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Kann Spiritualität ohne politischgesellschaftliches Engagement echt sein? Und Politik ohne ein Bewusstsein der Einheit allen Seins sich am Wohl des ganzen Planeten orientieren und der lebenswerten Zukunft zukünftiger Generationen Priorität vor kurzfristigen Erfolgen geben?

Die politische Lage spitzt sich weltweit immer mehr zu. Krieg, Unterdrückung, Protest, Armut, Flüchtlinge und Überwachung – es scheint, als säßen wir auf einem gesellschaftlichen Pulverfass, dessen Lunte langsam dem großen Knall entgegen brennt.

Die sich verschärfende wirtschaftliche Lage, die zunehmende Kluft zwischen der Politik und der Bevölkerung und eine grundlegende Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Verhältnissen treibt weltweit immer mehr Menschen auf die Straße. Ist es Zeit für Widerstand und Revolution? Oder ist der „Kampf“ ein altes Konzept und vielleicht sogar grundsätzlich kontraproduktiv? Gerade für spirituelle Menschen scheint dies eine extrem schwierige Frage zu sein. Fast scheint es, als wäre politisch-gesellschaftliches Engagement für spirituelle Menschen kaum denkbar. Warum ist das so?

Spiritualität und Weltflucht

Wie schafft es die spirituelle Szene, Umweltzerstörung, Krieg, sterbende Kinder, den Massenmord an Tieren – kurz: das erdrückende Elend und die schreiende Ungerechtigkeit dieser Welt – so hartnäckig zu ignorieren? Muss nicht jeder, der sich je mit diesen Dingen wirklich konfrontiert hat, der das Leid dieser Welt wirklich an sein Herz gelassen hat, zwangsläufig eine heilige Wut spüren, einen tief empfundenen Impuls zu Veränderung, Hilfe und vielleicht sogar Kampf?

Mir zumindest ging es oft so. Verhungernde Kinder, getötete Tiere, zerstörte Wälder, skrupellose Konzerne, sinnlose Kriege, dreiste Lügen – ich hatte in meinen jüngeren Jahren viele Phasen, in denen es mir schien, als seien Bomben doch die einzig adäquate Antwort auf so manche Ungerechtigkeit.

In anderen Phasen stießen mich Resignation, Angst und Verzweiflung in eine Art spirituelles Heimweh: Ich wollte hier weg, nach Hause, fort aus dieser dunklen Welt. Die Realisation, dieser verschlingenden Übermacht, diesem Moloch von System und der Verschwörung von Geld, Macht und Gewalt gegenüberzustehen, die unbesiegbar scheint, kann erschrecken und entmutigen.

Was ist die richtige Antwort?

Was macht all das mit mir? Kann ich zulassen, das wirklich zu fühlen? Wie antworte ich darauf? Schließe ich meine Augen wieder? Renne ich hinaus auf die Straße und kämpfe? Machen Demonstrationen und Petitionen irgendeinen Sinn? Müssen wir radikaler werden? Gibt es überhaupt eine „richtige“ Antwort?

Wie gehe ich in all dem mit meiner Spiritualität um? Wie kann ich bei Räucherstäbchen und Dudel- Musik auf einem Meditationskissen sitzen, während Kinder geschändet und Unschuldige abgeschlachtet werden? Ist meine Spiritualität, meine Erfahrung von Einheit und tiefer Liebe ein verlogener Fluchttrip, ein narzisstischer Eskapismus vor der Welt und meinem Platz darin?

Oder ist Spiritualität vielleicht der einzige Weg, wirklich etwas zu verändern – weil jeder Mensch immer nur sich selbst verändern kann? Ist es nicht das Bewusstsein der Menschen, das die gegenwärtige Welt erschafft? Wird jede Revolution nicht immer wieder in denselben Mustern enden, wenn sich nicht zuerst das Bewusstsein der Menschen ändert? Liegt der Weg zum Frieden in der Welt nicht darin, dass wir zuerst selbst dieser Frieden werden müssen? Führt der einzige Weg zur Transformation der Gesellschaft nicht über die Transformation der Menschen, aus denen sich die Gesellschaft zusammensetzt?

Und liegt politischer Kampf nicht in genau der Frequenz, die er glaubt zu beseitigen: Angst, Wut, Kampf, Urteil, Trennung, Verzweiflung … Ist eine Lösung auf diese Weise überhaupt vorstellbar? Kann das zu etwas anderem führen als zu immer mehr Kampf, immer mehr Wut, Misstrauen und Gewalt?

Geht es nicht vielleicht auch darum, dass wir aussteigen aus diesem Spiel und wieder zu Vertrauen, Liebe, Kooperation und Freude finden – weil das die einzig möglichen Grundlagen für eine wirklich nachhaltige Alternative sind?

Oder ist das alles naive Esoterik-Denke? Liegt die Wahrheit vielleicht irgendwo dazwischen?

Innere Wahrheit

Ich denke, die Antwort auf diese Fragen kann man nicht von anderen bekommen. Jeder muss sie aus seinem Inneren erlauschen. Und es wird Zeit für spirituelle Menschen, dabei genau hinzu hören. Die gemütlichen spirituellen Slogans von Akzeptanz, Liebe, Nicht-Handeln – sind sie nicht manchmal wirklich nur eine Ideologie, unter der sich die Angst vor der Welt verbirgt? Eine Harmoniesucht, ein Verkriechen in eine kleine, heile Blase?

Immer wieder sehe ich vor meinem inneren Auge die Bilder des „Tank Man“, dieses kleinen Chinesen, der sich vor einen heranrollenden Panzer stellt und ihn zum Stehen bringt. Es ist mehr als ein Panzer, der da gerade auf uns zurollt – hilft es da wirklich, im Gebüsch versteckt Mantren zu singen? Wird es nicht Zeit, aufzustehen? Wie viel sind wir bereit zu geben und zu riskieren, um unserer tiefsten inneren Wahrheit zu folgen? Sie zu leben und in die Welt zu tragen? Ist unser Bewusstsein stark und weit genug, herauszukriechen aus unseren Yoga-Studios und uns die Hände schmutzig zu machen im Staub dieser Welt? Können wir die Kraft der Stille verkörpern in einem Meer schriller Emotionen?

Wir können den Fernseher ausschalten und nichts mehr hören vom Leid anderer, nur noch positive Nachrichten lesen. Aber glauben wir wirklich, all das Leid da draußen hätte nichts mit uns zu tun? Glauben wir wirklich, diese Manifestation unseres kollektiven Bewusstseins käme nur von den anderen? Wir können vor dieser Manifestation nicht fliehen, wir leben in ihr und wir werden uns in und zu ihr verhalten müssen. Haben wir den Mut, tief in uns und den Spiegel dieser Welt zu sehen und unsere Rolle darin zu erkennen? Können wir uns wirklich berührbar machen? Lassen wir das Leid dieser Welt noch an uns heran? Was macht es mit uns, wenn wir uns wirklich erlauben, das alles zu fühlen? Was will dann passieren?

Das Neue

Ich denke, jeder Mensch, der es zulässt, hat ein Bedürfnis zu helfen und Leid zu beenden. Gleichzeitig dürften viele resignieren angesichts der scheinbaren Aussichtslosigkeit und Ohnmacht gegenüber den globalen Missständen. Was also tun? Eine meine tiefsten Überzeugungen in Bezug auf die Gesellschaft hat Buckminster Fuller so zusammengefasst:

„Du veränderst Dinge nicht, indem du die bestehende Realität bekämpfst. Um etwas zu verändern, musst du ein neues Modell erschaffen, welches das bestehende Modell überflüssig macht.“

Ich denke, niemand hat bisher dieses neue Modell, und dieses neue Modell wird nicht aus einem alten Bewusstsein kommen. Denn wie Einstein so schön sagte, kann man Probleme nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Spiritualität wird ein wichtiger Teil einer wirklich nachhaltigen Lösung sein, denn weder politische Systeme noch die Gebote irgendeiner Religion haben je wirklich etwas geändert. Was wir brauchen, ist Spiritualität im Sinne einer Rückverbindung: zu uns selbst, zu den Menschen, der Welt und der Natur. Und ein Handeln aus dieser Verbundenheit.

Integrität

Ein Kampf gegen das System allein reicht darum nicht aus. Was wir brauchen, ist eine positive, existenzielle Motivation. Der Philosoph Yasuhiko Genku Kimura ist der Ansicht, es gibt nur eine Sache, für die es sich zu leben, zu kämpfen und zu sterben lohnt: Integrität. Die Übereinstimmung zwischen dem, was wir sind, fühlen, wollen und tun – die bedingungslose Treue zu unserem Selbst.

Es ist nicht der Kampf, den wir in Ghandi oder Che Guevara so sehr bewundern, sondern es ist ihre Integrität, ihre Treue zum Selbst. Es ist der spirituelle Krieger, der tief inspiriert, ein Mensch, der sich selbst, seinen Werten, seiner Vision und innersten Wahrheit treu bleibt, der in seinem eigenen, inneren Sein verwurzelt bleibt, welche Stürme auch um ihn toben mögen.

Diese Integrität kümmert sich nicht um spirituelle Konzepte, politische Ideologien, gesellschaftliche Moral – auch nicht um Bequemlichkeit, Sicherheit und persönlichen Nutzen.

Das Selbst

Solche Integrität setzt sich zusammen aus Selbsterkenntnis und wahrhaftigem Handeln. Können wir solche Integrität verkörpern, wenn wir uns selbst nicht kennen? Und können wir von Integrität sprechen, wenn wir uns zwar fühlen, aber davon nicht unser Handeln leiten lassen? Ich denke, die spirituelle Szene krankt an einem Mangel an Integrität, wenn es um das Handeln in der Welt geht, und weite Teile der politischen Szene kranken an einem Mangel an Selbsterkenntnis. Für die Zukunft werden wir beides brauchen.

Das beginnt im Kleinen, mit sehr einfachen Fragen: Wie sehr sind wir unserem Selbst treu, jeden Tag? Bei dem, was wir tun, bei den kleinen Ungerechtigkeiten, die wir beobachten, den bettelnden Menschen, die uns begegnen, den Wahrheiten, vor denen wir uns verschließen? Ist das, was wir tun, sagen, konsumieren, in Einklang mit unserem tiefsten Wissen? Jeder Tag und jeder Einkauf konfrontiert uns mit politischspirituellen Entscheidungen, denn alles, was wir tun und konsumieren, hat direkten Einfluss auf andere Wesen und unser eigenes und kollektives Bewusstsein. Wo machen wir doch irgendwie mit und übergehen unser Gefühl, dass etwas falsch ist? Wo sind wir still, wenn etwas in uns sprechen will? Wo sehen wir weg, wenn etwas in uns handeln möchte? Wo fühlen wir nichts mehr, obwohl unser Herz schreit?

Wer immer diesen Fragen folgt, wird auf die eine oder andere Weise politisch und ökologisch handeln. Wer immer sein Bewusstsein von diesen Fragen weiter ausdehnt auf die Welt, wird sein eigenes Verwoben-Sein mit ihr erkennen müssen. Wer immer diese Inkarnation wirklich annimmt, spirituelles Bewusstsein wirklich in die Verkörperung bringt, bei dem drückt sich Spiritualität auch durch bewusstes In-der-Welt-Sein aus.

„Wer bin ich“ ist keine Frage, die sich nur im Rahmen einer Meditation stellt, sie stellt sich in jedem einzelnen Augenblick. Wir geben die Antwort durch unser Handeln, unsere Begegnungen, unsere Worte. Vielleicht ist die Frage nicht, ob wir politisch oder spirituell sind, sondern wann wir wirklich anfangen, von unserem tiefsten Ort aus zu sein.

„Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen.“ (Boddhisattva-Gelübde)

9 Responses

  1. Kris
    Integrität

    Integrität ist wirklich ein schöner Ausdruck.
    Liebe und Integrität gehen Hand in Hand. Eine Qualität die Vielfalt mit an Bord nimmt.

    Ich bezweifle das Menschen wie Gandhi oder Che Guevara so viel Integrität besaßen. Sie sind vielleicht einfach einen „unüblichen“ Weg gegangen. Speziell um Che Guevara wurde aus meiner Sicht ein großer Mythos geschaffen.

    Ich finde wir brauchen keine Helden erzeugen. Denn es geht unsere Autorität. Ein Land voll blühender Individuen und wir erleben Integrität als selbstverständlich. Kinder sind unsere Meister. Was braucht es von aussen?

    Danke für den Artikel

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  2. Oliver
    Verantwortung

    @Gaisenheiner
    Aus Ihrem Text spricht eine Art Beruhigung, die m.E. aber auf einigen Konzepten beruht, die gar nicht aus dem Moment geboren sind sondern einer bestimmten Form von Denken angehören. Zu diesem Denken gehört die Annahme, die Welt sei notwendig so, wie sie ist, „weil alles nach Gesetzmäßigkeiten abgelaufen ist.“
    Wenn ich also z.B. in den Nachrichten das Bild eines kleinen am Strand angespülten Flüchtlingsjungen sehe, kann ich mir sagen, „Es musste so sein….“ Vielleicht entsteht dann dennoch ein Impuls, etwas zu tun. Vielleicht auch nicht. Der beruhigende Gedanke aber „Es musste so sein“, der wurde von außen an die Situation herangetragen.

    Aus einer biblisch geprägten Spiritualität heraus würde man etwas ganz anderes sagen: So sollte es nicht sein! Und man würde fragen: Wie ist es dazu gekommen? Wer hat hier welche Verantwortung? Was ist MEINE Verantwortung? Was ist in Zukunft zu tun? Eine biblisch geprägte Spiritualität nämlich geht von Freiheit und persönlicher Verantwortung aus.

    Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch ein Buddhist wie der Dalai Lama, der das Mitgefühl in den Mittelpunkt stellt.

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    • Hartmut Geisenhainer
      Mitgefühl

      Guten Abend Oliver,
      Mein Mitgefühl in bestimmten Situationen hängt doch nicht davon ab, was ich über die Gesetzmäßigkeiten der Welt denke. Was kann mir denn besseres passieren, als möglichst oft auf meine Gefühle acht zu geben und aus ihnen heraus mein Handeln bestimmen zu lassen. Sind meine Gefühle des Teufels? Auf meine Gefühle zu hören, schränkt mich doch nicht in meiner Freiheit ein. Diese Achtsamkeit verschafft mir doch erst die Befreiung von mühsamen und langwierigen Denkprozessen und integriert mich wieder emotional in das große Ganze, aus dem mich mein rationales Denken vorher herausgelöst hat.
      Handele ich unverantwortlich, wenn ich auf meine Gefühle höre, die für mich den „heißen Draht“ zum Schöpfer darstellen? Soll ich die Verbindung zum Schöpfer wieder ignorieren, so wie ich das viele Jahrzehnte getan habe?
      Wäre das im Sinne von Jesus Christus, von dem die Bibel berichtet?

      Nachdenkliche Grüße von Hartmut

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      • Ute
        Emotion ist ein Ergebns

        Lieber Hartmut, lieber Oliver, ich möchte Hartmut dahingehend widersprechen, dass wir Menschen vor der Emotion eine Empfindung haben. D.h. Zuerst nehmen unsere somatischen Marker im Körper von außen etwas auf und wir empfinden etwas, dass sich dann in einer Emotion entlädt. Es gilt also nicht, nur auf seine Emotionen zu „achten“ sondern vielmehr auf das, was vorher mit uns passiert…dieses Beobachten unserer Empfindungen braucht Ruhe und wertfreie Achtsamkeit. Unser Körper, unsere Nerven und unser Gehirn sind ein komplex vernetztes System. Emotionen nur eine Folge…

  3. WellenbeobachterHH
    Unterschied Esoterik und Spiritualität

    Als Ergänzung biete ich hier mal einen Artikel von Bruno Würtenberger (Schweiz) an, der sich auch damit beschäftigt.

    Ich würde es so zusammenfassen:

    ESOTERIK ist, sich Dinge schön zu reden und unreflektiert zu akzeptieren…aus Bequemlichkeit, Angst sowie insgeheim wissend, dass die Systemlogik auf einen selbst irgendwie auf einen zurückfallen kann…

    Spiritualität ist selbstkritische Reflexion, also genau da hinsehen wo es weh tut, auch wenn die Systemlogik auf einen selbst unangenehm zuzufallen vermag.

    Der Autor Bruno Würtenberger beschreibt das zwar mehr auf der unmittelbar persönlichen Handlungsebene, aber die abstrakten gesellschaftlichen Formen ist dabei natürlich allgegenwärtig und unterschwellig immer mit dabei.

    Aber jeder lese und überzeuge sich bitte selbst:

    https://torwege.wordpress.com/2015/09/13/die-spirituelle-gefahr/

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  4. Thomas Wirth
    Nicht-spirituelle Menschen?

    Danke für den Artikel. Eine kleine Anregung: Der Begriff „spirituelle Menschen“ impliziert, dass es auch „nicht-spirituelle Menschen“ gibt. Ist das Sinne der Autoren?

    Oder waren mit „spirituellen Menschen“ solche Menschen gemeint, die ein Bewusstsein über ihre Spiritualität entwicket haben und weiterentwickeln (= „sich ihrer Spiritualität bewusste Menschen“)?

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  5. Hartmut Geisenhainer
    Spiritualität heisst für mich bewusstes in der Welt sein

    Spirituelle Menschen leben bewusst in dieser Welt. Die Akzeptanz der Welt, wie sie ist, gehört für mich zu einem spirituellen Bewusstsein. In der Vergangenheit können wir keine Veränderungen vornehmen, die uns ein besseres Hier und Jetzt ermöglichen würden. Nur unser Verstand ist dazu in der Lage sich Veränderungen in vergangenen Momenten vorzustellen und daraus eine bessere Gegenwart vor dem geistigen Auge zu projizieren. Die Welt ist jetzt, wie sie ist und kann nicht anders sein, weil nichts zufällig geschehen ist, sondern alles nach Gesetzmäßigkeiten abgelaufen ist.
    Das heisst aber auch, dass ich in jedem gegenwärtigen Augenblick auf das Weltgeschehen Einfluss nehme. Sowohl meine gegenwärtige Aktivität, oder auch meine gegenwärtige Passivität nehmen Einfluss auf die Zukunft. Als spiritueller Mensch lasse ich mich im Handeln, oder „sein lassen“ von meinen Gefühlen leiten, welche für mich die Verbindung zum Göttlichen, der schöpferischen Kraft und Intelligenz, darstellen.
    Spirituelle Menschen flüchten nicht aus der Welt, sondern sie distanzieren sich nur vom sogenannten Weltlichen, der momentan überwiegenden Welt des Habens, welche ein Sein ausschliesst. Nur so lässt sich momentan vielerorts spirituelles Sein überhaupt leben. Dieses spirituelle Erwachen der Menschheit wird auf lange Sicht der Welt des Habens ihre Grundlagen entziehen und damit auch alle Folgeerscheinungen auflösen.
    Wir leben in einer Übergangszeit und da scheint vieles chaotisch und unstimmig. Das Erwachen der Spiritualität fühlt sich für mich so an, wie mein morgendliches Erwachen. Die Nacht steckt mir noch ein wenig in den Gliedern, aber ich wittere schon die frische Luft des anbrechenden Tages und Licht macht sich in mir breit … auch wenn mich tagsüber so manche dunkle Wolke wieder an die Nacht erinnern möchte …

    Antworten
  6. Eso-Mystiker

    Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. unter Umständen gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Es ist gut, dass es einen technischen Fortschritt gibt (z. B. Computer). Aber die Technologie darf nur dann weiterentwickelt werden, wenn dadurch die Gefahren nicht größer werden als sie schon sind. Es ist z. B. unter den gegebenen Umständen falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Es ist sinnvoll, Faktor-X-Technologien (z. B. 0,3-Liter-Einsitzer-Autos, Linsermethode gegen Krampfadern) zu fördern. Die Verkehrsprobleme werden wesentlich reduziert, wenn fast jeder Mensch mit einem Motorrad o. ä. fährt, anstatt mit einem (Fünfsitzer-)Auto. Man sollte in einer Region mit mildem Winter leben. Dies hat u. a. den Vorteil, dass man in einem Gartenhäuschen wohnen kann, anstatt in einem teuren Haus. Man sollte sich teilweise von Wildfrüchten ernähren. Es ist gut, an etwas Göttliches zu glauben. Aber das Beten ist sinnlos. Ein Mensch muss u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Und sich dann mit mystischen Erfahrungen und Geistheilung (z. B. Ereignisdeutung gemäß C. G. Jung) beschäftigen. Bestimmte esoterische Verfahren (z. B. Hypnose) sind gefährlich. Die Welt wurde nicht “erschaffen”, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig).

    Antworten
  7. Profilbild von shumil
    shumil
    Genau!

    „Die politische Lage spitzt sich weltweit immer mehr zu […] als säßen wir auf einem gesellschaftlichen Pulverfass, dessen Lunte langsam dem großen Knall entgegen brennt.“

    Gut erkannt! Wir rasen mit immer schneller zunehmender Geschwindigkeit auf den Entscheidungspunkt zu (exponentielle Kurve, Seeroseneffekt).

    Was tun? – NICHTS! … ausser: genau hingucken und wahrnehmen, was grad geschieht – DAS allein heilt!

    (Zum WAHR-nehmen gehört es unbedingt, sich abseits der gehirnwaschenden Massenmedien auf alternativen Seiten im Net zu informieren, WAS hier grad geschieht, z.b. Contra-magazin, Bürgerstimme, Konjunktion und so viele mehr.)

    Es gilt: im Grossen wie im Kleinen, und wenn das im Kleinen, also bei uns als einzelnem Menschen funktioniert, dann muss es auch im Grossen, also bei Planet Erde funktionieren.

    Folgende zwei Artikel von Euch, wie es im Kleinen funktioniert: sein.de/das-spiel-der-aufmerksamkeit/ – sein.de/befreiung-durch-koerperliches-erwachen-interview-mit-joerg-wedereit/

    Wenn ich GEGEN irgendetwas auf die Strasse gehe, dann gebe ich genau dem meine Energie und stärke es damit, wenn ich irgendetwas wegmachen will, dann wächst genau das – erst wenn ich alles (ohne Fokus) nur im beobachtendem Gewahrsein erlebe, ohne Filter, ohne Interpretation, ohne Gedanken, dann verschwindet es automatisch, denn diese Aufmerksamkeit IST Bewusstsein in Aktion oder Liebe, und die heilt alles – und NUR die!

    Dann noch zwei andere Gedanken, die mich mal wieder so manchem Menschen roh und gefühlskalt erscheinen mögen:

    Bevor wir hier inkarnieren, haben wir uns die wichtigen Eckunkte unseres Lebens ausgewählt: Eltern, Geburtsort, Körper, traumatische Erlebnisse, Todesart und weitere – um in der gewählten Konstellation genau die Erfahrungen zu machen, die wir uns ausgesucht haben – also ist alles das in Ordnung!

    Und: aus höherer Sicht ist sowieso alles in Ordnung, denn NICHTS ist ausserhalb der göttlichen Ordnung – es läuft grad der Film „Menschheit der Erde“, und diese letzten Minuten sind natürlich besonders aufregend, weil niemand weiss, ob es ein Happy-end gibt.

    Ich weiss, dass es dieses „glückliche Ende“ geben wird und dass wir in eine neue Welt übergehen, aber vor der Geburt stehen die Wehen und bevor der Phönix aufsteigen kann, muss es brennen – es braucht niemand auf den rettenden Kaiserschnitt durch ein intergalaktisches Ahstar-kommando zu warten, wir müssen da durch, und es wird noch viel doller kommen auf die letzten Tage.

    Kürzlich las ich von jemandem, die Strippenzieher hinter den Kulissen würden im Milliarden-minus-bereich auf der Bovis-skala schwingen, und wir sollen sie segnen, denn NUR DAS bewirkt ihre heilung!

    ALLES LIEBE! … euer shumil

    @ David: Auch in diesem Artikel mal wieder pauschale Ausfälle gegen ganze Menschengruppen, heute sind es ‚die spirituelle Szene‘, andernmal sind es die Advaita-Satsang-leute … ich schrieb es schon mal, dass ich auf den Tag warte, wo es ohne geht, denn SO heilst du nichts!

    Alles Liebe.

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