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Forschungsreisen – die Kolumne von Jörg Wedereit

EILMELDUNG:
Nach dem Islamisten-Terrorismus ist nun auch der Grippe-Terrorismus in Deutschland angekommen!

Das ist natürlich ein Schwerz, denn solche Meldungen finden in den Medien nicht statt. Aber wieso eigentlich nicht?

Entscheidet unser Mitgefühl, welches Thema die meiste Presse erhält und ist unser Mitgefühl nicht eigentlich Mitleid, das Spiegeln der eigenen Schmerzen? Ist ein Teil der Zeitungs- und Fernseh-Berichterstattung nur damit beschäftigt, unsere Angst mit neuer Nahrung zu versorgen und ist diese Angst-Berichterstattung von uns nicht auch sehn-„süchtig“ erwünscht?

Hier ein paar Fakten:
In Deutschland sterben durchschnittlich jeden Tag 2300 Menschen und 1900 werden geboren. Im Jahr sind das 870.000 Tote und nur 715.000 (2014) neue Erdenbürger. Im Einzelnen sterben jedes Jahr:

  • 500 Badetote in heimischen Gewässer
  • 30.000 Menschen an Grippe
  • 22.000 an Unfällen, davon 3.500 im Straßenverkehr sowie je 9.000 im Haushalt und Freizeit
  • 74.000 an Alkohol und Tabak
  • 220.000 an Krebs
  • 290 werden ermordet
  • 19.000 sterben in Kliniken an Behandlungsfehlern

Ist unser Fokus auf die Themen aufgrund dieser Zahlen noch verhältnismäßig?
Brauchen wir jetzt eine Sonderkommission und einen überparteilichen 10 Punkte-Plan, der das Terrorvirus „Unbewusstheit“ in uns Autofahrern bekämpft, um die Unfallopfer zu verhindern?
Und warum trauert Deutschland eigentlich nicht um die vielen Grippe-Toten?

Nein, das ist alles nicht lustig und ja, das Üben von Mitgefühl lässt unsere Liebe und Menschlichkeit ausdrücken. Angst hingegen ist eine hilfreiche Energie, die uns, wenn uns ein bedrohliches Bild vor den Augen erscheint, Kraft gibt, uns zu verteidigen oder davon zu laufen. Also eine liebevolle Energie, die für den jetzigen Moment der Bedrohung eine notwendige Unterstützung bietet.

Löst sich die bedrohliche Bild-Wahrnehmung auf, löst sich eigentlich auch der Energieschub Angst auf allerdings nicht, wenn wir das bedrohliche Bild mit der erlebten Geschichte festhalten. Für die Menschen, die an den bedrohlichen Geschichten festhalten und als wenn das nicht reicht sie auch noch als mögliche Bedrohung in die Zukunft projizieren, bleibt diese Energie bestehen. Dadurch steigt der ursprünglich eigentlich hilfreiche Energieschub in ständigen Intervallen in uns auf. Mit dieser vielen Energie können wir nicht umgehen. Panik in allen Varianten wird so ein ständiger Begleitzustand und die öffentliche Berichterstattung reicht uns ständig neue bedrohliche Bilder, die dann unseren Panikzustand noch weiter füttern und rechtfertigen.

Stellt euch mal vor, ihr wart gerade im See baden und danach hat die Sonne euren Körper am Strand getrocknet. Statt das wahr- und hinzunehmen, bildet ihr euch in den nächsten Monaten oder Jahren ein, immer noch nass zu sein. Hier würde wohl jeder sagen, dass dies ein sehr merkwürdiges Verhalten und Empfinden wäre, aber warum versteht der Verstand dies bei einem vergangenen bedrohlichen Erlebnis nicht?

Bräuchte Deutschland nun ein Sondereinsatzkommando, um uns die kollektive Angst bewusst zu machen und in dieser Bewusstheit zu heilen?

Der einzelne Menschen braucht oft erst einen totalen Zusammenbruch oder die Aussage vom Arzt „Sie haben Krebs“, um das Leben radikal zu ändern: weg von den selbst erschaffenden Dramen und hin zur Bewusstheit.

Auch im Kollektiven baut sich der Schmerzpunkt weiter auf und er scheint noch immer nicht erreicht zu sein. Was muss noch in unserer Wirklichkeit passieren, bis eine bewusste Bewegung mit ähnlicher Größe wie die momentane Angstbewegung entsteht?

Dieser dargestellte Angst-Zustand ist nur ein Teilausschnitt, der wohl ziemlich klar zeigt, dass die Menschen in einer selbst erschaffenen Traumwelt leben. In dieser Traumwelt werden sämtliche Interpretationen der „eigenen“ Wahrnehmungen  losgelöst von uns  geglaubt. Sie werden auf einer fiktiven, aber von uns als wahr geglaubten Grundlage aufgebaut. Hier folgt ein Erleben einer Fata Morgana auf die nächste.

Ist das dann wirklich alles nur Illusion?

Dies ist nur die relative Welt.

Wann bist du bereit, die reale Welt zu erforschen?

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