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Wird es schon in drei Jahren kein Geld mehr geben? Werden wir bereits in naher Zukunft in einer Welt der Gerechtigkeit und Kooperation leben? Die große österreichische Zeitung Der Standard hat ein bemerkenswertes Interview mit dem Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien veröffentlicht. Der meint, wir haben gar keine andere Wahl mehr – tun wir es nicht, steht uns der ultimative Crash bevor.

Nicht nur redet Hörmann Klartext, er gibt auch einen Ausblick auf die Zukunft, den man in dieser Form selten hört und der viel Hoffnung gibt. Wenn solche Ansichten bereits an den Universitäten und in großen Medien Gehör finden, gibt es nicht nur Grund zur Hoffnung, sondern zur Freude. Hier die zentralen Aussagen des sehr lesenswerten Interviews.

Geld wird verschwinden

„Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen.“

Bedingungsloses Grundeinkommen?

„Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. […] Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.“

Globalisierung richtig verstanden

„Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite, dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.“

All dies sieht Hörmann in den nächsten drei Jahren verwirklicht. Was für eine Vision!

 

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4 Responses

  1. WellenbeobachterHH

    zu HW

    Vielen Dank für den ernsthaften Beitrag – weil – den Einwänden kann man sachlich und argumentativ sehr gut nachgehen. Ich will es mal an ein paar Beispielen verdeutlichen, warum die Gegenargumente nicht greifen:

    „Wir hatten in Deutschland auch einmal eine soziale Marktwirtschaft. Diese wurde jedoch von den Eliten und den dazu passenden ständig winselnden Politikern verdorben, anstatt dieses System ständig zu verbessern.“

    Anmerkung: …man kann ja durchaus positiv unterstellen, dass so mancher Politiker tatsächlich versucht hat, es zu verbessern. Ob das gelingt, hängt jedoch nicht vom subjektiven Willen der Protagonisten ab, sondern vom Stand der jeweils historisch erreichten wertmäßigen Entwicklung. Ging es Dank ausreichender Wachstumsoptionen nach oben, konnte man soziale Fortschritte zulassen. Wenn die Entwicklung, durch die innere Kapitalverwertung allerdings objektiv in die Krise gerät (mangels Wachstum), was blieb den Politikern dann übrig, als eine Krisenverwaltung der Defizitstrukturen? Es ist unmöglich Kapitalanteile (Wertaggregate) für Soziales zu verteilen, die nicht mehr gebildet werden können. Gleichzeitig steht das im Widerspruch zu den Massen an Waren, die niemand mehr kaufen kann und die dann sogar oft wieder vernichtet werden, nur um die Preise stabil zu halten. Das ist paradox, was wiederum darauf verweist, dass es sich eben nicht um eine natürliche Wirtschaftsform handelt und dass es dabei nicht um die Bedürfnisbefriedigung der Menschen geht! Derartige antagonistische Widersprüche finden sich in der Marktwirtschaft zuhauf… Das scheinbare Argument der verlorenen Möglichkeit einer „sozialen Marktwirtschaft“ durch Fehler der Politik ist zumindest tendenziell die Illusion!!! Das heißt anders herum aber keineswegs, dass die Politiker keine Fehler gemacht hätten…klar haben sie das. Keine Frage. Sie haben ja versucht auf die Krise zu reagieren, sind aber gescheitert und haben, anstatt das zuzugeben, versucht es ideologisch zu verarbeiten und auf Kosten der Bevölkerung die Krisen zu überwinden (Kolonialisierung, Kriege, Zwangsarbeit, Holocaust an den Juden, Sozialabbau, Hartz IV-Gesetzgebung, Ausdehnung des Billiglohnsektors, Schaffung von Bad Banks, Deregulierung der Finanzmärkte und und und…)

    „Wenn ich Geld durch Arbeit angespart habe, dann kann ich mich z.B. weiterbilden.“

    Anmerkung: das Argument greift nicht, weil der größte Teil des Aufwandes, den wir in der Gesellschaft betreiben, betreiben wir nicht für Herstellung der Güter, die wir benötigen und die unser Leben verbessern, sondern um den Selbstzweck der Kapitalverwertung aufrecht zu erhalten, individuell abzurechnen und die teils verheerenden Folgen der Geldlogik wieder hinzubiegen. Es ist längst bekannt, dass wenn die Logik von Geld/Kapital entfällt, der Gesamtaufwand so drastisch singt, dass wir nur noch 5 h in der Woche produktiv tätig sein müssten (also was wir heute unter „Arbeit“ verstehen; einfach mal das Thema „Einführung der 5 Stunden Woche“ googeln…gibt etliche Seiten dazu). Eine 40 h Arbeitswoche ist also sachlich nicht begründbar. Entfällt das Geld, DANN hätte man 35 h für Weiterbildung gewonnen!!! Und die Bücher und Lehrerstunden gibt es kostenlos. Wie wär`s damit???

    „Für mich ist die Idee des Geldes auch auf Zetteln eine absolut praktische Einrichtung.“

    Anmerkung: …ja, praktisch find ich es auch. Eigentlich schade, dass es nicht besser funktioniert, ohne all die negativen Auswirkungen. Damit möchte uns das Universum aber vielleicht etwas zeigen…nämlich dass wir unsere Verantwortung nicht ungestraft abgeben können, dass wir uns eben gerade nicht fetischhaft an solche äußeren Systemen klammern, sondern lieber lernen sollen, uns spirituell korrekt zu verhalten und gewaltfrei zu kommunizieren. Dann erst sind wir im Einklang mit der Energie der Natur und es braucht es kein Machtsystem wir Geld…denn genau das ist es (siehe Kommentar Elohim).

    „Es gab schon im Mittelalter in Europa innovative Geldsysteme, mit denen man versucht hat, die Probleme des Zins-Systems zu knacken. Die Gründe, warum sie sich nicht durchgesetzt haben, weiß ich nicht.“

    Anmerkung: …weil sie leider auch illusionär waren. Damals basierte gesellschaftliche Reproduktion bei weitem noch nicht auf dem Prinzip der Wertschöpfung, so wie heute. Warenproduktion spielte nur eine untergeordnete Rolle. Woher hätte also der monetäre Mehrwert kommen können, aus dem selbst zinslose Kredite refinanziert worden wären??? Dass es mit Zinsen noch weniger funktioniert, merkte man noch schneller. Deshalb gab es ja auch Zinsverbote. Ohne Zins geht es aber ebenso wenig, weil das Wachstum kommt aus der Idee der Waren, die man stets teurer (als die Herstellungskosten) zu verkaufen gedenkt, und nicht wir oft behauptet aus dem Zins (eine typisch bürgerliche Illusion, die seit Silvio Gesell immer wieder Hochkonjunkturen erlebt).

    „Ich finde dieses ständige Stänkern und Streuen der Desinformation, daß Geld nicht funktionieren soll, intellektuell auf absolut unterstem Niveau. Hier wird versucht, den Massen eine Idee einzuimpfen, welche, wenn sie denn wirklich durchgesetzt würde den idealen Sklavenplaneten verwirklichen würde.“

    Anmerkung: …es ist tatsächlich nicht ganz auszuschließen, dass es eine Art neuer, auf Gewalt basierender Feudalismus entstehen könnte. Deshalb auch mein Hinweis, dass wir lernen müssen, uns spirituell korrekt und gewaltfrei zu verhalten. Anders herum sind wir alle heute derart auf das Geldverdienen und Kapital „konditioniert wie Hausschweine“, wie es der Autor Robert Kurz treffend ausdrückt, dass es gar nicht mehr merken. Wir sind jetzt schon alle objektiv gesehen unfrei, nämlich Sklaven des Kapitals. Die intellektuelle Fehlleistung liegt also auf Seiten des Liberalismus und der ideologischen Verteidiger des Kapitalismus – nicht bei den Kritikern, die auf all die Widersprüche und Paradoxien hinweisen. Ich kann auf Wunsch gerne Literaturtipps dazu mailen oder sie hier hier per Kommentar reinstellen.

    „Diese Idee ist ein totaler Schmarrn, eine Gesellschaft, in der Leistung durch Güter bzw. Naturalien entlohnt werden soll?
    Welche Güter bekommt denn der Bauer aus dem Allgäu, von dem ich hin und wieder ein Stück Butter kaufe? Oder was gebe ich der Person, die für mich den Generator im E-Werk am laufen hält? Muß ich, wenn ich am Sonntag in die Kirche gehe wieder ein Opferlamm mitbringen?“

    Anmerkung: …nein, eben genau nicht!!! Da versuchen Sie quasi die Tauschlogik des Geldes auf Naturalien umzudenken. Das würde ja ein Kuddelmuddel geben…dann müsste ich als Sänger eine Arie für meinen Bäcker im Laden schmettern, die Arzthelferin müsste ihn fragen, ob sie seinen Puls fühlen soll und der Klempner, ob er im Bad schnell ein Rohr verlegen soll, um seine Frühstücksbrötchen zu bekommen usw. Nee, also das klingt ja richtig lustig…so natürlich nicht. Sollten noch mehr Leser hier so gedacht haben – naja, dann könnte man ja zumindest übergangsweise einfach die Stunden abrechnen und als Tauschbasis nehmen. Vielleicht hilft das, sich umzugewöhnen. Aber auch das erfordert ja wieder einen überflüssigen Verwaltungsaufwand für geleistete Arbeitsstunden. Es würde zwar ohne weiteres gehen – gerade beim heutigen Stand der Technik so mit Chipkarten und virtuellem Stundenkonto im Internet (haben große Firmen ja heute schon – die sogenannten Arbeitszeitkonten – vielleicht kommt das als Übergangsmodell tatsächlich) – aber auch das ist wie gesagt eigentlich alles überflüssig. Der Bauer aus dem Allgäu liefert kostenlos seine Butter überall hin. Dafür kann er kostenlos alles an Ressourcen aus einer Datenbank abrufen und anfordern, was er dazu benötigt usw. Wenn jeder eh nur im Durchschnitt 1-2 h pro Tagen arbeiten braucht, müssen und können die Arbeitsbedingungen, Gesetze usw. endlich so (bewusst) gestaltet werden, dass die Tätigkeit an sich angenehm ist, kreativ ist und Spass bringt. Dann macht es Freude anderen etwas zu geben. Jeder kann seine besten Fähigkeiten einbringen. Es gibt Tätigkeitsbündel, in denen jeder regelmäßig auch mal dran ist nicht so angenehme Dinge wie Dreck wegmachen und Müll abholen, zu leisten. Bonzen und Broker, Banker und Anlageberater, Versicherungsmakler und Steuerberater, Chefs, hohe Tiere und Gangster haben alle schlechte Karten. Ausbeutung anderer ist nicht mehr angesagt. Die Zahl der Pflichten erhöht sich für wenige, wird aber deutlich gesenkt für die große Masse der Menschen. Kriminalität, Mobbing, Burn Out usw. reduzieren sich auf ein Minimum. Umweltzerstörung kann endlich wirksam begegnet werden. Macht ja auch irgendwie keinen Sinn mehr, wenn sie nicht durch Profit belohnt wird, oder? Nachvollziehbar, wie es gemeint ist???

    Fazit: Die wirkliche „Schmarrn“, besteht also nicht darin, dass man wirtschaftlich vernünftig handeln kann ohne Geld, abstrakten Wert und Kapital, sondern darin, dass die Geldlogik dauerhaft funktioniert, wenn man sie einer Oberflächenkosmetik unterzieht (Regionalwährung, Schrumpfwährung, Freigeld, Weltgeld usw.) oder nur ein einzelnes buchungstechnisches Element (Zins und Zineszins) aus der kaufmännischen Gesamtrechnung streicht.

    Ich kann hier leider nicht auf alle Aspekte detailliert eingehen. Aber wie gesagt, steh ich für Literaturtipps gerne zur Verfügung.

    Antworten
  2. Elohim

    Es ist egal welche Politik eine Nation verfolgt, ob faschismus, kapitalismus, demokratie etc. es beruht alles auf: geld, arbeit, wettbewerb!.
    Wir alle Leben in einem Monäterismus wenn manns so ausdrücken möchte. Es wird keine änderungen geben solange das Geld existiert. Politiker werden mit der Hoffnung auf verbesserung und änderung gewählt dies lässt das system aber nicht zu weil es einen Menschen dazu bewegt un ethisch zu handeln
    zB: ich habe einen Laden wo ich Lampen verkaufe. Ein Kunde kommt in den Laden und möchte sich diesen Lampen Kaufen und ich sage aber das der andere Händler viel bessere Lampen erzeugt, dann wäre ich nicht Wettbewerbs Fähig also mann muss unethisch Handeln um in diesen System überleben zu können.
    Und aufgrund des exponentiellen wachstums des zinseszinses, MUSS jedes wirtschaftssystem, das auf Zinsen beruht in sich zusammen stürzen. Früher oder später. Den meisten Leuten ist dies nicht einmal bewusst!
    Nun wie kann man Ohne geld Leben? Können wir die Welt- Ressourcen an alle menschen verteilen? JA! Es ist genug für alle da! Anstatt Geld für Massenvernichtungswaffen die ebenso wegen macht und geld erschaffen wurden könnten wir den Aufwand der dahinter steckt in forschungsprojekte wie umwelt basierende technologie umsetzen! zb Roboter oder mechanismen erschaffen die unser Leben vereinfachen und nicht von Geld abhängig zu sein. Denn wir hier auf der Erde sind nicht hier um Arbeiten zu verrichten oder die Dummheit von anderen auszunutzen für Profit also Geld, sondern wir Leben hier auf der Welt um erfahrungen zu Sammeln! In dem wir eins sind! Und so ist dies ja auch. Laut Quantenphysik entspringen wir also Materie oder Energie aus einem!

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  3. HW

    Diese Idee ist ein totaler Schmarrn,

    eine Gesellschaft, in der Leistung durch Güter bzw. Naturalien entlohnt werden soll?
    Welche Güter bekommt denn der Bauer aus dem Allgäu, von dem ich hin und wieder ein Stück Butter kaufe? Oder was gebe ich der Person, die für mich den Generator im E-Werk am laufen hält? Muß ich, wenn ich am Sonntag in die Kirche gehe wieder ein Opferlamm mitbringen?

    Geld ist eine Werteeinheit und sie wird meistens auf Papier gedruckt, weil das einfach und praktisch ist. Die Menschen, die mit Geld umgehen, vertrauen auf den Wert des ansonsten wertlosen Papiers, weil diese Zettel einen gesetzlichen Wert haben, mit dem man sich benötigte Waren einkaufen kann.

    Ich finde dieses ständige Stänkern und Streuen der Desinformation, daß Geld nicht funktionieren soll, intellektuell auf absolut unterstem Niveau. Hier wird versucht, den Massen eine Idee einzuimpfen, welche, wenn sie denn wirklich durchgesetzt würde den idealen Sklavenplaneten verwirklichen würde.

    Das große Problem der aktuellen Geld-Wirtschaft und Geld-Politik und Geld-Macht besteht im wieder einmal ausufernden Zins- und Zinses-Zins-System. Dieses System ist besonders gut für die Elite, weil dieses System dafür sorgt, daß hauptsächlich die Elite mit sehr viel Geld finanziell abgesichert ist. Der großen Masse jedoch, wird das Geld wie mit einem irrationalen Staubsauger das Geld aus der Tasche gezogen.

    Es gab schon im Mittelalter in Europa innovative Geldsysteme, mit denen man versucht hat, die Probleme des Zins-Systems zu knacken. Die Gründe, warum sie sich nicht durchgesetzt haben, weiß ich nicht. Außerdem hat es die Elite trotzdem verstanden, unermessliche Reichtümer anzuhäufen und die Untertanen im Dreck ersticken zu lassen.

    Für mich ist die Idee des Geldes auch auf Zetteln eine absolut praktische Einrichtung. Wir hatten in Deutschland auch einmal eine soziale Marktwirtschaft. Diese wurde jedoch von den Eliten und den dazu passenden ständig winselnden Politikern verdorben, anstatt dieses System ständig zu verbessern.

    Fast alles auf dieser Welt kann für ungerechte Zwecke eingesetzt werden. Doch wenn Moral noch etwas gelten würde in dieser Welt, dann würde das nicht so häufig geschehen wie in unserer heutigen Zeit. Wenn ich Geld durch Arbeit angespart haben, dann kann ich mich z.B. weiterbilden. Das führt dann hoffentlich dazu, daß ich neue Ideen entwickeln kann, mit denen ich etwas zum Gemeinwohl beitragen, aber auch für mein Wohl sorgen kann. Egosistische und ungerechte Anhäufungen von Geldern müssen bekämpft werden, nicht mehr und nicht weniger.

    Auch ohne Geld System brauche ich trotzdem wieder eine Art Währungssystem, mit dem ich meine zuvor geleistete Arbeit durch eine andere Leistung eintauschen kann. Anders geht es nicht. Wer etwas anderes behauptet, hat möglicherweise seinen akademischen Titel nicht richtig verdient!

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  4. WellenbeobachterHH

    Applaus!!!!!!!! Endlich mal jemand, der zumindest die ideologische Brille gegen ein helleres Modell eingetauscht hat, so dass er zumindest sieht, was im Eiltempo auf uns zukommt!

    Nur seine Begründung ist noch falsch. Was er als „Betrugsmodell der Banken“ bezeichnet, entspringt in Wahrheit der bürgerlichen Rechtfertigungsideologie des Kapitalismus, mit der man versucht hat, alles am Laufen zu halten, sprich weiterhin Gewinn zu erzielen – allerdings nicht durch Verausgaben von Arbeit, sondern nur noch durch Simulation von Mehrwertproduktion über wertmäßige Tauschunterschiede bei der Kreditvergabe. Das ist langfristig illusionär, hat die „Realwirtschaft“ aber zumindest notdürftig am Leben gehalten und bis ins Jahr 2010 geschleppt. Jetzt geht es auf das große Finale zu.

    Insgesamt ist Prof. Hörmann leider (noch) viel zu unkritisch, was die kapitalistische Verfasstheit unseres heutigen Gesamtsystems betrifft – aber immerhin! Bei ihm sind gewisse Schranken, die die Sicht sonst behindert, offenbar nicht mehr vorhanden. Damit ist er der überwiegenden Zahl seiner Kollegen deutlich voraus. Dennoch behauptet er wie diese, die „heutige Krise geht von den Banken aus“. Da würde ich entgegnen nein, eben gerade nicht. Das ist lediglich das Ende der Fahnenstange gewesen, die wertmäßige Oberflächenbewegung. Entscheidend ist vielmehr, was darunter seit Jahrzehnten zuvor passiert war.

    Das ist genau das, was in einem speziellen Teil der kritischen Gesellschaftstheorie schon lange beschrieben und vorhergesagt wurde – und das deutlich umfangreicher und fundierter: der „modernen Wertetheorie“, voran gebracht durch die Redakteure der Exit-Gruppe (siehe: www.exit-online.org).

    Dort gibt es zahlreiche Fachartikel und Literaturhinweise in denen die Widersprüche, auf denen Kapitalismus basiert, sehr gut erklärt und dargestellt werden und was daraus für den weiteren Ablauf historischer Prozesse abgeleitet werden kann.

    Warum das System irgendwann zwangsläufig scheitern muss, liegt der Wertetheorie zufolge nicht allein an Fehlern in der Geldzirkulation. Das ist nur der äußere Ausdruck von dem, was als Basis darunter liegt, nämlich die kapitalistische Produktionsweise, die darauf beruht, menschliche Lebensenergie in abstrakten Mehrwert zu verwandeln, also der kaufmännische Teil, wenn man so will.

    Maschinen bilden keinen eigenen Mehrwert, sondern nur Mehrprodukte, ermöglichen also eine höhere Produktivität (stofflicher Output). Das ist nicht identisch mit dem monetären Teil dieses Outputs, denn der Tausch der Produkte erfolgt im Kapitalismus auf der Imagination eines abstrakten Wertes, den sich Ökonomen in alle Produkte quasi nur hineindenken. Dadurch werden Produkte erst zur Ware. In der Ware ist der Mehrwert gespeichert und muss sich in Geld zurückverwandeln, damit sich der Wert realisiert. Andernfalls werden Produkte sogar zum Teil auch wieder vernichtet, unter neuem Arbeitseinsatz und Energieaufwand. Völlig irrational also.

    Die moderne Wertetheorie beschäftigt sich mit genau solchen Mechanismen und zeigt vor allem die innere Dynamik dieser Logik auf, z.B. dass wenn immer mehr Menschen (lebendige Arbeit) durch Technik, Maschinen und Computer (tote Arbeit) ersetzt werden, die Masse des gesamtgesellschaftlichen Mehrwertes, nicht etwa wie oft angenommen steigt, sondern sinkt. Ist eigentlich auch logisch, weil Maschinen erhalten kein Gehalt und kaufen nichts. Maschinen übertragen stets nur ihren Eigenwert (per Abschreibungen). Trotzdem liest man es in der VWL meist falsch herum. Oder man gibt sich der Illusion hin, man könne unendliches Wachstum erzeugen, damit das dennoch funktioniert. Wenn dem so wäre, gäbe es jedoch keine Arbeitslosigkeit, denn in Deutschland herrschte in den 60er Jahren bereits Vollbeschäftigung. Ab dann ging es jedoch nur noch bergab. Daraus folgt, die heutige Krise ist ihrem Charakter nach in Wirklichkeit keine Finanzkrise, sondern eine Wertschöpfungskrise. Die Krise kommt also ursprünglich nicht von den Banken und ihrem gescheiterten Versuch der Mehrwertkompensation, sondern sie entspringt dem Kapitalismus als Produktionsweise. Das ist ein deutlicher Unterschied.

    In Büchern wie „Kollaps der Modernisierung“, „Schwarzbuch Kapitalismus“ oder „Das Weltkapital“, vom unter den Wertekritikern diesbezüglich führenden deutschen Autor Robert Kurz, werden all diese Entwicklungsschritte bis hin zu den Kompensationsmechanismen beschrieben, die durch kreative Kreditvergabe das System der Globalisierung noch künstlich am Laufen gehalten haben – durch Bildung von „fiktivem Kapital“. Die dazu notwenigen Geldbewegungen sind das, was Hörmann zumindest in den wichtigen Teilaspekten auch hat erkennen können. Sogar die Windrichtung der tatsächlichen Ursachen sieht er ansatzweise – zumindest auf der Ebene der Tauschvorgänge in der Ware-Geld-Beziehung. Und er sagt auch, dass das was mit der Produktion zu tun hat, auch wenn er das nicht weiter konkretisieren kann wie ein Robert Kurz. Etwas holprig und unreflektiert erscheint auch, wie Hörmann den Begriff „Nation“ benutzt. Ist aber insofern (erstmal) alles zweitrangig, weil er daraus zumindest schon die richtigen Schlussfolgerung zieht – nämlich das die Zirkulationsbewegungen den Kapitalismus nicht dauerhaft retten werden. Deshalb bejaht Hörmann völlig berechtigt den „Ultimativen Crash!“.

    Damit bewahrheitet sich übrigens tatsächlich, was Karl Marx vor 150 Jahren schon erkannt hatte: „Die Grenze des Kapitalismus ist das Kapital selbst.“ Auch Albert Einstein soll dazu bereits überschlägige Berechnungen angestellt und vorausgesagt haben, dass das kapitalistische System nur etwa bis zum Jahr 2010 funktionieren kann. Danach bräuchte man zwangsläufig etwas völlig Neues. Irgendwas muss also auch er richtig gedacht und erkannt haben. Wie immer bei spirituellen Erkenntnissen – es liegt an unserer begrenzten Wahrnehmung, unserem Denken. Vom Bauchgefühl her ist Kapitalismus nicht nur in seinen Grundlagen falsch, sondern eh längst am Ende. Jetzt kommt hoffentlich auch das Rationale hinzu. Marktwirtschaft ade… Endlich!

    Es wird auch weiterhin viele Produkte geben, aber sie verlieren ihren Charakter als Ware. Deshalb kritisiert die moderne Wertetheorie auch die Warenform und nicht nur Geld als eine Warenart davon. Sehr spannendes Thema. Man findet in diesem Theoriezweig übrigens auch schon die theoretischen Ansätze und formulierte Grundprinzipien für die Zeit nach dem Kapitalismus. Und die stimmen mit den spirituellen Ansätzen, den Mensch als Bestandteil der Natur zu begreifen, überein.

    Wenn gesellschaftliche Reproduktion nicht mehr über Geld als Ausdruck von Lebensenergie (lebendige Arbeit) funktioniert, muss sie anders organisiert werden. Auch da hat Hörmann völlig Recht. Es gäbe jede Menge neuer, alternativer Möglichkeiten, das zu tun. Indem er doch wieder mit Preisen für bestimmte Produkte anfängt, lässt sich erkennen, dass er noch Restillusionen hegt. Die wird er aber bestimmt zukünftig auch noch ablegen und sich komplett frei machen, um endgültig Neues zu denken. Am besten mal Robert Kurz lesen. Das Hilft ungemein.

    Fazit: Bravo!!! Der Anfang ist gemacht. Uns bleiben zwar nur 3 Jahre, die Menschen um uns herum wach zu rütteln und über völlig neue Perspektiven nachzudenken. Aber mit viel mehr hab ich selbst auch nicht wirklich gerechnet. Liegt irgendwie in der Luft. Die Zeit ist reif!

    Am Landesverband der VIOLETTEN in Hamburg arbeiten wir übrigens schon daran.

    Holger Roloff
    AK Wirtschaft DIE VIOLETTEN
    Landesverband Hamburg

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