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Eine Tantra-Massage berührt das ureigene Wesen eines jeden Menschen – seinen ganz individuellen Klang, mit dem er in dieser Welt ist und der immer schon da ist. Über Berührung wird die innere Verbindung von spiritueller und sexueller Energie erlebbar gestaltet. So erhält die Sexualität auch ihre mystische Bedeutung wieder zurück, die ihr im Kern innewohnt.

Der Begriff „Tantra“ hat seinen Ursprung im Sanskrit und sowohl seine Übersetzung als auch seine Verwendung in östlichen und westlichen spirituellen Ausrichtungen und Lebensphilosophien entzieht sich einem eindimensionalen Zugriff.

Oft scheint es bei dem, was sich Tantra nennt, keinerlei gemeinsame Schnittmenge zu geben. Die Folge sind Missverständnisse in der Interpretation.

Von seinem Ursprung her ist Tantra eine praxisnahe Umsetzung der Idee des Non-Dualismus und bezieht sich historisch auf die beiden großen indischen spirituellen Traditionen des Buddhismus und des Hinduismus.

Ich möchte „Tantra“ in diesem Beitrag auf den Bezug zur Tantra-Massage eingrenzen und auf meine Erfahrungen mit dieser Berührungskunst. Hier scheint mir der „webende, verbindende“ Aspekt des Begriffes von größter Bedeutung zu sein. Es werden (scheinbare) Gegensätze miteinander verwoben, wodurch eine Erfahrung jenseits des mentalen Verstehens ermöglicht wird.  

Die Tantra-Massage hat sich aus dem Neotantra entwickelt, einer zeitgemäßen Form von Tantra, die Spiritualität und Sexualität miteinander verbindet und vom indischen Philosophen und Mystiker Bhagwan Shree Rajneesh (auch Osho genannt) in den 1960/70er Jahren entwickelt wurde. Neotantra speist sich aus östlichen Traditionen und westlichen Ansätzen der Selbsterfahrung durch Psychologie, Körpertherapie und Energiearbeit.

Mitte der achtziger Jahre bildete sich dann die Tantra-Massage heraus, die sich durch ihre Ganzheitlichkeit, die Berührung des ganzen Körpers einschließlich der intimen Körperregionen und das Einbeziehen des sinnlichen und sexuellen Empfindens auszeichnet. Der Mensch wird respektvoll, wertfrei und achtsam berührt und absichtslos verwöhnt und wertgeschätzt.

Das Wesen der Tantra-Massage

Die Wirklichkeit, die der Tantra-Massage zugrunde liegt, besagt, dass alles Leben göttlichen Ursprungs und Gott gleichzeitig in uns selbst gegenwärtig ist. Und die Energie zum Erkennen dieser unserer Wirklichkeit speist sich hier direkt aus der göttlichen Quelle:

Es ist die reine Lebensenergie, die in der ­Tantra-Massage als sexuelle Energie genutzt wird, das göttliche eigene Selbst zu erkennen oder genauer, dieses zu ­erleben.

Die innere Verbindung von ­spiritueller und sexueller Energie wird in einem Berührungsritual – der Tantra-Massage – erlebbar gestaltet. So gibt sie der Sexualität ihre mystische Bedeutung wieder zurück, die ihr traditionell innewohnt.

Ich möchte hier (auszugsweise) die Worte einer Empfängerin der Tantra-Massage wiedergeben, die den Kern dieser Erfahrung in wunderbaren, ­klaren Worten zusammengefasst hat:

„… Ich bin mit einer tiefen Sehnsucht zu dir gekommen, nach Verbindung und Berührung, nach innerem Frieden und Heimat. Und ich suchte etwas, wofür ich keine Worte fand. Etwas Namenloses, Großes. Nach jeder tantrischen Massagesession mit dir fühle ich mich vollkommen und sehr geborgen in meinem Körper, stehe in Verbindung zu meinem Inneren und spüre Liebe … Ich durfte meine innere Schönheit spüren und eine Gewissheit, dass diese Schönheit immer da war und immer da sein wird, dass sie heilig ist und mich mit allem verbindet. ‚Tore gehen auf‘, heißt es in dem wunderschönen Rilke-Gedicht ‚Alles ist eins‘. Und sie sind aufgegangen. Ich staune noch immer …“

Die Tantra-Massage ist rituelle Berührungskunst, das heißt, dass die Massage in ein Ritual eingebettet ist und die Entfaltung unserer Sinnlichkeit ermöglicht. Beide – Empfänger und Gebende – begegnen sich als Menschen, die den göttlichen Wesenskern im anderen anrühren.

In der Massage werden auf diese Weise Kräfte angesprochen, die durch den Menschen hindurch wirken. Der Empfänger der Massage bleibt dabei passiv und wird über die Berührung des Körpers in seinem ganzen Wesen gewürdigt, wobei der Körper als Tempel der Seele verehrt wird.

Diese Art und Weise des Umgangs mit der Lebensenergie, der Sinnlichkeit und sexueller Lust lässt einen geschützten freien Raum entstehen, in dem gemeinsam etwas erschaffen wird, was tief berührt und die Essenz des Menschlichen er­spüren lässt.

Hingabe und sinnlicher ­Genuss dürfen sich entfalten und dies befähigt Menschen, sich auf ihrer sinn­lichen inneren Reise als schöpfende, kreative Wesen zu erfahren.

Die Komposition des Berührungsrituals

Die Tantra-Massage ist in einen choreographierten Bewegungsablauf eingebunden, der ausgleichend, entspannend und harmonisierend auf Körper, Geist und Seele wirkt. Jeder Tantra-Masseur entwickelt und verfeinert hier nach seiner Ausbildung den eigenen Stil, die Massage zu geben.

Meine persönliche Massagequalität ist zart und zentrierend mit langen entspannenden, sanft-sinnlichen Strichen und Haltepositionen, Zirkelungen, Vibrationen und verspielten Attributen. Dabei beziehe ich das energetische Yin-Yang-Prinzip, die Meridiane und die Chakren, Kenntnisse aus der Sexualforschung und Körperpsychotherapie in die Massage ein.

Meine Intention ist klar ausgerichtet auf achtsame, herzliche Annahme des Empfängers und in ihrem Wesen zärtlich. Jede Massage entfaltet sich auf diese Weise individuell mit ihrem Empfänger.

Die meisten Menschen, die sich die Erfahrung der Tantra-Massage gönnen, wünschen sich auch die feine und liebevolle Massage ihres Intimbereiches, der Yoni bzw. des Lingams. Yoni ist der Sanskritbegriff für den gesamten Intimbereich der Frau, Lingam der für den Intimbereich des Mannes. Die Tantra-Massagen des Intimbereiches haben ihren Ursprung sowohl im indischen Tantra als auch im chinesischen Taoismus.

In einer der acht Säulen des Taoismus, dem Tao der Sexualität, wird der Einsatz der sexuellen Energie zur Gesunderhaltung, Harmonisierung und erhöhten Bewusstheit beschrieben.

Durch die Tantra-Massage verbindet sich die sexuelle Energie mit der Energie des Herzens und erlaubt eine bewusste Öffnung hin zum ursprünglichen sexuellen Energiefluss. Die sexuelle Energie wird durch die Massage aufgebaut, im ganzen Körper verteilt und kreiert ein tiefes, reifes sinnliches Erleben.

Auch in der Yoni-, bzw. der Lingam-Massage, die 25 bis 30 verschiedene Massagestriche und Akupressurpunkte beinhaltet, bewegen wir uns im Rahmen der absichtslosen Sinnlichkeit, das heißt, dass der sexuelle Höhepunkt erreicht werden kann – doch kein Ziel ist, das erreicht werden muss.

So öffnet sich der Empfänger der Massage tief seinem innewohnenden Körperbewusstsein und erlangt auf diese Weise seine natürliche Lebendigkeit und Integrität wieder. Alle Gefühle – von schmerzlichen bis hin zu lustvollen, genüsslich ekstatischen Gefühlen – haben hier Raum und dürfen sich zeigen.  

Tantra-Massage: Heilsame sinnliche Berührung für Frau und Mann

Meiner persönlichen Erfahrung nach birgt die Tantra-Massage und vor allem auch die Massage des Intimbereiches bei Frauen und auch bei Männern ein großes Potential an Heilung. Vergangene verletzende Erfahrungen sind auf körperlicher, energetischer Ebene abgespeichert und schränken die Empfindsamkeit ein. In dem geschützten liebevollen Raum des tantrischen Berührungsrituals können sie behutsam „abgerufen“ werden und dürfen abfließen.

Die Yoni hat, dem weiblichen Prinzip entsprechend, eine aufnehmende Natur und so kann es sein, dass sexuelle Lust erst dann wirklich erlebbar wird, wenn gespeicherte Trauer, Wut und Groll gefühlt und abgelöst werden. Dieses Erleben erlaubt der Frau erst, sich ganz in die ihr eigene Weiblichkeit zu entfalten und in ihrem Körper Freude und Vitalität zu empfinden. Jede Frau entscheidet dabei selbst, wie intensiv oder intim ihre Erfahrung werden darf.

Auch die Massage des männlichen Intimbereiches „entpanzert“ und sensibilisiert den Mann. Für ihn ist es oft eine ganz ungewohnte wohltuende Erfahrung, sich dem Fluss der Berührung hinzugeben und zu empfangen, nichts tun und leisten zu müssen. Einige Männer wünschen sich innerhalb eines Massage-Rituals zusätzlich eine Anal- und Prostata-Massage. Zum einen kann hier dem Wunsch nach innerlicher Berührung und Hingabe besonders lustvoll entsprochen werden und zum anderen unterstützt eine (regelmäßige) Massage dieses Organs eine gesunde Zellfunktion. Fortgeschrittene Urologen empfehlen sie deshalb als Heilbehandlung und zur Prophylaxe.  

Bei der Frau und beim Mann werden durch ­eine Tantra-Massage alle Energiezentren gekräftigt und die Lebensenergie angeregt. Bei beiden werden jeweils die ihrem Geschlecht entsprechenden Qualitäten gestärkt, so dass sie sich als selbst-bewusster und sicherer ­erfahren. Mehrere aufeinander aufbauende Tantra-Massagen zu empfangen wird dieses Erleben vertiefen und intensivieren.

Wer kommt in die Tantra-Massage?

Die Tantra-Massage ist eine Einladung für Menschen, die Sehnsucht nach bewusster heilender Sinnlichkeit, Verbindung und Selbstwachstum haben. Die sich (wieder) berühren lassen möchten von ihrem Leben und ihr Herz öffnen – für sich selbst und für sinnliche, liebevolle Begegnungen mit anderen. Die sich erfahren möchten in ihrem fühlenden Kern – in ihrem Er-Leben, ihren Gefühlen und ihrem Wesen.

Auch ist die Tantra-Massage ein Angebot, um Wärme, Zärtlichkeit, sanfte Nährung und sinnliche Lust entspannend in einem sensiblen, feinfühligen Rahmen zu genießen. Es kommen sowohl Singles als auch Menschen, die in einer Paarbeziehung leben, in diesen tantrischen Raum.

Eine aufregende Möglichkeit, gemeinsam als Paar die Sinnlichkeit auf eine neue Art zu erkunden, ist eine Tantra-Session, die sich ganz individuell durch die mitgebrachten Bedürfnisse und Wünsche gestaltet.

Achtsame Präsenz, gegenseitiges Massieren sowie liebevolles Annehmen von allem, was sich zeigen mag, öffnen einen magischen Beziehungsraum. Es braucht keinerlei Massagevorerfahrung, die Bereitschaft sich einzulassen genügt vollkommen.

Es geschieht nur das, was beide wirklich genießen können – ob eine Intim-Massage mit einbezogen wird, klärt ein Vorgespräch. Einfühlsames, kompetentes Coaching und gemeinsame Freude am Erkunden der sinnlichen Welt ermöglichen eine entspannte herzliche Atmosphäre.

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