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Lachyoga gilt immer noch als Exot unter den Yoga-Stilen. Doch es hilft vielen Menschen, nicht nur körperlich fit, sondern auch seelisch gesund zu bleiben. Diese ungewöhnliche Kombination aus Atemübungen, Klatschübungen, Lachübungen und Entspannungstechniken kann lebensverändernd wirken.

Von Angela Mecking

Lachen ist gesund, so sagt schon der Volksmund. Das bestätigt auch die Wissenschaft anhand zahlreicher Studien. Beim Lachen werden Glückshormone freigesetzt und Stresshormone reduziert, das Herz-Kreislauf-System wird angeregt, der Blutdruck langfristig stabilisiert. Lachen stärkt das Immunsystem, beugt Krankheiten vor und kann Heilungsprozesse unterstützen. Es sorgt für Entspannung und Wohlbefinden und führt dazu, dass Menschen gelassener mit Stress und Alltagsproblemen umgehen.

Wie funktioniert Lachyoga?

Um von den positiven Effekten des Lachens zu profitieren, reicht es jedoch nicht aus, hier und da mal über einen Witz zu lachen – zumal es nicht immer im Leben etwas zu lachen gibt. Welche Möglichkeiten gibt es also, regelmäßig, selbstbestimmt und für längere Zeit ins Lachen zu kommen? Diese Frage stellte sich der aus Mumbai, Indien, stammende Arzt Dr. Madan Kataria und entwickelte daraufhin gemeinsam mit seiner Frau Madhuri, einer Yogalehrerin, Übungen, bei denen Menschen ohne Grund ins Lachen kommen können. So entstand im Jahr 1995 die Methode Lachyoga – auf Sanskrit „Hasya Yoga“. Dr. Kataria hat dabei erkannt, wie wichtig der Aspekt des Atems beim Lachen ist. Das Zwerchfell wird aktiviert, der aktive Fokus liegt automatisch auf dem Ausatmen, durch nachfolgendes tiefes Einatmen gelangt viel Sauerstoff in den Körper und das Gehirn. Eine Klatschübung mit dem Ausruf „Hoho-Hahaha“ ist ein wichtiges Element, das ähnlich wirkt wie die Stoßatmung im Yoga (Kapalabhati). Hauptbestandteil des Lachyoga sind zudem Lachübungen, bei denen die Gruppe anhand von gemeinsamen pantomimischen Handlungen ins Lachen kommt. Dabei kann man sich zum Beispiel gegenseitig lachend mit „Namasté“ begrüßen, lachend Probleme wegwerfen, sich selbst und andere loben, durch die „Lachbrille“ schauen oder sich mit einem „Löwenlachen“ begegnen.

Was hat Lachyoga mit Yoga zu tun?

Yoga ist ein ganzheitlicher Weg der Bewusstseinserweiterung, der bekanntermaßen weit über die reinen Asanas (Yoga- Positionen) hinausgeht. Das Ziel ist die Verbindung (= „Yuj“) von körperlichen, emotionalen, seelischen und mentalen Aspekten. Auch das Lachyoga vereint körperliche Aktivität (dynamische Übungen), mentale Stärkung (positive Affirmationen, sich loben und motivieren) und Atem- und Entspannungstechniken (Pranayama, Yoga Nidra). Die Besonderheit im Lachyoga besteht darin, dass die Teilnehmer/innen in der Gruppe miteinander interagieren und stets in direkter Verbindung stehen. Das stärkt den Zusammenhalt und führt zu einem Gemeinschaftsgefühl, das sich oft über die Übungseinheiten hinaus entwickelt. Das zeigt sich auch dadurch, dass Menschen, die regelmäßig teilnehmen, mit der Zeit selbstbewusster und offener werden.

Lachyoga: Kann das jeder?

Die einzige Voraussetzung beim Lachyoga ist die grundsätzliche Bereitschaft, es auszuprobieren und sich selbst das Lachen zu erlauben. Ansonsten braucht es weder Matten noch Geräte und kann auch gut draußen praktiziert werden. Es ist unabhängig vom Fitnesslevel der Teilnehmer/ innen und funktioniert sowohl mit Kindern als auch mit Senioren oder körperlich eingeschränkten Menschen. Dank der aktivierenden, motivierenden und teamstärkenden Wirkung wird es in Firmen, Organisationen, in Kliniken und auf Kongressen eingesetzt.

Lachyoga mag am Anfang seltsam erscheinen – manche Teilnehmer kostet es zunächst Überwindung, sich lachend der Gruppe zu zeigen. Doch keiner wird hier zum Lachen gezwungen, sondern nur angeregt, es mit einem „so tun als ob“ zu initiieren. Dank Ansteckungseffekt in der Gruppe und gegenseitigem Augenkontakt geschieht es dann meist wie von selbst – der innere Kritiker zieht sich zurück, Berührungsängste werden überwunden. Oft reicht schon eine Session, um die Teilnehmer aus der (Selbst-) Bewertung heraus in eine kindliche Verspieltheit, Leichtigkeit und gute Stimmung zu bringen. Langfristig wirkt sich dies in Form einer positiven, bewussten und selbstbestimmten Lebenshaltung aus. Dr. Madan Kataria umschreibt diesen Prozess passend mit drei Worten, die auch die Philosophie und Ziele des Lachyoga beschreiben: Glück, Gesundheit und Weltfrieden.

Termine & Workshops in Berlin:

Di 19.30 Uhr & Do 19 Uhr im Kreativhaus, So 12 Uhr auf
dem Tempelhofer Feld.

Ausbildungen:
16.-21.6. in Frankfurt/Main (Level 1 und 2),
11.-13.8. in Krefeld (Level 1),
25.-29.10. bei Köln (Level 2),
9.-11.3.2018 in Berlin (Level 1).

Erste internationale Lachyoga-Konferenz:
23.-25.6.2017 in Frankfurt/Main

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