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Worte können wie Waffen verwendet werden oder auf heilende Weise. Je nachdem, ob wir uns innerlich im Krieg mit der Welt befinden oder im Frieden, formen wir auch unsere Sprache. Doch die Wirkung des Gesprochenen wird nicht nur vom verbalen Inhalt bestimmt, sondern auch von der Klangqualität, die sich dabei überträgt. Wenn wir lernen, mit unserer Sprache bewusster umzugehen, können wir unsere Erfahrung vom Leben verändern.

Es ist Herbst, und ein strammer Wind wirbelt die fallenden Blätter wie bunte Lichter durch die Straßen. Direkt hinter mir läuft eine kleine Gruppe von Jugendlichen durch den Wald, und sie rufen sich laut zu:
„Boahh, das iss ja krass cool, Alter… äh, keine Ahnung, aber krass heftig … boahh, geil, cool, ejh, Alter…“
Amüsiert schmunzle ich in mich hinein und frage mich doch gleichzeitig:
„Ist das die Sprache der Zukunft?“

Am Anfang war das Wort – Magie und Schöpfung zugleich. Die positive oder negative Schwingung eines Wortes ist fühlbar und hörbar. Ist die Sprache eines Menschen nicht gleichzeitig ein Ausdruck seiner Einstellung zum Leben? Kann es sein, dass wir uns selber schaden, wenn wir uns flüchten in unbestimmte Pronomina (man) und Konjunktive (müsste… hätte… könnte…) oder in unnütze Füllwörter wie eigentlich, sozusagen, irgendwie? Wann hat der inflationäre Gebrauch der „nichtssagenden Sprache“ seinen Zenit überschritten?

Die Sprache mit ihrer Magie

ist Jahrtausende alt, doch der Inhalt der Sprache hat sich sehr verändert. Während Goethe noch die Kunst der sprachlichen Schöpfung sehr geschickt anzuwenden verstand und die Durchschnittsbevölkerung zu seiner Zeit über einen umgangssprachlichen Wortschatz von rund 4000 Wörtern verfügte, so liegt dieser beim heutigen Durchschnittsbürger nur noch bei rund 1000 Wörtern. Laut den Erhebungen der Pisa-Studien der vergangenen vier Jahre benutzt der Durchschnitts-Abiturient von heute in seiner Alltagssprache nur noch ein Vokabular von gerade mal 100 Wörtern. Doch sind diese einhundert Wörter ausreichend, um die tägliche Fülle von Empfindungen, Wahrnehmungen und Bedürfnissen differenziert zu artikulieren?

Die formende Kraft der Sprache

Der japanische Naturheilwissenschaftler Masaru Emoto und der deutsche Klangforscher Alexander Lauterwasser haben mit ihren wissenschaftlichen Nachweisen von der formenden Kraft der Worte und Klänge wertvolle Beiträge für ein tieferes Verständnis der Wirkungsweise von Wörtern und Klängen geleistet. Masaru Emoto zeigte uns die signifikanten Unterschiede in der Auswirkung von gedachten, geschriebenen und gesprochenen Wörtern in der Struktur des gefrorenen Wassers. Je nachdem, mit welchen Worten das Wasser besprochen oder besungen wurde, zeigten sich entweder harmonische oder chaotische Strukturen in den Wasserkristallen. Da unser Körper zu circa 90% aus Flüssigkeit besteht, schwingt sich jedes Wort, welches in liebevoller Absicht gesprochen wird, ebenso in unsere Körperzellen hinein wie all jene Worte, deren Botschaften uns eher schwächen. Was für ein Potential und was für eine Verantwortung, die jeder einzelne Mensch dadurch trägt!

Alexander Lauterwasser untersucht die Schwingungsphänomene, die auf Wasseroberflächen entstehen, wenn diese mit Klängen und einzelnen Frequenzen beschallt werden. Dabei bildet der Klang erstaunlich komplexe, perfekt geometrische Strukturen in den Wasserschalen, die in Art und Proportionalität den geometrischen Mustern im Pflanzen-, Tier- und Mineralreich entsprechen. Besonders in den Filmaufnahmen von Lauterwasser wird deutlich, dass Klang die Materie formt. Da bilden sich Strukturen von Blütenblättern und Schildkrötenpanzern ebenso ab wie die Form von Wirbelsäulen und Galaxien. Da dürfen wir uns doch fragen, wie wir zu einem verantwortlichen Sprachgebrauch finden, wenn wir mit Gewissheit wissen, dass jedes gesprochene Wort auf die Struktur der Zellflüssigkeit direkten Einfluss hat! Oh, da ist sie wieder, diese Eigenverantwortung, die mich einlädt, die Energie meiner Sprache zu fühlen und bewusst zu wählen, welche Schwingungen ich in die Welt sende.

Krieg und Frieden in der Sprache

Miroslav_Wasser2.jpgDoch noch immer werden täglich viele Sätze gesprochen, die auf verschiedene Weise verletzend wirken.
Da gibt es die Selbstverurteilung und die Lüge, die Befehlsform und das Opferverhalten. Besonders extrem ist auch die stark verbreitete Illusion der Alternativlosigkeit, die sich sprachlich in Formulierungen des Zwangs äußert.
Ich muss, du musst, wir müssen …wer will das noch??! Haben wir nicht lange genug gemusst und sind wir nicht oft genug gegen uns selbst und andere in den Krieg gezogen mit unseren Wörtern, haben manipuliert, unterdrückt, gedrängt und betrogen? Die sprachliche Gewalt fängt an, wann immer wir ein Konzept vom Leben höher bewerten als das Leben selbst. Sätze wie: „Du bist doch unfähig“, „Ich bin nicht gut genug“, „Das schaffen wir nie“ sind bekannte Beispiele der (Selbst-)verleugnung unserer schöpferischen Kraft. Um solche Gedankenmuster, die im Gegensatz zur Wahrheit des Lebens stehen, aufrecht zu erhalten, braucht es enorme Energiemengen, die wir viel effektiver beim kreativen Umgang mit der Wirklichkeit einsetzen können.

Sprachheilung beginnt an dem Ort in uns, wo wir mit uns selbst sprechen. Denn die Wahl der Sprache, die wir im Dialog mit uns selbst nutzen, bestimmt auch die Art und Weise, wie wir mit anderen sprechen. Bin ich im Konflikt mit mir selbst, spiegelt das meine Sprache wider und führt dadurch leichter zu Konflikten mit anderen.
Bin ich im Frieden mit mir selbst, strahlt dieser Frieden auch durch meine Worte und den Klang meiner Stimme in die Welt. Im Umgang mit uns selbst können wir bei aller Achtsamkeit genauestens wahrnehmen, welche Wirkung ein Satz, eine bestimmte Formulierung auf uns hat. Das einfachste Unterscheidungs-Kriterium dafür ist das eigene Wohlbefinden bei dem, was gesagt wird. Hebt es meine Energie an? Ja oder nein?!

Hier einige Beispiele für Wörter und Sätze, die, wie ein Mantra gesprochen, gedacht oder gesungen, eine stark wohltuende Wirkung haben: „Danke für diese Erfahrung.“, „Ja, ich lebe gern!“ „Ich verzeihe dir.“, „Ich bin im Frieden mit mir selbst.“, „Das Leben liebt mich.“, „Ich bin jetzt ganz hier.“, „Ich empfange die Wunder meines Lebens.“ Es lohnt sich, mit eigenen Sätzen zu experimentieren, sei es beim Auto- oder Bahnfahren, auf dem Fahrrad, beim Joggen oder vor dem Einschlafen.

Die geheilte Sprache ist heilsam, weil sie lebensbejahend ist und ein kooperatives Miteinander fördert. Schon wenige Sätze, in voller Präsenz und Achtsamkeit gesprochen, können dazu beitragen, die Lebensfreude und Selbstachtung in einem Menschen nachhaltig zu aktivieren. Die Lebenskraft wird gestärkt und das Energiefeld dehnt sich aus. Der innere Frieden wächst in dem Maße, wie wir im Denken und Sprechen die Gleichwertigkeit jedweden Seins anerkennen. Durch die dann wieder fühlbare Verbindung zum Leben verändert sich die Sprache mehr und mehr in ein Ausdrucksorgan der Liebe, die in uns allen schwingt. So genutzt kann die Sprache wieder in ihrer magischen Kraft erblühen und zu einem schöpferischen Werkzeug werden, das dem Leben dient und unser ganzes Potential als Mensch und Seele verwirklichen hilft.

Engelsbild: Foto ©gabisch/www.pixelio.de, Bearbeitung M.Großer
Wasserklangbilder: Alexander Lauterwasser

Über den Autor

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ist Klang-Yoga-Lehrer, Stimm-Coach und Oberton-Sänger. Er bietet Einzel- Coaching und Seminare für Klang-Yoga, Obertongesang und ganzheitliche Stimmbildung an. Über seine website sind mehrere CDs mit Obertongesang von ihm erhältlich, unter anderem „Klänge des Lichts“, „Spirit of Nada“ und „Empty Mint“.

Mehr Infos

Tel.: 030- 69503041

Eine Antwort

  1. Merry

    Ein höchst interessanter Artikel, der sich selbst erklärt und sogleich einleuchtet. Sprache ist Medizin, genauso wie Nahrung Medizin ist, und überhaupt, alles, was auf einen Menschen einwirkt, kann für ihn Medizin oder Gift sein, auch über seine Selbstwahrnehmung, über seine Sinne und über seine Logik. Höchst interessanter Artikel.
    Danke für diese Erfahrung! Danke, danke, danke!

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