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In der Computerwelt gibt es zu etablierten kommerziellen Programmen eine Vielzahl von kostenlosen Alternativen, die durch freiwillige Zusammenarbeit entstanden sind. Ubuntu heißt ein Paket aus Betriebssystem und Anwendungsprogrammen, das die Vorteile des Netzwerkens deutlich macht.

Ubuntu ist ein Begriff aus der Zulu-Sprache und bedeutet „Menschlichkeit gegenüber anderen“. Der Begriff transportiert „den Glauben an etwas Universelles, das die gesamte Menschheit verbindet“. Der Name trifft den Grundgedanken des Miteinander-Teilens und der Kooperation in der Computerwelt perfekt. Ubuntu verwendet als Basis das Betriebssystem Linux, eines der ersten und bekanntesten Beispiele für die gemeinsame, weltweite Arbeit einzelner, freier Entwickler an einem nicht kommerziellen Softwaresystem. Über die Jahre hinweg wurde und wird es von den Anwendern nach ihren Bedürfnissen weiter entwickelt, um es zu optimieren und neuen Bedürfnissen anzupassen. Der Wunsch der Entwickler von Ubuntu ist allerdings nicht, Geld damit zu verdienen, sondern ihre Software zu verbreiten und allen Computeranwendern zugänglich zu machen. Dementsprechend verpflichten sich die Mitarbeiter der Ubuntu-Gemeinschaft auf einen Verhaltenskodex, der unter anderem das Prinzip der Achtsamkeit, der Kooperation, des Respekts gegenüber anderen, der Hilfsbereitschaft und der Verantwortung umfasst. Technisches Ziel des Projektes ist es, dass jeder ohne Einschränkungen und ohne großartige Computerkenntnisse ein System verschiedener Programme verwenden und bearbeiten kann, wie er es braucht.

Warum Ubuntu nutzen?

Der durchschnittliche Anwender benötigt meist nur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Terminplanung, Online Banking, E-Mail und Internet. Das erfordert eigentlich kein so kompliziertes und aufwendiges Computersystem, wie Microsoft es verkaufen will. Wichtig ist eher die Frage der Stabilität – Abstürze sind sehr ärgerlich, wenn dadurch Daten verloren gehen – und die Kompatibilität zu verschiedenen Computern. Ubuntu  – bzw. Linux generell – arbeitet sehr stabil und ist auch nicht wählerisch, was die Hardware anbelangt. Es läuft sogar auf alten PCs und schlägt damit den großen Firmen wie Microsoft ein Schnippchen, die Computernutzer ständig durch ihre gerade aktuelle Software zwingen, auch gleich einen neuen Computer zu kaufen, weil der alte mit den neuen Programmen die Zusammenarbeit verweigert. Ubuntu hilft damit enorm Kosten sparen, auch die Aktualisierungen gibt’s umsonst. Windows-Nutzer zahlen hingegen zwangsläufig Lizenzgebühren – in der Regel zusammen mit der gekauften Hardware, die ohne vorinstalliertes Betriebssystem von Microsoft günstiger wäre. Dazu kassiert Microsoft noch einmal frech bei Aktualisierungen ab – ein Upgrade von Windows 2000 auf Windows XP kostet etwa 250 Euro. Bei Mac OS X läuft das gleiche Spiel, auch Apple gehört hier zum “Kartell der Kassierer.”

Freiheit statt Monopole

Freie Software wie Ubuntu zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Programme für jeden Zweck genutzt, angepasst, verbessert und weitergegeben werden können. Bei einem System wie Windows liegt der sogenannte Quellcode nicht offen, an dem man ablesen kann, wie es programmiert ist. Sie stehen unter ”geistigem Eigentum” und dürfen nicht vervielfältigt werden. Der Käufer erhält eine Nutzungslizenz, die Programme bleiben aber Eigentum der Herstellerfirma. Dagegen ist im Grunde nichts zu sagen. Allerdings haben beispielsweise Microsoft und Apple bei den Betriebssystemen ihr Quasi-Monopol dazu genutzt, völlig überzogene Summen für ihre Produkte zu verlangen – nicht umsonst gilt Microsoft-Erfinder Bill Gates als einer der reichsten Menschen der Welt – und mit ihrer Macht den Markt nach Belieben zu steuern. In Schulen werden die Schüler beispielsweise gerne an Windows XP ausbildet, damit sie später auch ihr Geld in Windows-unterstützten Computern anlegen. Mit der immer größeren Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten der Open-Source-Programme – Programme, bei denen der Quellcode für jedermann zugänglich ist – beginnt allerdings ein Umdenken. Berlins Verwaltung will große Teile auf Ubuntu umstellen. Offizielle Stellen in Brasilien, Venezuela und Kuba haben das bereits vorgemacht.
Eines muss man allerdings mitbringen, wenn man eine Beziehung mit Ubuntu eingehen will: die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen! Ubuntu ist keine Kopie, kein Abklatsch von Windows und will es auch gar nicht werden.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Unter www.ubuntu.com kann man eine CD bestellen oder herunterladen. Viel Spaß mit der neuen Freiheit.

 


 

Weiterführende Links:

Offizielle Ubuntuseite: www.ubuntu.com
Großes Community-Portal zu Ubuntu: www.ubuntuusers.de
Richard Stallman’s Seite (dem Begründer der GNU-Lizenz und der Freien Software-Bewegung): www.stallman.org
Seite über GNU: www.gnu.org

Eine Antwort

  1. Bernd Fiedler

    Hallo Stefan,
    Ich bin bei der Onlinesuche nach „Junge Presse“ hier gelandet. Sag, bist du immer noch Mitglied? Ich hab dich da leider noch nie getroffen. lg Bernd

    Antworten

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