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Obwohl der Tod unausweichlich ist, integrieren wir ihn nicht in unser alltägliches Leben. Es gibt zwei Dinge, die wir von Jugend an mehr oder weniger absichtlich ausblenden: Sex und Tod. Diese beiden Dinge verfolgen uns unser Leben lang.

Der Tod wird als ein Feind empfunden. Die meisten Menschen leben in der Illusion, sie würden nicht sterben. Und wenn, dann möchten sie friedlich und schmerzlos einschlafen. Tatsache ist, dass die meisten Menschen weder in Frieden noch ohne Schmerzen sterben. Wir leben nicht gesund, wir bereiten uns nicht auf das Sterben vor, wir leben so, als gäbe es den Tod nicht. Und so verfolgt er uns ständig.
Auf Prüfungen und Wettkämpfe bereiten wir uns vor. Wir studieren, lernen, üben und trainieren praktisch für alles – außer für die wichtigsten Dinge: Sex, Kinder haben, Sterben. Es gibt viele Hinweise darauf, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Selbst führende Naturwissenschaftler ziehen diese Möglichkeit mittlerweile in Betracht, auch wenn die konventionelle Forschung und die westliche, traditionelle Religion dies entschieden von sich weisen.
Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, für kurze Zeit gestorben und dann zurückgekehrt zu sein. Ihre Berichte ähneln einander sehr: Das Leben geht weiter, es verändert lediglich seine Form, und es macht mehr Spaß‘ auf der anderen Seite‘. Es heißt, dass im Augenblick des Todes unser Leben an uns vorüberzieht. All unsere Erfahrungen werden uns vergegenwärtigt. Unabgeschlossenes, Unerledigtes verwandelt sich in Bedauern. Unser unbewusstes Verhalten, unsere selbstsüchtigen Entscheidungen werden uns präsentiert, damit wir sie betrachten können. Dabei geht es nicht darum, uns zu verurteilen. Es gibt keine Bewertung. Es gibt lediglich Dinge in unserem Leben, die wir getan oder nicht getan haben, die wir gern anders hätten.
Die Diskrepanz zwischen dem, was wir gern getan oder nicht getan hätten und dem, was wir tatsächlich getan oder nicht getan haben, erschafft unsere Schmerzen, unser tiefes Bedauern – ja sogar unseren Tod.
Jetzt, wo du dies gerade liest, bist du noch in deinem Körper. Du hast also noch Zeit und Gelegenheit, dein Leben in Balance zu bringen. Dann kannst du friedlich und ohne jegliches Bedauern sterben. Und nicht nur das: du kannst sogar friedlich und ohne jegliches Bedauern leben. Dies ist ein wesentlich angenehmeres und glücklicheres Leben.

Was ist also zu tun?

Löse dich als erstes von der Vergangenheit. Du kannst sie ohnehin nicht mehr verändern. Jetzt betrachte die Dinge aus der Vergangenheit, die du bereust. Gibt es irgend etwas, was du ausgleichen, wofür du dich entschuldigen, was du wiedergutmachen kannst?
Und nun der große Schritt: Hör auf, dich zu beklagen. Hör auf, die Dinge so zu betrachten, als seien sie nicht in Ordnung, als sollten sie besser sein. Sei dankbar – sehr dankbar für das, was ist. Freu dich über das, was ist. Sei großzügig. Feiere.

Nächster Punkt:

Vollendung.Was würdest du gern tun und hast es noch nicht getan? Tu es. Geh hin. Triff sie/ihn. Kauf es. Mach es. Vollende es.
Dann kannst du anfangen, dich auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Lies Bücher über das Sterben. Geh zu Beerdigungen. Besuche die Sterbestationen der Krankenhäuser. Sprich mit Menschen, die klinisch tot waren und zurück gekommen sind. Sieh dem Tod ins Gesicht. Was ist der Tod? Wer bist du?
Und vor allem: Nimm alles nicht so ernst. Wenn du Leute triffst, die Todeserfahrungen hatten, wirst du feststellen, dass sie nicht sehr ernsthaft darüber sprechen. Viele von ihnen wünschten, sie wären gar nicht zurückgekommen!
Ich kann mir denken, was passiert: du bist vielleicht mit allem einverstanden, was du hier liest – und doch gibt es Dinge in deinem Leben, die wichtiger sind, als die Beschäftigung mit dem Tod. Es ist kein leichtes, lustiges Thema. Aber es ist unausweichlich, und du kannst die Zeit und die Energie dafür aufbringen, solange es dir gut geht und du fit bist. Das ist jetzt. Die Menschen im World Trade Center hatten die Gelegenheit nicht mehr. Du hast sie noch. Sei dankbar, genieße das Leben, tu alles, was dich reizt und lockt! Genieße!

Über den Autor

Avatar of Paul Lowe

ist einer der größten und zugleich unkonventionellsten spirituellen Lehrer unserer Zeit.
Jedes Jahr reist er für einige Monate um die Welt, um Menschen auf liebe- und humorvolle Weise darin zu unterstützen, ihr eigenes Potenzial zu entdecken und zu leben.

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