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Warum das schamanische Wissen indigener Kulturen in der heutigen Zeit so wichtig ist.

Es gibt nur noch sehr wenige wirklich authentisch lebende indigene Kulturen, die eine schamanische Tradition besitzen und diese auch über die Jahrtausende bewahren konnten. Die wenigen, die heute noch unbeeinflusst von Staat und Religion ihren magischen Künsten nachgehen können, schirmen sich entweder völlig ab oder erkennen die Zeichen der Zeit und gehen in die Öffentlichkeit, da es die einzige Möglichkeit ist, das schamanische Wissen für nachfolgende Generationen zu bewahren. Überall auf der Welt sind diese Völker bedroht. Es werden immer weniger. Oft wird die Lebensgrundlage indigener Völker für das westliche hochtechnisierte Wohlstandsleben zerstört, weil diese Völker genau in der Region leben, in der die benötigten Rohstoffe gewonnen werden. Egal, wo wir hinschauen: Überall können wir sehen, wie die großen Konzerne das indigene Leben mit Plastik, sogenannten Genussprodukten und dem Versprechen von Bildung und einem besseren Leben erobern. Langsam, ganz langsam schleichen sich diese Einflüsse in das Leben der indigenen Kulturen und zerstören somit auch die Grundlage ihrer eigenen unabhängigen Existenz. Für die betroffenen Kulturen ist es eine neuartige Situation und eine Herausforderung, einerseits mit der Zeit zu gehen und andererseits das eigene naturverbundene Leben zu erhalten und die eigenen Nachkommen für das Weiterführen der eigenen Tradition zu begeistern.

 

Schamanen. Zauberer und Heiler – Führer durch die Zeiten

Diejenigen die diese Kulturen und Traditionen durch die Zeiten führen, sind die Schamanen, die Zauberer und Heiler, die das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur spielerisch, rituell und ganz natürlich zu erhalten wissen. Ihr Wissen um Heilung, Transformation und Wandel ist zeitlos und ewig gültig.

Meine Erfahrungen mit Schamaninnen und Schamanen aus authentischen Traditionen zeigen, dass sie sehr aufgeschlossen sind und ihr Wissen gerne teilen, wenn die Bereitschaft da ist, sich ganz und gar hinzugeben und tief in das Erleben ihrer Weltanschauung einzutauchen. Was sich dann offenbart, sind nicht nur die lebendigen Schöpfungsgeschichten ihrer schamanischen Traditionen und Begegnungen mit natürlichen nichtmateriellen Wesen anderer Sphären, sondern auch tiefe Einblicke in die Zusammenhänge des Kosmos. Die Zeremonien und Rituale der Schamanen sind Initiationen in die Vielfältigkeit, Schönheit und Vollkommenheit des Lebens und der Schöpfung. Sie führen zu den eigenen spirituellen Wurzeln, zur eigenen Lebensbestimmung und zu einer Selbstverantwortung gegenüber allem Leben.

In Nepal wird seit Jahrtausenden ein altes schamanisches Wissen bewahrt, das bis heute lebendig geblieben ist. In den abgelegenen Gebieten des hohen Himalaya praktizieren und erhalten die Schamanen (nepali „Jhakri“) dieses Wissen in ihrem alltäglichen Leben. Die Schamanen des Himalaya sind Meister der Trance und der schamanischen Ekstase. Sie verfügen über Techniken, die es ihnen erlauben, innerhalb weniger Sekunden in die ekstatische Trance zu fallen und die unsichtbaren Welten zu bereisen. Dort verhandeln sie über die Heilung ihrer Klienten mit Totenseelen, Ahnengeistern, Göttern und Dämonen. Sie sind auch in der Lage, Wesen zu beschwören, die seit Urzeiten existieren und die ihnen als Lehrer zur Verfügung stehen. Die Masans sind Geister, die in der Dunkelheit leben. Sie können sich sichtbar machen und direkt mit den Schamanen kommunizieren. Wer diesen Wesen nachts auf den verwunschenen jahrtausendealten Friedhöfen an den Berghängen des Himalayas begegnet, wird seine Weltanschauung daraufhin nachhaltig verändern.

 

Schamanische Tradition: Bewahren heißt erfahren

Seit vielen Jahren reise ich regelmäßig mit Menschen aus westlichen Kulturen zu den Schamanen des Himalaya und kann beobachten, wie die Begegnung auf beiden Seiten zu einer sehr positiven Entwicklung führt. Die Schamanen fühlen sich bestärkt darin, ihre Tradition weiterzugeben, und die Teilnehmer fühlen sich reich beschenkt und lernen, ihr Leben verantwortungsvoll zu meistern und sich selbst zu verwirklichen.

Nicht nur in Nepal, sondern bei fast allen indigenen schamanischen Kulturen auf der Erde entwickeln Schamanen ihre magischen Kräfte auch auf Pilgerreisen zu heiligen Orten der Göttinnen und Götter.

Die Wirrarika (Los Huicholes) in Mexiko pilgern beispielsweise jedes Jahr nach Wirikuta, ein heiliges Gebiet, das für sie das energetische Herz der Erde, das Herz Mexikos ist. Seit Urzeiten pilgert dieses Natur-Urvolk in dieses Gebiet, um dort den Hikuri (Peyote-Kaktus) auf einer Pilgerreise zu jagen und durch die Einnahme in nächtlichen Zeremonien tiefste Einsichten in die Schöpfung, die Elementarkräfte und das eigene Leben zu erfahren. Die Marakamés (Schamanen) treten dabei in Kontakt mit dem Geist des Kaktus, der sich in Form eines Hirsches zeigt. Er ist ihr spiritueller Lehrer, der ihnen die Kraft gibt, ein langes und erfülltes Leben zu leben. Das schamanische Wissen zu bewahren, bedeutet, es zu erfahren, zu leben und weiterzugeben – nur dann kann das Wissen auch den Wandel der Zeiten überleben.

 

 

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