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Die Schuldenkrise geht in der Ursache von den Banken aus. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Durch das Wissen, dass das Geldsystem das eigentliche Problem ist, haben die europäischen Völker die Freiheit sich von Ihren Schulden zu befreien.

 

Noch treiben die Banken die verschuldeten Länder vor sich her. Das kann sich schnell ändern, wenn der systemische Betrug der Geldschöpfung durch Kredit, der die Macht der Banken erst ermöglicht, für jedermann offensichtlich wird. Ich zitiere aus einer Broschüre der Deutschen Bundesbank „Geld und Geldpolitik!” Kapitel 4.4. Geldschöpfung der Banken: Geld entsteht durch ‚Geldschöpfung‘. Sowohl staatliche als auch private Geschäftsbanken (!) können Geld erschaffen … Durch den Akt der Giralgeldschöpfung kommt es … nicht zu einem Gewinn für die Bank. Die Bank verdient aber an den Provisionen der Kreditvergabe sowie den laufenden Zinserträgen … Die Zentralbank nimmt … Einfluss auf das Ausmaß von Kreditvergabe und Geldschöpfung. So verpflichtet sie die Geschäftsbanken zur Haltung der Mindestreserve.

Hat die Geschäftsbank durch die Kreditvergabe ihre Kundeneinlagen (siehe Anmerkung) z.B. um 100.000,- Euro erhöht, so muss sie auf ihrem Konto bei der Zentralbank auch ihr Mindestreserve-Guthaben erhöhen. Da der Mindestreservesatz im Eurosystem derzeit zwei Prozent beträgt, benötigt sie in diesem Beispiel 2.000,- Euro an zusätzlichem Zentralbankgeld. Zentralbankgeld können sich die Geschäftsbanken typischerweise nur dadurch beschaffen, dass die Zentralbank ihnen Kredit gewährt. Für diesen Kredit zahlen die Geschäftsbanken der Zentral- bank einen Zins … den Leitzins.” 
Soweit die Bundesbankbroschüre.

Machen wir eine Beispielrechnung: Ein Kreditnehmer nimmt einen Kredit von 100.00,- Euro bei einer privaten deutschen Bank zum Zinssatz von 5 Prozent auf. Angenommen er zahlt im ersten Jahr nur Zinsen und keine Tilgung, kostet ihn dieser Kredit 5.000,- Euro Zins im Jahr. Die private Bank muss für diesen Kredit laut Bundesbank lediglich eine Mindestreserve von 2 Prozent, also 2.000,- Euro bei der Zentralbank nachweisen. Diese Mindestreserve bekommt die private Bank als Kredit zu den Konditionen des aktuellen Leitzinses von derzeit 1,5 Prozent und somit für 30,- Euro. Dies bedeutet für die private Bank unterm Strich eine Marge von nahezu 200 Prozent oder 4.970,- Euro pro Jahr.

Der Skandal dabei ist, dass das Geld vor dem Moment der Kreditvergabe überhaupt nicht existiert hat. Es entsteht erst durch die Kreditvergabe durch die private Bank als Buchungssatz. Eine berechtigte Frage ergibt sich daraus: Welches Risiko trägt denn dann die private Bank, wenn das, was sie verleiht, vor der Verleihe nicht existiert hat? Und wofür verlangt diese private Bank eigentlich Zinsen, wenn das,  was sie verleiht, nicht knapp werden kann, weil sie es immer neu schöpfen kann? Auch Staaten nehmen so Kredite auf, da sie bei denselben Systemen verschuldet sind. So gesehen sind die Schulden der Staaten, auch aus dem Nichts geschöpfte Gelder privater Geschäftsbanken.

Knappheit war immer schon ein Herrschaftsinstrument. Was, wenn diese angebliche Knappheit des Geldes als Geschäftsmodell leistungsloser Einkommen enttarnt wird? Da die gesellschaftliche Macht in den freien Marktwirtschaften traditionell vor allem vom Geldbesitz abhängt, versuchen die Finanzeliten verzweifelt, den Schein der Notwendigkeit ihres Geldsystems aufrechtzuerhalten. So steuert das Finanzsystem derzeit das Rechtssystem und die politischen Systeme. Kein Wunder, dass besonders  Superreiche (1%) heute gerne bereit wären, freiwillig höhere Abgaben und Steuern zu zahlen. Senden sie doch damit ihre Bereitschaft an die hochkochende Volksseele (99 %), ihren Teil an den Lasten des Staates zu tragen. Oder dient die  “Opferbereitschaft” der Superreichen etwa eher dem eigenen Selbsterhalt? Was wäre, wenn die Völker das Geldsystem in dieser Form generell in Frage stellen, da sie erkennen, dass es auf einem systemischen Betrugsmodell aufgebaut ist? Das Vertrauen aller Menschen in das Geldsystem ist auch die Grundlage großer Geldvermögen. Schwindet die Akzeptanz der Massen, sind nicht nur die Geldvermögen in Gefahr. Zwangshypotheken auf Immobilienbesitz gehörten schon 1923 und zuletzt 1952 im Rahmen des Lastenausgleichsgesetzes zur gängigen Praxis der Umverteilung von oben nach unten. Das Lastenausgleichsgesetz sollte die Ungerechtigkeiten der Währungsreform von 1948 ausgleichen. Diese Umverteilung erfolgte dadurch, dass diejenigen, denen erhebliches Vermögen verblieben war (insbesondere Immobilien), die Hälfte dieses Vermögens in 120 vierteljährlichen Raten, verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds einzahlen mussten.

Mit der Einführung des ESM – Europäischer Stabilitätsmechanismus –, der am 21. Juli 2011 von den 17 Mitgliedstaaten der Eurozone unterzeichnet wurde und bis Ende 2012 von den Parlamenten der einzelnen Staaten ratifiziert werden soll, installieren wir in einer weiteren Eskalationsstufe eine neue, in seiner Dimension bisher noch nicht gekannte Schuldenmaschinerie. Der ESM, eine neue EU-Schuldenbehörde mit zunächst 700 Mrd. Euro Grundkapital, bedingungslosem und unwiderruflichem Kapitalabruf binnen 7 Tagen und Nachschusspflicht durch Änderungen des Grundkapitals. Der ESM kann verklagen, aber nicht verklagt werden und genießt umfassende gerichtliche Immunität. Ist das die Zukunft Europas? Ein Europa ohne souveräne Demokratien? Wollen wir das?

Wer die Macht über die Schulden hat, hat die Macht über die Menschen. Wir alle miteinander, ob Politiker, Vermögende oder einfache Bürger sollten sehr genau prüfen, ob wir der weiteren Verschuldung der Völker endlich ein Ende setzen wollen. Was ist das für ein Geldsystem, das zwangsläufig zu Enteignung, Vermögensverlust, Verelendung großer Teile der Bevölkerung, zu regelmäßigen Aufständen, Kriegen und zur Zerstörung der Erde führt.

Beenden wir es – jetzt!


Anm. Kredite sind keine Kundeneinlagen – Begriffsverwirrung duch die Bundesbank

Abb.: © ullrich – fotolia.com

15 Responses

  1. Thomas
    Systemwandel

    Wir brauchen einen Systemwandel in Wirtschaft, Politik und Medien! www.systemwandel.info

    Antworten
  2. Gnosis

    Ich finde, wir müssen dieses Thema noch viel tiefer angehen. Das was sich da jetzt in der Finanzwelt, aber auch Technikentwicklung, Umweltproblematik und politischen Umbrüchen offenbart, ist schon seit Anbeginn der „Welt“ angelegt und kommt jetzt durch die expotentielle Beschleunigung aller „Entwicklung“ immer mehr zum Ausdruck. Es gibt da kein Entrinnen gleich welcher Art, jede technische Entwicklung, politische Utopien etc. werfen uns immer wieder auf den Widerspruch dieser Welt zurück, die ja nur in der Polarität sich manifestiert, aber zur Einheit hin sich sehnt. Diese Polarität und Abetrenntheit vom „Ganzen“ geht mitten durch uns hindurch und kann nur da auch wieder aufgelöst werden.
    Die Mystiker aller Zeiten von Laotse über Buddha, Jesus, Meister Eckhart, um nur einige zu nennen, sprechen von dieser Erkenntnis der Welt und damit deren Überwindung, nicht Bekämpfung, denn sie existiert nicht wirklich, sondern nur in uns Selbst.
    Das was sich da im Außen auftut an Problemen und Widersprüchen ist unsere Ignoranz das „Ganze“ sehen zu können und deshalb verstricken wir uns da auch endlos und heillos. Jeder Versuch die Welt, die Natur, die Gesellschaft zu retten ist zum Scheitern verurteilt, da sie auch gar nicht gerettet werden kann und braucht, denn sie ist „an sich“ der Widerspruch. Erst wenn der Mittelpunkt jenseits von Raum und Zeit erkannt wird lösen sich die Gegensätze und damit die Probleme auf trotz Finanzdesaster, Umweltzerstörung etc. Das ist keine Weltflucht, wie das viele religiöse und politisch denkende Menschen versuchen, in dem sie Paradiese im Jenseits oder auch auf Erden anvisiert haben und doch nur Höllen kreiert haben.
    „Gier“, welche ja als Grundübel der Welt genannt wird, ist ja der Motor in der Entwicklung der Welt, die ganze Evolution beruht darauf, – was ist das Ziel der Gier, wohin treibt sie uns?
    Jedes abgetrennte Teil sucht wieder die Vereinigung im Ganzen, was dann als Glück und Zufriedenheit erlebt wird. Wir werden diese nicht mit neuer Moral eliminieren können, sie kommt ja doch überall wieder hervor, wir können sie in uns als Sehnsucht wahrnehmen, die uns letztendlich zur „Erkenntnis“ führt.
    Also ist der Zusammenbruch der „Welt“ letztendlich nichts Schlimmes, sondern ein zwangsläufiges Geschehen, je mehr wir dies annehmen können, desto weniger brauchen wir in diesem Untergang aus Angst um uns zu schlagen und dadurch zusätzliches Leid verursachen.
    Ich hoffe, ich konnte hiermit einige auf eine andere Fährte locken, diese ganze Problematik in einem viel umfassenderen Zusammenhang zu sehen.

    Antworten
  3. Oliver Florig

    @Wellenbeobachter

    Zur Angst:
    Natürlich gibt es gesellschaftlich und ökonomisch begründete Angst. Die können und sollten wir sicher minimieren. Die Hauptangst aber, die hinter den anderen Formen von Angst steht, ist die vor dem Tod und die können wir auch in der perfektesten Gesellschaft nicht abschaffen.

    Zum gesunden Menschenverstand:
    Fragt man zehn Menschen mit gesundem Menschenverstand, was der zu einem Problem sagt, erhält man mind. 10 verschiedene Antworten. Und: Meist ist etwas nur so lange einfach, wie man noch nicht gründlich darüber nachgedacht hat.

    Zur unternehmerischen Freiheit eine kleine Geschichte:
    Ich kenne einen Physiker, der eine (technische) Idee hatte, die ihn faszinierte. Zusammen mit ein paar Freunden lieh er sich Geld und arbeitete ein paar Jahre lang intensiv am Aufbau eines Unternehmens, das heute hervorragend läuft und Maschinen in alle Welt verkauft. Der Mann hat leuchtende Augen, wenn er von der Technik und Unternehmensführung erzählt.

    Warum erzähle ich diese Geschichte? Weil Eigentümer an Produktionsmitteln, wie Marxisten das nenne, nicht immer finstere Schurken sind, sondern Menschen, die gute Gründe haben, das zu tun, was sie tun. Und manchmal sind es Menschen, die von einer Idee getrieben werden.

    Wie unsere Gesellschaft sich auch entwickelt, sie sollte solchen Menschen Raum geben, sich zu entfalten. Und ehrlich gesagt, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie sich in staatseigenen Betrieben oder im Rahmen von Genossenschaften, in denen sie immer wieder alle anderen, gleichberechtigten Mitarbeiter vom jeweils nächsten Schritt überzeugen müssten, ähnlich gut entfalten könnten.
    Darüber hinaus brauchen sie u.U. Rohstoffe aus aller Welt und – v.a. wenn die Investitionskosten hoch sind – u.U. weltweite Absatzmärkte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich dergleichen ohne Warenform und ohne Geld organisieren ließe, ohne in Planwirtschaft zu verfallen.

    Das alles heißt natürlich nicht, dass wir nicht mit alternativen Wirtschaftsformen experimentieren sollten. Wir brauchen viele verschiedene Formen zu wirtschaften und zu leben.

    Antworten
  4. WellenbeobachterHH

    @ Satyadarshi
    Sehr gut erkannt! Die „Schuld“ der religiösen, insbesondere christlich geprägten Vorstellungen, hat durchaus etwas damit zu tun. Die Urschuld im ökonomischen Sinne stammt jedoch nicht aus dem Geld, wie die meisten heute meinen, sondern aus der Warenform. Wenn man mal frei darüber nachdenkt, kommt man ziemlich schnell darauf.

    @Oliver Florig
    Ja ja, am alten Marx kommt man scheinbar nicht vorbei. Hab ich auch nichts gegen, solange man ihn nicht mit „Marxismus“ gleichsetzt und verwechselt.

    Nach der Angst hatte ich gefragt, weil sie ja erfahrungsgemäß berechtigt ist. Der Hinweis mit den Risiken in diesem Zusammenhang ist genau richtig! Das wirft nämlich die Frage auf, welche das sind, die uns diese „Urängste“ immer noch einflössen können?

    Technische Risiken? Nein.
    Wetterrisiken? Naturgewalten? Weniger.
    Krankheitsbedingte Risiken? Vielleicht, lassen sich aber schon ziemlich gut beherrschen und minimieren.
    Gesellschaftliche Risiken? Ja, jetzt wird es langsam warm…aber welche genau?
    Juristische Risiken? Ja, noch wärmer…
    Kaufmännisch-systemische Risiken? Heißßßßßß!!! Treffer!!!

    Die größten Risiken sind genau also jene, die wir selbst erzeugen, die in den Basiskategorien des Kapitalismus begründet sind und zu immer größeren Krisen führen, egal wie sehr wir uns dagegen stemmen.

    Wir geraten ja nicht aus „Leistungsmangel“ in die Krise, sondern weil es „wertmäßig“ nicht aufgeht und am Ende unserer bornierten Logik die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können. Der alte Marx erkannte das und formulierte bereits den dieser Logik zugrunde liegenden, antagonistischen Widerspruch. Da muss man also gar kein Wirtschaftsexperte sein, um das logisch nachvollziehen zu können. Der gesunde Menschenverstand reicht aus. Doch der wird durch unsere Ängste im Zusammenspiel mit Ideologien und Konditionierung scheinbar oft manipuliert und ausgeschaltet.

    Genau das führt auch dazu, dass wir meinen, es gehöre zur Freiheit „das Recht auf Privateigentum“ und damit verbunden die“ Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu werden“. Doch genau das ist die kaufmännische Manifestation dieser Logik und damit des Problems und letztlich der genannten Ängste. Klar macht es Sinn, ne persönliche Zahnbürste zu haben. Aber sollte das auch automatisch für die Maschinen zu deren Herstellung gelten?

    Die Kunst der Bewusstwerdung besteht darin, das erstmal wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, oder? Dann löst sich der ganze Budenzauber nämlich sehr schnell auf, wie ein Strickpullover, bei dem man am richtigen Pfaden zu ziehen beginnt…

    Lässt sich das mit Reformen bewerkstelligen? Tendenziell ist das eher nicht zu erwarten.

    Grund: Reformen ändern nur Aspekte innerhalb von gesellschaftlichen Systemen, was die Geschichte anschaulich gezeigt hat, aber selten bis nie die grundlegenden Zusammenhänge. Dazu bedarf es durchaus einer revolutionären Umwälzung, hin zu einer anderen Qualität. Entscheidend ist dabei stets die innere Revolution, unser Bewusstseinswandel. Dann kann sich das auch im Außen zeigen. Das muss nicht zeitgleich bei allen passieren, wie schon einige Artikel hier bei SEIN angesprochen haben. Eine kritische Masse an Leuten reicht aus und das ganze System kann kippen.

    Antworten
  5. Satyadarshi

    Ich habe „Schulden“ mit denen ich mich nichtSchuldig sehe. Die Installation von Schuldbewusstsein ist die uralte Herausforderung. Der Ursprung der „Schuld“ ist für mich nicht festzustellen; hat wahrscheinlich religiös-motivierte Gründe zur Ausübung von Macht durch Erzeugen von „unnatürlichen“ Ängsten. Schuldbewusstsein ist Schuldenbewusstsein, ist das was Staat und Geldindustrie vermitteln. Das Thema kann nur über einen spirituellen Erkenntnisweg gelöst werden, und zwar mit der tiefen Erkenntnis, das Schuld nichts anderes als eine Idee ist, die irgendjemand einmal als Erziehungsmechanismus eingeführt hat, wobei das „Schuldig bleiben“ als eine Art Vergehen, Sünde verkauft wurde. Das hält bis heute an. Ich kann keine Schuld(en) haben wenn mir Schuld fremd ist.

    Antworten
  6. Oliver Florig

    Hallo Wellenbeobachter,

    da kommt der alte Marx wieder zum Vorschein. Nun, ich bin von der These vom zwangsläufigen Ende des Kapitalismus aufgrund abnehmender Profitraten nicht überzeugt. Mein ökonomischer Sachverstand reicht nicht hin, diese These zu überprüfen, aber mich macht skeptisch, dass ihr kaum ein Ökonom folgt. Und selbst wenn Marx recht hätte, was folgt daraus politisch, spirituell und für meinen Alltag?

    Eine Revolution wäre quatsch, schon weil bei Revolutionen selten das heraus kommt, was diejenigen erwarten, die sie machen. Das war insbesondere bei marxistischen Revolutionen so. Die haben dann obendrein inakzeptable Einschränkung der individuellen Freiheit zur Folge – zu denen m.E. auch das Recht auf Privateigentum und Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu werden, gehört.

    Die Überwindung der Konkurrenz gefällt mir, ist aber m.E. primär ein spirituelles, weniger ein politisches Ziel. Politisch bin ich – wie meist – für Reformen. Aus den genannten Gründen.

    Interessanter Weise wird mir hier immer wieder Angst unterstellt. Erstens finde ich es eigenartig, dass andere immer zu wissen glauben, aus welchen persönlichen Motiven heraus jemand welche Position vertritt. Dann finde ich die Missachtung der Angst eigenartig. Ängste haben die Funktion, uns auf mögliche Risiken eines Schrittes aufmerksam zu machen. Mut, so Aristoteles ist die Mitte zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Ich habe jedenfalls Angst vor Menschen, die vor nichts mehr Angst haben.

    Viele Grüße,

    Oliver Florig

    Antworten
  7. WellenbeobachterHH

    Lieber Oliver Florig,

    könnte es sein, dass sich da noch alten, inneren Ängste breit machen? Die sind innerhalb des heutigen Systems berechtigt – klar. Aber genau deshalb sollten wir mal darüber nachdenken, ob sich das nicht ändern lässt? Außer unserer veralteten Art zu Denken spricht doch sachlich nichts dagegen, oder?

    Natürlich entstehen dann neue Sachfragen, z.B logisch. Aber die liegen auf einer anderen Ebene und werden ganz neue, kreative Lösungen bringen, wenn sich nur genügend schlaue Köpfe damit beschäftigen. Ich persönlich habe diesbezüglich gar keinen Zweifel.

    „Es erfordert aber auch intelligente Kooperation – und die ist mit gutem Willen allein nicht zu haben. Sie erfordert Institutionen und Experten.“

    Natürlich tut es das! Aber eben in Kooperation, nicht Konkurrenz, denn aus letzterer stammt die eingangs angesprochene Angst doch, oder?

    Das, was wir heute für „Wert“ halten, realisiert sich durch den Vorgang des Verkaufens. Nur daraus lässt sich ein Zugewinn (Mehrwert) erzielen, aus dem „Arbeit“ bezahlt werden kann. Diese Logik basiert aber auf einem grundlegenden Widerspruch, der sich langfristig negativ auswirken muss. Was das für die gesamtgesellschaftlichen Mehrwertproduktion bedeutet, ist wissenschaftlich/mathematisch sehr gut untersucht – siehe:

    http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=3&posnr=382&backtext1=text1.php

    Sie können die Argumente also selbst gedanklich prüfen, nachrechnen usw. Diese elementare mathematische Logik verrät uns also schon zweifelsfrei, dass sich unsere heutige Produktions- und Lebensweise nicht mehr dauerhaft aufrecht erhalten lässt, nur noch über ausdehnende Verschuldungsverhältnisse, Spekulationsgewinne, reine Finanzgeschäfte und Staatskredite als letzten Rettungsanker, läuft die marktwirtschaftliche Maschinerie überhaupt noch. Da rettet uns auch kein „anderes Geld“ (eine beliebte Vorstellung) oder eine andere Regulationsart (z.B. „demokratischer Sozialismus“, „Freiwirtschaft“, „soziale Marktwirtschaft“) mehr. Eben so wenig ein zurück in die „Stammesgesellschaft“. Es gibt nur noch ein nach vorn und darüber hinaus!!!

    Kapitalismus hatte seine Hochzeit, geht nun jedoch als Gesellschaftsmodell seinem historischen Ende entgegen. Frage: wie gehen wir mit diesem Wissen um? Stellen wir uns der Verantwortung? Den neuen Herausforderungen jenseits der Ware-Geld-Beziehung?

    Emotional müssen wir als ersten Schritt die alten Ängste ablegen. Es ist genug für alle da! …nur nicht für jeder Manns Gier (Ghandi).

    Antworten
  8. Oliver Florig

    Zur Unterscheidung von Behauptung und Argument:
    Wenn jemand sagt, „Wir brauchen kein Geld“, ist das eine Behauptung. Wenn er dann erklärt, warum wir kein Geld brauchen, dann ist das ein Argument. Dazu gehört z.B. zu sagen, wozu wir bisher Geld benutzt haben und wodurch diese Aufgabe entweder überflüssig wird oder durch etwas anderes erfüllt werden kann.

    Denken und Rationalität beruhen auf Argumenten. Sonst tauschen wir bloß Standpunkte aus. Das ist auch keine Begriffsklauberei, sondern mein Beharren darauf, bei allem Träumen rational zu bleiben.

    Wir brauchen nämlich beides: Herz und Verstand. Verlassen wir uns nur auf unsere Träume sind wir kopflos und richten u.U. großen Schaden an. Der bloße Sachverstand hingegen ist herzlos und kalt.

    Antworten
  9. Freiheit 2011

    Hallo oliver,

    ich kenne das, aber das Spiel halte ich für sinnlos!!! Es ist alles einfach!!!!

    …. wenn es passt sind es Argumente und wenn nicht Behauptungen???mmh – ja und??? Was ändert das jetzt eigentlich??? Nichts !!! – typische Expertenwortklaubereien – behaupte ich jetzt mal! So what! 😉

    Experten? – ja na klar, ist doch logisch – aber im Sinne der Menschlichkeit, nicht im Sinne einer Institution (Chemieindustrie, Waffenindustrie usw.)!!!!

    .. zu wissenschaftlich heißt doch auch nicht ohne Wissenschaft!

    Warum setzen sich nicht alle Experten für den Frieden ein, lehnen Hartz IV ab usw. – weil nicht alle gleich „schwingen“ und es nicht auf einen materiellen Wissensstand ankommt! Damit das aber in diese Richtung geht ist der Gedanke bei allem sehr wichtig!

    Und noch eins: es muss auch nicht immer alles perfekt sein, nicht immer in 0 und 1 denken oder wer a sagt muss auch b sagen usw, wir sind keine Roboter, sondern Menschen!

    Man-o-man, Oliver, hier geht es um was ganz anderes und Deine Seele weiß das auch!!!!!

    Wo hat uns denn der sachverstand allein hingeführt????

    Friedliche Grüße

    Antworten
  10. Oliver Florig

    Der Kommentar von Freiheit fordert uns auf, neu zu denken. In seinem Text finde ich aber keine Argumente sondern lediglich Behauptungen.

    Das Leben von 7 Milliarden Menschen erfordert Liebe, klar. Es erfordert aber auch intelligente Kooperation – und die ist mit gutem Willen allein nicht zu haben. Sie erfordert Institutionen und Experten. Warum wohl leben wir nicht mir in einfach organisierten Stammesgesellschaften?

    Würden Sie sich zutrauen, eine Herz-OP zu machen? Ein Auto zu reparieren? Eine Brücke zu bauen? Oder brauchen Sie dafür – so wie ich, einen Chirurgen, einen Mechaniker und einen Ingenieur? Warum sollte die Organisation der Wirtschaft von 7 Milliarden Menschen so einfach sein, dass wir keinen ökonomischen Sachverstand brauchen?

    Antworten
  11. Martin Bartonitz

    Und das Ende ist vorprogrammiert, wenn wir das Geldsystem nicht wieder auf demokratische Füße stellen. Wir müssen nur in die Geschichte schauen, z.B. auf den Untergang Roms: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/11/01/was-unsere-finanzkrise-mit-dem-untergang-des-romischen-imperiums-zu-tun-hat/

    Antworten
  12. Freiheit 2011

    Anregendes zu den Kommentaren: Das Problem ist ganz einfach, man muss es nur wirklich wollen..das „Alte“ loszulassen..:

    1.wir denken zu kompliziert-zu wissenschaftlich-zu institutionel 2.wir denken nicht – wir plappern nach 3.so wie wir denken wird es sich zeigen 4.wir sollten uns im Denken öffnen und Neues zulassen. 5.Eine Veränderung kann nur entstehen, wenn wir diese veränderungen in einem anderen Denken auch akzeptieren. 6. Denkt vor allem stets menschlich und fürsorglich!!!!!!!!!!!!!!! 7. Denkt nicht was könnte alles sein, sondern was ist und vertraut.8. Denkt ehrlich über euch selbst nach – was braucht man eigentlich wirklich für ein entspanntes miteinander. 9.Denkt nicht nur, sondern fordert es ein und handelt!!!

    Die Dinge werden oft – besonders von sich nur wichtig machenden Leuten (die voller Ängste stecken) – absichtlich verkompliziert gehalten (Macht), damit andere in den Glauben geraten, sie könnten sich keine Meinung bilden (Ohnmacht) und/oder wären nicht in der Lage etwas einfordern zu dürfen…

    …bilde eine eigene Kaste und das Spiel kann beginnen… – Zerstöre alles Denken oder/und vereinnahme es in die eigene Kaste..so sind die Leute abgelenkt und man kann alles kontrollieren…(das ewig alte Lied)

    …aber zum Glück wird das jetzt nicht mehr so funktionieren!!!

    Die Stichworte: Menschlichkeit, Freiheit und Gemeinschaft sind hier stark zu berücksichtigen……(wurde natürlich schon von etlichen „Kasten“ verunstaltet…aber..so what!)

    Wir sollten uns nicht an dem Alten aufhalten, höchstens als Mahnung oder Lernpotential:
    Zinsen? -braucht kein Mensch!
    Gewinne? – braucht keine Mensch!
    Parteien? – sinnlos!
    Geheimdienste? – Quatsch!
    Tauschen? – veraltet!

    Hä? – wenn wir dies in einem anderen denken betrachten ist es stimmig. Wenn wir es im gegenwärtigen Denken betrachten natürlich nicht! Also, wir müssen uns entscheiden wie und was wir denken wollen – immer hauptsache menschlich!!!

    Übrigens, teilen ist wirklich schlauer als tauschen – ein super Spruch!!! Wer das nicht nachvollziehen kann – macht nichts – wir lieben Dich trotzdem!!!

    Antworten
  13. Oliver Florig

    Zitat: „Nichts ist „praktischer“ und „leichter“, als nicht Tauschen zu müssen!!!

    Die „Urschuld“ steckt in der Warenform und nicht im Geld, wie oft/gern behauptet. Entlaste ich den anderen von diesem Schuldverhältnis, indem ich bereit bin bedingungslos zu geben, dann entsteht ein völlig neues System.“

    Tauschen ist kein Schuldverhältnis, sondern das Geben und Nehmen zwischen Gleichberechtigten. Und: Wie muss ich mir das bedingungslose Geben praktisch vorstellen? Ich gehe auf den Markt und bin bereit bedingungslos zu geben. Die anderen dort auch. Was, wenn keiner da ist, der genau das geben will, was ich brauche? Wie wird das Ganze auf globaler Eben koordiniert? Woher weiß ich, was die anderen brauchen, wenn nicht über das Geld (Signalfunktion des Preises, vgl. Schumpeters Argumente gegen den Kommunismus.)

    Und selbst wenn es praktisch funktionieren würde, wenn sich tatsächlich eine spirituelle Revolution vollzieht – was ich mir ja sehr wünsche. Wir können daraus im Augenblick keine praktische Politik für ganze Länder ableiten. Politik, die den perfekten Menschen voraussetzt oder schaffen will, endet bestenfalls als Misserfolg, schlimmstenfalls als Terror. (siehe Französische Revolution) Wir können natürlich im Kleinen damit beginnen und sehen, wie weit wir kommen. Das ist sicher sinnvoll.
    Dennoch möchte ich für meine Arbeit Geld. Ich empfinde das als Zeichen der Wertschätzung – und ich habe keine Lust am Ende des Experiments als einziger ohne Rente und ohne Ersparnisse dazu stehen.

    Antworten
  14. WellenbeobachterHH

    zum 1. Kommentar
    „Wir schaffen Geld ganz ab. Das wäre extrem unpraktisch. Wenn ich z.B. einen Sack Kartoffeln kaufen wollte, könnte ich ihn nicht einfach bezahlen, sondern müsste ihm irgendetwas anbieten, was er selbst braucht oder weiter tauschen möchte.“

    IRRTUM!!! Genau das muss eben nicht so sein. Nichts ist „praktischer“ und „leichter“, als nicht Tauschen zu müssen!!!

    Die „Urschuld“ steckt in der Warenform und nicht im Geld, wie oft/gern behauptet. Entlaste ich den anderen von diesem Schuldverhältnis, indem ich bereit bin bedingungslos zu geben, dann entsteht ein völlig neues System. Die Pkt. 2. bis 4. entfallen dann ersatzlos. Die Dinge werden „kostenlos“ – also was das Wort sagt – sie werden ihre „Kosten los“. Die haften ihnen nämlich als rein gesellschaftliche Bedingung an – als gesellschaftliche wie gesagt! Aus einem Naturzustand heraus ist das nicht abzuleiten.

    Stattdessen könnte gesellschaftliche Reproduktion auf der Ebene des „stofflich-energetischen“ Reichtums gesteuert und verwaltet werden, um möglichst alle mit allem zu versorgen, was sie brauchen – also auf der Ebene, wo auch die Bedürfnisse entstehen und die Möglichkeiten des Menschen angesiedelt sind. Das Motto kann dann lauten:

    +++ Teilen ist schlauer als tauschen!!! +++

    Das Kriterium der „betriebswirtschaftlichen Rentabilität“ liegt nicht mehr im „monetären Gewinn“, sondern im Zugewinn an frei verfügbarer Lebenszeit. Anstatt Konsum als Überlebensnotwendigkeit kann sich eine Vielzahl an Lebensweisen entwickeln. Es kann in Vielfalt experimentiert werden.

    Antworten
  15. Anonymous

    Mir ist unklar, was nach Meinung des Autors genau verändert werden soll. Soll das „Geldsystem“ abgeschafft werden? Und wenn ja, weiß heißt das?

    Mir fallen verschiedene mögliche Antworten ein:

    1. Wir schaffen Geld ganz ab. Das wäre extrem unpraktisch. Wenn ich z.B. einen Sack Kartoffeln kaufen wollte, könnte ich ihn nicht einfach bezahlen, sondern müsste ihm irgendetwas anbieten, was er selbst braucht oder weiter tauschen möchte.

    2. Wir könnten Kredite abschaffen. Das wäre ebenfalls sehr nachteilig. Wenn ich z.B. mit ein paar Freuden eine Kneipe – oder ein veganes Restaurant – aufmachen möchte, geschieht es leicht, dass wir mehr ausgeben müssen, als wir haben. Wir brauche also jemanden, der uns Geld leiht. Wer keine reichen Eltern oder Freunde hat, braucht dann eine Bank.

    3. Wir könnten die Zinsen abschaffen. Das würde faktisch auf 2. hinauslaufen. Denn wieso sollte mir jemand etwas leihen – und riskieren, dass er sein Kapital verliert, wenn ich Pleite gehe – wenn er nichts dafür bekommt? Außerdem: Wovon sollten dann Banken ihre Mieten, die Löhne ihrer Mitarbeiter und die Dividenden für die Anteilseigner bezahlen?

    4. Oder will der Autor die Geldschöpfung durch Kredite der Zentralbank unterbinden? Das wäre aus verschiedenen Gründen ebenfalls nachteilig. Ein Grund: Wenn die Bank nicht genug Geld hat, um meine Kneipe zu finanzieren, mein Projekt aber für erfolgversprechend hält, macht es Sinn, dass sie ihrerseits einen Kredit aufnimmt und mir damit mein Projekt finanziert.

    Übrigens stimmt es nicht, dass Banken bei der Geldschöpfung kein Risiko eingehen.
    Ihnen wird das Geld, das sie an ihre Kunden verleihen, von der Zentralbank nicht geschenkt, sondern geliehen. Es handelt sich also um einen Kredit, den sie tilgen müssen. Wenn der an einen Kunden verliehene Kredit ausfällt, verlieren sie faktisch Geld.
    Außerdem: Wenn Banken kein Risiko eingehen könnten, wie könnten sie dann Pleite gehen? Dass sie aber Pleite gehen können, zeigt die jüngste Vergangenheit.

    Es gibt sicherlich Reformbedarf im Finanzsystem. Was aber genau zu tun ist, ist für Laien wie mich nur schwer zu beurteilen. Auf keinen Fall gibt es so etwas wie eine radikale Lösung, die alle Probleme beendet. Genau deswegen brauchen wir Fachleute. Und genau dazu haben wir Volkswirtschaftliche Fakultäten, Expertenkommissionen, Bundestagsausschüsse etc.
    Der gegenwärtige Protest muss daher irgendwann von Experten in durchführbare Regelungen umgesetzt werden. Um das zu ermöglichen haben wir freie Wahlen, Parteien und Parlamente.

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