Homöopathische Antworten am Puls der Zeit

von Werner Baumeister

 

Es gibt nur einen einzigen Grund, warum ich Homöopathie mache: Mir und anderen Menschen zu helfen, sich selbst auf die Spur zu kommen, letztendlich durch ihre ganz einzigartigen Krankheitssymptome zu ihrer ganz einzigartigen Gesundheit zu finden. Peter Levine hat das in seinem Buch Traumaheilung genial formuliert: „Wenn du das, was in dir ist, hervorbringst, wird das, was in dir ist, deine Rettung sein. Wenn du das, was in dir ist, nicht hervorbringst, wird das, was in dir ist, dich vernichten.“
Es geht also darum, hervorzubringen, was wir uns für diese Inkarnation vorgenommen haben. Dabei stoßen wir auf Religion, Restriktion und Begrenzung und werden so oft erst mal zu einer Karikatur von uns selbst. Das ist sehr brav, sehr dumm und sehr gut erzogen. Und deshalb bin ich froh, dass es solche Ausnahmemenschen wie Gérard Depardieu gibt, die die Kraft haben, zu sagen: Ich kann nicht anders! Auch ihn möchte ich zitieren aus seinem neuen Buch Ailleurs, Anderswo:
„Ich bin manchmal ein Unschuldiger, manchmal ein Monster. Alles dazwischen interessiert mich nicht.“

Welche Rolle spielt nun in diesem Zusammenhang die Homöopathie?
Homöopathie hilft, mich selbst mutig mehr und mehr zu entdecken und das auch zu leben – egal, was es ist! Dazu gehört auch, überhaupt erstmal zu realisieren, dass das, was man meint zu sein, oft nur die eigene Überlebensstrategie ist.

 

Freiheit durch Todesangst

Das Krokodil, ein uralter Zeuge der Evolution, reduziert uns auf das Elementare und fordert uns auf, hinzuschauen und bisher unverdauliche Energien zu wandeln. Als homöopathisches Mittel holt es uns aus der Opferrolle raus. Im Stamm-/Reptilienhirn stecken instinktive Wahrheiten, die uns aus Urangst und Versklavung befreien können. Womit wir uns hier seit Kindheitstagen beschäftigen, sind permanente Reinszenierungen unserer Überlebensstrategien. Mit dem Krokodil kommen wir an den Hauptschalter, der diese Programme löschen kann. Homöopathisch führt uns das Krokodil in unsere Macht und damit in Freiheit, Furchtlosigkeit, Erhabenheit und Schönheit. Das Krokodil arbeitet mit unserer Todesangst. Indem es uns in Angst und Schrecken versetzt, scheucht es uns weiter direkt in unsere Freiheit: Wir werden in Todesangst versetzt, um diese zu überwinden. Das macht uns zu einem freien, unabhängigen Schöpfer unserer Realität, in der wir unsere Gefühle, Wünsche, Visionen schneller manifestieren können als bisher. Blieben wir in unserer kindlich-traumatischen Angst stecken, würden wir auf diesem neuen Level sofort unsere eigene Angst manifestieren und ihr zum Opfer fallen. In diesem Sinne ist das Krokodil eine homöopathische Angst-Initiation. Es verhilft uns aber auch genau dazu, diese Angst zu durchdringen. Mit dem Krokodil können wir verstehen, dass die Angst uns hilft und auch ein Entwicklungsinstrument sein kann.

©Abb.: QuietWord-stock.adobe.com

Werde du selbst! Jenseits der Angst: Auch mal bereit sein, das Arschloch zu leben. Das ist Krokodil. Sich selbst den Rücken stärken und Klartext reden!

 

Die Preiserhöhung

Die letzten Rauhnächte waren für mich gefühlt ein Horrortrip, der es mir aber erst ermöglicht hat, ganz tief in mir auf dem Grund, gut weggepuffert und geschützt, auf einen Glaubenssatz zu stoßen. Dadurch habe ich verstanden, warum ich in 30 Jahren nie meine Behandlungspreise erhöht habe. Dieser Satz heißt: Ich glaube, dass man Liebe kaufen kann! Ich bin es nicht wert, für mein Sosein Liebe zu bekommen. Aber, und das habe ich früh gelernt, ich kann etwas leisten und ich habe was drauf, besondere Gaben – und dafür bekomme ich dann zumindestens das, was ich brauche, um zu überleben. Wenn ich Liebe will von einer Frau, dann muss ich dafür bezahlen. Entweder Geld oder im übertragenen Sinn, indem ich die Erwartungen dieser Frau erfülle oder besondere Leistungen biete, wie zum Beispiel die Fähigkeit, einer Frau, mit der ich zusammen bin, mit Homöopathie zu helfen, wenn sie in Not ist.

Mit der homöopathischen Arznei Psilocybin habe ich 2023 realisiert: Meine Mutter musste sich entscheiden. Mein herzkranker Bruder oder ich. The winner takes it all! Und das ist eben auch die Angst, mit der ich immer in Beziehungen gegangen bin: Irgendwann kommt der Bruder und räumt wieder ab. Dadurch entstand schon früh bei mir das Gefühl, für mich bleibt nichts übrig. Dieses Thema der Verknappung habe ich mir folglich in aller Konsequenz selber konstruiert. Das Gefühl, bei der Liebe und beim Geld, ich bekomme immer nur gerade so viel, dass ich überleben bzw. nicht untergehen kann.
Dazu ein interessantes Zitat aus der homöopathischen Prüfung des Krokodils (Frans Vermeulen): „Diese wurde von vielen als ein Gefühl der Panik und des Schreckens beschrieben, das intensiv und überwältigend war. Es wurde geschildert als eine Empfindung ähnlich der, als Kind plötzlich verlassen zu werden.“
Mit dem Krokodil habe ich diese Todesangst nochmal spüren dürfen. Für mich als Kind gab es keine Wahlmöglichkeit. Für den Erwachsenen schon, aber nur so nach dem Motto, „dann such ich mir halt ´ne Ersatzmutter oder einen Harem“ (mehrere Frauen nebeneinander als Sicherheitsnetz gegen das Verlassenwerden). Kein Wunder, dass da niemand hin will: Die Todesangst, um die es geht beim Krokodil, ist absolut vergleichbar mit der Angst eines Kindes, das von der Mutter verlassen wird.

 

Abb:© Ilgun-stock.adobe.com

Werde du selbst! Allein, verlassen, eingeschüchtert! Aber wenn ich groß bin, beiße ich zurück …

Mein Glaubenssatz, das wurde mir klar, gilt aber auch umgekehrt – und da kommt mein Behandlungspreis ins Spiel, den ich seit 30 Jahren nicht erhöht habe. Wenn ich auf diesem Level bleibe, so mein Glaubenssatz, dann bekomme ich dafür eure Liebe, weil ich nicht das verlange von euch, was ich mir wert wäre im Sinne der Selbstwertschätzung. Und ich habe das ausgereizt, bis es nicht mehr ging. Jede Zelle sagt mittlerweile: Es stimmt einfach nicht mehr. Oft kommt mir der Gedanke: Lieber mache ich die Praxis zu in der Form, die mir heute nicht mehr entspricht, als mich weiter unter Wert zu verramschen. Der damit einhergehende Druck aktiviert natürlich nochmal voll meinen Glaubenssatz: Wenn ich wirklich in meine Selbstwertschätzung gehe, dann kann ich nicht überleben. Diesen Angst-Raum nehme ich bewusst in Kauf und diese Angst ist gut im Sinne des Krokodils, weil sie mir jetzt erneut zeigt, warum ich mich 30 Jahre nicht bewegt habe, nicht bewegen konnte an diesem Punkt. Statt im Grauen zu versinken, kann ich mit dem Krokodil sagen: Okay, diese Angst spüre ich, aber über diese Angst verstehe ich mich selbst besser und auf einer ganz tiefen Ebene bin ich mit mir selbst im Reinen damit. Was bisher war, war und ist mein bisheriges Leben. Und daran ist nichts falsch. Ich habe das absolute Vertrauen, dass der damit zusammenhängende Weg authentisch und mit meinem Kern im Einklang ist – wo immer ich damit auch lande.

 

Die Bewährungsprobe

Interessanterweise gab es mit den deutlich teureren Einzelbehandlungen bisher kaum Probleme, während die eher symbolische Erhöhung der Workshop-Preise Diskussionen auslöste. Für meine Workshopteilnehmer, von denen viele aus ihrer kindlichen Not einen helfenden, dienstleistenden Beruf gemacht haben, war ich mit meiner Preiserhöhung der unangenehme Prometheus, der, der vorangeht und damit einen Dominoeffekt auslöst. Alle, die anderen helfen, für andere da sind, müssen sich wirklich fragen: Warum mache ich das? Und wer nicht gut verdient, muss sich fragen, was bei ihm/ihr nicht stimmt. Wir allein sind verantwortlich dafür, dass wir einen angemessenen Preis nehmen für unsere Arbeit. Und wenn wir das nicht tun, haben wir gute egoistische Gründe. Wir nehmen uns trotzdem etwas vom anderen, und wenn es, wie bei mir, der Versuch war, mir Liebe zu kaufen. Einige Teilnehmer schlugen mir vor, meinen ihrer Meinung nach immer noch zu großzügigen Lebensstil noch mehr einzuschränken, dann wären diese 10 Euro mehr pro Workshop nicht nötig. Blöderweise für die Teilnehmer hatte ich das Krokodil genommen, griff diese Anregung dankbar auf und antwortete wie folgt: Die Diskussion hier ist eigentlich fehl am Platze, weil die Preiserhöhung ja hier gar nicht stattfindet. Was ihr hier bekommt seit Jahren, ist ein Geschenk, und das möchte ich von euch respektiert bekommen mit symbolischen 10 Euro mehr. Und wenn das nicht klappt, dann machen wir das ganz anders, dann erhöhe ich auf 150 Euro und such mir andere Leute, ganz einfach. Ende der Diskussion. Da haben sie einmal kurz erschreckt geguckt und dann ging´s ganz entspannt weiter. Das ist Krokodil. Du musst dahinter stehen und Klartext reden!

 

Schlagworte (mit Links zu weiteren Artikeln von Werner Baumeister):
HomöopathieKrokodilAngstTodesangstTraumaOhnmachtAggression AnpassungSelbstermächtigung

 

Werner Baumeister

ist Arzt und bietet individuelle homöopathische Begleitung an.

30 Jahre Erfahrung in eigener Praxis in Berlin.

Einzeltermine nach Vereinbarung, Behandlungstermine zum Thema des Artikels jederzeit möglich.

Information zu aktuellen Workshops immer zeitnah auf der Seite „Homöopathie am Puls der Zeit“ 
sowie unter Tel.: 0172 – 391 25 85 . 

Oder Newsletter mit aktuellen Terminen abonnieren unter E-mail w.baumeister{at}gmx.net .

Die homöopathischen Arzneibilder von Werner Baumeister verstehen sich immer
auch als homöopathischer Spiegel aktuellen Zeitgeschehens.

Homöopathische Tages-Workshops „am Nerv der Zeit“

(jeweils 13-19 Uhr, 100,- Euro, Anmeldung erforderlich,
Praxis in 10999 Berlin-Kreuzberg, Reichenberger Str. 114)

Die Workshops beinhalten eine lebendige homöopathische Mitteldarstellung & Arzneigabe.

Homöopathischer Frühjahrs-DETOX Workshop …
… mit 6 homöopathischen Bewegungsimpulsen (Arzneien)!

Ein Team aus 6 ausgewählten homöopathischen Zeitnerv-Mitteln im Zusammenspiel …

…. führt uns in Versuchung, den Schutz und die Geborgenheit liebgewonnener Gewohnheiten zu verlassen. Befreit uns von der leblosen Illusion, die Gefahren des Lebens meiden zu können, um in vertrauensvoller Erwartung des Unerwarteten den Sprung in einen neuen Lebensabschnitt zu machen!

… entgiftet uns von versunkenen Wahrheiten, indem das Unbewusste über unsere Träume das Geheimnis preisgibt und wieder Hingabe ermöglicht;

… befreit uns von „Harmonie um jeden Preis“ und Unterwerfung und löst die Angst auf, die unseren Widerstand bei schlechter Behandlung verhindert;

…. emanzipiert uns von einer Fixierung auf die machtlose Opferrolle und damit von einem grundsätzlichen Irrtum über das Leben, von dem wir uns beraubt fühlen.

Die Kleingruppen- Workshops beinhalten eine lebendige Arzneipräsentation, Arzneigabe während des Workshops und Arznei-Mitgabe im Sinne eines Monatsplans, um unsere individuellen biographischen Aufgaben erfolgreich umzusetzen.

Termine: Sa, 9.3. / So, 10.3. / Sa, 16.3. / So, 17.3. / Sa, 23.3. / So, 24.3.

Workshop-Themen und -Termine für April und Mai 2024 
zeitnah auf „Homöopathie am Puls der Zeit

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