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…vielleicht, dass wir nicht liebenswert, unfähig und schwach sind. Dann sind wir gefangen in einem Muster, das auf einer vergangenen Erfahrung beruht und mit dem Heute nichts mehr zu tun hat. Die gute Nachricht: Aus dem Teufelskreis von sich selbst erfüllenden Glaubenssätzen gibt es einen Weg hinaus.

 

Dass der Weihnachtsmann nicht die Geschenke bringt, haben die meisten ab dem Alter von fünf Jahren durchschaut. Doch vieles darüber hinaus halten wir einfach für wahr und kommen gar nicht auf die Idee, es zu hinterfragen. Zum Beispiel glauben wir, es ist normal, vor Weihnachten Weihnachtsstress zu haben oder dass nur die Ergebnisse im Leben hohen Wert haben, die wir uns hart erarbeitet haben. Wir glauben, dass dauerhafte Erfüllung mit einem Partner die absolute Ausnahme ist oder dass das Begehren des Partners mit den Jahren weniger wird. Bei Vorgesetzten stellen wir in der Regel fest, dass sie inkompetente Despoten sind. Es gibt auch Dinge, die wir über uns selbst glauben und fürchten. Manches davon klingt nicht nett. Vielleicht haben wir irgendwann mal über uns geschlussfolgert, nicht wichtig, machtlos, nicht liebenswert oder nicht gut genug zu sein. Diese Überzeugungen von uns selbst halten wir gut versteckt vor der Außenwelt. Wir versuchen mit unserem Verhalten, diesem Glauben über uns selbst zu entfliehen, indem wir zum Beispiel das Gegenteil davon anstreben. Das ist an sich nicht verkehrt, denn wenn es zum Beispiel darum geht, der Welt und sich selbst zu beweisen, dass man doch gut genug ist, gibt es jede Menge zu tun, in dem man Kompetenzen erwirbt. Wer viel tut, hat in der Regel auch Erfolge vorzuweisen. Dafür gibt es Anerkennung von anderen und viel Abwechslung. Man hat was vor, aber es ist auch anstrengend und – egal, wie viel Anerkennung von außen kommt – derjenige selbst kann sie nicht lange fühlen. Also versuchen wir beim nächsten Mal noch besser zu sein. So sehr wir uns anstrengen, es reicht nie aus. Auch wer von sich glaubt, nicht liebenswert zu sein, ist durch niemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Im Laufe der Jahre manövrieren wir uns so in einen Teufelskreis, der unsere Erfahrung vom Leben mehr und mehr begrenzt. In diesem Kreislauf scheinen wir ständig bestätigt zu bekommen, was wir eigentlich gerade vermeiden wollten. Unsere Wahrnehmungsfilter stellen sich auf eine bestimmte Weise ein.

 

Konditionierung

Es ist ganz ähnlich wie in einer Geschichte von Gary Hamel: Die Versuchsleiter (hinter der Kulisse) bringen vier Affen in einen Raum, der einige Kletterstangen und weiteres Material zum Spielen enthält. Über einer Stange sind oben unter der Decke wunderschöne Bananen zu sehen. Affen lieben Bananen! Dahinter befindet sich für sie unsichtbar ein Duschkopf. Immer wenn sich ein Affe den Bananen nähert, bekommt er eine kalte Dusche. Affen hassen es, mit kaltem Wasser nassgespritzt zu werden! Alle vier versuchen an die köstlichen Bananen zu gelangen und geben schreiend auf, sobald die Kaltwasserspritze losgeht. Sie können es nicht fassen, doch schließlich beschäftigen sie sich mit anderen Dingen im Raum und tun so, als gäbe es keine Bananen.

In der Zwischenzeit wurde der Duschkopf von den Versuchsleitern entfernt, ohne dass es die Affen bemerkten. Außerdem wird ein Affe gegen einen neuen Affen ausgetauscht. Der Neue erblickt natürlich sofort die Bananen und will sie sich holen – doch weit kommt er nicht, denn die anderen reißen ihn sofort wieder herunter, noch bevor die vermeintliche Kaltwasserdusche anspringt. Der Neuling wundert sich, denkt aber: Es wird schon seine Richtigkeit haben, wenn man hier nicht nach den Bananen greift, weil man das hier eben nicht tut. Dann gesellt er sich zu den anderen.

 

Die Macht der Gewohnheit

Nun werden auch die anderen Affen der Reihe nach gegen Freunde von draußen ausgetauscht. Jedes Mal das gleiche Prozedere, und alle lernen ihre Lektion. Am Ende haben wir lauter neue Affen, die Dusche ist lange weg. Die köstlichen Bananen hängen zum Greifen nah, doch niemand schenkt ihnen mehr Beachtung. Alle wussten, obwohl sie es nie erlebt hatten: Nach den Bananen greifen bedeutet Gefahr.

Auch bei uns Menschen verselbständigt sich so mancher Glaube, wenn wir eine schlechte Erfahrung gemacht haben. War er ursprünglich mal eine Schutzreaktion, um mit Enttäuschung oder Schmerz klar zu kommen, ist die Situation dazu doch schon längst vorbei. Der Ursprung ist oft nicht mehr greifbar, aber wir haben es eben schon immer so gemacht und „es“ könnte wieder geschehen. Alle anderen scheinen auch im „Schutzmodus“ unterwegs zu sein. Das ist also normal. Ab und zu, wenn unser Blick rein zufällig auf die „Bananen“ fällt, spüren wir eine tiefe Sehnsucht. Ausgelöst durch eine Musik, einen Film oder das, was uns jemand erzählt, kommen wir kurz mit unseren eigentlichen Wünschen in Kontakt. Und nun ist die spannende Frage: Was ist stärker, unserer Glaube, dass es Gefahr bedeutet und unmöglich ist , oder die Sehnsucht danach, dass es doch möglich sein soll, sie zu erfüllen? Das ist keine banale Entscheidung, denn die Macht der Gewohnheit ist stark. Wir haben uns mit unseren Glaubensmustern im Laufe der Jahre irgendwie auch arrangiert und jede Menge Gründe gesammelt, warum etwas anderes eben nicht geht. Und wir bekamen recht. Trotzdem ist es nicht die ganze Wahrheit – nur eben die von vielen Menschen.

 

Den Bann brechen

Unsere gewohnten Glaubensmuster erschweren es uns oft, die wahren Wünsche und Ziele beim Namen zu nennen. Doch wir sind nicht darauf festgelegt. Wir können uns verändern und entwickeln, wenn wir es wünschen. Wir können unser Denken und Handeln erweitern, wenn wir uns fragen: Wonach sehne ich mich so sehr, dass ich das Risiko „nassgespritzt“ zu werden als nur eine Möglichkeit unter vielen anderen eingehen würde?

Oft haben sich die Umstände, die zu Enttäuschung führten, längst geändert oder wir haben uns verändert, weil wir an einem anderen Punkt in unserer Entwicklung stehen. Durch die abmontierte Dusche hatte sich in der Geschichte mit den Affen ein Umstand verändert. Ab dem Moment hätte jeder Affe das Erwünschte erhalten, ohne negative Nebenwirkungen.

Es hätte sich bloß einer der Affen sagen müssen: „Diese Bananen sind einfach so verlockend, schlimmstenfalls werde ich eben mal kurz nass.“ Hätte es einer gewagt, hätte er den Bann unterbrochen. Nach mehreren erfolgreichen Aktionen wäre ein neuer, konstruktiver Glauben etabliert: „Die Bananen im Korb kann ich mir holen.“ Und irgendwann tut man das einfach und hat vergessen, dass es dabei früher einmal Probleme gegeben hat.

 

Neue Vorstellungen kreieren

Wir können unsere Umstände auch mit verändern und regeln. Es beginnt alles mit der bewussten Vorstellung. Unsere Sehnsucht ist fühlbar. Wenn wir uns wieder erlauben diese zu fühlen, entwickeln sich daraus andere Vorstellungen davon, wie wir es gerne hätten. Diese Vorstellungen entstehen im Jetzt und geben uns eine Richtschnur für unser Denken und Handeln. Die Sehnsucht ist eine wichtige Orientierung, wohin wir unseren Glauben erweitern können. Wenn wir bereit sind, eine neue Vorstellung zuzulassen , und entsprechend einer erweiterten Vorstellung oder Haltung handeln, stellen sich im Laufe der Zeit andere Erfahrungen ein. Das macht uns sicherer, dem Entwicklungsprozess zu vertrauen, und hilft, die ursprüngliche Begrenztheit zu durchbrechen.

Genauso wie es tröstet, das Gewohnte mit den anderen Normalen zu teilen, ist es unterstützend, diesen Erweiterungsprozess zusammen mit anderen zu machen. Die anderen sind dabei Zeugen und verstärken die Nachhaltigkeit der eigenen ungewohnten, neuen, schönen Erfahrung. Das erleichtert es, diese als normal anzunehmen und zu integrieren, sie täglich wieder zu beleben und nicht nur als Ausnahme abzuspeichern.


Abb: © senoldo – Fotolia.com

Workshops:
2 Tage Intensiv Coaching „Selbst & Wandel I“
am 05.05.-06.05.2012

2 Tage Intensivcoaching „Beruf & Berufung“
am 23.02.-24.02.2012

2 Tage Intensivcoaching „Die Kunst, eine Frau zu sein“
am 02.03-03.03.2012

Leitung: Christin Colli und Alexandra Schwarz-Schilling

Weitere Infos unter

Tel.: 030-79 40 33 92 oder dialog@coaching-spirale.com

www.Coaching-spirale.com

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