn da hängengeblieben, bin ich beim inneren Baby gelandet oder trage ich noch meine Mutter oder ist es der Nachbar, mit dem ich gerade telefoniert habe, oder ist es die Frau, mit der ich die letzte Nacht verbracht hab? Wer bestimmt mich gerade? Das kann ich wunderbar klären, in kürzester Zeit.

Viele Leute, so kann ich mir vorstellen, finden aber auch die Vorstellung beängstigend, dass da jemand ist, der sie quasi durchschauen, „durch-scannen“ kann. Muss man im persönlichen Umgang mit dir Angst haben, dass du einen ungefragt scannst?
Niemals!

Gibt es gar keine Versuchungen?

Natürlich gibt es Versuchungen ohne Ende, dass ich da einfach „auf Nachbars Teller puzzeln“ könnte, ohne dass er es merkt, und mir dadurch Vorteile verschaffe. Nur: Diese unlautere Art des Missbrauchs meiner Fähigkeiten wird relativ schnell geahndet. Das ist das Beruhigende daran (lacht). Es gibt schnell einen Rüffel, der auch durchaus richtig weh tut.

Ich lernte diese Lektion zu der Zeit, als ich noch fast ausschließlich mit Bachblüten arbeitete. Damals hab ich für ­einen Freund Bachblüten ausgetestet, abgefüllt und ihm als Überraschungsgeschenk mitgebracht. Da sagte der: „Wie kannst du es wagen, meine Blüten auszutesten? Dann weißt du ja, wo ich bin!“ Ich wollte ihm was Gutes tun, musste aber kapieren: Okay, das mach ich nicht nochmal. Diese ganze Helfer-und-Retter-Nummer, die muss man sich ziemlich abgewöhnen, denn darum geht es einfach nicht.

Du hast gesagt: Jeder kann die Soulresponding-Methode, den Test, lernen…

Der Test ist in relativ kurzer Zeit zu lernen, in ein paar Stunden Arbeit. Das ist wie Klavierspielen: Drückst du die Taste hier, kommt der Ton – das ist nicht besonders anstrengend. Wenn man aber einen vernünftigen Beethoven spielen will, muss man sich schon ein bisschen hinsetzen.

Kann man Soulresponding beruflich auch außerhalb eines therapeutischen Rahmens einsetzen?

Ja, beispielsweise in der Qualitätssicherung oder in der Berufsberatung oder bei kriminalistischen Untersuchungen. Es gibt eigentlich kein Feld, wo es sich nicht faszinierend anwenden lässt. Ich habe zum Beispiel mal die frühe Version eines aufwendig gemachten Vorstellungsbogens eines Coaches in die Hände bekommen, der hatte vorne so einen Leitsatz drauf. Ich sehe die Titelseite und sag zu dem Betreffenden: „Du, der Leitsatz, der bekommt keine Energie.“ – „Ja“, sagt der andere, „mag sein, aber ich find den irgendwie gut“. – „Nee“, sag ich, „du hast was Besseres“. Dann hab ich nur getestet: Ist der Satz bei ihm zu Hause zu finden? – Ja. Dann hab ich ihn übers Telefon zu seinem Bücherbord geleitet, zu einem bestimmten Buch, zu einer bestimmten Seite. Dort stand der richtige Satz. Ich kannte den vorher natürlich auch nicht, aber ich wusste, wie ich ihn finden kann. Diesen Satz hat der andere dann total begeistert als Motto genommen.

Ich kann mit Soulresponding auch Supervision machen. Das ist überhaupt das Schönste. Du kannst mir zum Beispiel von einer Familienaufstellung erzählen, die du vor fünf Jahren gemacht hast, und ich kann die supervidieren, denn die Energie geht ja nicht verloren. Ich kann dann etwa sagen: Da und da wird projiziert, dort ist es nicht genug ausgeleuchtet, das willst du nicht wahrhaben, der und der hat das Thema. All diese Dinge lassen sich im Nachhinein noch wunderbar aufschlüsseln, und vielleicht sollte auf dieser Ebene das Soulresponding auch mehr Platz einnehmen, denn Supervision fehlt bei Familienaufstellungen. Da bieten sich wirklich traumhafte Möglichkeiten, wenn das im Nachhinein gemacht werden kann von jemandem, der gar nicht dabei war. Und dann auch noch am Telefon! Dadurch, dass diese Methode so frei und grenzenlos ist, kann ich sie theoretisch in allen denkbaren Bereichen anwenden.


Abb: © Cmon – Fotolia.com
Abb 2: Alte Konzepte und Glaubenssätze: Uuuund tschüsss! – © Alena Ozerova – Fotolia.com
Abb 3: Die Wahrheit: das Tor zur Freiheit und in ein erfülltes, buntes Leben – © Cmon – Fotolia.com

Über den Autor

Avatar of Jochen Schilk

ist Redakteur der Zeitschrift „Oya – anders denken, anders leben“ (www.oya-online.de). Seit 1997 wirkt er am Aufbau eines überdörflichen Nachbarschaftsnetzwerks mit zahlreichen sozial-ökologischen Projekten im Lassaner Winkel/Vorpommern mit.

2 Responses

  1. Uriela Siefer

    Das klingt auf den ersten Blick alles so fundiert und wirklich faszinierend, ist aber nicht als heisse Luft, wie ich für mich feststellen konnte.
    Ich hatte mit der Soulresponding Ausbildung begonnen und nach einem halben Jahr glücklicherweise bemerkt, dass ich meines Erachtens, in einen destruktiven Psychokult geraten war. Ich bin sofort ausgestiegen.

    Ich versuche nun zu begreifen wie ich da rein geraten konnte.
    Vielleicht ist ein Vergleich mit Drogen gar nicht so schlecht.
    Meine Einstiegsdroge waren Gewaltfreie Kommunikation Seminare (Marihuana). Dann kam Law of Attraction, ein Buch das ich von einer Freundin bekam, da konnte man erfahren, dass das Universum ein Versandhauskatalog ist und man nur lernen muss richtig zu wünschen. (ein bisschen Kokain).
    Dann kam schon Soulresponding (Crystal Math). Eine kurze aber heftige Drogenkarriere.

    Die allzu menschliche Kluft zwischen dem Film im Kopf und der Realität, wurde immer größer. Ich habe mehr und mehr ausgeblendet, nicht gesehen, dass ich immer schwächer und depressiver geworden bin. Wurde immer handlungsunfähiger. Bin im Chaos versunken. Hab mich mehr und mehr entfremdet von der Zeit in der wir leben, von Freunden und Verwanden. Hab mich gefühlt wie ein Alien von einem anderen Planeten. Wurde immer leichtgläubiger, abergläubischer, wirr und völlig orientierungslos. Auf der Suche nach Halt, ein Seminarjunkie; und ich musste feststellen, dass Phrasen keinen Nährwert haben. Ich bin froh wieder auf der Erde zu sein, klar denken zu können, halt in mir selber zu finden. In dem langen Prozess zurück zu mir, habe ich oft von Ernüchterung gesprochen, kein Wunder.

    Der Esomarkt ist meines Erachtens ein milliardenschweres Umsatzgeschäft, eine Wachstumsbranche. Ein Zeitphänomen, mit teilweise verheerenden Auswirkungen für einzelne Menschen. Lest mal Aussteigerberichte im Internet. (z.B.: „Avatar“, die Methode ist auch ein Psychokult und ein Zweig von Scientology usw.). Die großen Sekten gibt es kaum noch, das Problem hat sich verlagert, es gibt heute viele kleine Gruppen. Der Esokram ist insgesamt ein Riesen-Hype um: heiler, gesünder, ausgeglichener, ganzheitlicher, glücklicher, erfüllter, höher, schneller, weiter, besser, schöner, reicher usw.

    In der Welt hier draußen, wird keine Sektenangst geschürt. Das Thema findet kaum Beachtung. Wir leben in einer toleranten aber auch ignoranten Gesellschaft. Es werden keine Verbote ausgesprochen zu Fragen des Glaubens und der Meinungsfreiheit. Blinde Flecken gibt’s da zwar noch einige, doch heutzutage wird vor allem auf Aufklärung gesetzt. Es geht immerhin um die freie Persönlichkeitsentfaltung (ein Menschenrecht), die meines Erachtens durch so etwas wie Soulresponding angegriffen wird.

    Wenn ihr jemanden kennt der damit zu tun hat, bitte beachtet genau wie die Betroffenen sich verändern. Wegschauen ist keine Lösung.

    Wenn man erst mal so gebrainwashed wurde, ist ein eingreifen von außen extrem schwierig, es ist ein langer Weg zurück zu sich selber.
    Man kann aber einiges tun, um diesen Weg auch von außen zu unterstützen. Familie und Freunde sind da besonders wichtig, auch wenn sie das Gefühl haben, der Betroffene ist ihnen ganz fremd geworden. Die Beratungsstellen können einem dabei helfen. Das ist kein Schicksal dem man ausgeliefert ist, nach dem Motto: Da mussten sie wohl eine Erfahrung machen um etwas zu lernen. Jeder hat halt so seine eigene Logik usw. Nein! Wir leben im 21. Jahrhundert. Es gibt einen feinen Grad zwischen Toleranz und Ignoranz.

    Logisch, man lernt aus Erfahrung, aber nicht von ganz allein, wie durch Magie. Es braucht viel Zeit für Auseinandersetzung, Lernbereitschaft und Unterstützung. Ausserdem: solche Erfahrungen muss man nicht machen, man kann auch anders lernen. Es braucht dazu eine ethische Stellungnahme! Solche destruktiven Psychogruppen, sollte es nicht geben.

    Nach meinem Ausstieg, hat man mir folgendes Vorgeworfen:

    „Du willst nur nicht sehen, was du hier für einen Krieg angezettelt hast, weil du noch immer in deinem Opferding hängst, da fehlt dir wohl noch die spirituelle Reife“, die sie natürlich hatten. Zertifiziert von Baller höchst persönlich, von dem der mit dem kleinen Finger Gottes wedelt (na dann Prost Mahlzeit).

    Das „Opferding“ war ein zentrales Thema während der Ausbildung. Man sollte lernen die Verantwortung zu übernehmen. Im Nachhinein betrachte ich dies als eine gefährliche Vernebelungstechnik. Die Teilnehmer konnten offenbar ab einem gewissen Punkt nicht mehr erkennen, wenn jemand wirklich zum Opfer gemacht wurde.

    Ein Typische Denkmuster war auch:
    Man sollte immer zuerst bei sich selber schauen, den Spiegel nehmen.
    Wenn man ganz besonders fleißig immer bei sich selber schaut, gehört man zu den Guten. (Geschickter Weise, kann man den Spieß dann umdrehen wenn es passt: Da musst du aber bei dir schauen, ich hab damit nichts zu tun, ich gehöre zu den Guten).

    Das war strukturelle Empathielosigkeit!

    Jetzt, von außen betrachten, kommt es mir vor, als wären all die eifrigen Soulresponding Anhänger voll zu gedröhnt mit Phrasen, wie auf Droge. Dabei will ich nicht alle in eine Kiste packen, jeder steht da wo er halt gerade steht und hat seine Gründe, warum er was tut. Aber es ist, als könne man nicht durchdringen, man sagt etwas und sie verstehen ganz was anderes. Wie diese Blindheit, bei der die Menschen erstmal nicht merken, dass sie blind sind, weil ihnen das Gehirn Bilder vorgaukelt. Sie sehen einen Raum mit zwei Fenstern und einen Arzt mit weißem Kittel, in Wirklichkeit ist es aber ein fensterloser Raum und der Arzt hat ein blaues Hemd an. Ich schüttle den Kopf und denke: Und da warst du mal drin? so warst du mal unterwegs? Entsetzlich! Peinlich!
    Manchmal muss ich auch lachen.

    Ich glaube dass diese ganzen Spielchen, um die Frage wer die Guten sind, erst aufhören, wenn wir uns eingestehen, dass wir alle korrumpierbar sind. Alle Gleichermaßen. Die Guten gibt es nicht. Oder wie man auf Wienerisch sagt: Der Mensch an sich ist gut, nur die Leut sann a Gsindl (Pöbel). Wir alle werden dann und wann Teil von jener Macht die stehst das Gute will und doch das Böse schafft.
    Wir alle lernen durch Versuch und Fehlschlag. Es ist keine Schande sich zu irren. Die Evolution hat es uns vorgemacht. Alles Lebendige strebt nach Verbesserung, dabei passieren Irrtümer. Es kommt nur darauf an ob wir daraus lernen.

    Um den Absprung zu schaffen, Ist der erste Schritt immer das Eingeständnis, dass man sich geirrt hat. Ich für meinen Teil kann sagen: Ich habe mich geirrt, ich habe geglaubt das richtige zu tun, als ich mit der „Ausbildung“ begonnen habe, jetzt muss ich feststellen, es war ein echter Irrtum, es tut mir leid, ich bitte alle um Vergebung denen ich Schaden zugefügt habe, während der „Ausbildung“, in meinem Glauben therapeutische Arbeit zu tun.

    Der Fingerwedelkram ist meines Erachtens eine Mindcontroltechnik, ähnlich wie bei Scientology, da wird beim Audithing eine Art Lügendetektor verwendet, der ausschlägt um den Wahrheitsgehalt deiner Aussage zu testen und eine Nadel zeigt die Prozente an.
    Damit wird man von sich selber weggeführt und die scientologische Botschaft in dein Hirn gepflanzt. Ron L. Hubbert der Gründer von Scientology, war eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit.

    Ich möchte wirklich inständig vor Herrn Baller warnen. Auch die telefonische „Beratung“, die Herr Baller anbietet ist meines Erachtens pure Verantwortungslosigkeit, denn er ist meines Erachtens ein Scharlatan, unqualifiziert und inkompetent.

    Da frag ich mich auch grade, was macht man mit all den Leichtgläubigen, die von Scharlatanen, billige Tricks gelernt haben, und dies nun für besondere Fähigkeiten halten?
    Wie in der obigen Stellungnahme zu sehen ist. Die Berichte klingen sehr nach Seligkeit in der Verblendung.

    Uriela Siefer

    Antworten
  2. schewando katharina

    Das die eigene Wahrheit befreiend ist und wirkt kann ich nur voll und ganz bestätigen.Nicht immer fühlt es sich kuschelig an,aber tatsächlich,
    immer entspannt es mich.Soul Responding begleitet mich täglich und das schon einige Jahre.Viele Jahre ,sogar Jahrzehnte war mein Leben bestimmt von Allergien,Asthma B.,Angstzuständen und einiges mehr an unangenehmen …
    Heute kann ich Katzen streicheln ohne gleich ins Krankenhaus zu müssen(meine Wahrheit“Katzen stehen für meine verdrängte Wildheit…).
    Meine Hausaufgabe war in Bezug darauf nicht immer leicht zu händeln.Es hat sich aber gelohnt sie zu machen.Sehr sogar…ich liebe Soul Responding denn es führt mich zu mir.Das sensationellste ist, dass ich kein Asthmaspray mehr benötige seitdem ich ein Seminar bei Christhardt besucht hatte.Hätte mir das zuvor jemand als Zukunft vorausgesagt,“gib dein Spray Herrn Baller und alles wird gut“ ich hätte gesagt, ob er noch ganz dicht sei.Niemals hätte ich das getan,nie…Aber ich habs getan!!Es war so verdammt schwer.Es ging auch nur weil ich Christhard so vollständig vertraue.Das hat mich schon selber erschreckt,so tiefes Vertrauen kannte ich zuvor nicht.Auf jeden Fall, ich brauchte nicht ins Krankenhaus,keine Cortisionspritze…
    Es ist so krass gut.,einfach großartig ohne den Zwang leben zu können das Spray nicht mehr dabei haben zu müssen,es nicht mehr unter meinem Kopfkissen zu brauchen.

    .Zu wissen was ich zu tun habe wenn es eng wird im Hals dh.meine Hausaufgaben drauf zu haben.Ich empfinde es als große Gnade und bin so ,so dankbar dafür…Wahrheit befreit eben.

    Liebe Grüße
    Katharina

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*