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Rohkost ist bekannt für ihre reinigende und erfrischende Wirkung auf Körper und Geist. Auch das Abnehmen überflüssiger Pfunde funktioniert mit lebendiger Pflanzenkost fast automatisch. Rohes Obst und Gemüse – insbesondere grünes Blattgemüse – helfen dabei, das Gewebe zu entschlacken und zu entgiften. Oft wird der Einstieg aber unterschätzt und es kann zu regelrechten Entgiftungskrisen kommen. 

 

Unabhängig davon, ob man Rohkost aus reinem Interesse, zur Steigerung des Wohlbefindens oder zur Linderung von Beschwerden ausprobieren will: Man sollte sich bewusst machen, dass die reinigende Wirkung dieser Ernährungsform auch mit einigen Herausforderungen einhergeht.

 

Verbreitete Probleme beim Einstieg in die Rohkost

Eines der häufigsten Einstiegsprobleme ist die Gefahr einer übermäßigen Entgiftung. Wenn die erwünschte Lösung von Schlacken und Giften aus dem Körpergewebe größer ist als die Entsorgungskapazität von Leber, Darm und Nieren, kann es zu sogenannten Entgiftungskrisen kommen. Anzeichen dafür können einem Alkoholkater mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Abgeschlagenheit ähneln. Auch eine Verschlimmerung oder Wiederkehr bekannter Krankheitssymptome ist möglich. Ein weiteres Problem ist die Belastung des Verdauungssystems, denn Rohkost ist tendenziell gärungsfreudiger als kaloriendichte Kochkost. So hat sie beispielsweise einen hohen Ballaststoffanteil, intakte Pflanzenzellen, oftmals reichlich Fruchtzucker und einen relativ hohen Wassergehalt. Hierauf muss die Darmflora sich erst allmählich einstellen.

Durch die meist übliche getreidereiche Mischkost haben viele Menschen eine Darmflora, die zu Gärungs- und Verwesungsprozessen neigt und mit Rohkost anfangs schlicht überfordert ist. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass viele Menschen kaum noch rohes Obst und Gemüse vertragen, ohne an verstärkten Blähungen und anderen Verdauungsproblemen zu leiden. Die Kombination einer übermäßigen Entgiftung mit den Belastungen aus Gärung und Darmreizung kann die Vorteile der Rohkost zunichte machen. Es kann zu Mangelversorgung, Rück- und Selbstvergiftung kommen. 

 

Die Abhilfe: Wichtige Grundregeln bei der Ernährungsumstellung

Gerade Menschen, die zuvor einen geringen Rohkostanteil in der Nahrung hatten, sollten die Umstellung behutsam angehen lassen. Ein paar wichtige Grundregeln:

– Trinken Sie ausreichend Wasser. 2-3 Liter täglich zusätzlich zum Wassergehalt der Nahrung sind angemessen. Insbesondere die Leber braucht ausreichend dünnflüssiges Blut für die Entgiftungsarbeit. Für eine geringe Gärungstendenz sollte das Wasser nicht zu den Mahlzeiten getrunken werden und auch Mixturen wie Smoothies sollten ohne oder mit möglichst wenig zusätzlichem Wasser zubereitet werden.

– Essen Sie zunächst nur wenig grüne Blätter und Obst, denn diese entgiften stark. Dafür lieber reichlich Gemüse – auch schonend entsaftet und gegebenenfalls gedämpft, falls es frisch noch zu schwer verträglich ist.  

– Nehmen Sie die Nahrungsgruppen Gemüse, Obst und Samen (Nüsse, Buchweizen, Sonnenblumenkerne…) getrennt voneinander zu sich. Falls ver- träglich, kann grünes Blattgemüse jedoch mit fast allen Gruppen kombiniert werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass nach fettigen Mahlzeiten ein halber Tag Karenzzeit zu kohlenhydratreichen Rationen eingehalten wird, da ein hoher Blutfettspiegel die Zucker­aufnahme und -verwertung behindert.

– Unterstützen Sie die Darmflora und bauen Sie sie auf: Frisch fermentiertes Gemüse sowie Joghurt und Kefir aus Nussmilch helfen, die Darmflora aufzubauen und zu pflegen. Falls Fermentiertes wegen des Histamingehaltes noch nicht vertragen wird, können auch Präparate zum Aufbau der Darmflora helfen. Eventuelle Ungleichgewichte der Darmflora können auch labortechnisch ermittelt und gezielt behandelt werden.

Eine Ernährungsumstellung ist ein entscheidender Einschnitt im Leben und sollte behutsam angegangen werden. Wenn die Rohkost schonend und entsprechend der Verdauungs- und Ausleitungskapazität des Körpers genutzt wird, dann ist sie ein echter Segen. Viele vermeintlich unvermeidbare Entgiftungserscheinungen sind in Wirklichkeit ein Zeichen, dass die Verdauung nicht richtig funktioniert oder der Abtransport stockt. In solchen Situationen macht es erfahrungsgemäß wenig Sinn, die Symptome mit der Hoffnung auf baldige Besserung einfach zu ertragen oder sich gar auf eine noch intensivere „Heilkost“ zu versteifen, sondern es empfiehlt sich vielmehr einen Gang zurückzuschalten und zu schauen, dass Darm und Entgiftungsorgane Schritt halten können.


Abb: © Jenny Sturm – Fotolia.com

ist ärztlich geprüfter Ernährungsberater mit dem Fokus auf veganer Vitalkost. Er ist Autor des Buches: „Erfolgreiche Umstellung auf Vitalkost-Er­nährung – So wechseln Sie einfach, sicher und genussvoll zu einer wirklich ge­sunden Ernährungsweise“.

Bezug unter www.stefankutter.de 

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