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Wie kommen wir wieder zu einer Gesundheitsversorgung die ihren Namen verdient?

Es ist nicht einfach, das Dilemma unseres Gesundheitssystems zu verstehen. Ärztestreik, undurchsichtige Machenschaften kassenärztlicher Vereinigungen, Abrechnungsbetrügereien, gelähmte Krankenkassenverwaltungen, überhöhte Arzneimittelpreise, profitgierige Pharmaunternehmen, existenzbedrohte Apotheker, frustrierte, weil wehrlose Beitragszahler und, und, und….. Der Verteilungskampf ist voll entbrannt. Es geht um ein Budget von über
250 Mrd. Euro, welches die Versicherten jedes Jahr zusammentragen, um sich gegen Krankheit und Unfall zu wappnen. Wen wundert angesichts dieser Summe (die deutlich den aktuellen Bundeshaushalt übersteigt) die teilweise brutale Art und Weise, mit der die unterschiedlichen Interessen durchgefochten werden? Wer möchte noch glauben, dass es unserer Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gelingen könnte, kostendämpfende Maßnahmen gegen selbstgerechte Lobbys zu verteidigen?
Die Erfahrungen der Vergangenheit waren besonders für die Versicherten bitter. Ein stetiger Abbau von Leistungen bei immer höherer Selbstbeteiligung, und das Jahr für Jahr. Nun droht auch noch der Wegfall des Versicherungsschutzes im Falle eines Freizeitunfalles. Die Spirale der Leistungsminimierung dreht sich immer schneller.
Wer mag es den Versicherten übel nehmen, wenn diese die Solidargemeinschaft innerlich längst gekündigt haben und nur noch den eigenen Vorteil innerhalb dieses Zwangssystems suchen. Dabei würden viele sofort diesem unglaubwürdig gewordenen System gänzlich den Rücken kehren, um ihre Gesundheitsvorsorge in die Eigenverantwortung zu übernehmen, wenn sie nur die Wahlfreiheit hätten. In den USA verließen 2002 überraschender Weise vor allem die einkommensstarken Beitragszahler die amerikanischen Krankenversicherungen. Wen wundert es? Krankenkassenbeiträge von über 1000 Dollar pro Monat für einen leitenden Angestellten sind in den USA keine Seltenheit.
Zu einem der wohl größten Fehler der Kostensenkungsbemühungen im Gesundheitswesen gehört die nahezu ersatzlose Streichung der Krankheitsvorbeugung – die Prävention. Statt der sich abzeichnenden Krankheit schon im Anfangsstadium z.B. durch Ernährungsumstellung, geeignete Kuren oder Körper- und Psychotherapien den Nährboden zu entziehen, wird heute geradezu der Ausbruch einer Krankheit provoziert und hingenommen. Vergleichbar mit dem Aufleuchten der Ölkontrolllampe im Auto. Jeder weiß, dass ein dringender Check des Ölstandes von Nöten wäre. Dem warnenden Glimmen der Lampe wird lediglich mit dem Ziehen des Netzsteckers begegnet, anstatt das Öl aufzufüllen. Der Kolbenfresser ist dann nur noch eine Frage der Zeit, und die Reparatur eine Frage der ehrlichen Kosten.
Das Traurigste an dieser unglückseeligen Entwicklung ist die schleichende Entmündigung des Menschen. Warum erlernt ein junger Mensch die anspruchsvolle Kunst des gesund bleibens nicht in unseren Kindergärten und Schulen? An den Universitäten fehlt selbst im Rahmen eines Medizinstudiums die Vermittlung der Grundregeln einer ausgewogenen Ernährungskunst. Wer über ein aufgeschlossenes Elternhaus, oder gar den Wissensschatz beispielhaft vitaler Großeltern verfügen kann, darf sich als Heranwachsender glücklich schätzen und gehört damit schon zu den Privilegierten? Doch welches erweiterte Wissen um Zusammenhänge bedarf es in der heutigen stressgeprägten Welt, um bis ins hohe Alter gesund zu bleiben? Haben sich die Ursachen von Krankheit nicht längst so raffiniert in unseren gewohnten Tagesablauf versteckt, dass wir sie kaum mehr wahrnehmen?

Ein sehr guter Spiegel für das Fehlen von gesundheitsrelevantem Hintergrundwissen sind unsere Ernährungsgewohnheiten. Obwohl längst Winter ist, hat sich am Angebot der Gemüsehändler und der Restaurants nicht viel geändert. Es ist selbstverständlich geworden, dass alles zu jeder Jahreszeit vorhanden ist. Mangels einheimischer Feldfrüchte beziehen wir unseren Bedarf aus den Gewächshausanlagen Südeuropas oder Afrikas. Die dort auf Substraten statt auf natürlichem Boden gezogenen Früchte gedeihen nur unter Einsatz gewaltiger Mengen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, die zudem noch zu früh geerntet werden müssen um den Transport über 3000 km Straße zu überstehen.

Das Ergebnis sind geschmacks- und nährstoffarme Früchte , die mangels Sonnenreife nur noch geringe Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten. Während des Reifens reichern sich jedoch gerade die Farbstoffe wie die Karotinoide an. In der Tomate ist das Lykopin für das satte Rot verantwortlich. Lykopin ist nicht nur ein Farbstoff, sondern auch ein hochwirksames Antioxydant, welches in der Lage ist, Oxydationsprodukte, wie z.B. Freie Radikale zu neutralisieren. Freie Radikale werden einerseits vom Körper selbst produziert und sind unentbehrliche Helfer bei der Eliminierung von Krankheitserregern. Andererseits entstehen zusätzliche und besonders agressive Freie Radikale durch Stress, Umweltgifte, Elektrosmog, künstliche Hormone und Medikamente. Dieses Übermaß an Freien Radikalen (Oxydativer Streß) gilt als Auslöser vieler Krebsarten. Das wäre das Thema der Serie in der nächsten Ausgabe.

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