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Dass Krafttiere als spirituelle Führer dienen, ist aus dem Schamanismus lange bekannt. Dass auch der eigene Hund ein weiser Lehrer sein kann, der sogar über zukünftige ­Ereignisse Kenntnis hat, lernte Heide-Maria Koubenec mit Staunen und Verwunderung. Der Beginn einer wunder­baren Freundschaft.

 

Ein Krafttier ist ein Geistwesen in der Gestalt eines Tieres, das uns Menschen als spiritueller Wegbegleiter oder als Seelengefährte dient. Die Idee der Krafttiere wird vor allem im Schamanismus benutzt, wo die Schutzgeister in Tierform dem Schamanen in einer Trance als Geister erscheinen und ihm auf seinen Reisen in spirituelle Welten ­helfen. Darüber hinaus kann der Schamane in Heilzeremonien sein Krafttier anrufen und bitten, ihn in seiner Heil­arbeit mit Menschen bei Krankheiten, Elend und Unglück zu unterstützen. Krafttiere haben große Macht in den jenseitigen Welten und werden als ­Verkörperung der Seelen verstorbener Ahnen angesehen.

Im esoterisch geprägten Kalifornien, wo ich zwei Jahrzehnte lebte, hat jeder ein Krafttier. Während einer schamanischen Zeremonie bei einem Indianer hoffte auch ich auf eine Begegnung mit diesem magischen Wesen. Seit langem sprach ich mit Pflanzen, Bäumen und Tieren. Um mit Tieren, Schutzengeln oder unseren spirituellen Führern Kontakt aufzunehmen, braucht man zuerst einmal Vertrauen und einen entspannten Körper. Zweifel bringen einen nirgendwohin, außer in die Hölle. Ich setzte mich also still und entspannt hin und machte mich leer.

Wie der Begriff Krafttier suggeriert, erwartete ich ein kraftvolles Tier. Selbst kraftvoll mit drei Planeten im Löwen, fantasierte ich ein mächtiges Tier wie den König der Tiere oder so etwas wie einen gefährlichen Leopard, einen kräftigen Bär oder einen majestätischen Elch.

Krafttier des Herzens

Umso erstaunter war ich, als vor meinen geschlossenen Augen ein winziger buntschillernder Kolibri mit seinen Propellerflügeln wedelte. „Wie süß“, dachte ich entzückt und bat: „Und nun zeigt mir doch bitte mein KRAFT-Tier“. Der niedliche Vogel schien vor mir in der Luft zu stehen, während seine libellenhaften Flügelchen so schnell schlugen, dass ich sie kaum sehen konnte. „Das ist doch nicht euer Ernst“, fragte ich ungläubig, „ein zerbrechlicher Kolibri? Wie soll der mir Kraft geben oder irgendwie helfen?“

Denn ich erwartete von einem Krafttier, dass ich seinen Geist wie ein Schamane anrufen kann und es mich auf magische Weise aus einer lebensgefährlichen Situation befreit. Etwas skeptisch versuchte ich mit dem putzigen Vöglein zu kommunizieren: „Zwitschere mir doch mal, wie du mich unterstützen willst?“

Der in Grün-Rot-Gold schillernde Kolibri sprach nicht, aber ich spürte deutlich, wie sich als Antwort auf einmal mein Herz weitete und ein Schwall von Liebe zu diesem süßen Wesen strömte.  Es verwunderte mich, was der zierliche Kolibri mir zeigte: Meine größte „Kraft“ liegt in meinem Herzen! Jetzt verstand ich, dass er Recht hatte, da meine ­Studenten oft betonten, dass sie von meiner endlosen Akzeptanz und bedingungslosen Liebe, also meiner Herzenergie, am tiefsten berührt waren.

In Kalifornien sind Kolibris selten. Aber von da an tauchte auf magische Weise oft ein kleiner Kolibri in meiner Nähe auf, wenn ich eines Zeichens bedurfte, meine Herzenergie stärker fließen zu lassen. Ein Krafttier muss sich jedoch nicht unbedingt physisch einfinden, es kann als Geistwesen, zum Beispiel als Bild in unserem Kopf oder auch als Bild in der Außenwelt erscheinen – in Zeitschriften, im Fernsehen, auf Reklameschildern oder dadurch, dass jemand es zufällig in deiner Gegenwart erwähnt.

 

Wollen wir reden?

Nach zwei Jahrzehnten rief meine spirituelle Führung mich aus Kalifornien nach Deutschland zurück. Hier gibt es keine Kolibris. Daher beschloss ich, mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen und mir einen kleinen Hund als mein Wunsch-Krafttier anzuschaffen.

Der japanische Shiba-Inu fand mich, wie der Shiba Inu sein Herrchen Richard Gere in dem berührenden Film „Hatchiko“. Als hinreißend süßer Welpe beschäftigte mich die niedliche Yoshi die ersten Wochen Tag und Nacht, bis ich vor Schlafmangel völlig entkräftet war. Das soll mein Krafttier werden? Mindestens dreimal täglich stellte ich meine Entscheidung in Frage. Doch bald verbesserte sich unsere Kommunikation. Eines Tages setzte sich meine süße Yoshi vor mich hin, schaute mir ewig lange in die Augen und sendete: „Wollen wir reden?“ Hunde meiden sonst längeren Augenkontakt, da sie das als Drohung empfinden, und schauen meist nach wenigen Sekunden zur Seite. „Ja“ antwortete ich berührt von der unerwarteten Nähe zwischen uns.

Sie erzählte mir, wie es ihr hier bei mir so geht. Ich hatte mich gestern bei meiner Nachbarin beschwert, dass Yoshi mal wieder nicht gehorchte, als ich sie rief. Nun beschwerte sie sich. Eigentlich informierte sie mich nur, einmal aus ihrer Sicht zu schauen: „Du bestimmst, wann wir Gassi gehen und wie oft, du entscheidest, wohin wir gehen und wie lange, und wenn ich mal woanders lang möchte, sagst du: ‚Hier lang!‘ und gehst einfach weiter.“ Verblüfft schluckte ich. Sie hatte völlig Recht. Bis heute glaubte ich, dass sie es besonders gut, ja paradiesisch bei mir hat, was sicherlich verglichen mit anderen Hundehaltern auch zutrifft.

 

Vertrauen lehren

Keineswegs vorwurfsvoll fuhr sie fort, mir zu schildern, wie sehr ich ihr Leben bestimme: „Du gibst mir Futter, wann, was und so viel DU willst, und meistens nicht genug.“ Das sah ich ein und war erstaunt und von Mitgefühl erfüllt über ihr fremdbestimmtes Leben. „Okay“, murmelte ich verdutzt vor mich hin über diese unbestreitbaren Tatsachen. „Und wenn du mich zu dir rufst, weiß ich, dass du nach Hause gehen willst. Dann lauf ich eben weg, weil ich länger draußen bleiben will. Ich komme ja immer wieder.“ Das stimmt, sie öffnet sogar das Gartentor und schließt es nach ihrer Heimkehr. Sie will mich lehren, mehr Vertrauen zu haben. Das wäre sicher ein Gewinn, auch wenn ich bereits viel Vertrauen habe in das, was geschieht.

Zu dieser Zeit traf ich auf dem Rainbow Spirit Festival eine Tierkommunikatorin. Es bot sich an, meine Gespräche mit Yoshi einer Überprüfung zu unterziehen. Was sie mir mit Hilfe eines Fotos von meiner Hündin vermittelte, bestätigte alles, was Yoshi mir „gesagt“ hatte. Seitdem sind Yoshi und ich Partner. Sie liebt es, dass ich ihr nun mehr Freiheit gewähre. Im Austausch hilft sie mir mit ihren empfindsamen Sinnen und ihrer ausgeprägten Intuition. Das nehme ich als ihre Liebe gerne an, und ich liebe sie dafür umso mehr. Ihre Aufforderungen, Gassi zu gehen, nehme ich bereitwillig auf. Sie holt mich gerade dann vom PC weg, wenn ich eine Pause einlegen und mich bewegen müsste. Auch meinen Zeitplan hat sie besser im Kopf als ich.

Eines Tages blieb sie beim Spazierengehen einfach stehen und sperrte sich vehement weiter zu gehen. Es war tatsächlich Zeit umzukehren, um einen Termin wahrzunehmen. Sie verzichtete lieber auf den Rest ihres Spazierganges, obwohl das ihre Lieblingsbeschäftigung ist, nur damit ich pünktlich die Bahn erreiche, um zu einer wichtigen Verabredung zu kommen. Und das ist oft auf die Minute genau. Anfangs wollte ich das gar nicht wahrhaben und vermutete andere Gründe für ihr Verhalten oder hielt das für Zufall, aber es geschieht derartig regelmäßig, als hätte ich eine Sekretärin. Wo hat sie das her?

 

Hier geht’s lang

Yoshi weiß außerdem immer, wo es langgeht. Im Potsdamer Katherinenwald laden unendlich viele verschlungene Wege zum Verlaufen ein. Wir hatten uns mal wieder verirrt, das heißt ich, nicht sie. Sie wählte den Pfad nach links, blieb stehen und blickte sich um, ob ich ihr folgte. Ich war sicher, wir müssten in die entgegengesetzte Richtung, und folgte meiner Überzeugung. Sie ging wortlos ihren eigenen Weg. Als ich nach einigem Umherirren mein Auto endlich am Waldesrand sichtete, saß ein kleines gelbweißes Wesen schon daneben und wartete gelangweilt. Als ich bei ihr ankam, sah sie mich an und war gar nicht rechthaberisch, als sie mir vermittelte: „Du kannst mir ruhig noch mehr vertrauen.“ „Ja“, versprach ich.

Eines Tages schickte sie mich auf ihre übliche Art auf den Weg zu einem Vortrag, den ich in Berlin halten sollte. Auffordernd setzte sie sich vor mich hin und schaute mich so lange an, bis ich telepathisch Kontakt mit ihr aufnahm. „Du musst dich jetzt fertigmachen“, signalisierte sie mir bildlich.

Es war eigentlich viel zu früh. Aber ich dachte: „Das ist eine gute Idee, dann gehe ich in der Stadt vorher noch Besorgungen machen.“ Auf der Fahrt geriet ich in einen riesigen Stau, der mich mehr als eine dreiviertel Stunde verspätet hätte. Wie und woher konnte sie wissen, dass es auf dieser Strecke einen unerwarteten Stau gab und ich nur entspannt und genau pünktlich ankam, weil sie mich früher losgeschickt hatte? Unzählige Male verwunderte sie mich schon mit ihren übersinnlichen Wahrnehmungen.

 

Hier bleibe ich

Mit der Zeit wuchs mein Vertrauen in ihre übermenschlichen Fähigkeiten und ich frage sie manchmal um Rat. Vor ­kurzem besichtigten wir ein Landgut im Süden Deutschlands für das Projekt ­einer spirituellen Gemeinschaft, und ich bat sie um ein deutlich sichtbares Zeichen, was sie zu dem Platz meint. Bei der Abreise saßen wir schon im Auto, und normalerweise springt sie auf meinen Schoß, wo sie am liebsten eine leidige Autofahrt übersteht. Sie kam nicht. Stattdessen legte sie sich demonstrativ drei Meter entfernt von unserem Auto unter den Pflaumenbaum. Sie machte keinerlei Anstalten zu kommen, obwohl ich sie mehrmals rief.

In ihrer entspanntesten Platzposition, eine Pfote lässig angewinkelt, so wie wir uns auf den Sessel lehnen, schien sie deutlich auszudrücken: „Das ist mein neues Zuhause. Mir gefällt es hier. Ich bleibe.“ Nun, was könnte klarer sein? Als ich ihre Botschaft verstanden hatte, stand sie auf und kam. Mit ihrer Kommunikation im Rücken verstärkte sich für uns die Sicherheit, dass dies ein guter Platz für die spirituelle Gemeinschaft sein würde.

 

Spirituelle Freundschaft

Während einer Meditation nahm ich einmal die Aura meines Hundes wahr und erschrak beinahe, wie riesig sie ist. Wer ist sie? Welche Seele wohnt in ihr? Auch meditiert Yoshi gerne und legt sich sofort hin, wenn meine Chakra-CD spielt und sie die ersten Töne von Deuters Musik hört.

Manchmal begleitet sie mich in meine Gruppen. Dort hilft sie mir, die Herzen der Teilnehmer zu öffnen. Im Heilkreis zeigt sie mir, wer als Nächstes bereit ist zu sprechen, indem sie derjenigen aufmerksam ihren Blick zuwendet, noch bevor die Person zu reden ansetzt.

Und wo sie geht und steht, zaubert sie den Menschen ein Lächeln auf die ­Lippen.

Sie ist eben kein gewöhnlicher Hund, sondern mein Krafttier mit der Seele von Ur-Ahnen. Ein Seelengefährte. Ich bewundere Yoshis erleuchtete Seele und genieße meine stetig wachsende Liebe für sie. Sie öffnet mein Herzchakra wie die niedlichen Kolibris in Kalifornien, nur dass sie Tag für Tag bei mir ist. Ich bin ihr so dankbar dafür, dass sie in mein Leben gekommen ist. Manchmal leitet sie mich, manchmal führe ich sie. Täglich neu öffnet diese wunderbare spirituelle Freundschaft mein Herz und macht mir Freude, bringt mich zum ­Lachen und gibt mir Kraft.

Dr. Heide-Maria Koubenec ist eine spirituelle Lehrerin, die 20 Jahre in Kalifornien gelebt und gelehrt hat. Sie lebt zur Zeit in Potsdam und unterrichtet Meditation, Body-Enlightenment und bewusstseinserweiternde Techniken. Mehr auf
www.chakra-info.de

Vor zwei Jahren hat sie begonnen mit einer Gruppe von Interessierten eine spirituelle Gemeinschaft aufzubauen.
Eine Kurzfassung der Vision auf:
www.Somantra.de/sommercamp/unsere-vision.html

Kontakt über Asha: Asha@body-enlightenment.de

2 Responses

  1. Jens Fleischhut

    Der Bericht von Dr. Koubenec ist faszinierend und beeindruckt mich durch die tiefen Weisheiten, die aus der spirituellen Beziehung und Freundschaft zu ihrem Kraft-Wesen deutlich werden. Sie schildert die Erlebnisse mit Joshi so einfühlsam, dass mir klar geworden ist, dass sie selbst von einer umfassenden Aura geführt wird und als eine spirituelle Lehrerin für viele Menschen hilfreich sein kann. Es berührt mich in dem Bericht von Dr. Koubenec tief, wie umfassend und liebevoll eine solche spirituelle Freundschaft sein kann und zugleich auch nützlich für die Führung zu allumfassender Verbundenheit der Seelen wird. Vielen Dank für einen solchen Artikel!

    Antworten
  2. Heike Koza

    Ich bin begeistert von diesem Beitrag von Frau Dr. Koubenec über spirituelle Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Besser hätte man unsere tierischen Verbindungen nicht in Worte fassen können. Schließlich unterscheiden wir uns nur über unseren Verstand, der die tierischen Instinkte von uns selbst oft überlagert. Vielen Dank, denn der Text macht uns Menschen die dafür notwendige Leerheit, Gegenwärtigkeit und liebevolle Achtsamkeit zur Tierwelt bewusst und regt an Tiere genauer anzuschauen. Wir schöpfen aus der Schöpfung, die ja so einzigartig ist.
    Die Tiere sind heil- und ratsam für uns Menschen. Mir erscheinen die Tiere, egal ob es der zarte Schmetterling ist oder das Wildschwein im Gehege als weise Berater oder einfach nur zum Energieaustausch. Die Tiere spüren undlieben diese Offenheit und den Frieden. Deshalb nähern sie sich von ganz allein uns Menschen.
    Manchmal kommt ein Tier (z.B. Falter, Spinne oder auch Meise) in meine Wohnung nur um mir etwas mitzuteilen. Dann nach gegebener Zeit lassen sie sich von ganz alleine wieder mit blossen Händen in die Natur zurücktragen.
    Neulich erlebte ich wie ein wildlebendes Eichhörnchen sich mit seinem Bauch flach in meine Hand legte und wir beide regelrecht Wärme, Liebe
    und Lebensenergie potenzierten. Die Tiere verstehen uns und geben uns Antworten, wenn wir uns für sie öffnen und genau hinschauen.
    Eine wirklich bedingungslose, heilsame und kostenlose Quelle, die nicht versiegt und weitreichend jedem Menschen bewusst oder unbewusst Kraft spendet.
    Ich danke Frau Dr. Koubenec und allen Wesen der Natur.

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