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Ken Wolkoff über Liebesbeziehungen und Partnerschaft

Vergiss Beziehungen, sie sind irrelevant. Wenn eine Liebesbeziehung entsteht, empfange sie mit Dankbarkeit und erfreu dich am gemeinsamen Tanz. Wenn es gerade keine Partnerschaft für Dich gibt, ist das genauso gut. Als erstes und vor allem geht es darum, frei zu sein.

Übersetzt von Esther Oppermann
        
Wenn wir über Beziehungen sprechen, müssen wir über’s Aufwachen reden. Das ist das Spiel um das es wirklich geht. Die einzige wirkliche Beziehung ist die zu Gott. Partnerschaften sind nur eine Lernstube, eine Gelegenheit, die wir nutzen können, um unser Bewusstsein auszuweiten und uns immer mehr hinzugeben. Tief im Innern wissen wir, dass wir eigentlich loslassen wollen, aber aus unserer Angst heraus halten wir uns zu- rück. Wir haben Bedingungen: „Ich werde mich hingeben, solange es so geschieht, wie ich es will.“ Das ist Widerstand. Es ist wichtig, zu erkennen, dass es dieser Widerstand ist, der unser Leiden verursacht, nicht die Situation oder der Partner, den wir für unser Problem halten. Tatsächlich ist die andere Person völlig nebensächlich! Wenn wir auch nur am kleinsten biss-chen dessen festhalten, was uns das Leben geschenkt hat, bedeutet das, dass wir die Illusion fortsetzen, von Gott getrennt zu sein. Und das ist schmerzvoll. Aber wir sind so gewöhnt an diese Qual, dass wir sie nicht einmal bemerken. Und wir haben es in unserem Körper gespeichert.

Wenn wir Angst haben vor Intimität und Beziehungen, dann müssen wir willig sein, uns genau darauf einzulassen. Wenn wir uns nach Liebesbeziehungen sehnen oder uns daran festklammern, dann müssen wir willig sein, für immer allein zu bleiben. Dich völlig hinzugeben, jegliche Kontrolle abzugeben – das ist Freiheit. Dann kannst Du alles, was sich in deinem Leben zeigt, mit Dankbarkeit empfangen und durch die Augen der Liebe als Gott erkennen. Der eigentliche Punkt, um den es in Beziehungen geht, ist der des Alleinseins. Alleinsein ist unsere wahre Natur. Wenn wir bereit sind, uns völlig auf die Erfahrung des Alleinseins einzulassen, führt uns das schließlich in die Freiheit. Leider wird Alleinsein oft verwechselt mit dem angstbesetzten Gefühl der Einsamkeit und dann wird es als Problem wahrgenommen.

Beziehungen sind eine gefährliche Falle, weil sie der einfachste Weg sind, das Alleinsein zu vermeiden. Viele Menschen gehen Beziehungen ein, um diesen unerträglichen Schmerz der Trennung abzumildern, diese innere Leere zu füllen. Gleichzeitig ist eine Beziehung, die aus dieser Vermeidung des Alleinseins heraus entsteht, zum Scheitern verurteilt, weil sie auf Angst aufgebaut ist und nicht auf Freiheit. In co-abhängigen Partnerschaften gibt es ein unausgesprochenes Einverständnis, Probleme zu leugnen und Kompromisse einzugehen, um diese unpassende, aber bequeme Verbindung zu konservieren sowie um die Illusion aufrechtzuerhalten, nicht allein zu sein.

Wir alle wollen gesehen und geliebt werden. Die Urteile, die wir gegen uns selber haben, bewirken, dass wir verstecken, wer wir wirklich sind. Wir zeigen anderen nur das, von dem wir meinen, dass es attraktiv wirkt. Da wir dann natürlich nur die Menschen anziehen, die unsere Fassade mögen, werden diese wiederum enttäuscht, wenn sie irgendwann unser wahres Wesen zu sehen bekommen. So fühlen wir uns niemals wirklich akzeptiert und angenommen. Und diese Muster wiederholen sich immer wieder. Wir werden von Natur aus von den Qualitäten angezogen, die wir in uns selber nicht akzeptieren. Ein starker, intellektueller Mann wird angezogen sein von einer femininen, sanften, spontanen Frau um durch sie das zu erfahren, was er selber nicht leben kann. Und die Frau wird das Gegenteil tun. Es gibt also einerseits eine Anziehung und zugleich haben wir Angst davor, und verurteilen dieselben Eigenschaften im anderen, weil sie uns neidisch an das erinnern, was wir in uns selber nicht annehmen können. Wir enden also damit, dass wir genau die Qualitäten im anderen hassen, die uns anfänglich so angezogen haben.
        
„Beziehung“ im herkömmlichen Sinne ist eine festgelegte Co-Abhängigkeits-Struktur mit einer Reihe von statischen, begrenzten Erwartungen und Bildern. Im Gegensatz dazu ist ein wirkliches „Sich-aufeinander-beziehen“ eine spontane und bedingungslose Erfahrung zwischen wachen, offenen Wesen, die sich im Jetzt begegnen. Es geht dabei um geben und empfangen, nicht um nehmen oder kontrollieren. Während der Heilungsreise durch unser Leben bringen uns Liebe und Vertrauen schließlich dazu, das willkommen zu heißen und zu akzeptieren, was wir in uns selber fürchten und verurteilen. Wir beginnen, uns in den Frieden wahrer Selbstliebe zu entspannen. Wenn wir Heilung finden, finden wir uns selbst, finden wir Gott und Erfüllung im Inneren. Dann kümmern wir uns nicht mehr darum, ob wir allein sind oder nicht. Jemand, der in sich selbst ruht und sich liebevoll annimmt, strahlt Frieden und Freude aus. Und das ist wirklich anziehend. Dann sind wir frei, andere dankbar zu empfangen, uns auf andere zu beziehen, aber ohne den verpflichtenden Zwang von „Beziehung“.

Wirkliche Intimität passiert, wenn wir einander im tiefsten Innern unseres Wesens berühren, uns dort miteinander verbinden und mit unseren Herzen sehen. Das stärkste Aphrodisiakum ist Liebe. Ein wesentlicher Teil dessen, was ich in meiner Heilungsarbeit den Menschen lehre ist, dass das Universum sicher ist, und dass es nichts gibt, was wir fürchten müssen, wenn wir völlig loslassen. Ich demonstriere klar, einfach und praktisch den richtigen Gebrauch des Verstandes. Oft glaubt unser Verstand fälschlicherweise, dass er seinen Job erledigt und uns vor Gefahren und Schmerzen schützt. Aber aufgrund falscher Programmierung überdeckt er die eigentliche Wahrheit und Glückseligkeit unseres Seins mit Schichten illusorischer Angst und Verurteilungen. Wie der Mann, der das Licht im Raum anknipst, und dann festzustellt, dass das, was er für eine Schlange hielt, einfach ein Seil war.

Genauso verhält es sich mit unseren Ängsten, die sich im Licht der Wahrheit betrachtet, als Illusionen herausstellen. Dadurch blocken wir wundervolle, großartige Teile unseres Wesens ab. Diese negativen Illusionen verschwinden, wenn wir die abgespaltenen Teile von uns selbst zurückgewinnen, indem wir sie wieder willkommen heißen. Bevor diese Anteile nicht geheilt sind, suchen wir außerhalb von uns, z.B. in Beziehungen das, was wir in uns selbst vermissen. Das kreiert dann unerfüllte und angstbesetzte Verbindungen. Und darum scheitern viele Beziehungen. Dieser Artikel bezieht sich absichtlich vor allem auf bestimmte Beschränkungen und Probleme in Beziehungen, weil es das ist, wo wir Hilfe brauchen. Aber natürlich haben Beziehungen genauso ihre guten Seiten. Sie können eine wunderbare Gelegenheit sein, etwas über uns selbst zu lernen, über Intimität, Partnerschaft und Offenheit und über bedingungslose Liebe. Aber jetzt, für diesen Moment, vergiss Beziehungen einfach mal. Lass alles los, wach auf und dann sieh, was passiert.

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