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Die schamanischen Wurzeln der Traditionellen Chinesischen Medizin

Schamanismus und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Gibt es schamanische Elemente in der TCM? Wie kann man die beiden verbinden? Der Heilpraktiker Bernd Monecke im Gespräch mit Monika Feuerlein über die Verbindung von Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) mit schamanischen Heilweisen.

 

Wo siehst Du schamanische Elemente in der TCM?

Da gibt es viele Verbindungen. Im Qi Gong, das über 3000 Jahre alt ist, wird die Himmels- und die Erdenergie im Körper in einem alchemistischen Prozess vereint. Alte schamanische Körperhaltungen werden genutzt, um bestimmte Zustände herbei zu führen, Energien aufzunehmen und abzugeben. Schon die alten chinesischen Heiler praktizierten regelmäßig Qi Gong, um ihre Kraft und Gesundheit zu erhalten. Sie arbeiteten mit heilenden Lauten und besangen die Organe, um sie zu stärken. Auch die alten Namen der Akupunkturpunkte weisen auf schamanische Wurzeln hin. Zum Beispiel werden die Dämonen- und Himmelsfensterpunkte auch heute noch zum Ausleiten von Traumatas oder von Fremdenergien genutzt. Einer dieser Punkte, der „himmlische Vorfahre“, liegt auf dem Schulterblatt. Wenn Menschen dort Schmerzen haben, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Ursache auch in einer Ahnenproblematik liegen kann. Nadelt man den Punkt, können die Themen hoch kommen und emotional bearbeitet werden, was dann auch eine direkte Wirkung auf den Schmerz hat.

Wo liegen die schamanischen Wurzeln der TCM?

Vor vielen tausend Jahren gab es in China eine Gruppe von Frauen und Männern, die als „Wu“ (als Magiere) bezeichnet wurden. Sie hatten die Fähigkeit, zwischen den geistigen Kräften der Natur und den Menschen zu vermitteln und konnten mit Geistern kommunizieren. Im Lauf der Zeit erlangten sie ungeheuren Einfluss und wurden spirituelle Berater der Könige. Sie waren auch die ersten Ärzte, noch bevor sich das heutige System der Traditionellen Chinesischen Medizin entwickelte.

 
Viele der chinesischen Heilkräuter sind hier nur schwer zu bekommen. Ist das für Dich ein Problem?

Ich benutze fast ausschließlich die westlichen Heilpflanzen, weil ich davon überzeugt bin, dass die Kräuter, die für unsere Heilung ausreichen, vor unserer Haustür wachsen. Allerdings teile ich sie entsprechend der chinesischen Medizin nach Kriterien wie Temperatur- und Geschmackswirkung ein. Dann stelle ich eine individuelle Teerezeptur zusammen. Außerdem rege ich Menschen dazu an, selber zu den Pflanzen eine Verbindung aufzubauen. Heilkräutertees haben immer noch die beste Wirkung, wenn wir schon beim Pflücken eine Verbindung mit der Seelenebene der Pflanze eingehen. Bei den schamanisch arbeitenden Pflanzenheilern wird der achtsame Austausch mit den Pflanzenseelen und den Naturwesen bis heute praktiziert.

 

Wie bringst Du als Heilpraktiker in Deiner Arbeit TCM und Schamanismus zusammen? Wie kann ich mir eine Behandlung bei Dir vorstellen?

Die TCM ist aus jahrtausende altem Erfahrungswissen und der Beobachtung der Körperenergien entstanden. Bei manifesten Krankheiten führe ich klassisch eine ausführliche TCM-Anamnese mit Zungen- und Pulsdiagnose durch. Damit können Krankheitsursachen sehr differenziert erkannt und behandelt werden und auch Tipps für den Alltag, wie zum Beispiel für die Ernährung abgeleitet werden. Die meisten Menschen behandle ich dann mit Akupunktur oder japanischer Druckpunktmassage (Shiatsu). Dabei lasse ich immer auch Reiki fließen, weil dies die Heilung auf allen Ebenen unterstützt. Außerdem arbeite ich jedes Mal mit Klang, um die Spirits zu rufen. Dadurch öffnet sich der Zugang zur Herzebene, was den Behandlungserfolg vertieft: entweder benutze ich Klangschalen oder ich töne, wobei die Klänge ganz spontan aus der Verbindung mit dem Patienten entstehen. Für Traumreisen oder Reisen zum inneren Kind kommt die Kalimba dazu, ein altes afrikanisches Instrument, dessen Klang die Emotionen ausgleicht und uns auf eine tiefere Ebene bringt. Geführte schamanische Reisen helfen, die Seelenebene anzusprechen, wobei ich zur Unterstützung gerne spezielle Akupunkturpunkte nadele.

Du lehrst auch eine bestimmte Form des Qi Gong. Wie können Menschen dies in ihrem Alltag nutzen?

Ich praktiziere das Chan Mi Gong. Das ist ein sehr alter schamanisch-buddhistischer Stil, der aus Tibet stammt. Die Basisübungen dienen dazu, die Wirbelsäule zu entspannen, indem man sie wellenartig in verschiedene Richtungen bewegt. Dies hat eine Wirkung auf die Körperhaltung, was bei Rückenproblemen, Kopfschmerzen und Depressionen nachhaltig unterstützen kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei Praktizierenden die Gehirnströme verändern, die Muster gleichen sich sogar den Tiefschlafphasen an. Dadurch wird der Übende entspannt und energetisch sehr gut aufgeladen. Seine Emotionen werden ausgeglichen und die eigene Mitte gestärkt. Das sind sehr einfache, schnell zu lernende Übungen, die im Alltag unmittelbar Wirkung zeigen.

 
Wie erlebst Du diese Energie im Unterschied zum Reiki, das du ebenfalls praktizierst?

Qi Gong hat eine sehr regenerierende Wirkung. Energieübertragungen funktionieren dort aber nur, wenn man sehr lange übt, um genug Energie zu haben. Bei Reiki machen wir uns durchlässig für die kosmische Energie und werden zum Kanal. Wir übertragen keine eigene Energie, sodass man sich als Behandelnder nicht verausgabt, sondern sogar Energie dazu gewinnt.

 
Wie und Wann geschieht für Dich Heilung?

Heilung geschieht für mich über die Herzebene. Gemäß der TCM regiert das Herz alle anderen Organe. Eine meiner Kolleginnen fragte mal einen bekannten TCM-Arzt, wie er durch das Setzen einer einzigen Nadel solche Heilerfolge erzielt. Er erwiderte, dass die Auswahl dieses Akupunkturpunktes nur zweitrangig sei. Die Heilung gehe vor allem von dem Herzkontakt mit dem Patienten aus. Das ist auch meine Überzeugung. Daher versuche ich, die Menschen darin zu unterstützen, den eigenen Herzraum wahrzunehmen und die eigenen Bedürfnisse zu fühlen. Wenn wir immer wieder hineinspüren, in das, was wir wirklich sind und brauchen, kommen wir unserer tiefsten Herzebene immer näher. Das ist für mich Heilung.

 

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