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Was ist Glück? Was macht wirklich glücklich? Wenn es nicht Besitz und nicht eine Tätigkeit ist – was dann?

 

Sehnsucht nach Glück

Als vor zwei Wochen bekannt wurde, dass Robin Williams sich das Leben genommen hat, traf dies viele Menschen tiefer, als sie wohl selbst vermutet hätten. Natürlich ist ein Schauspieler immer ein fremder Mensch, aber gerade Robin Williams ist wohl für meine Generation so sehr ein Symbol für gutmütigen, warmherzigen Humor und herzliche Inspiration (Club der toten Dichter!), dass es besonders betroffen macht, wenn so jemand sich wegen Depressionen, Drogensucht und schwerer Krankheit das Leben nimmt.

Er, dieser sanfte Mensch, der so viele Menschen wenigstens für einige Stunden glücklich gemacht hatte, war selbst unglücklich genug, sich das Leben zu nehmen. Jemand, der die volle Palette von Ruhm, Reichtum und Traumjob verwirklicht hatte, erhängte sich mit einem Gürtel. Es ist Mitleid mit diesem Menschen, das uns bewegt, aber ein bisschen rührt es auch an einem Urschmerz, den wir alle in uns tragen, unterstreicht es das Fragezeichen hinter dem Rätsel des Menschseins. An der Sehnsucht nach Glück.

 

Vom Haben…

Es dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben: Besitz macht nicht glücklich. Ruhm auch nicht. Sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind, hat Besitz kaum noch einen Einfluss auf das Glücksempfinden, so sagt uns die Glücksforschung.

Die Werbung sagt immer noch etwas anderes. Und so schimmert das Glück noch immer als unerreichbare Fata-Morgana in der Wüste des Reichtums. Bis zu einem gewissen Grad glauben wir sicher unbewusst noch alle daran – wo es nicht die Villa ist, da ist es eben der schnuckelige Bauwagen, der das Glück verheißt.

Und ja, es gibt Sachen, die machen immer wieder glücklich, über die ist man froh. Aber man weiß auch: genau diese Sachen können sich auch schrecklich leer und sinnlos anfühlen.

 

… zum Tun…

Wo die Seifenblase des Besitzes zerplatz ist, tritt meist das Tun an ihren Platz. Der Traumjob, da wäre Glück zu finden, das kreative Super-Hobby, mehr Sport, Beziehung, Kinder. Wenn man nur die Zeit und das Geld hätte X zu tun, dann würde da was gehen, mit dem Glück.

Tut es sicher auch. Der Traumjob knistert bestimmt mehr als bei Netto an der Kasse. Aber wer mal einen ausgewachsenen Liebeskummer hatte oder eine stattliche Depression, der weiß, dass all das, was einen sonst high gemacht hat, plötzlich kalt und nichtig wird.

… zum Sein.

So desillusioniert bleibt nicht mehr viel übrig. Nur das nackte Sein. Und die Frage ist nicht mehr was, sondern wer. Nicht einfach, dem ins Auge zu sehen, vielleicht die Leere zu fühlen, wenn der Finger nicht mehr nach draußen, sondern nach innen zeigt. Zu erkennen, dass da ein Loch ist, dass durch nichts und niemanden da draußen gestopft werden kann. Dass man sich nach sich selbst sehnt, nach zuhause.

Und eine Ahnung wächst, dass dieser Frieden, diese Liebe, von der wir wissen, dass sie existieren muss, weil unser ganzes Herz danach schreit, dass das Glück, irgendwo hier, ganz nah in uns verborgen liegen muss. Dass das Leben eine Frage ist und wir die Antwort.

Und ein Verstehen dämmert auf, dass die großen Heiligen doch Recht hatten. Leben ist Leiden sagt der Buddha, und nun weiß man, was damit gemeint ist: Alles äußere Glück ist flüchtig, nichts kann unseren Durst wirklich stillen. Es gibt da eine Sehnsucht in uns, die nur wir selbst erfüllen können. Das ist nicht unbedingt ein Aufruf zur Askese, aber zu Prioritäten: „Trachtet als erstes nach dem Reiche Gottes und alles andere wird euch dazugegeben werden,“ hat der andere schlaue Mann gesagt. Traumjob ja, aber erstmal das eigene Herz finden.

Der innere Irrweg

Das ist der Anfang der spirituellen Reise. Und sie serviert uns das alles nochmal, alles nochmal von vorn. Der richtige Guru, das tolle Retreat, die heilige Einweihung – dann wäre man aber. Und wenn man nur die Zeit und das Geld hätte, mehr zu meditieren und zu chanten, wenn man nicht immer den Abwasch machen müsste und die Kinder. Da ginge echt einiges.

Der größte Ballon, den wir aufblasen, der irrlichtenre Fixstern über allem aber ist die Erleuchtung. Meine Fresse, da ginge dann wirklich alles.

Bis man auch hier völlig desillusioniert ist und wirklich auf das Sein zurückgeworfen ist. Auf dieses sanfte leuchten des Augenblicks, den Strom der Liebe, der hinter den Sekunden fließt, die Stille, die alle Bewegung umarmt.

 

 

2 Responses

  1. Denktier

    Eines Abends erzählte ein alter Cherokee seinem Enkel über den Kampf, der in den Menschen tobt. Er sagte: „Mein Sohn, es gibt einen Kampf zwischen zwei Wölfen in jedem von uns. Einer der Wölfe ist böse. Er ist Zorn, Neid, Eifersucht, Kummer, Bedauern, Habgier, Arroganz, Selbstmitleid, Beschuldigung, Feindseligkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Lügen, falscher Stolz, Ueberheblichkeit und Egoismus. Der andere Wolf ist gut. Er ist Freude, Friede, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Bescheidenheit,Freundlichkeit, Güte, Menschlichkeit, Grosszügigkeit, Wahrheit, Mitgefühl und Vertrauen.“ Der Enkel überlegte eine Minute und fragte dann seinen Großvater: „Und welcher Wolf gewinnt?“ Der alte Cherokee gab zur Antwort: „Derjenige, den Du fütterst.“

    Tja, die Geschichte ist mir „zugefallen“, leider nicht via meiner Feder, aber ich finde sie so genial, dass ich sie Euch interessierten hier unterbreiten will…..
    Und bitte achtet auf Euren „guten Wolf“, die sind sehr begehrt, von Wesen, die nur die „bösen Wölfe“ kennen, und werden gerne zu entführen versucht….

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  2. Kristina

    „Glück“ und „glücklich zu sein“, sind ganz verschiedene Sachen, denn auch
    ohne Glück, ohne Vermögen und ohne Ansehen kann man glückseelig sein.
    Ich kenne sogar einige Pechvögel, Verlierer und Betrugsopfer die trotzdem soviel Würde, Stolz und Humor haben, dass sie ihr eigenes „Unglück“ ignorieren und auslachen.
    Auf der anderen Seite gibt es viele Glücksjäger die süchtig danach sind, sich sinnlos zu bereichern und so hoch wie möglich aufzusteigen.
    Manche Leute sind so glücksfixiert und grotesk, dass sie sogar einen gefundenen Pfennig, Maikäfer oder manches Symbol als Glücksbotschaft interpretieren.
    Viele glauben sogar, dass sie nur für die Kariere geboren sind und dass die Sonne
    nur wegen ihnen scheint, und wenn dem nicht so ist, werden sie traurig, depressiv und „todunglücklich“.

    Doch Depression ist noch lange kein Auslöser für Selbstmord, was viele falsch behaupten.
    Erst die Hammer-Psychopharmaka die von der Psychiatrie oft unter Zwang verabreicht werden, treiben viele Menschen wie zuletzt Robin Williams in den Wahnsinn und Kontrollverlust, wie z.B. dieser Artikel berichtet:

    „Haben Psychopharmaka bei Robin Williams Tod eine Rolle gespielt ?“

    http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/natuerliches-heilen/ethan-a-huff/haben-psychopharmaka-bei-robin-williams-tod-eine-rolle-gespielt-.html;jsessionid=9889138BAD7335057DE8CB51BB6B98B1

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