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Das Leitungswasser in Deutschland gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Doch was darin wird wirklich untersucht – und gefunden?

 

„Ich trinke das Wasser aus der Leitung.“ Diese Aussage hört man immer wieder. Schließlich ist unser Trinkwasser doch das am besten kontrollierte Lebensmittel in unserem Land – wie man auch immer wieder in den Zeitungen lesen kann. Auch Stiftung Warentest wird nicht müde zu betonen, dass unser Trinkwasser einwandfrei aus dem Hahn kommt. Doch ist dem wirklich so?

Sicher, anders als in vielen Ländern wird man nach dem Genuss des deutschen Leitungswassers nicht unmittelbar erkranken. Die Keimbelastung ist tatsächlich gering. Kommt es dennoch zu einer gesundheitsbeeinträchtigenden Belastung von Bakterien, reagieren die Behörden sofort, wie im Sommer 2011 in Berlin-Spandau, Wittenberge und Barnim. Hieraus aber zu folgern, dass unser Trinkwasser generell von guter Qualität ist, weil es uns in der Regel nicht wenige Stunden nach dem Genuss krank macht, ist oberflächlich und falsch.
 

Qualitätskriterien für unser Trinkwasser

Neben verschiedenen Bakterien werden von der Trinkwasserverordnung zirka 40 andere Stoffe regelmäßig beobachtet, von denen auch Grenzwerte definiert sind. Wie diese Grenzwerte aber entstehen und festgelegt werden, ist eher eine Frage des wirtschaftlich Machbaren und nicht der gesundheitlichen Unbedenklichkeit.

Ein Beispiel: Gemäß Trinkwasserverordnung liegen die Grenzwerte für Blei bei 25µg /l, ab dem Jahr 2013 aber nur noch bei 10µg/l. Wird Blei ab dem Jahr 2013 plötzlich gefährlicher werden, und wird deshalb der gesetzlich zulässige Grenzwert abgesenkt? Nein, es ist einfach vorher noch nicht überall machbar, den geringeren Grenzwert einzuhalten.

Neben den wenigen Stoffen, die mit fragwürdigen Grenzwerten überwacht werden, gibt es aber weitaus mehr Stoffe in unserem Trinkwasser, die nicht beobachtet werden und von denen es demzufolge auch keine Grenzwerte gibt. Tatsächlich sind zirka 4.000 Stoffe und rund 20.000 Stoffverbindungen in unserem Leitungswasser enthalten. Für diese Stoffe gibt es keinerlei Grenzwerte und keine Untersuchungen eventuell entstehender Wechselwirkungen. Dazu gehören Medikamentenrückstände, Hormone und hormonähnliche Verbindungen. Diese werden bei unabhängigen Tests aber immer wieder im Trinkwasser festgestellt.

 

Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

Derzeit sind in Deutschland etwa 45.000 Arzneimittel zugelassen, von denen 2.500 Substanzen ungefähr 90 Prozent des Verbrauchs ausmachen. Kaum einer dieser Wirkstoffe oder Hormone wird jedoch im Körper des Menschen vollständig abgebaut – diese gelangen dann via menschlichem Verdauungstrakt in das Abwasser. Zudem entsorgen nicht wenige Menschen ihre alten Medikamente einfach in der Toilette und tragen so unwissentlich zur Trinkwasserbelastung bei. Mit der Kanalisation gelangen die Abwässer in die Kläranlagen. Bei einer durchschnittlichen Verweilzeit des Abwassers in der Kläranlage von nur 24 Stunden ist es nicht möglich, Antibiotika im Abwasser vollständig abzubauen. Die Arzneimittelrückstände werden dann mit dem geklärten Wasser in Seen und Flüsse eingeleitet, von dort aus gelangen sie ins Meer oder aber auch durch Versickern in das Grundwasser. Hier treffen sie auf die Rückstände der 30.000 Tonnen Pestizide und Fungizide, die jedes Jahr in der deutschen Landwirtschaft eingesetzt werden. Dieser erfrischende Zusammenschluss aus Wirkstoffen wird dem Verbraucher dann schließlich durch die Wasserwerke mit dem Trinkwasser wieder zur Verfügung gestellt. Über die letztendlichen Wirkungen und unvorhersehbaren Wechselwirkungen dieses bunten Cocktails auf den menschlichen Körper kann man nur spekulieren. Das gibt auch Hermann Dieter, Toxikologe beim Umweltbundesamt, in Interviews zu. Auch weitere Fragestellungen scheinen mit der Trinkwasserbelastung verbunden zu sein: Warum bleiben viele Paare kinderlos? Warum sind in vielen Flüssen schon 70 Prozent der Fische weiblich? Einige Experten sehen dies als eine Folge steigender Hormonkonzentrationen im Trinkwasser durch Rückstände der Anti-Baby-Pille.

 

Weitere bedenkliche Stoffe

Im Wasser findet sich mittlerweile alles, was die Apotheke anbietet. So lassen sich Grippewellen nachweisen, weil dann die Konzentration der Inhaltsstoffe von Hustensäften und Schnupfensprays im Trinkwasser erheblich ansteigt. Das Schmerzmittel Diclofenac findet sich ebenso im Trinkwasser wie Blutfett-Senker, Antibiotika und Röntgenkontrastmittel. Oder eben auch die Wirkstoffe aus Anti-Baby-Pillen wie das Östrogen Ethinylestradiol. Weitere Wirkstoffe – darunter Bezafibrat (zur Senkung der Blutfettwerte), Ibuprofen (Schmerzmittel), zahlreiche Antibiotika und Röntgenkontrastmittel – seien mehrfach im Wasser gefunden worden, bestätigt Hermann Dieter vom Umweltbundesamt.

Eine weitere Belastung stammt von alten Trinkwasserrohren. Die Kriterien der Trinkwasserverordnung finden beim Ausgang des Wasserwerkes Anwendung, nicht bei dem Wasser, das beim Verbraucher aus dem Wasserhahn fließt. Auf dem langen Weg von den Wasserwerken bis ins Wasserglas ist das Trinkwasser jedoch Verunreinigungen durch die durchlaufenen Rohrleitungen ausgesetzt. Für Schwermetall-Belastungen aus alten Blei- oder Kupferleitungen ist der Eigentümer des Hauses verantwortlich, nicht die Wasserwerke. Doch wer kontrolliert die Leitungen in den Häusern?

Damit nicht genug. In der Homöopathie glaubt man, dass Informationen aus Giften im Wasser homöopathisch gespeichert werden. Das bedeutet, dass selbst die schädlichen Stoffe, die vom Wasserwerk herausgefiltert werden, immer noch eine homöopathisch negative Auswirkung haben könnten.

 

Muss man sein Wasser also selbst filtern?

Nein, „müssen“ Sie nicht. Genauso wenig, wie Sie pestizdfreies Obst essen müssen. Das Leitungswasser in Deutschland wird Sie nicht unmittelbar krank machen, die Keimbelastung wird überwacht. Wenn Sie jedoch den persönlichen Anspruch haben, möglichst wenig Schad- und Fremdstoffe in ihrem Wasser zu haben, wenn Sie energiereiches, lebendiges Wasser in Quellwasserqualität wollen, müssen Sie selbst aktiv werden.

Suchen Sie sich einen unabhängigen Fachberater, der nicht an einen Anbieter gebunden ist, und lassen sie sich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme beraten. Und vergessen sie nicht zu kosten – denn jedes Filterverfahren produziert Wasser mit unterschiedlichen Geschmacksnuancen.


Abb: © 2jenn – Fotolia.com

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8 Responses

  1. Klaus

    Hallo,
    hier noch ein weiterer interessanter Artikel zum Thema Leitungswasser:
    http://osteopathie.naturheilkunde-berlin.eu/leitungswasser

    Antworten
  2. Christian

    Guten Tag, danke für diesen sehr wertvollen Beitrag!

    Ich habe eine Frage an Heiko Röder (Autor dieses Textes):

    Herr Röder, ihr Artikel ist 1 zu 1 auf folgender Seite veröffentlicht worden:

    http://zeit-zum-aufwachen.blogspot.de/2014/11/energetisiertes-wasser-universitat.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed:+blogspot/kvNxI+(Zeit+zum+Aufwachen!)

    Auf der Seite findet man oft Artikel die 1 zu 1 übernommen werden und das von verschiedenen Original Artikel von unterschiedlichen Webseiten.

    Sind Sie dort auch Autor?

    L.G.

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  3. Schlisske

    Guter Bericht. Wir, die Firma Aqualogik sind verdolet von osmoseanlagen Made in Germany, und wissen wie wichtig gefiltertes und veredeltes Trinkwasser ist.
    Lg
    Jörg schlisske

    Antworten
  4. Buchfink

    Hallo,
    Guter Beitrag weiter so.
    Bei Bewusst TV gibt es gute Videos von Dr. Mauch und dem Holländer Wim Verbrugge über Wasser und gesundes Leben.
    Wasser in Plastikflaschen ist übrigens mit Bisphenol A belastet.
    Da kriegen die Männer richtige Brüste von da es eine Art weibliches Hormon ist.
    Schaut euch das Video von Wim Verbrugge an Wissen oder Leiden.

    Grüße

    Antworten
  5. AbuYazid

    Der Mensch wird non-stop vergiftet.
    Von überall kommen Gifte auf uns Stadtmenschen zu…
    Wer wirklich gesünder leben will muss es wie tarzan machen.
    Oder eben beten das die körpereigenen Abwehrkräfte nicht nachgeben.

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