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Ist nicht das ganze Wünschen vielleicht ein Durchgangsstadium, damit wir sehen, dass wir letztlich auch damit nicht wirklich glücklich werden? Bärbel Mohr meint nein und antwortet mit Mark Twain: „Trenne dich nie von deinen Träumen (=Wünschen). Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“ Ein Interview mit der Wunsch-Pionierin von Jörg Engelsing.

 

SEIN: Wenn bei manchen Menschen das Wünschen trotz genauer Befolgung der Anweisungen nicht klappt: Kann es daran liegen, dass sich in ihnen – unter anderem selbstdestruktive – Muster befinden, die die Erfüllung der Wünsche behindern? Und wenn ja: Wie kann man sie identifizieren und auflösen?
Mohr: Seit zirka drei Jahren arbeiten mein Mann und ich in solchen Fällen mit der Technik des Hoppens. Beim Hoppen geht es darum, dass man das Außen im Innen heilt. Ich frage mich hierbei, womit ich mir diese Situation erschaffen habe (auch beispielsweise die Verhinderung meiner Wünsche) und das, was immer ich finde, nehme ich ins Herz und ich liebe mich selbst mit allem, was ich da finde. (Genauere Infos und Anleitung auf www.cosmic-ordering.de und im Artikel über Ho’oponopono (=”Hoppen”) hier im Heft!)

Dieses kleine Heilritual versöhnt mich mit meinen eigenen Schöpfungen. Und es führt dazu, dass die in mir vermehrt fließende Liebe auch im Außen beginnt, neue Form anzunehmen und mein Leben zu verändern. Ich weiß nicht wie, aber ich weiß, dass dieses Mehr an Liebe Veränderungen hervorruft, die ebenfalls mehr Liebe in sich tragen. Und von diesen kann ich mich positiv überraschen lassen.

SEIN: Ein erfüllter Wunsch ist wunderbar. Aber behindern wir uns letztlich mit Wünschen ans Universum nicht selbst? Ist es nicht eher das Ziel, sich dem Leben wunschlos hingeben zu können, wie das beispielsweise auch die Bhagavad Gita und alle Weisen dieser Welt fordern? Ist nicht auch das Leben gigantisch viel größer, intelligenter und weiser als jeder Wunsch unseres Ichs und weiß viel besser als wir, was wir wirklich brauchen – auch wenn wir das oft anders sehen?
Mohr: Wir müssen das Leben nehmen, wie es ist, aber nicht so lassen, wie es ist. Vieles im Leben ist paradox, und mit dem Wünschen ist es genauso: Je glücklicher jemand sein kann mit dem, was ist, desto schneller erfüllen sich auftauchende Wünsche. Warum? Nehmen wir nur ein Beispiel der aktuellen Gehirnforschung: Der über die Spiegelneuronen laufende Teil der Intuition setzt völlig aus, wenn man unglücklich, gestresst, ärgerlich oder ängstlich ist. Der Glückliche hingegen hat eine perfekte innere Navigation. Der Volksmund wusste das auch schon, indem er formulierte: Der Herr gibt es den Seinen. Der Herr erfüllt die Wünsche all derer, die sich an seiner Schöpfung freuen – egal, was kommt.
Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel aus dem Alltag: Jemand läuft meist mit ausdruckslosem Gesicht herum (wenn nicht gar mit hängenden Mundwinkeln) und sieht in jedem Menschen als erstes dessen Fehler und Schwächen. Und er wünscht sich fröhliche Menschen um sich herum und echte Freunde. Da kann er lange wünschen – für diese Prognose braucht man keinen Erleuchteten.

Nehmen wir an, derjenige studiert die indischen Weisen und legt sich eine Haltung größerer Gelassenheit zu. Er kann anderen ihre Schwächen lassen und lernt trotzdem die Schönheit in diesen Menschen zu sehen. Auf einmal wächst ein kleiner Samen von innerem Lächeln in ihm und beginnt sich auf seinen Zügen und in seinem Umgang mit anderen Menschen widerzuspiegeln. Egal, ob er den Wunsch von damals überhaupt noch in Erinnerung hat, aber mit so einer versöhnlich-liebevollen Haltung anderen Menschen gegenüber werden sich automatisch fröhliche Menschen mit ihm wohlfühlen und viele Menschen werden den Wunsch verspüren, mit ihm befreundet zu sein.
Das Leben als Ganzes reagiert in dieser Hinsicht sehr menschlich. Wenn man es liebt, wie es ist, wird es zum Freund. Wenn man an ihm herumnörgelt, wird es zum Gegner. Insofern haben alle die Weisen sehr Recht: Das Leben zu lieben, wie es ist, ist in jeder Hinsicht das Klügste, was man tun kann.

SEIN:
Wenn ich aber wünsche: Kann es nicht sein, dass ich mit meinen Ich-Wünschen den größeren, umfassenderen göttlichen Willen blockiere?
Mohr: Es gibt Menschen in der Eso-Szene, die Wünsche als geradezu etwas Unanständiges ansehen. Sie sind ganz darauf fixiert, dem „göttlichen Willen“ zu überlassen, was kommt, um sich diesem dann hinzugeben.
Sie vergessen dabei – aus meiner Sicht – dass sie selbst ja auch Teil dieser göttlichen Schöpfung sind. Und wenn sie den Impuls „Ich will nix“ in die Welt rausgeben, kommt – nix. Viele dieser Menschen scheinen chronisch finanzielle Schwierigkeiten zu haben und nichts bleibt ihnen. Warum: Sie sind zu unverbindlich dem Leben und anderen Menschen gegenüber. Sie wollen sich auf nichts festlegen, um den vermeintlichen Willen Gottes nicht zu verpassen.

Das Problem dabei: Die meisten Menschen gehen ungern eine Liebesbeziehung ein mit jemandem, der sehr unverbindlich ist und sich nicht für mehr als diese Stunde festlegen will. Mit so jemandem will kaum einer leben. Und so werden diese Menschen verlassen. Aber nicht nur vom potentiellen Partner, sondern auch von allem anderen, was konkret ist, denn sie haben sich ja für das Unkonkrete entschieden. Das ist auch ein Wunsch und es ist eine Entscheidung. Aus meiner Sicht können wir gar nicht nicht wünschen. Mit nix was am Hut haben zu wollen ist auch ein Wunsch, und er manifestiert sich.

Aber na klar: Wenn ich ein Konsum-Junkie bin und einen Angst- und Statuswunsch nach dem anderen rausjage, dann bin ich natürlich weitestmöglich entfernt von meinem höchsten Potential.
Ich sehe auch das Ich des Menschen als göttlich an. Aber es hat zwei Seiten: Ein höchstes Potential und ein niedrigstes und tausend Möglichkeiten dazwischen. Wer im Zustand der Liebe und Versöhnung wünscht, der drückt aus meiner Sicht damit ganz genau den göttlichen Willen aus. Dazu gehört auch, das Leben zu genießen und es in all seiner Schönheit zu feiern. Aus echter Freude und Dankbarkeit heraus.

Wer im Zustand von Mangel, Ärger und Frust wünscht mit einem Gefühl von: „Jetzt will ich auch mal, ich will mithalten können, ich will es allen zeigen, ich bin beleidigt, ich arme Sau etc.“, der erntet leider auch nur die Energie, die er aussendet.
Der Spruch: „Wir ernten, was wir säen“ gilt auch oder vor allem energetisch. Wir ernten im Außen das, was wir innerlich säen.
Der göttliche Wille ist u.a. dieses Gesetz. Wir wählen in jedem Moment neu, ob wir uns dabei an unserem höchsten oder niedrigsten Potenzial orientieren.

SEIN: Thema Hingabe und Loslassen: Auch bei dir steht, dass ein Teil der effektiven Wunscherfüllung darin besteht, den Wunsch loszulassen. Ist das nicht auch nur ein cleverer Trick des Egos, eine Methode, um den Wunsch letztlich doch erfüllt zu bekommen – was ja dann kein wirkliches Loslassen ist?

Mohr: Loslassen heißt: Mein Glück nicht abhängig zu machen von der Erfüllung des Wunsches. Wenn ich im Modus bin von: „Nur wenn dieser Wunsch jetzt umgehend erfüllt wird, werde ich glücklich sein, also, Universum, mach mal…“ dann habe ich verloren. In diesem Gefühl ist meine Intuition, meine innere Führung bei Null.
Sieh es so: Der Verstand ist der Kapitän, der entscheidet, wo es hingehen soll. Das Gefühl hingegen ist der Motor und der Treibstoff. Ohne Treibstoff komme ich nirgendwohin, und wenn ich den Rückwärtsgang (Angst, Sorge etc.) drin habe, muss ich einmal um die Welt, bis ich von hinten am Ziel ankomme… Loslassen muss man daher vor allem das Gefühl des panischen Klammerns an eine Vorstellung.

SEIN: Ist Wunscherfüllung nicht letztlich eine Ablenkung vom Weg zu unserer Wahrheit – ähnlich wie viele spirituelle Traditionen Hellsehen und andere yogische Kräfte als Fallen auf dem Weg ansehen, weil sie letztlich das Ego stärken und aufblähen, anstatt uns zu helfen, unser Ich zu transzendieren?
Mohr: Mal ganz ketzerisch gefragt: Für was will ich denn mein Ich transzendieren? Davon habe ich doch genug, wenn ich die körperlich-irdische Ebene wieder verlasse. Ist es nicht eine Art von unfreundlicher Kritik an der Schöpfung, wenn ich es als meine größte Aufgabe ansehe, sie abzuschütteln wie lästiges Ungeziefer?
Stell dir doch einfach mal vor, DU wärst Gott. Und jetzt kommen zwei frisch Verstorbene zu dir. Der eine jubelt und sagt: „Mei, war das Leben schön. Ich hatte viel Arbeit, aber ich habe alles mit dankbarem Herzen gemacht, ich habe gesungen und gelacht und mein Herz war voller Liebe für all die Schönheit und die Liebe zu meiner Familie. Wunderbar, wann darf ich wieder auf die Erde?“ (seltene innere Haltung hier in Deutschland, einige meiner Au-pairs hatten sie.)
Und der andere sagt: „Ach Gott, ich habe alles versucht, mein unwürdiges Ich zu transzendieren und das niedere Sein abzuschütteln. Es ist mir nicht gelungen. Wie oft muss ich noch zur Erde…?“
Wer wäre dir lieber, wenn du Gott wärst? Bei wem hättest du das Gefühl, dass er mehr Wertschätzung für deine Schöpfung gezeigt hat?

SEIN: Mit unseren Wünschen wollen wir unser Leben, unsere Welt verändern. Meistens wünschen wir uns materielle Dinge: eine neue Beziehung, einen besseren Job, ein schönes Haus, ein neues Auto. Die Crux daran ist, dass wir uns damit in einen Teufelskreis begeben. Ein Wunsch zieht den anderen nach sich, das Spiel ist endlos.
Mohr: Du hast Recht, man kann aus dieser Motivation heraus wünschen. Das ist eine sehr kraftlose Art zu wünschen. Man kann aber auch aus Freude am Sein und am Selbstausdruck wünschen. Das ist dann eine kraftvolle Art des Wünschens. Schon ein Baby ist begeistert, wenn es groß genug ist, seinen ersten Bauklotzturm selbst zu bauen. Der Wunsch, schöpferisch tätig zu sein, ist in jedem Menschen natürlich angelegt. Schöpfen macht Freude. Es ist eine beglückende Erfahrung, Wirkungen in der materiellen Welt zu erschaffen.
Und: Man kann auch „die Realität, die Erfahrung des Lebens“ vermeiden, indem man sich vor lauter Hingabe jeder Verantwortung entzieht. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler, aber das ist vielleicht der größte Fehler von allen. Lass mich wieder konkreter werden, denn leider denken ganz viele spirituelle Menschen ähnlich. Das sind häufig Menschen mit einem offenen Herzen, Menschen, die das Leben schützen auf allen Ebenen, Menschen, die ein gesundes Verhältnis zur Natur und allen Wesen haben. Und manche von ihnen denken: „Nicht wünschen ist gut. Nur keine Anhaftungen, ich überlasse alles dem göttlichen Willen.“

Hah, aber wem überlassen sie denn beispielsweise Erziehungswesen, Politik und Wirtschaft wirklich? Würden nicht genau da die „Hüter des Lebens“ hingehören anstatt so viele aus blinder Gier zerstörende Menschen?
Ich nenne diese Art Hingabe an die Welt nicht göttlichen Willen, sondern Unterlassungssünde!
Oder mal anders herum gefragt: Wer lebt mehr vom göttlichen Willen: Einer, der in der Höhle sitzt und meditierend sein Ich transzendiert, oder einer, der in Wirtschaftsvorständen sitzt und sich von seiner inneren Führung zu einer Lösung leiten lässt, wie er dort die Gier und Angst transzendieren kann, so dass mehr Einheitsbewusstsein und Schutz von Mensch und Natur sich in Politik und Wirtschaft ausdrücken können?

Nur wer nichts tut, macht dabei keine Fehler. Außer eben dem einen großen, sich am realen Leben nicht zu beteiligen. Am Ende des Lebens kann man sich dann sagen: „Ja gut, die Welt zerstört sich grad selbst. Nein, ich habe nichts dazu beigetragen, dies zu ändern. Ich habe geübt, wunschlos glücklich zu sein…“
Vielleicht liegt es an mir, dass ich da etwas nicht begreife, das kann auch sein. Aber ich habe noch viele Wünsche an die Welt. Einige davon kann man in „Große Krise – große Chance: Neue Lösungen für eine neue Welt“ nachlesen, das im Oktober 2009 erschienen ist.

Ein Wunsch jedenfalls wäre der, dass sich mehr Menschen mit Herz in Politik und Wirtschaft trauen und diesen beiden Disziplinen mit vielen guten Wünschen und innerlich geführten Taten zu einem neuen Gesicht verhelfen.
Aber keine Sorge, ich provoziere gerade auch ein bisschen. Denn wer an der Entwicklung seiner Persönlichkeit arbeitet, um innere Qualitäten zu entwickeln und persönliche Kraft, Stabilität, Selbstliebe, der trägt auch etwas zu einer besseren Welt bei. Denn er gibt ja zu jeder Sekunde diese gereinigte Energie mit ins Gesamtbewusstseinsfeld ein.

Mein Fazit: Man kann gar nichts falsch machen. Alles ist gut. Und ob man wünschen will oder nicht, bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Auf keinen Fall braucht man sich Sorgen zu machen, dass die Welt an zu vielen oberflächlichen Wünschen zu Grunde geht. Denn dauerhaft erfolgreich kann man beim Wünschen nur sein, wenn man in Kontakt zur Quelle in sich tritt. Und aus dieser tritt auf die Dauer automatisch eine andere Art von Wünschen hervor: Frieden, Fülle, Glück für alle, Schutz für die Natur und alle Wesen. Ich finde, von dieser Art Wünschen können wir gar nicht genug auf der Welt haben.

 


Abb.: © Israfil Sen – Fotolia.com
Abb2.: © Jürgen Acker – Fotolia.com

Ausbildung/Jahrestraining: www. cosmic-ordering.de/ausbildung.html

Tagesseminar: So, 17. Januar 2010:
„Bestellungen beim Universum aus dem Herzen.“
Zeit: 10-16 Uhr
Ort: Zeit und Raum, 2. Hof
Grunewaldstr. 18, 10823 Berlin
Frühbucher bis Mitte Dez. 2009: 100 €, danach 120 €

Anmeldung und Vorverkauf bei Gutes Gelingen
Tel.: 030-36 28 44 92
www.gutes-gelingen.de
VVK auch in der Zenit Buchhandlung, Pariser Str. 7, 10719 Berlin

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelle Bücher:
Lieferungen vom Universum – Wie Wünsche wahr wurden, Omega-Verlag

Mit Manfred Mohr: Cosmic Ordering – Die neue Dimension der Realitätsgestaltung aus dem alten hawaiianischen Ho’oponopono, Koha-Verlag

Ab Februar 2010 bei Ullstein-Allegria – Die goldenen Regeln: Wie Ihre Bestellungen beim Universum sicher ankommen

Über den Autor

Avatar of Bärbel Mohr

Geboren 1964, gestorben 29.10.2010 war freiberufliche Fotografin,Fotoredakteurin, Zeitschriften-Layouterin, Journalistin, Autorin und Seminar-Leiterin. Sie schreibt und produziert seit 1995 ihre eigene Zeitschrift „Sonnenwind“, aus der heraus sich alle Bücher entwickelt haben. 1998 erschien „Bestellungen beim Universum“ (seit Anfang `99 auf Platz 1 der esotera-Bestsellerliste), bisher über 220.000 Stück verkauft. 1999 erschien „Der kosmische Bestellservice“ 2000 erschien „Universum & Co.“ Im Frühjahr 2001 erscheinen das Buch „Nutze die täglichen Wunder – was das Unbewusste alles mehr weiß und kann, als der Verstand“ beim KOHA-Verlag und das Video „Herzenswünsche selbst erfüllen“, im TRAUMVOGEL-Verlag Berlin.

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