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Economic Forum of Communities

Ausgangssituation

Im Luftschloss der Weltwirtschaft rieselt so langsam der Putz von der Decke. Da zieht ein unangenehm kühler Wind durch die Finanztempel – die Schuldner von heute waren früher auch schon mal Gläubiger. Es geht sportlich hangabwärts: Die Börsenkurse haben ein Gefälle, das zu einer ordentlichen Runde Abfahrtsski einlädt, und so mancher Anleger besucht lieber schon mal einen Origami-Kurs – damit er wenigstens noch was Schönes falten kann aus seinen Wertpapieren.

Während man nun großteils entweder damit beschäftigt ist, die Krise zu einer Kunjunkturdelle herabzureden oder sich mit Nahkampftrainings auf den apokalyptischen Totalzusammenbruch der Gesellschaft vorzubereiten, fragt sich eine wachsende Anzahl von Menschen, warum wir uns nicht einfach etwas Besseres ausdenken. „Mach et einfach!“, wie der Berliner sagen würde. Denn nur „dagegen“ zu sein, hat noch nie wirklich geholfen, und über ein Problem zu meckern, ist noch lange keine Lösung.

Aber wie? Das Kapitel „Alternative Vorschläge“ fehlt im Handbuch der Volkswirtschaftslehre leider komplett. Und die Politik scheint voll damit ausgelastet zu sein, astronomische Geldsummen in den Ofen der Krise zu schaufeln und damit auch gleich die Hoffnung auf eine sinnvolle Alternative zu verheizen. Von dort scheint nicht viel zu erwarten zu sein. Also: Selber machen. Und vielleicht mal jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt!

Am besten kennen sich mit alternativen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodellen  wohl diejenigen aus, die diese schon seit Jahren erfolgreich leben: die vielen tausend Menschen, die europaweit in Gemeinschaften und Communities leben oder gemeinschaftliche Netzwerke
gebildet haben. Von der breiten Öffentlichkeit oftmals als „Spinner“ und „Utopisten“ belächelt, sind die vermeintlichen „Aussteiger“ oftmals eher „Einsteiger“, die neue Ideen halt einfach mal ausprobieren. Ob der Zug Richtung Zukunft fährt, wird sich zeigen, in jedem Fall haben sich hier hochinteressante Strukturen gebildet. So verfügen diese Netzwerke zum Teil seit Jahren über eigenes Geld und eigene „Krankenkassen“, versorgen sich selbst mit Lebensmitteln, Energie und Wasser und haben sehr unterschiedliche Verfahren zur Entscheidungsfindung und Organisation entwickelt.

Dieses in jahrelangen Experimenten erarbeitete Wissen ist bisher leider noch wenig vernetzt. Zeit, dass alle mal wieder zusammenkommen, sich zuhören und fragen: „Wie macht denn ihr das?“ Das Schöne daran ist, das hier nicht windige Theorien diskutiert werden, sondern in der Praxis bewährtes und jetzt gelebtes Wissen. Mindestens wird sich für alle Beteiligten ein ganzer Horizont an neuen Möglichkeiten auftun, im besten Fall entsteht hier ein stabiles Fundament für einen gesellschaftlichen Wandel, der von der Gesellschaft selbst ausgeht.

 

 

Das „Wirtschaftsforum der Gemeinschaften“

Aus dieser Idee wurde das „Wirtschaftsforum der Gemeinschaften“ geboren. Ein europaweites Treffen der Communities mit Fokus auf die in Gemeinschaften gesammelte Kompetenz zur Eigenversorgung in den Bereichen des täglichen Lebens: Land und Häuser – Lebensmittel – Wasser – Energie – Wärme – Finanzen, Recht und Organisation – Gesundheit – substanzorientierte Existenz- und Alterssicherung.
Teilnehmen werden viele Profis aus verschiedensten Gemeinschaften vom Ökodorf bis zum Kloster, von der Intentional Community bis zur Transition Town. Und noch einmal: Es geht dabei nicht um große Reden oder wirre Visionen, sondern um praktisch gelebtes Wissen. Die gegenwärtigen Probleme verlangen nach einer Lösung, die nicht erst in einer idealen Welt möglich ist, sondern jetzt. Ziel des Forums ist der Austausch von Know-How, die Vernetzung und Unterstützung von Gemeinschaften untereinander und die Schaffung einer stabilen Grundlage für einen gesellschaftlichen Wandel.

Die Veranstaltung gliedert sich in 2 Teile:
1. Schwerpunkttage Mittwoch-Freitag, 6.-8.5. für Gemeinschaftsmitglieder: Gemeinschaften treffen Gemeinschaften. Erfahrene Gemeinschaftsmitglieder tauschen Erfahrung, Wissen und Know-How untereinander aus, fachspezifisch fokussiert.
2. Schwerpunkttage Samstag-Sonntag,  9.-10.5. für Gemeinschaftsinteressierte: Gemeinschaft trifft Gesellschaft Gemeinschaften stellen sich vor, Gründer, Interessierte und Neugierige treffen fachkompetente Menschen aus Gemeinschaften.

Die Veranstaltung findet im Tollense Lebenspark statt, wo eine junge Lebensgemeinschaft in Mecklenburg einen historischen Landschaftspark mit Fachwerkhäusern, alten Alleen und einem langen Ufer zum idyllischen Tollense-See wieder belebt. Das Wirtschaftsforum ist Teil eines Integral Network von Gemeinschaften, gefördert von der Lebenspark Stiftung und der Community Foundation. Es ist zweisprachig (Deutsch, Englisch) in der Form des Open Space. Teilnehmer kommen vor allem aus Europa, es werden aber auch Gemeinschafter und Fachleute von anderen Kontinenten teilnehmen.

Die Verantwortlichen gehen ins Vertrauen und in die Ökonomie des Gebens und Schenkens, sie machen die Veranstaltungszahlen transparent und stellen sie ins Intranet, sodass sie jeder Teilnehmer nachvollziehen kann. Bezahlt werden kann mit Euro, mit allen eurokonvertiblen Regionalwährungen und mit eigener Arbeitsleistung. Auch wer nichts zahlen kann, ist willkommen.

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