Anzeige

Noch ist der Großteil der Bundesbürger der Überzeugung, dass ihre Ersparnisse bei den Banken gut aufgehoben sind.

Warum wir uns da nicht so sicher sein sollten?

Sicher ist, dass wir es bei der Krise des amerikanischen Finanzsystems mit einer bewusst organisierten Verantwortungslosigkeit zu tun haben.

 

Mit einem gigantischen Rettungspaket von mindestens 700 Mrd. Dollar und dem Segen des Kongresses will der amerikanische Finanzminister und frühere Chef des Bankhauses Goldmann & Sachs, Henry Paulson, die Finanzkrise im Land der „unbegrenzten“ Möglichkeiten eindämmen. Dass die US-Staatsverschuldung damit auf 10000 Mrd. Dollar steigen wird, erscheint bei einer Verschuldung der privaten US-Haushalte von 14011 Mrd., der Verschuldung der nichtfinanziellen US-Unternehmen von 10909 Mrd. und der Verschuldung des US-Finanzsektors von 16507 Mrd. Dollar fast nebensächlich. Interessant wird da ein Blick auf die wahren Hintergründe, wie es zu der aktuellen weltweiten Finanzkrise kommen konnte, die auch deutsche Bankhäuser, Anleger und Steuerzahler zu entreichern vermochte und weiter entreichern wird.

Die vordergründigen Wurzeln für das Desaster an den Finanzmärkten liegen im Platzen der US-Immobilienblase, dem damit verbundenen Fallen der dortigen Immobilienpreise und in der Unfähigkeit der Kreditnehmer, ihre Hypotheken zurückzuzahlen. So die offizielle Version.

Doch wer weiß hierzulande schon, dass amerikanische Eigenheimerwerber einen weit größeren Schutz vor den Banken haben als etwa in Deutschland? In den USA kann der Gläubiger ( die Kredit gebenden Banken) nur auf die betreffende Immobilie zugreifen und nicht auch auf das Vermögen oder das Einkommen des Schuldners.

Die deutschen Gesetze hingegen schützen zuerst die Banken und lassen den Kreditnehmer blass aussehen, wenn er seine Kreditraten nicht bedienen kann. Hierzulande haftet der Schuldner mit seinem Haus, seinem Einkommen und seinem gesamten Privatvermögen.

Amerikaner müssen hingegen keine Konsequenzen für ihr Privatvermögen fürchten, wenn sie ihre Bank auf der Immobilie sitzen lassen. Sie übergeben der Bank einfach den Haustürschlüssel. Das wars dann.

In der Regel passiert dies, wenn durch den fallenden Wert des Hauses negatives Eigenkapital gebildet wird. Das heißt, dass der Wert eines Hauses beim Kauf z.B. 280.000 Dollar betrug und jetzt nach dem Crash nur noch 160.000 Dollar wert ist. Wer hier mit wenig oder keinem Eigenkapital eingestiegen ist, verabschiedet sich logischerweise aus der alten Verpflichtung, wechselt die Bank und erwirbt noch am selben Tag ein neues Haus, das nun billig zu haben ist. Angebote gibt es bei weiter fallenden Preisen genug, und Kreditgeber für ein neues Darlehen ohne Eigenkapital zu finden (wie es wohl bei jedem zweiten Kredit in den USA mittlerweile der Fall sein soll), ist in den Staaten zur Zeit kein wirkliches Problem.

© buddhadl-Fotolia.comBei einem derart hohen Ausfallrisiko ist es nur logisch, wenn die kreditgebenden Banken sich auf dem schnellsten Wege dieser unbesicherten Kredite entledigen wollen. Sie mischen und bündeln tausende dieser Kredite, machen ein „Wertpapier“ (Verbriefung) daraus und verkaufen es auf dem internationalen Finanzmarkt als „renditestarkes Zahlungsversprechen“ an einen der ganz großen Händler in diesem Geschäft, z.B. an die Deutsche Bank. Diese reicht dann die hochbrisanten Risikopapiere an unbedarfte Regionalbänker, wie die der Mittelstandsbank IKB weiter, die wohl kaum die 400 Seiten starken Begleitverträge gelesen, geschweige denn verstanden haben. Bricht dieser Markt aus falschen Versprechungen zusammen, sitzen alle beteiligten Banken auf mehr oder weniger wertlosen Milliardenforderungen an abertausende amerikanische Hauskäufer, deren man rein rechtlich nicht habhaft werden kann und die sich höchstwahrscheinlich schon längst in neue Wände abgesetzt haben.

Da die Banken diese „Wertpapiere“ (Kreditverbriefungen) in ihren Büchern halten, müssen sie deren sinkenden Wert nun nach und nach als Verlust abschreiben. Das belastet das Vertrauen der Anleger, nagt am Aktienkurs und lässt Zweifel an der Solidität , bzw. der Fähigkeit der Bank aufkommen, ob sie diese Verluste stemmen kann. Wenn nicht, droht im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Hier treten nun die Retter in Aktion. Im Falle der IKB Bank, der Steuerzahler, der in Form der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW die IKB übernimmt und diese mit 10 Mrd. Euro vor der Insolvenz rettet. Warum nun die IKB, wo sie doch nun nach außen hin gut aufgepäppelt erscheint, dann für schlappe 137 Mio Euro an den als Geierfonds verschrienen Finanzinvestor Loan Star verkauft wird, lässt sich nur damit erklären, dass die IKB noch mehr Leichen in Milliardenhöhe im Keller haben muss. Kein Wunder, will das Finanzministerium sich so schnell wie möglich von der IKB trennen.

Nun könnte der zwischen den Zeilen Lesende zu dem Schluss kommen, dass die relativ unbekannte IKB gar geopfert wurde, um von den Problemen eines weitaus prominenteren Bankinstituts abzulenken bzw. einen noch größeren Bankencrash zu verhindern? Es sieht jedenfalls danach aus.

Der Verdacht liegt nahe (Monitor-Bericht der ARD vom 24. April 2008) dass die Deutsche Bank noch Tage vor dem Zusammenbruch des Verbriefungsmarktes, faule Kreditverbriefungen an die IKB weiterreichen konnte. Ob das mit Wissen oder gar Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erfolgte, bleibt vorerst ein Geheimnis. Wir erinnern uns: Mitte März 2008 ruft der Deutschbanker Josef Ackermann die Politik zu Hilfe, weil er „nicht mehr an die Selbstheilungskräfte (!!) des Marktes glaube“. Kurze Zeit später rutscht die IKB vollends in die Pleite. Was wäre wohl geschehen, wenn die Deutsche Bank hochgradig Zahlungsausfall gefährdete Kreditpakete nicht an die IKB hätte „weiterreichen“ können und letztendlich in die eigenen Bücher hätte nehmen müssen?

Komme was wolle, die BaFin wüirde niemals zulassen, dass das Flaggschiff der deutschen Bankenszene untergeht. Nur, abgesehen vom Willen, die Deutsche Bank ist mit einer Bilanzsumme von 1,6 -Billionen Euro viel zu groß um gerettet zu werden, sollte sie in eine wirkliche Schieflage geraten. Der Staat würde sich verheben.

Anzunehmen ist, dass der Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank politisch gewollt ist. Stellt die Postbank mit ihren 15 Millionen Kunden und ihren 90 Mrd. Euro Spareinlagen, doch so etwas wie eine kleine Lebensversicherung für die offensichtlich angeschlagene Großbank dar. Schon bald könnte die Postbank der Deutschen Bank ganz gehören. Wie Ackermann (oder sein Nachfolger) dann den Einsatz des Sparschatzes gestalten wird, hängt auch davon ab, wieviele Kreditleichen die Deutsche Bank bis dahin noch selbst in ihrem Keller haben wird.

Vor dem Hintergrund der Staatsverschuldung von derzeit 1,6 Billionen Euro wird auch die Rolle der Deutschen Bank als wichtigster Kapitalbeschaffer des Bundes und der Länder deutlich. Bei einer Zinslast des Bundes von 39,2 Mrd. Euro allein für das Jahr 2007, darf angenommen werden, dass die Deutsche Bank für die Vermittlung oder Gewährung von Krediten an den Staat, eine ordentliche Marge eingestrichen hat. Nimmt sie diese Kredite auf dem internationalen Finanzmarkt auf, kommt ein ungleich vorteilhaft aufgestellter Partner ins Spiel. Die Federal Reserve (FED), die Notenbank der Vereinigten Staaten.

Die amerikanische „Federal Reserve“ ist eine im Dezember 1913 nach der Formel der „Kuhn-Loeb-Bankdynastie“ und den Interessen des europäischen Hauses „Rothschild“ von privaten Banken gegründete Zentralbank. Sie ist keine staatliche Behörde. Die Federal Reserve besteht aus zwölf regionalen Federal Reserve Banken die sich im Besitz privater Bankiers befinden. Die Besonderheit ist, dass die Geldschöpfung durch diese Banken auf eine Gruppe von Personen übertragen ist, die weder gewählt noch abgewählt werden können, obwohl Alan Greenspan, der langjährige Chef der Federal Reserve, nicht müde wurde zu behaupten, dass diese vom Staat kontrolliert werden.

Das Federal Reserve System ist entgegen der allgemeinen Annahme nicht dazu da die monetären Bedürfnisse der amerikanischen Nation zu befriedigen. Dies wäre die Aufgabe eines staatseigenen Systems mit dem Ziel der Förderung des Allgemeinwohls. Das Federal Reserve System befindet sich aber in Privateigentum und dient nur dem Zweck, kurzfristige Profite für die größten Bankiers bei minimalem Risiko zu realisieren.

Aufgrund der Reservevorschriften ist es den Mitgliedsbanken der Federal Reserve möglich, Kredite, die den Wert ihrer Reserven etwa um das Zehnfache übersteigen, aus dem Nichts zu schöpfen. Bankkredite sind so nur zu einem Zehntel durch tatsächliche Geldreserven gedeckt. Das Bankensystem vemittelt aber den Eindruck, daß die Bankkredite mit Geld gleichwertig sind. Das Vorrecht der Banken in ihren Büchern Geld in Form von Bankkrediten zu schöpfen und dafür Zinsen zu erheben, ist die Machtquelle der Bankiers. Diese Vervielfachung der Bankeinlagen ist somit legaler Betrug.

Die Regierung der USA scheint nun wieder einmal gezwungen indirekt zu handeln und von der „Federal Reserve“ geschöpftes Geld zur Finanzierung ihrer Rettungsprogramme aufzunehmen, anstatt das Geld selbst zu schöpfen. Es ist ernsthaft zu bezweifeln, ob die regierungseigene Geldschöpfung im Sinne der jetzigen Bush Administration wäre. Gehört sie doch zu den größten Schuldentreibern die dieser Planet je gesehen hat. Das diese Finanzkrise kurz vor den Präsidenschaftswahlen seinen Höhepunkt findet, ist kaum Zufall. Der von Präsident George W. Bush vorgeschlagene Rettungsplan für die kriselnde Finanzbranche würde den Haushalt mit einem Schlag fast soviel Geld kosten, wie die beiden Kriege in Afghanistan und im Irak zusammen. Die Profiteure aus 1,5 Billionen Dollar zusätzlicher Schulden wären zweifelsfrei die Federal Reserve Banken, Bush und sein Finanzchef Paulson und der Fed Chef, Ben Bernanke, ihre Handlanger.

Eine große historische Chance tut sich nun auf. Gelänge es das Bankensystem bis zu den Präsidenschaftswahlen im November aufrechtzuerhalten und anstatt wie üblich den Banken aus der Patsche zu helfen, und ihre neuesten Fehler auszubügeln, könnte eine neue Regierung das Federal Reserve System verstaatlichen, die Macht über den Gelschöpfungsprozess in die eigene Hand nehmen und eine neue schuldenfreie Papierwährung in Umlauf bringen. Der Staat würde diese Währung den Banken als Darlehen vergeben, damit diese ihre Bargeldreserven auf 100% aufstocken können. Die Banken bezahlen auf dieses Darlehen Zinsen. Alle staatlichen Schuldverschreibungen würden gegen diese Kreditaufnahme aufgerechnet, so daß ein Teil der Bankschulden in dieser Höhe aufgehoben würde. Durch diesen einfachen und eleganten Weg würde das gesamte Bankkreditgeld, das aus dem Nichts hervorgebracht wurde, sofort in staatliches, gesetzliches Zahlungsmittel der USA verwandelt – in echtes, ehrliches Geld. Die früheren US-Staatsschulden im alten, von den Banken geschaffenen Geld (den Bankkrediten) würde es dann nicht mehr geben. Alle Staatsanleihen im alten Bankensystem würden einfach gestrichen und annuliert.

Ein effektives Modell für das Eindampfen des deutschen Schuldenberges!

Robert De Fremery legte in seinen zwei Büchern „Money and Freedom“„Rights vs. Privileges“ (1992) seine Argumente für eine 100% Reservehaltung der Banken dar. Er schrieb: (1955) und

“ Ist es nicht offensichtlich, dass es in unserem Banken- und Steuersystem erhebliche Mißstände gibt, die dazu geführt haben, dass den meisten von uns ihre grundlegenden Rechte entzogen wurden, während einige andere in den Genuss weitreichender Privilegien kamen?
Wie viele Aufstände müssen wir noch erdulden?
Wie viele Gefängnisse müssen wir noch bauen?
Wie viele unserer Rechte müssen wir noch verlieren?
Wie viele unserer jungen Menschen müssen wir noch in die Ferne entsenden, damit sie in fremden Kriegen kämpfen, bevor wir endlich zu dem Schluss kommen, dass das Maß voll ist?“

 

Geld ist keine Ware oder ein wirtschaftliches Gut das diejenigen immer weiter bereichert, die sich eine neue Weltordnung erschaffen wollen. Es ist eine gesellschaftliche und gesetzliche Institution der Menschheit, die in vielen Verfassungen und auch im deutschen Grundgesetz festgeschrieben, der Förderung des Allgemeinwohles dient.

„Ich fordere ein Ende des Kannibalismus in unserem derzeitigen Geldsystem, denn er erniedrigt die Menschheit“ Stephen Zarlenga

„Wie kann man nur auf die Idee kommen, das Management des Geldsystems privaten Bankiers anzuvertrauen.“ Stephen Zarlenga

 


Bilder:
© buddhadl-Fotolia.com
© Valerie Orsoni-Fotolia.com

Links:

Panorama-Beitrag: Wem gehört die BRD?

Dreiteilige Reihe „Wie funktioniert Geld?“
1. Teil
2. Teil
3. Teil

 

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*