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Dies sind Fragen, vor denen man nicht fliehen kann: Keine abgeschlossenen „ja“ oder nein“ Fragen. Keine hypothetischen „wenn’s“, die ich bedenkenlos beantworten kann, da ich weiß, dass mein „wenn“ nur eine Fiktion ist („Was, wenn ich nur noch 37 Tage zu leben hätte?“) Und auch keine „warums“, die wahrscheinlich nur mit Ausreden beantwortet würden.

Ich habe diese Fragen für mich beantwortet, aber meine Antworten sind nicht der Punkt, warum ich diese Fragen hier zur Diskussion stelle. Wahrscheinlich ist es am besten, wir alle behalten unsere Antworten auf diese Fragen für uns: Private Antworten sind wahrscheinlich ehrlicher.

Also, hier sind die Fragen:

  1. Wer bin ich, wirklich?
    Hinter der Fassade, hinter dem Ego, unter den Rollen, die ich spiele, hinter dem was ich behaupte zu sein, der ich glaube sein zu wollen – wer bin ich? Was ist meine Selbstwahrnehmung? Nicht das, was ich tue oder was ich denke oder glaube, oder welche Adjektive ich mir zuschreibe oder womit ich mich assoziiere (vegan, poly, radikal, Naturmensch). Was motiviert mich wirklich, was ängstigt mich, was treibt mich zu tun, was ich tue, was stresst mich und hält mich vom Handeln ab, worin bin ich wirklich gut und nicht gut? Wie fühle ich mich wirklich mit mir? Was sind die Geschichten, die ich mir immer wieder erzähle, obwohl doch eigentlich alle Geschichten nur Fiktion sind? Wonach bin ich süchtig, ohne Urteil, ob die Sucht nun gut oder schlecht ist (Zucker, sexuelle Phantasien, TV, Shopping, „Zeug“ und die Arbeit, sich um dieses „Zeug“ zu kümmern, eskapistische Musik/Filme, Liebe, komfortabeler eskapistischer Job, die Bestätigung und die Aufmerksamkeit und Wertschätzung von anderen, etc.)?
  2. Was ist mir wirklich wichtig?
    Nicht, was ich denke, was mir wichtig sein sollte. Was hält mich nachts wach, auch Dinge, die mich erschrecken und Dinge, denen gegenüber ich ambivalent bin, was, wenn überhaupt, kann ich tun, um Dinge besser zu machen (Tierfabriken, Klimawandel, Armut, Krieg)? Was möchte ich wirklich tun, bevor ich sterbe, auch Dinge, die ich nicht den Mut habe zu versuchen (Drachenfliegen, zu spüren, wie es sich anfühlen würde, wie ein Vogel zu fliegen)?
  3. Was kreiere und erreiche ich wirklich?
    Aus der Sicht von jemand anderem, der objektiv auf mein Handeln sieht: Ist das, was ich tue, wichtig, zielstrebig, erreicht es irgendwas von Dauer, ist es ausgerichtet auf das, was ich tun möchte damit wer ich wirklich bin? Was von dem, was ich tue, folgt Pollard’s Law (Wir tun, was wir müssen, dann tun wir, was einfach ist, und dann werden wir das tun, was Spaß macht)?
  4. Was von dem, was ich tue, könnte ich aufhören?
    Weiß ich, was ich weiter tun sollte, und was ich loslassen könnte? Wie viel von dem, was ich tue, tue ich nur, weil ich in der Routine gefangen bin, oder die Erwartungen anderer erfülle?
  5. Auf was könnte ich gut verzichten?
    Wie viel von dem, was ich tue, tue ich, um Zeug zu erwerben, oder zu erhalten, das ich nicht wirklich brauche? Warum bin ich so ängstlich, dieses Zeug gehen zu lassen?
  6. Was braucht die Welt jetzt von mir?
    Nicht was ich geben will, sondern was die Welt wirklich will oder braucht. Auch nicht Sachen, die ich nicht geben will oder die ich nicht kompetent oder bereit bin zu geben.
  7. Was hält mich zurück?
    Ich bin nicht, wer ich sein möchte, und das mache nicht das, was ich denke zu wollen. Aber die Dinge, das habe ich gelernt, sind aus gutem Grund wie sie sind. Was ist der gute Grund, warum ich bin, wer ich bin, und der gute Grund, warum ich mache was ich tue (und nicht tue, was ich nicht tue)?
  8. Was hält mich wirklich zurück?
    Dies ist der Byron-Katie-Trick für Frage 7 (oder alle dieser Fragen.) Kann ich wirklich wissen, das meine Antwort auf Frage 7 wahr ist? Was, wenn sie es nicht ist?
  9. Welche einfache Sache könnte in den nächsten 24 Stunden tun, die mich auf den Weg bringt, das zu lernen oder zu tun, was ich schon immer lernen oder tun wollte?
  10. Was wäre nötig, um mich selbst zu akzeptieren, wie ich wirklich bin?
    Wie kann ich mich akzeptieren, ohne die Bestätigung von anderen?

Die Beantwortung dieser Fragen war eine ziemlich ernüchternde Erfahrung für mich. In einigen Fällen habe ich noch keine sehr guten oder klaren Antworten. Ich werde mal versuchen, ein Selbstporträt zu malen, das mich zeigt, wie ich mich selbst in meiner Antwort auf Frage 1 porträtiert habe. Das sollte interessant sein.

Und ich habe meine Antwort auf Frage 2 auf meinen Laptop geklebt, neben meine sechs Prinzipien, um sie zu sehen wenn ich wie so oft in diesen Tagen entscheide, was ich als nächstes tue, und wie ich das angehe.

Und darunter, habe ich Frage 8 geschrieben.

 

Dieser Artikel ist mit dem Titel Ten Important Questions unter einer CC-Lizenz im Blog von Dave Pollard (howtosavetheworld.ca) erschienen. Aus dem Englischen übersetzt von David Rotter.

 


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