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Die Rinderzucht ist mit Abstand der größte Regenwaldvernichter im brasilianischen Teil Amazoniens. Täglich werden riesige Flächen dieses atemberaubenden Waldes niedergebrannt um Platz für Rinderweiden zu schaffen. Zurück bleibt eine Agrarwüste.

Dabei sind es nur eine handvoll Firmen, die die Expansion der Rinderwirtschaf und damit die Zerstörung im Amazonasgebiet vorantreiben. Sie betreiben Schlachthäuser und Gerbereien inmitten des Regenwaldes und locken damit immer mehr Farmer in das Gebiet. Auch Firmen wie Adidas, Nike und Timberland tragen indirekt zur Vernichtung des Regenwaldes bei, indem sie Leder beziehen, dass aus dem Amazonasgebiet stammen kann – das ist das Ergebnis eines Reports, den Greenpeace zum heutigen Beginn der Bonner UN-Klimaverhandlungen veröffentlicht.

 

Roden für Rinder

RegenwaldRund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche wird im Amazonasgebiet als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika konsumiert wird, wird das Leder nach China, Italien und Vietnam exportiert. Dort lassen die Schuhfirmen auch für den europäischen Markt produzieren.

Bis Juli 2008 wurden bereits 74 Millionen Hektar des Regenwaldes komplett vernichtet, dies entspricht knapp 20 Prozent der ursprünglichen Fläche – die doppelte Fläche Deutschlands. Stück für Stück erobern und verbrennen Rinderfarmer den Wald. Dabei verstößt über 90 Prozent der derzeitigen Urwaldvernichtung gegen brasilianisches Gesetz und ist somit illegal.

 

Illegale Abholzung und Sklavenarbeit

Die Rinderzucht im Regenwald boomt. 63 Millionen Rinder fressen sich bereits durch das brasilianische Amazonasgebiet und täglich werden es mehr. Denn nirgendwo in Brasilien kann man billiger Rinder züchten als im Amazonasgebiet.

Die Produktionskosten sind so niedrig, weil Land und Arbeiter praktisch nichts kosten.
Die meisten Farmer eignen sich illegal Waldland an und brennen es einfach nieder. Die Arbeitsbedingungen  auf diesen Farmen sind größtenteils verheerend: Im Jahr 2008 wurden im brasilianischen Amazonas-Gebiet über 3000 Sklaven befreit – 99 Prozent davon auf Rinderfarmen. Oftmals schlafen diese Menschen unter ein paar notdürftig gespannten Plastikplanen, und sind dem andauernden Regen, Insekten und giftigen Schlangen nahezu schutzlos ausgeliefert. Auf der Farm Santa Terzinha in Mato Grosso war das Wasserloch für die Rinder gleichzeitig auch die Trinkwasserversorgung für die Arbeiter.

 

Das Geschäft mit Fleisch und Leder

Brasilien ist bereits heute der größte Rindfleisch und gemeinsam mit China der größte Lederexporteur. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Neben Fleisch ist Leder für die Rinderproduzenten wirtschaftlich wichtig. Im Jahr 2008 lag der Wert der Lederexporte bei beachtlichen 1,9 Milliarden US Dollar, der Wert der Rindfleischexporte im gleichen Jahr lag bei 5,1 Milliarden US Dollar.

Das Leder wandert vor allem in die Produktionsstätten von Schuhfirmen wie Adidas, Nike und Timberland, oder Autoherstellern wie BMX, Honda und Toyota. Das Fleisch von den „illegalen“ Farmen wir zum Großteil im Inland konsumiert, steht auch in den Ragelen europäischer Supermarktketten – darunter z.B. die üblichen Verdächtigen Aldi, Lidl und Makro.

 

Ein Naturparadies wird zerstört

Über 20 Millionen Menschen leben im Amazonasgebiet, davon 200.000 Indigene, die 180 verschiedenen ethnischen Gruppen angehören. Für die Indigenen ist der Regenwald ihre Heimat mit der sie im Einklang leben. Er versorgt sie mit Nahrung, Werkzeug, Medizin und allem, was sie zum Leben benötigen. Der Wald ist ihr spirituelles Zentrum. Die Zerstörung ihrer Heimat kommt für sie einem Todesurteil gleich.

Der Amazonas-Regenwald ist eins der artenreichsten Gebiete unseres Planeten, er beherbergt eine schier unglaubliche Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten und noch immer werden kontinuierlich neue Arten entdeckt. Doch kaum entdeckt, sind sie wie viele andere Arten vom Aussterben bedroht, denn der Mensch zerstört diese Schatzkammer der Artenvielfalt.

Das kannst Du tun:

Werde aktiv!
Fordere Adidas, Reebok, Nike, Timberland, Clarks und Geox auf, kein Leder aus Amazonaszerstörung zu kaufen. Fordere die Bundesregierung auf, sich aktiv für den Urwald- und Klimaschutz einzusetzen.

Iss weniger Fleisch!
Der weltweit steigende Fleischkonsum ist einer der Gründe für die Urwaldzerstörung.

 

Video

Ein kurzes Video zum Thema (engl.): Slaughtering the Amazon

 

Quelle

Text und Bilder: Greenpeace

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Eine Antwort

  1. Anonymous

    wieso nur „weniger fleisch“? ich weiß nicht, was daran unzumutbar sein soll, den menschen wirklich mal klipp und klar zu sagen: „beute keine anderen tiere für deine eigenen selbstsüchtigen interessen aus“, was den konsum von leder, fleisch, wolle, honig, seide, borsten, pelz, tierversuchsgeprüften chemikalien, milch, eier, gelatine, usw. usf. miteinschließt und die leute endlich mal dazu bewegt, konsequente entscheidungen zu treffen und nicht nur zu antworten: „ok heute schlage ich mal nur eines meiner kinder statt beide“, „ok heute grapsch ist mal keiner frau an die brüste, morgen vllt wieder“, „ok, dann nur noch einmal die woche sex mit der nachbarskatze“… (im übertragenen sinne, aber es läuft aufs selbe hinaus: eine tat wird nicht weniger unethisch, nur weil die quantitativ abnimmt. sexueller missbrauch von tieren ist übrigens häufiger, als die meisten menschen denken.)

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