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Bank des Südens: Südamerikanische Staaten einigen sich

Unter dem Deckmantel der Hilfe hat sich das Bretton-Woods-Regime mit dem IWF und der Weltbank in den letzten Jahrzehnten zu einem Instrument transnationaler Unternehmen entwickelt. Beide Institutionen sind massiv an der Deregulierung der Märkte in den letzten zwei Jahrzehnten beteiligt und für die bestehenden sozialen Probleme in den Entwicklungsländern mitverantwortlich.

Seit Venezuela 2007 aus beiden Institutionen ausgetreten ist und Ecuador einen Vertreter der Weltbank wegen Erpressungsversuchen aus dem Land warf, arbeiten die Lateinamerikanischen Staaten an einer eigenen Lösung für die Entwicklungspolitik. 2008 wurde die „Bank des Südens“ gegründet, die wegen Meinungsverschiedenheiten der Gründer-Länder aber ihre Arbeit bisher nicht aufnehmen konnte. Jetzt haben sich die Staatschefs von Argentinien, Brasilien, Venezuela, Uruguay, Ecuador, Paraguay und Bolivien über die Kostenbeteiligung und das Stimmrecht geeinigt.

Die Bank des Südens hat explizit zum Ziel, den Einfluss des Internationalem Währungsfonds und der Weltbank und damit der USA und anderer führender Industriestaaten in der Region zu mindern. Die Staaten planen in der Weltfinanzkrise enger zusammenzuarbeiten und sich von den westlichen Staaten unabhängiger zu machen – eine Taktik, die sich als sehr fruchtbar erweisen könnte, da die einzelnen Länder über sehr unterschiedliche Ressourcen verfügen: Argentinien hat z.B. eine ausgedehnte Nahrungsmittelindustrie, Venezuela hingegen weitreichende Erdöl- und Erdgas-Ressourcen.

Während die westlichen Staaten also ihr Geld in Form von Rettungspakten verbrennen, scheinen die Südamerikanischen Staaten auf einem weitaus erfolgversprechenderen Weg zu sein: Kooperation. Es wird sicherlich spannend zu beobachten, in welche Richtung die Reise für Südamerika geht.

 

Bild: Presidencia de la N. Argentina / Wikimedia

Text: Telepolis, Focus, tagesschau.de

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