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Wildpflanzen sind die Ahnen aller Kulturpflanzen. Sie begleiten uns seit Urzeiten nahezu unverändert. In der Nahrungsgeschichte sicherten sie über Jahrtausende das Überleben der Menschen. In jüngster Zeit finden sie wieder zunehmend ihren Weg auf unseren Speiseplan.

 

 

Ursprünglich, gehaltvoll – und eine preiswerte Alternative zur Biokost

Die Natur schenkt uns durch die Wildpflanzen einen unermesslichen Reichtum an lebenswichtigen Substanzen. Zwar sind sie oft kleiner und unscheinbarer als ihre kultivierten Nachkommen, bei deren Züchtung oft mehr Wert auf äußere Komponenten wie Größe und Aussehen gelegt wurde als auf “innere Werte”. Immer aber ist ihr Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Zellulose, Spurenelementen etc. viel höher als bei ihren kultivierten Nachkommen – selbst wenn letztere aus biologischem Anbau stammen. Sie sind in Zusammensetzung und Zusammenspiel der einzelnen Komponenten so weise und in Hinblick auf den menschlichen Organismus so synergetisch angelegt, dass es, so glaube ich, kein besseres Konzept gibt, was effektive und naturgerechte Ernährung angeht.

Die “Grünen Wilden” stellen so auch eine preiswerte Alternative für Menschen dar, die sich gesund ernähren wollen, für die Biokost aber aus finanziellen Gründen nicht immer erschwinglich ist – was in der gerade angebrochenen wirtschaftlichen Krisenzeit noch an Bedeutung gewinnen könnte.

Wer sich also regional orientiert und saisongerecht ernähren sowie genmanipuliertem Saatgut und synthetischen Zusatzstoffen aus dem Weg gehen möchte, dem ist eine vertiefte Beschäftigung mit dem reichhaltigen Angebot an essbaren Wildpflanzen in seiner unmittelbaren Umgebung sehr zu empfehlen.

 

Essen als Medizin – Bitterstoffe und „natürliches Aspirin“

Essbare einheimische Wildpflanzen enthalten Vitalstoffe, ätherische Öle und bioaktive Substanzen in so großen Mengen und variantenreicher Vielfalt, dass es eigentlich unnötig ist, Umwege über exotische Heilmethoden und Esskulturen zu machen, um für sich das Prinzip „Essen als Medizin“ umzusetzen.

Als Beispiele seien die Bitterstoffe und die Salicylate genannt, die in vielen Wildpflanzen reichlich vorhanden, in Kulturpflanzen dagegen vor allem aus geschmacklichen Gründen nahezu weg- gezüchtet worden sind. Bitterstoffe wirken u.a. verdauungsfördernd und immunstärkend, regen Fettverbrennung und Insulinproduktion an. Fehlende Bitterstoffe in der konventionellen Nahrung haben drastische Folgen, wie Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten.

Zu den Salicylaten (in synthetischer Form der Wirkstoff von Aspirin) möchte ich Dr. Günter Nöll (Wien) zitieren (www.a-community.at/Wildpflanzen):

„Der Gehalt an natürlichen Salicylaten ist in Wildpflanzen erstaunlich hoch und weit verbreitet: Pflanzen benutzen sie für ihren eigenen Schutz gegen Verletzungen, gegen Krankheiten und vorzeitiges Altern. Unsere steinzeitlichen Vorfahren, die sich wesentlich von solchen Wildpflanzen ernährten – und unser eigener Körper ist ja im wesentlichen immer noch an jene steinzeitliche Lebensweise optimal angepasst, nicht etwa an unsere moderne – dürften also ganz automatisch ihr „tägliches Aspirin“ zu sich genommen haben. Macht uns der eklatante Mangel an diesen anscheinend essenziellen Nährstoffen, den Salicylaten, in der Tat anfälliger für Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimersche Krankheit, weil uns dieser lebenslange Schutz vor Zellschäden und chronisch entzündlichen Prozessen mehr und mehr abhanden gekommen ist?“

 

Wildpflanzen in der Praxis

Die „grünen Wilden“ sind mit ihren Aromen, Gerüchen und Geschmacksvarianten sehr vielfältig und damit eine überaus große Bereicherung unseres Speiseplanes. Eine Fülle essbarer Wildpflanzen wachsen vor der Haustür, im Garten, am Wegesrand, auf der Wiese und im Wald. Was mich zunehmend berührt: wenn ich nach Berlin komme und sehe, mit welcher Üppigkeit und Vitalität z.B. Knoblauchrauke, Vogelmiere und Giersch auch in der Stadt wachsen.

Meine aktuellen Favoriten sind der Wiesenbärenklau – die ersten Blätter im Frühling sind eine große Delikatesse, geschmacklich mit keiner kultivierten Richtung zu vergleichen: sehr intensiv, bärenstark und grün – und die ganz einfache Brennessel. Sie ist die Blattpflanze mit dem höchsten Proteingehalt in unseren Breiten. Im Frühling sind die ersten zarten Blätter eine delikate und vitaminreiche Beigabe für den Salat. Im Mai, wenn die Pflanzen üppiger wachsen, eignet sich die Brennessel hervorragend für eine Heilkräuterkur aus frisch gepresstem Saft, in dem die gesamte Kraft der Pflanze enthalten ist.

Die Brennessel enthält Vitamin C, A und B, Eisen, Kalium, Natrium, Kalzium, Kieselsäure, Schwefel und Phosphor. Sie hat einen außerordentlich hohen Gehalt an Chlorophyll, verantwortlich für die antibakterielle Wirkung und in seiner chemischen Grundstruktur unserem Blutfarbstoff „Hämoglobin“ sehr ähnlich. Sie ist blutreinigend, verdauungsfördernd und regt Blasen- und Nierentätigkeit an. Die Samen der Brennessel sind kleine Kraftpakete, die geröstet einen wohlschmeckenden Belag für das Butterbrot ergeben. Eine sehr genussvolle Variante ist ein wohlschmeckender Spinat aus junger Brennessel und Giersch mit Sahne, Muskat und gerösteten Pinienkernen, gefolgt von einer Creme, die mit Steinklee und Zitronenschale aromatisiert wurde.

 

Mein persönlicher Weg zu den Wildpflanzen

Die Grünen Wilden bieten sich mir in einer üppigen Fülle dar. In ihrer Vielfältigkeit, ihrem Nährwert mit ihrem umfangreichen Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, in ihrer Schönheit und Ausdauer, mit der sie jahrelang warten können und auf günstigere Bedingungen warten, um erneut zu wachsen.

Schon als Kind war ich fasziniert von wilden Pflanzen, hielt ich mich oft und gern im Garten auf, durchstreifte Parks und Wälder und spielte auf Wiesen, unter Büschen und Sträuchern. Ich beobachtete und pflückte Gräser, Pflanzen und Blüten; zauberte Gerichte aus Erde und den wilden, grünen und bunten Schätzen; arrangierte Blüten und Blätter auf größeren Steinen. Seit mehr als 12 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Wildpflanzen, studiere sie an ihren natürlichen Standorten und ging bei einer Heilpraktikerin in die Lehre. Wichtig sind mir dabei die Achtsamkeit und der unmittelbare Kontakt zu den Pflanzen. Ein Schritt mit großer Bedeutung war und ist der, die Wildpflanzen in die Küche zu nehmen und zu verarbeiten.

Ich möchte mit Duft, Farben, Aromen und Schönheit zum guten Essen verführen.
Bei diesem Vorhaben sind es vor allem die „Wilden Grünen“, die mich inspirieren und mir viel Kraft geben. Ich schätze ihre reiche Großzügigkeit und Vitalität, den sehr ausgeprägten, individuellen Geschmack und Geruch mit der entsprechenden außerordentlichen Wirkung.

Ohne sie hätte ich weniger Lust am Leben und Kochen, Essen und Lieben.

 

Über den Autor

Avatar of Eleonore Gliewe

Vegetarisches Catering und Wildpflanzen

Lebt seit 17 Jahren vegetarisch. Seit 14 beschäftigt sie sich intensiv mit den Wildpflanzen, ging bei einer Heilpraktikerin in die Lehre, studiert die Wilden Grünen an ihren natürlichen Standorten und verwendet sie für die Zubereitung von Speisen, Herstellung von Tees, Salben, Ölen, Tinkturen und für Dekorationen. Seit 4 Jahren leitet sie Kurse zum Thema „Vegetarisch Kochen / Kochen mit Wildpflanze“ und bietet Exkursionen und Workshops zu den Wildpflanzen an.

Verkauf von Kardentinktur und vielen anderen Produkten aus/mit Wildpflanzen.

Mehr Infos

Aktuelle Termine siehe www.wildkraeuter-catering.de

2 Responses

  1. Rima

    Ein herzliches grfcdf Gott zum Eingang,ich bin Koch und Konditor und dank meenir Grodfmutter schon zu gesunder Erne4hrung geimpft. Sinnvolle Erne4hrung hat mich quasi ein Leben lang begleitet, wenn ich auch nicht immer sonderlich diszipliniert war. Mittlerweile potenziert sich das Thema und Veganismus und Rohkost greift deutlich Raum bis hin zur spirituellen Entwicklung. Jedenfalls mf6chte ich mein Leben in ein nfctzliches und sinnvolles Te4tigkeitsfeld umwandeln. Falls Sie Kurse auch im Rhein-Main-Gebiet veranstalten, fe4nde ich es schf6n, wenn ein Termin padft und Sie mir entsprechnde Termine bekannt geben.Viele GrfcdfeWolfgang Pokorny

    Antworten
  2. Jutta Haag

    Werte Frau Gliewe,

    über Ihre ausführlichen Darlegungen zur Thematik Wildpflanzen in unserer Ernährung möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
    Mich interessert dabei besonders das Vorhandensein von Salicylaten. Dies hat auch einen besonderen Grund. Denn ich mache eine ganz spezielle Therapie mit Guaifenesin gegen die Schmerzkrankheit Fibromyalgie. Bei dieser Guaifenesintherapie dürfen keinesfalls Salicylate über die Haut aufgenommen oder als Extrakte auch in Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln ect. verwendet werden. Dadurch würde ein Ausleiten der ausgeschwemmten Teile durch das Guaifensin in den Nieren verhindert. Das Guaifenesin würde also durch Salicylate blockiert.
    Leider gibt es nur sehr unvollständige Listen von Salicylatanteilen in Pflanzen.
    Möglicherweise haben Sie ja evtl. bei Ihren intensiven Recherchen so eine Liste entdeckt oder können sogar eine Liste mit sehr hohem bzw. sehr niedrigem Salicylatanteil auf Grund Ihres hohen Fachwissens in Pflanzen aufstellen. Sie würden damit nicht nur mir, sondern vielen weiteren Betroffenen, die diese Therapie einsetzen helfen. Da ich das Forum: www.contra-dem-schmerz.de ein Fibromyalgieforum für die Guaifenesintherapie leite, könnte diese Liste an viele Betroffene weitergegeben werden.

    Hochachtungsvoll

    Jutta Haag

    Antworten

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