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E M D R (E ye M ovement D esensitation and R eprocessing) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, mit dem traumatische Erfahrungen, Phobien, Ängste, psychovegetative Schmerzzustände, Abhängigkeiten und anderes behandelt werden können.

Laut Forschungsergebnissen der TU Dresden leidet jeder 4. Mensch in Deutschland an Tierphobien oder Tierängsten. Dabei sind Spinnenphobien am weitesten verbreitet. Die Heftigkeit solcher Ängste reicht vom Wechseln der Straßenseite, weil ein Hund entgegenkommt bis hin zu Panikattacken, wenn nur der Name des Tieres erwähnt wird, geschweige denn, ein Bild von ihm auftaucht. Solche Menschen sind nicht in der Lage, diese Tiere als „hilfreich“ zu erleben. Häufig generalisieren die Ängste so, dass Betroffene die Natur meiden müssen. Grundsätzlich wird bei heftigen Phobien jedweder Begegnung mit dem betreffenden Tier vorgebeugt.

So war eine Patientin von mir nicht in der Lage, die Zeitung zu lesen, aus Angst, einem Schlangenbild zu begegnen. Tauchte solch ein Bild vor ihr auf, dann stockte der Atem, kalter Schweiß brach aus, das Herz raste und sie erstarrte, unfähig, sich selbst zu schützen. Noch ehe ich 1997 mit dem EMDR in Berührung kam, lernte sie bei mir mit Hilfe von Desensibilisierungstechniken, die Angst so weit im Zaum zu halten, dass sie Schlangenbilder überblättern konnte, ohne zu erstarren. Die Angst war aber nicht wirklich gelöst. Erst mit dem EMDR gelang eine Befreiung.

Eingekapselte Erinnerungen wiederbeleben

In der EMDR-Behandlung bat ich Frau F., mir eine Szene zu nennen, die sie als besonders belastend empfand. Dann galt es herauszufinden, zu welch einer lebensbeschränkenden Einstellung das bei ihr geführt hatte. „Ich bin ausgeliefert und kann mich nicht schützen“ sagte sie und hätte gerne von sich erwartet, in der Begegnung mit einer Schlange angemessen reagieren zu können. Des weiteren muss-ten die begleitenden Gefühle und Körperreaktionen erkundet werden. Ziel dieser Befragung ist es, den Bereich im Gehirn zu aktivieren, in dem die zugehörigen Erinnerungen gespeichert sind. Erinnerungen an überwältigende Ereignisse mit den dazugehörigen Gefühlen von Angst, Wut oder Ohnmacht werden im Gehirn eingekapselt, sozusagen „auf Eis“ gelegt. Dadurch schützt sich der Organismus davor, von unverdauten Bildern und Gefühlen überschwemmt zu werden und damit wieder in die ursprüngliche Ohnmacht zu geraten.

Mit Hilfe der Methoden des EMDR (schnelle Rechts-Links-Bewegungen der Augen, Beklopfen der Handflächen etc.) werden solche abgekapselten Areale verstärkt durchblutet. Das führt zu einer beschleunigten Wiederbelebung der eingeschlossenen Erinnerungen. Blockierte und belastende Gefühle und Gedanken werden belebt und ein transformierender Prozess wird durch die Therapie eingeleitet. Beeindruckend ist, dass der Organismus selbst diesen Verarbeitungs- prozess steuert. Die Therapeutin sorgt für den schützenden Raum, bestimmt die Länge und Häufigkeit der Rechts-Links-Stimulierungen, folgt ganz eng dem Weg des inneren Verlaufs und fördert die Transformation.

Im Fall von Frau F. waren mehrere Sequenzen von Augenbewegungen nötig, in denen sie mit heftigster Panik und starken Körperreaktionen reagierte. Sie erlebte beschleunigt und komprimiert ihre Erinnerungen. Ohne die Sicherheit, die sie bei mir erlebte, wäre sie dazu nicht in der Lage gewesen. Verschiedenste Erinnerungsbilder tauchten auf und wurden während der Bearbeitung immer blasser, bis sie nicht mehr zu fürchten waren und ihre aktuelle Brisanz verloren hatten. Frau F. konnte sich nun ohne jede Erregung Schlangenbilder anschauen. Nach einem späteren Urlaub erzählte sie von einer direkten Schlangenbegegnung, in der sie frei von Ängsten blieb (Beobachtungszeitraum: 6 Jahre).

EMDR   E ye
           M ovement
           D esensitation and
           R eprocessing

EMDR ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das 1987 von Francine Shapiro in Amerika entwickelt wurde. Es ist eine zeitsparende und umfassende Methode, mit der traumatische Erfahrungen, Phobien, Ängste, psychovegetative Schmerzzustände, Abhängigkeiten und anderes behandelt werden können. Es hat sich u.a. auch im Einsatz bei Großschadens-ereignissen und bei Überlebenden von Gewalterfahrungen sehr bewährt.
Mit Hilfe von Stimulierungen der rechten und linken Gehirnhälfte durch optische, taktile oder akustische Reize (Eye Movement) wird gezielt der gestörte Bereich im Gehirn angesprochen. Dabei können belastende Gefühle und Gedanken befreit und vorhandene Blockierungen gelöst werden (Desensitation). Ein neuer Verhaltensprozess kann eingeleitet werden (Reprocessing).
Die Wirksamkeit des EMDR ist umfassend erforscht, die Wirkung ist effektiv, gründlich und tritt schnell ein.

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