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Wegoparadise2Was kann sich ein Stadtmensch unter „lokalen Paradiesen“ vorstellen, und wie kann man diese finanzieren und aufbauen? So lautete ein Thema eines Workshops in Frankfurt, zu dem eine international tätige Unternehmensberatung eingeladen hatte. Nicht nur Verleger und Vertreter großer Konzerne und Nichtregierungsorganisationen, sondern auch Banker, Versicherer und eine Vertreterin des Kanzleramtes wollten dort erfahren, wie lokale Paradiese zu organisieren sind und ob diese sich gar zu einem neuen Trend in der Gesellschaft entwickeln werden.

Ein lokales Paradies wird sicher für jeden etwas anderes sein. Dazu gehören könnte ein Leben in Gemeinschaft, die Fokussierung auf saubere Energie, neue Formen demokratischer Teilhabe, eine Abkehr von dem Ziel reiner Gewinnmaximierung, die Möglichkeit kostenloser Teilnahme an Seminaren zu Bewusstseinsentwicklung und Gesundheitsmanagement etc. Dass Einzelpersonen sich für ein einfacheres, bewussteres Leben und nach der Sicherheit in einer Gemeinschaft sehnen, ist durchaus verständlich, aber warum interessieren sich mittlerweile auch Wirtschaft und Politik dafür?

Zunehmende Überforderung

Die Welt ist verdammt komplex geworden in den Zeiten des Internet. Die Bodenhaftung geht vielen Menschen angesichts zunehmender Überforderung verloren. Das soziale Gefüge der Kleinfamilie hält dem Ansturm des digitalisierten Lebens nicht mehr hinreichend stand. Die Angst vor Überfremdung treibt viele Menschen auf die Barrikaden. Wild wucherndes Spekulantentum in den Großstädten löst drastisch steigende Mieten aus und treibt die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen in Existenznöte. Die Sorge, dem Leistungsdruck am Arbeitsplatz nicht mehr standzuhalten, macht immer mehr Menschen depressiv. Dies alarmiert wiederum die Wirtschaft, die sich mit weniger belastbaren Mitarbeitern und – durch die Überalterung der Gesellschaft – mit zunehmendem Fachkräftemangel konfrontiert sieht. Die Finanzwirtschaft macht sich Sorgen um eines ihrer wichtigsten Geschäftsfelder, das Kreditwesen, wenn niedriges Wachstum und schwindende Konsumnachfrage den Bedarf nach frischem Kapital stagnieren lässt. Die Regierungsparteien suchen zwar, finden aber keine durchsetzbare Antwort auf das zunehmende Ungleichgewicht in der Vermögensverteilung der Gesellschaft. Die Armut ist präsent in einem der reichsten Staaten der Erde und sie wächst rasant. Hier sind neue, unkonventionelle Strategien gefragt, die in der Lage sind, diese Extreme zumindest abzupuffern.

Ziel maximale Transparenz

Wegoparadise1Mitnichten sind lokale Paradiese nur ein Auffangbecken für Konsumverweigerer und Ex-Karrieristen. Sie sind ein neues Lebensmodell, basierend auf Gemeinschaft, Eigenverantwortung und Eigeninitiative, und sie werden sich etablieren, wenn die Gründung bankenunabhängig finanzierbar wird. Als tragfähigste Konstruktion der finanziellen und organisatorischen Basis einer Gemeinschaft, gepaart mit maximaler Transparenz, hat sich die Form der Genossenschaft bewährt. Allein in Berlin werden 85.000 Wohnungen durch Genossenschaften gehalten. Der Lebensmittelkonzern Migros in der Schweiz ist Europas größte Genossenschaft mit über 2,2 Millionen Mitgliedern und erzeugt seine Lebensmittel zu 90 Prozent durch eigene Betriebe.

Wir sind nun entschlossen, von Berlin aus neue Wege zur Finanzierung von lokalen Paradiesen und Gemeinschaften zu gehen und werden dieses Frühjahr eine Genossenschaft gründen bzw. eine bereits gegründete Genossenschaft erweitern. Diese Genossenschaft wird Eigentümerin von Immobilien auf dem Lande, die Gemeinschaften Raum gibt, sich eigenständig zu entwickeln, und um sich zum Beispiel mit Lebensmitteln und Energie selbst zu versorgen. Auch im Stadtgebiet von Berlin sollen mehrere Immobilien erworben werden, die bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum bereitstellen. Substanzerhalt der Immobilen steht vor dem Renditegedanken.

Zeitgleich wird eine Stiftung ins Leben gerufen, die es StifterInnen ermöglicht, Vorsorge für ihren späten Lebensabend zu treffen. Es gilt, einen besonderen Ort für das Altern mit Respekt, Sicherheit durch betreutes Wohnen und Sterben in Würde zu schaffen. Gleichzeitig werden wir unser begonnenes Portal www.nachhaltig-sein.net um weitere Module ergänzen. Nennen wir diese Erweiterung einmal „wegoparadise“. Dort werden wir bundesweit Initiativen, Gemeinschaften und Firmen präsentieren, die sich zum Ziel gesetzt haben, Verantwortung für diesen Planeten zu übernehmen und dies auch nach außen hin zeigen und zur Kooperation anregen wollen.

Das Paradies werden wir nicht neu erschaffen, denn es ist bereits da. Wir haben nur verlernt, es zu sehen.


Sind Sie interessiert an weiteren Informationen und/oder an einer Beteiligung an der zukünftigen „WE GO PARADISE“-Genossenschaft, dann schreiben Sie uns:
info@wegoparadise.net

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