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Mit Yoga lässt sich Stress nicht nur wirksam abbauen, auch unsere Energiespeicher werden wieder aufgeladen. Es wirkt gezielt auf das parasympathische Nervensystem des Körpers (Ruhe- und Regenerierungssystem), das sich normalerweise willkürlich nicht steuern lässt.


Stress setzt naturgemäß einen wichtigen und positiven Schutzmechanismus in Gang, der uns in einer Gefahrensituation schützen soll. So ist der Kampf- und Fluchtmechanismus, mit dem das sympathische Nervensystem auf Stress antwortet, sinnvoller Teil unseres Überlebensinstinktes. Dabei geschieht Folgendes: Das sympathische Nervensystem als Teil des autonomen Nervensystems sendet im Fall einer Stress-Situation Nervenimpulse zu verschiedenen Körpersystemen. Die Folge: Bestimmte Körper- systeme werden in Alarmbereitschaft versetzt (z.B. die Skelettmuskeln), während andere zeitweise fast ausgeschaltet werden (z.B. die Verdauungsorgane). Je nach Situation bereitet sich der Körper dann auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vor. Das Erstaunliche: Obwohl Stressfaktoren wie Zeitnot, Überarbeitung, Kummer und Sorgen etc. nicht mit lebensbedrohlichen Situationen verglichen werden können, werden sie von unserem Nervensystem mit diesen auf eine Stufe gesetzt. Wie der Name „autonomes Nervensystem“ schon sagt, haben wir keine Kontrolle über diesen Teil des Nervensystems: Erst wenn wir Stress-Symptome wie beschleunigten Herzschlag, kurzes und schnelles Atmen, erhöhte Anspannung von Nacken-, Schulter- und Beinmuskeln an uns beobachten, ist das ein Indiz dafür, dass das sympathische Nervensystem aktiviert wurde. Wenn sympathische Nervenimpulse überhand nehmen, wird Stress zu einem Gewohnheitszustand. In diesem Fall werden die Ruhe- und Regenerierungsmechanismen unseres Körpers – so genannte parasympathische Nervenimpulse – kontinuierlich unterdrückt, was zu schweren Gesundheitsschäden führen kann.

 

 

Stressabbau bei herkömmlichem Sport

Ärzte empfehlen Sport, um Stress abzubauen. Interessant ist, dass die meisten Sportarten gerade diesem Kampf-/ Fluchtmechanismus unseres sympathischen Nervensystems entsprechen: Bei den meisten Mannschaftsspielen geht es um Sieg oder Niederlage (Kampf), andere Sportarten wie zum Beispiel Laufen oder Walking (auch Laufbänder) imitieren den Fluchtmechanismus. Somit wirkt Sport wie das Ventil im Dampfkochtopf: Aufgestauter Druck kann entweichen, wodurch das aufgestaute Bewegungspotenzial des Kampf-/ Fluchtmechanismus ausgearbeitet werden kann. Der Ruhe- und Regenerierungsmechanismus hingegen wird dabei meist nur geringfügig stimuliert.

Durch Yoga doppelte Anti-Stress-Wirkung: Abbau und Prävention

Mit Yoga kann dagegen der Stress nicht nur effektiv abgebaut werden, es wirkt darüber hinaus auch wie ein Abwehrschild gegen weitere Stressbelastungen. Denn beim Yoga werden durch das rhythmische Zusammenspiel von Körperstellung, Atmung und Entspannung systematisch parasympathische Nervenimpulse aktiviert. Wie sieht das konkret aus?

Das Sonnengebet, eine Bewegungsabfolge von 12 Positionen, ist so konzipiert, dass es den ganzen Körper dehnt und damit optimal für die anschließenden Yogaübungen (Asanas) vorbereitet. Dabei wird angesammelte Spannung aus dem Körper geleitet, das heißt, Spannung wird abgebaut und aufgelöst. Ganz wichtig ist hier die Atmung, denn beides zusammen, Dehnung und rhythmische Atmung, lockern den Körper und lösen dabei Stress und Anspannung.

Im Anschluss an Muskeldehnung und -anspannung in einer Asana erfolgt eine kurze Zwischenentspannung. Dieser rhythmische Wechsel von Dehnen und Entspannen lockert verspannte Muskeln und aktiviert das parasympathische Nervensystem.
Die am Schluss der Stunde folgende Tiefenentspannung ist zugleich der Höhepunkt: Durch Autosuggestion, bei der sämtliche Körperteile „tiefenentspannen“, wird erneut das parasympathische Nervensystem aktiviert – diesmal auf eine besonders nachhaltige Weise. In der zirka 15 Minuten dauernden Entspannung können willkürliche (beispielsweise Oberschenkel-) und unwillkürliche (z.B. Darm-)Muskeln von Kopf bis Fuß wirksam entspannen und regenerieren. Aber: Das funktioniert nur, wenn vorher gedehnt und angespannt wurde.
Durch Yogaübungen ist es also möglich, die Überstimulation des sympathischen Nervensystems zu reduzieren und das parasympathische Nervensystem, das sich normalerweise willkürlich nicht steuern lässt, zu aktivieren. Dadurch können wir nicht nur besser mit den eigenen Stressreaktionen umgehen, sondern uns auch effektiver vor weiteren Stressbelastungen schützen.

Bild: Ruhe und Frieden: Am Ende der Übungsstunde ist Relaxen in der „Totenstellung“ angesagt.

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