Ohne Euch, liebe LeserInnen, wird es nicht mehr lange weitergehen. Das Projekt SEIN ist an seine finanziellen Grenzen gestoßen und Ihr entscheidet, ob wir nach 25 Jahren noch weitermachen können. Wir brauchen Eure Unterstützung!

von Jörg Engelsing

Seit rund 17 Jahren arbeite ich nun bei der Zeitschrift SEIN. Als ich 1999 nach Berlin kam, wusste ich nicht wirklich, was ich hier arbeiten sollte. Ich hatte vorher in München bei einem Mountainbike-Magazin gearbeitet, durfte mir bei der finanziell sehr erfolgreichen Zeitschrift Reisen in alle Welt organisieren und tolle Reportagen machen. Aber irgendwann spürte ich, dass dieses Spiel zu Ende war. Immer mehr interessierte ich mich für Spiritualität und Bewusstseinsentwicklung, und als ich eines Morgens nach meinem Umzug in Berlin aufwachte, kam der Gedanke: Bewirb dich bei SEIN! Und da just zu diesem Zeitpunkt der vorige Redakteur aufhören wollte, rannte ich offene Türen ein. Ich teilte mir den Job mit einer sympathischen gleichaltrigen Frau, die sich auch beworben hatte, und wir kamen gut miteinander aus. Es war präzise das, was ich wollte: Ich konnte journalistisch arbeiten und mich mit genau den Themen beschäftigen, mit denen ich mich auch privat auseinandersetzte.

Immer wieder bekam ich das Angebot, verschiedenste Therapieformen und Workshops auszuprobieren, wenn ich darüber schreiben würde – ein Paradies, da ich nicht über viel Geld verfügte und die Bezahlung von SEIN für mich gerade so reichte, da meine Kollegin und ich uns den Job ja teilten. Aber die Möglichkeiten machten das locker wett. Als mich beispielsweise das Thema Erleuchtung immer mehr zu interessieren begann, hatte ich die freie Auswahl, ständig neue Interviews zu führen, in denen ich alle meine Fragen nicht nur aus Büchern, sondern live aus erster Hand beantwortet bekam. Was für ein Luxus! Bei verschiedenen Retreats mit spirituellen Lehrern konnte ich dann tiefer in die Räume eintreten (oder ihnen zumindest näher kommen), die das Ziel meiner Sehnsucht waren.

Ein weiterer Grund, warum ich die Arbeit bei SEIN gleich zu Anfang so mochte, waren die Mitarbeiter und die Art des Zusammenseins, die wir alle zusammen erschufen: ein lockerer, respektvoller, freundlicher und warmherziger Umgang im Gegensatz zu Mobbing und Ellenbogen-Mentalität, wie ich sie teilweise vorher in meinem Berufsleben schon kennengelernt hatte (was unter anderem dazu geführt hatte, dass ich jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Arbeit kam). Wenn wir eine Redaktionskonferenz hatten oder zur Fertigstellung der Zeitschrift zusammenkamen, hatte es etwas Familiäres und war eher wie ein Treffen von Freunden als ein Arbeitsmeeting.

SEIN war wie eine warme Insel in einem Meer von Kälte und Beziehungslosigkeit. In den vielen Jahren lernte ich diese Insel immer mehr zu schätzen, denn auf meinem spirituellen Weg brachen zunehmend innere und äußere Stützen weg, so dass ich ohne die bedingungslose Unterstützung meiner wunderbaren Kollegen niemals durch die heftigen Prozesse hätte hindurchgehen können, die auf meinem Weg lagen.

Als ich beispielsweise im Jahre 2005, ausgelöst durch intensive spirituelle Arbeit, in eine Psychose schlitterte, drei Monate in der Psychiatrie verbrachte, danach sechs Jahre Neuroleptika nehmen musste und mit meinem verlangsamten Hirn Seiten teilweise fünfmal lesen musste, um sie zu verstehen, teilte meine Kollegin Cornelia, mit der ich bei SEIN angefangen hatte, ohne zu zögern mehrere Monate ihr Gehalt mit mir, das sie ja nun erstmal allein erarbeiten musste. Wo gibt es sonst so etwas? Es war auch keine Frage, dass ich wieder bei SEIN einsteigen durfte, und ich wurde Schritt für Schritt – einfach in dem Maße, wie ich konnte – wieder in die normalen Abläufe eingegliedert. Und in den letzten Jahren, in denen der spirituelle Weg fast all meine Kraft einforderte, ich manchmal kaum noch die Treppen hochkam, immer mal wieder Redaktionskonferenzen ausfallen lassen musste und einige Male die Heftschließung nur über Computer und Telefon begleiten konnte, hörte ich von meinen Kollegen nicht ein einziges Mal ein Wort des Vorwurfs, dass ich sie hängengelassen hätte. So einen Arbeitsplatz und solche Kollegen muss man erst mal finden!

Im Laufe meiner therapeutischen Aufdeckungsarbeit kamen immer mehr Schichten von Depression, Widerständen, Verzweiflung, Ängsten, emotionalen und körperlichen Schmerzen an die Oberfläche, sodass an einen normalen Job von neun bis fünf überhaupt nicht zu denken war. Ich hatte genau den einzigen Arbeitsplatz in Berlin gefunden, an dem ich meinen Lebensunterhalt verdienen konnte, mich mit dem beschäftigen konnte, was mir am Herzen lag, und den Raum hatte, mich meinen sehr anstrengenden inneren Prozessen zu widmen. Durch das Redigieren der Texte musste ich mich zudem auch immer mit der Korrektheit der Inhalte auseinandersetzen, sodass ich allein über die Arbeit sehr tiefe Einsichten erlangte, richtiggehende Aha-Erlebnisse hatte und viel Input erhielt. Ich kann sagen: Die kontinuierliche Inspiration vieler Artikel und Anzeigentexte im SEIN hat mich auf meinem Weg immer wieder unterstützt – und dafür bin ich sehr dankbar.

Wie unser Herausgeber Aman in den letzten beiden Ausgaben schon hat anklingen lassen, ist auch an uns der Strukturwandel in der Zeitschriftenszene nicht spurlos vorübergegangen. Allerdings hat Aman in meinen Augen die Brisanz unserer Situation nur unzureichend dargestellt. Was auch kein Wunder ist, denn SEIN ist sein Baby, sein Lebenswerk, das er vor 25 Jahren mit einigen Gleichgesinnten ins Leben gerufen hat – und wer mag schon gerne zugeben, dass man nach vielen Jahren des Umschiffens von Klippen aller Art auf Hilfe von außen angewiesen ist. Unser stets hilfsbereiter Chef – wenn man mich fragen würde, was ihn charakterisiert, würde ich ihn tatsächlich als „guten Menschen“ bezeichnen – hat die Situation schon vor vielen Jahren klar erkannt und versucht, andere Projekte ins Leben zu rufen, die in der Lage wären, die Zeitschrift zu stützen und so dafür zu sorgen, dass sie weiterhin kostenlos erscheinen kann. (Nicht in Frage kam, SEIN am Kiosk oder an den Auslagestellen zu verkaufen – der Aufwand hätte die Erlöse sofort wieder aufgefressen.)

Leider fehlte für diese Projekte das Geld an allen Ecken und Enden, da die Anzeigenerlöse auch in guten Jahren nie so hoch waren, dass wir damit große Sprünge hätten machen können. Alle, die an dem Projekt SEIN mitgearbeitet haben, haben es aus der Überzeugung heraus getan, dass die Inhalte der Zeitschrift wirklich wichtig für diese Welt sind, wenn wir als Menschheit eine Zukunft haben wollen.

Denn alle positiven Ansätze zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen auf diesem Planeten scheitern nicht an irgendeiner grundlegenden menschlichen Bösartigkeit, sondern an der Unbewusstheit von uns Menschen. Daran, dass wir von unbewusster Wut gesteuert werden, von unterdrücktem Schmerz und Hass, unerkannter Bedürftigkeit und Unachtsamkeit, die sich aus unserer Unfähigkeit zu fühlen und mitzufühlen speist. Mit anderen Worten: Alle, die wir bei SEIN arbeiten, haben irgendwann einmal erkannt, dass die grundlegende Basis für ein friedliches Miteinander darin liegt, dass wir erst in uns selbst aufräumen, bevor wir uns wirklich effektiv ans Aufräumen im Außen machen können.

Und diesem inneren Putzjob haben wir uns – aus den verschiedensten Gründen – wohl letztlich alle verschrieben – Mitarbeiter, Anzeigenkunden und Leser. Nur: Viel Geld hat mit dem Projekt SEIN nie jemand verdient. Und jetzt scheint das Modell eines Magazins, das sich rein aus den Anzeigen der Anbieter aus dem Bereich „Lebenskunst“ finanziert und für die Leser kostenlos ist, an einen Punkt gekommen zu sein, an dem sich entscheidet, ob dieses Magazin weiter existieren wird. Wir können die laufenden monatlichen Kosten nicht mehr allein durch Anzeigenerlöse stemmen. Ohne sofortige Unterstützung der Leser können wir nicht mehr lange weitermachen. Unser Herausgeber Aman hat sich schon seit einigen Monaten kein Gehalt mehr ausbezahlt, er versucht mit allen Mitteln, die er hat und mobilisieren kann, das Magazin zu stützen. Auch die Kollegen und freien Mitarbeiter strecken ihre Gehälter und Honorare. Darum: Wenn ihr, liebe Leser und Leserinnen, ebenso wie wir einen Wert darin seht, dass SEIN weiterhin existiert, dann bitten wir euch, uns zu unterstützen.

Wie?

Konto 1  –  Unterstützer, Förderer, Mäzen:
Mit einem monatlichen Beitrag zum Beispiel 5,- / 10,- oder mehr Euro, könnt ihr Unterstützer, Förderer oder Mäzen werden.

Auf unserer Internetseite   sein.de/mitglied-werden   findet ihr alle Infos dazu.

Oder nehmt die hier angegebene Kontonummer für die Einrichtung eines entsprechenden Dauerauftrages:

Kontoinhaber: One World Verlag Ltd.

IBAN: DE74 4306 0967 4016 4456 03

BIC: GENODEM1GLS

Bank: GLS Bank eG

Verwendungszweck: „Mitglied-SEIN – Ich bin dabei“

 

Konto 2  –  Spende:
Ihr könnt uns auch einen kleinen oder auch größeren einmaligen Beitrag spenden. Auf unserer Internetseite   sein.de/sein-unterstuetzen   findet ihr alle Infos dazu.

Oder nehmt die hier angegebene Kontonummer für die Überweisung eines einmaligen Beitrages.

Kontoinhaber: One World Verlag Ltd.

IBAN: DE47 4306 0967 4016 4456 04

BIC: GENODEM1GLS

Bank: GLS Bank eG

Verwendungszweck: „SEIN macht Sinn – Spende“

 

Konto 3   –   Tasse Kaffee:
Eine minimale Unterstützung kann zum Beispiel darin liegen, dass jeder Leser zwei Euro (2,- €) pro Monat – den Gegenwert einer Tasse Kaffee – als Beitrag auf unser Konto überweist.

Das wären 24 € pro Jahr. Mit 5.000 Unterstützern dieser Art wäre es zu schaffen, dass SEIN weiterhin monatlich erscheinen könnte – als Online Magazin und als gedruckte Zeitschrift.

Kontoinhaber: One World Verlag Ltd.

IBAN: DE20 4306 0967 4016 4456 05

BIC: GENODEM1GLS

Bank: GLS Bank eG

Verwendungszweck: „SEIN-Tasse Kaffee“

Wir werden weiter alles geben, aber letztlich können wir jetzt nur noch das machen, was am Ende aller Bemühungen und spirituellen Wege steht: loslassen und schauen, ob das Leben das Projekt SEIN weiter trägt. Wir sind gespannt…

Im August und September 2019 (Stand 23.09.2019) sind insgesamt 2.895,37 € als Spende oder Beitrag hereingekommen. Das ergibt 579 Bäume, die wir weltweit bis Ende Oktober pflanzen lassen. Herzlichen Dank!

Author: Oliver Bartsch

Über den Autor

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Innenweltreisender, Redakteur der SEIN.

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