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Was ist das eigentlich? Wir wollten es wissen und gingen auf die Straße mit der Frage:

1)     Was verstehen Sie unter Lebenskunst?
2)     Wer ist in Ihren Augen ein Lebenskünstler und warum?
3)     Und sind Sie selbst ein Lebenskünstler?

1. Lebenskunst ist für mich, mit wenig Geld aus seinem Leben etwas zu machen. Eben ohne große materielle Absicherungen ein glückliches Leben zu leben.

2. Lebenskünstler sind in meinen Augen die Surfer Kaliforniens und Hawaiis, die mit nichts als einem alten Auto und einem Surfboard von einem Strand zum anderen ziehen und dort die Riesenwellen reiten…….

3. Nein, das würde ich nicht von mir behaupten.
Warum nicht ?
Zuviel Luxus.

Bettina, 28 Jahre Bankangestellte

Lebenskunst? Ja, aus seinem Leben was Angenehmes zu machen, es so zu gestalten, daß man sich dabei wohl fühlt, …es genießen kann.

S: Würdest Du dich als Lebenskünstler bezeichnen?
Manchmal ja, manchmal nein, manchmal mehr, manchmal weniger ……..(lacht), also, im Winter gelingt es mir nicht so gut wie im Sommer, da fällt es mir leichter (lacht)

S: Kennst Du einen Lebenskünstler?
Ja, ich kenne eine alte Dame……, die ist inzwischen fast 94 Jahre alt, sie ist mit Marlene zusammen zur Schule gegangen und hat mit ihr auf einer Bühne gestanden, und trotz ihres hohen Alters hat die ihr Leben immer noch derartig im Griff, daß das für mich immer ein blendendes Beispiel ist, wie man leben sollte…Sie überlegt eben sehr genau, was Sinn hat, was nicht Sinn macht…….läßt so´ne Sachen eben einfach sein, die keinen Sinn machen, gibt sich nicht mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten ab, organisiert ihr Leben eben auch sehr gut……wägt ganz genau ab, wofür sie ihre Zeit investiert und wofür nicht ……..und läßt unnütze Sachen eben beiseite……und trifft sich eben auch nur mit den Menschen, mit denen ihr das angenehm ist.

Erzieher

Heutzutage unter Lebenskunst würd´ ich verstehen, einigermaßen zu überleben.

S: Würden sie sich selber….?
Früher gewesen, aber heute nicht mehr so, nee,  heute bin ich nur noch am Arbeiten………nur noch am Arbeiten.

S: Kennen sie jmd?
Ja, die sitzen heute im Knast………

Unbekannter

1. Die Kunst, das Leben trotz auftretender Schwierigkeiten so zu gestalten, daß größtmögliche Zufriedenheit daraus resultiert.

2. Lebenskünstler ist für mich eben die Person, die das in ihrem Leben realisiert.

3.Teils, teils! Das ist bei mir stimmungsabhängig!

Kirstin, 30, studiert Pädagogik und Sport

Lebenskunst? Daß man sich sein Leben so einrichtet, daß man einen Job hat, den man gerne macht und noch möglichst viel Zeit für das, was man außerdem noch gerne macht…, das verstehe ich unter Lebenskunst.

S: Würdest Du sagen, daß Du eine L.K. bist?
Noch nicht ganz. (lacht)

S: Kennst Du irgend…..?
Ich glaube sie probieren es alle. Die Menschen sind alle auf dem Weg dahin.
Ich meine, das ist natürlich ein sehr philosophisches Thema, und das jetzt so kurz (lacht) auf der Straße abzuhandeln, das ist natürlich schwierig, ´ne…

S: Kommst Du aus Berlin?
Ich bin gerade erst hierhin gezogen…

Kay, 33 Jahre alt, Architektin

Glücklich sein. Eine Balance zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte, das ist alles.

S: Würden Sie sich als L.K. bezeichnen?
Oh natürlich, wahrscheinlich der beste der Welt. Aber weißt Du, daß das Leben ein Mirakel ist ? Absolut…. Sehr wenige wissen das. Liebe, jemanden lieben und geliebt werden, oder Frieden innerlich, innerlicher Frieden….
Ich heiße Jed Curtis, ich bin Amerikaner, I live in Beverly Hills, but actually I´m going to be moving here to Berlin. I´m a filmproducer and an actor. You know, people pay me to be an asshole and I don´t want to be an asshole …I want to bring joy into the world. Yeah, as I go through life, that´s exactly what I do …almost everyone I meet I somehow improve their life. That´s all.

Jed Curtis, USA, Schauspieler

S: Bist Du ein Lebenskünstler?
Glaub schon, ja,…..ja..

S: Und woran machst Du das fest?
Ja, das Witzige, das Gute, das Tolle im Leben zu erkennen und zu genießen. In jeder Situation, auch wenn man nur wartet, und dabei das Warten nicht spüren , sondern die Zeit nutzen, …sich Gedanken machen, und irgendwann braucht man es, und dann zaubert man hervor, was man sich da so überlegt hat und dann macht alles etwas mehr Spaß…..

Wenn man bereit ist, etwas durchzuziehen und die Kraft dafür aufbringt, sich den Forderungen zu stellen, dann kann man auch was erreichen…
Normalerweise mach´ ich Gitarrenmusik und im Moment geht das nicht, weil es halt doch zu kalt ist, da kann man sich nicht an die Straße stellen und mit eingefrorenen Fingern spielen.
Ach, was ich noch sagen wollte, ihr dürft natürlich nicht vergessen, daß ein wichtiger Schritt zu sich selbst und zu seiner Umgebung liegt bestimmt darin, daß man positive Gedanken haben sollte…. Man kann nicht mit negativen Gedanken existieren, das hab´ ich festgestellt….man kann sich nicht den Tag selbst zur Hölle machen…

S: Bist Du ein Lebenskünstler?.

In gewisser Hinsicht. …Ich bin ziemlich lange auf der Straße gewesen. Ich hab´ mir viele Sachen angesehen, die ich vorher nicht kannte und ich hab´ auch bestimmt was gelernt…Ich schreib´ Gedichte und bin jetzt bemüht, einen Gedichtband rauszubringen…

Ronald, 34 Jahre

 

Das ist ja schwierig… Unter Lebenskünstler verstehe ich , naja die, die so ein bißchen extravagant leben, ja ? Lebenskunst… egal, was für schwierige Sachen auf einen einstürzen.

S: Kennst Du Lebenskünstler?
Nein, kenne ich eigentlich nicht persönlich.

In ´ner Großstadt nicht untergehen zum Beispiel – keine Drogen und was es da alles so gibt. Ein normales Leben führen und trotzdem Spaß haben können. Vielleicht Leute, die ohne groß zu studieren trotzdem durchkommen irgendwie und trotzdem ´n schönes Leben haben. Manche Leute wollen gar nicht studieren, studieren dann aber, weil sie denken daß sie damit viel Geld verdienen und tun´s gar nicht. Andere schaffen es irgendwie besser. Ich weiß auch nicht…
S: Kennst Du jmd…..?
Nee, ehrlich gesagt nicht.

S: Bist Du eine Lebenskünstlerin?.
Nö!

Warum? Als, weder glaub´ ich, daß ich Angst habe abzurutschen, noch würde ich sagen, daß ich alles auskoste. Das ist vielleicht auch ein bißchen schade. Ich denke immer in Berlin, daß ich was verpasse – denk´ immer, daß irgendwo was ist, was ich nicht mitkriege.

Winka, 23 J. Studium Grundschulpädagogik

Na, Lebenskünstler sind vielleicht diejenigen, die versuchen, aus wenig ganz viel zu machen, …also, sich mit Wenigem zufrieden zu geben und sich ziemlich jeder Situation gut anpassen können, …. halt aus allem für sich das Beste rausholen können….

S: Kennst Du jmd,
Nein, Nein, nein, muß ich zugeben, habe ich mir noch nicht soviel Gedanken zu gemacht.

S: Bist Du…
Ja, ein bißchen vielleicht.

Ökologisches Jahr – arbeitet 1 Jahr freiwillig in einem ökologischen Verein, Studium

1) Lebenskunst ist für mich … eine Maximierung von Lustgewinn.
Ob ich? … Ich glaube schon.
Ich hab´ gerade ´ne Stunde Aufenthalt, weil ich den Zug verpaßt hab´. Der Lebenskünstler hat den Zug verpaßt und deshalb überlege ich jetzt, wie ich meinen Lustgewinn maximiere…

Reimar  (Unternehmensberater/ Frankfurt)

1. Ein Lebenskünstler ist ein Mensch, der bereit ist, sich auf das Leben, so wie es ist, in jedem Augenblick ohne psychologische Sicherheit einzulassen.

2. Jeder Mensch, der ernsthaft und mit persönlichem Einsatz den Weg seiner eigenen geistigen Befreiung geht.

3.Ja, auch wenn  das Lebenskünstler-Sein manchmal als eine recht brotlose Kunst erscheint.

Florian Schlosser, 35, Seminarleiter

Oh Gott, oh Gott, das ist aber schwierig. (Lachen)

S: Kennen Sie einen, oder jemanden, der ihnen spontan dazu einfällt….?
Ja. `ne Bekannte von uns, aber das würde man glaube ich als Austeiger betrachten…… aber es ist schon ´ne Kunst, so zu leben….

S: Was macht sie zur Lebenskünstlerin?
Die Art, wie sie lebt, ist eigentlich sehr ungewöhnlich …., sie lebt in einem Wohnwagen, sehr individuell…künstlerisch sehr interessiert und engagiert….aber das muß man mögen …und das muß man auch können.

S: Würden Sie sich als……..?
Nein, überhaupt nicht. D.h., mit gewissen Dingen wahrscheinlich heute schon, man muß ja so etliche Sachen einsparen, weil es die finanziellen Möglichkeiten nicht gibt, aber ein L:K. in dem Sinne, würde ich sagen, bin ich nicht. Dazu bin ich viel zu realistisch wohl auch, denke ich mal. Man kann vielleicht noch dahin kommen, das ist durchaus möglich. Je nachdem, wie die Situation bei uns noch wird, aber im Moment würde ich mich als Lebenskünstler….so nicht bezeichnen. Dazu bin ich nicht leichtlebig genug. (lacht)

Ilona, Hausfrau

Lebenskunst…. das ist die Kunst, gut und glücklich durchs Leben zu kommen, egal wie… wenn man sich glücklich fühlt

S: Würdest Du Dich…?
Nee, ich bin eine Überlebenskünstlerin.

S: Kennst Du jmd…?
Nee, kenn ich niemanden…

Anita, studiert Sozialwissenschaften, schreibt ihre Diplomarbeit über Kinderprostituierte in Columbien. „Die Kinder auf der Straße da, wie die sich durchschlagen, schon relativ klein, das sind Überlebenskünstler …“

S: Weißt Du, was ein Lebenskünstler ist ?
Hm?

S: Wie würdest Du den beschreiben… einen Lebenskünstler?
Einer, der aus seinem Leben was macht. Ja.

S: Kennst Du einen Lebenskünstler oder eine Lebenskünstlerin ?
Hm? Ne!
Und Du selber, bist Du einer? Wirst Du einer?
Weiß ich jetzt noch nicht…

Maximilian, 12 J.

Na, …. zu überleben ohne Straße, ohne Eltern und ohne nix.

S: Bist Du ´ne Lebenskünstlerin?
Na so gesagt, ja!

(Sammy  & Pumuckel)

 

1. Lebenskunst ist für mich, den Jubel des Augenblicks zu genießen

2. Ein Lebenskünstler ist André Kostellarny, der mit 91 Jahren eine Präsenz, Direktheit und Heiterkeit ausstrahlt, die beeindruckend ist.

3. Ich bin auf dem Weg des Lebenskünstlers. Manchmal gehe ich zwar kleine Umwege, die die Ortskenntnis erhöhen, aber nur der Weg ist der Weg.

Jörg, 33 Jahre, Versicherungsfachwirt

Lebenskunst? Ich kämpf´ um´s Überleben. Das ist Lebenskünstlerin…Ich muß teilweise betteln für mein Fahrgeld, ich lebe von Sozialhilfe…. Mit 14 war ich das erste Mal aus dem Elternhaus raus, – dann kam ich wieder zurück und dann bin ich mit 17 wieder abgehaun und dann hab´ ich mich so durchgeschlagen … und ich denke, das gehört dazu…zum Überleben, da ist man doch eine Lebenskünstlerin, oder? Mit 18 Jahren hab ich mit Drogen angefangen.

Susan, 36 Jahre

Survival of the fittest… und singen, tanzen, Harmonika spielen, Gitarre spielen, mit dem Mongolen zusammen sein & Liebe, Liebe, Liebe natürlich und weitermachen… Jamsessions im Quasimodo…. oder im neuen Club, weil der Franzclub zu  ist und das ist eine Schande, eine Schande für diese Stadt. Berlin wollte doch diese große Weltstadt sein. Sie hat diese Ambition, aber sie schaffen es nicht, weißt Du. In dem Moment, wo sie den Franzclub zugemacht haben, haben sie es verpaßt und das ist schade, nicht für mich oder für uns Musiker, wir machen sowieso weiter… ohne oder mit, das ist kein Problem.

Bist Du ein Lebenskünstler?
Ja, natürlich!

Tom, Musiker

Lebenskunst? Arbeit. Arbeiten, schlafen, um wieder Kraft zu haben, um wieder zu arbeiten…und dabei natürlich mit ein bißchen Bedauern auf die kulturellen Dinge zu schauen, die man nicht wahrnehmen kann. Es fehlt auch manchmal der Anstoß. z.B. heute meine Tochter, die stößt mich an, daß ich mal nicht arbeite – aber sie kommt zu selten;

S: Kennen Sie einen Lebenskünstler?
Ja, ich kenne jemanden. Das ist ein guter Freund, der lebt auf Gran Canaria und der ist ursprünglich ein sehr bekannter Journalist und erfolgreicher Mann gewesen, der lebt heute im Wohnwagen, wenn er Geld hat, dann zahlt er erstmal alle seine Schulden, fährt auch wieder ´n Auto, bis er wieder keins hat, dann lebt er wieder auf Kosten der Anderen, schläft bis drei, frühstückt dann und fährt dann runter nach (Mas Palomas), um seinem Vergnügen nachzugehen. Und zwischendurch schreibt er für `ne Zeitung, um sich das Geld wieder zu verdienen, von dem er dann wieder Leben will. Das ist ein Lebenskünstler. Der Mann hat abgeschaltet, verführt natürlich durch ´ne Frau, denn er hatte ursprünglich alles aufgegeben, einschließlich seiner Sozialversicherung. Aber er hat das Beste aus seinem Leben gemacht und das, denke ich, ist Lebenskunst, das Bestmögliche zu tun, was man im Augenblick machen kann – ich würde es gerne tun, aber ich schaffe es nicht.

Anfang 50 und selbständig, „beute mich unentwegt weiter selber aus“.

Er:Ja schwer, eigentlich schwer, denke ich
Sie: Jeden Tag genießen …….. Ja!
S: Würden sie sich als L:K: bezeichnen?
Sie: Nicht jeden Tag…..(lacht)
S: Was machen Sie…..
Hausfrau, 3 Kinder ,Familie…. und dann noch so, was mir Spaß macht.
Er: Ich kann mich meiner Frau anschließen ……Wir sind aus Bayreuth und nur einen Tag hier. Wir machen einen Geburtstagstag und -abend
Sie: Mein Mann hat mich heute zum Geburtstag eingeladen.
Er: Das ist ja auch Lebenskunst, ´ne, ja.

1. Lebenskunst bedeutet, sich selbst lieben zu lernen. Wer sich selbst annimmt und liebt mit allen Ecken, Macken und Kanten, wer in einem reifen, ganzen Ich zentriert ist, erlebt das Du und das Wir ohne Verzerrungen und Projektionen.
Lebenskunst ist ein erfülltes, saftiges Leben, in dem ich Ja sage, wenn ich Ja meine und Nein sage, wenn ich Nein meine.
Lebenskunst bedeutet für mich auch das heilige Versprechen, meine Lebenskraft für positive Ziele einzusetzen und dafür zu brennen, das Leben der Menschen und dieser Erde ein Stück schöner zu machen!

2. Ein bewußter Lebenskünstler ist für mich jemand, der über „persönliche Geschichte, ungünstige Umstände, Schicksal“ hinauswächst und selbst Verantwortung für sein Leben übernimmt.
Jemand, der die Welt, die Menschen und alles, was lebt und atmet, als Wunder und Mysterium genießt und sich selbst als Teil des großen Mysteriums erlebt!

3. Ja!   
  
Frank H. Fieß – Leiter des Instituts für Lebens-Kunst und Tantra

 


Lebenskunst? Naja, auf alle Fälle, das Leben so angenehm wie möglich zu verbringen, z.B. mit Reisen, alles irgendwie so mal mitzunehmen…

S: Gibt es jmd. den Du als Lebenskünstler…?
Ja, meinen Bruder. Wir sind uns da ein bißchen ähnlich. Er lebt sich auch aus, mit Malerei und so… und macht halt viele Kinder… auch ´ne Lebenskunst. Vier hat er mittlerweile schon… Ich find´s wichtig seit meiner Therapie, so bewußt wie möglich das Leben zu meistern… und daß ich auch nicht stur und starrsinnig demTrott nachgehe. Ich arbeite auch, aber ich mache Sachen, mit denen ich einerseits Geld verdienen kann, andererseits aber auch meinen Spaß habe. Das ist Lebenskunst, für mich.

S: Würdest Du sagen, Du bist ein Lebenskünstler?
Ja, auf alle Fälle. S: Warum?
Ich bin viel unterwegs und schau mir die Welt an. Mit 15, als ich meine Schule beendet habe, bin ich ein Jahr auf einem Segelschulschiff gesegelt, dann hab ich in der Türkei und in Norwegen auf den Lofoten gearbeitet und gelebt. Und so weiter… also eigentlich immer viel Abwechslung.

Andreas, 28J.

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